Wie ist das mit der Sprachstanderfassung in Niedersachsen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bine3002 03.01.11 - 21:49 Uhr

Irgendwann im Frühling wird diese Sprachstanderfassung auf uns zukommen. Ich habe keine Ahnung wie genau das läuft und worauf genau dort geachtet wird.

Objektiv betrachtet ist es so, dass meine Tochter insgesamt feinmotirisch etwas hektisch ist. Sie schneidet und malt recht grob aus und genaso sprcht sie auch. Sie redet viel, wenn der Tag lang ist, aber nicht besonders präsizise. Wenn sie sich Mühe gibt, dann kann sie ganz toll ausmalen und ausschneiden und ebenso perfekt sprechen (abgesehen vom SCH). Aber im Normalfall muss sie ganz viel mitteilen und dann verschuckt sie einige Laute bzw. Lautkombinationen.

Eigentlich würde ich ihr gerne noch Zeit geben. Wir waren bei der Logopädie, aber ich habe sie als "sinnlos" deklariert (in Absprache mit der Logopädin und der Kinderärztin) und möchte es eigentlich dabei belassen.

Nun kommt wie gesagt diese Sprachstandserfassung.

Ich weiß, dass für die "Durchgefallenen" dann eine Art Logopädie verordnet wird und dafür eine Lehrerin einmal in der Woche in den Kindergarten kommt. Allerdings kommt die in den Stadtkindergarten und meine Tochter geht in die Waldgruppe. Es steht im Raum, dass sie dann an diesem Tag in irgendeine Gruppe im Stadtkindergarten gehen müsste um an dieser Logopädie teilzunehmen. Ich finde das doof.

Kann mir jemand mehr zur Sprachstandserfassung in Niedersachsen erzählen? Kann ich/muss ich mit ihr dann vielleicht auch zur privaten Logopädie gehen? Auch das ist nicht so einfach, weil die nur Vormittagstermine vergeben und für meine Tochter damit dann immer ein ganzer Kindergartentag wegfällt.

Beitrag von svafa 03.01.11 - 22:13 Uhr

Hallo,
ich kann dir erzählen, was letztes Jahr bei uns lief (ich denke, das war eine Art Sprachstandsfeststellung):

In den KiGa kamen an einem Tag zwei Lehrerinnen der Vorschule (unserer Grundschule), alle Kinder geb. bis zum Stichtag 31.08.05 wurden dann denen "vorgestellt". Es wurden zusammen Spiele gespielt und sich unterhalten, in der Gruppe und einzeln (ich war ja nun nicht dabei, es wurde mir so erzählt). Mein Sohn fand es aber gut und hat begeistert mitgemacht, was sonst eher nicht der Fall ist ;)

Danach wurden wir angesprochen, dass sie vorschlagen würden (er war wohl ein Wackelkandidat), ihn zur Sprachförderung in die Vorschule zu holen während der KiGa-Zeit.
Diese findet bei uns ein Jahr lang 3 Tage die Woche (!) für ca. 1 Std. statt im Anschluß an die reguläre Kindergartenzeit!
Hinfahrt wird organisiert (freiwillig durch nicht arbeitende Eltern), Rückfahrt ggf. auch, die Kostenübernahme kann evtl. auch beim Landkreis (?) beantragt werden, dafür hätte sich in unserem Fall (ich arbeite und hätte keine Möglichkeit gehabt, ihn da abzuholen nach der Schule) die Rektorin stark gemacht.
In unserem Fall konnte man dem ganzen zustimmen oder es auch ablehnen.

Da unser Großer einer der wenigen "Mittagskinder" unseres KiGas ist, hätte er drei Tage die woche nicht am Mittagessen teilnehmen können, er hätte evtl. alleine später essen können oder alle anderen Kinder hätten sich nach ihm richten müssen. Im Großen und Ganzen wäre der Kindergartenablauf für unsere 10 Mittagkinder durcheinander gekommen, so dass wir zusammen mit den Erzieherinnen zu dem Schluß gekommen sind, dass wir uns lieber so um Logopädie bemühen.

Das haben wir nun auch getan und ich denke, das war so einfach das Beste.
Unsere Logopädin meinte, "irgendwelche Vorschullehrerinnen" (salopp gesagt) dürfen den Kindern keine Laute beibringen, dafür würde Ihnen die Ausbildung fehlen. Sie könnten allenfalls auf die Grammatik und auf den Wortschatz eingehen.

Unsere Logopädin vergibt Nachmittagstermine auch nur an die "arbeitende Bevölkerung" und Schulkinder, wie sie selbst sagt.
Ich denke, das wird so auch üblich sein.

LG Anne

Beitrag von bine3002 03.01.11 - 22:30 Uhr

Ja, es kann sein, dass es bei uns auch 3 Termine sind. Bei einer Elternversammlung wurde davon gesprochen, dass es wohl terminliche Probleme mit der Lehrerin gibt. Und da meine Tochter eben in eine Waldgruppe geht, kann ich mir kaum vorstellen, dass die "Dame" extra für ein oder vielleicht zwei Kinder in den Wald kommt, wenn sie im Stadthaus schon terminliche Probleme hat.

Meine Tochter hat vor allem Probleme mit dem Wortschatz (sie verdreht manche Worte oder erfindet neue) und mit der Grammatik. Sie spricht auch einige Lautkombinationen fals (GR, BR, BL usw.), allerdings ist das kein mundmotorisches Problem, sondern eher eins der Genauigkeit. Man kann sie verbessern und sie nimmt es schnell an. Nur will ich sie nicht ständig verbessern und beschränke mich auf ein paar wenige Worte am Tag. Nur das SCH kann sie bisher mundmotorisch gar nicht sprechen. Ich denke, dass ich mich damit genug auseinander gesetzt habe, um das beurteilen zu können. Und ich würde persönlich gar nichts daran "therapieren" wollen.

Für die Entwicklung meiner Tochter sind Nachmittagsaktivitäten wie Ballett und Rollkunstlauf wesentlich wichtiger, weil sie ihr Selbstbewusstsein stärken und ihr in allen Bereichen sehr gut tun. Es wäre aus meiner Sicht schade, wenn wir diese Aktivitäten einschränken müssten, um die Logopädie zu besuchen. Und ich fände es doof, wenn mir irgendso ein "dahergelaufener" Pädagoge sagt, was für meine Tochter wichtig ist, obwohl er sie gar nicht wirklich kennt. Kann uns das passieren?

Beitrag von svafa 03.01.11 - 23:03 Uhr

Ja, das Ding mit dem "irgendein dahergelaufener Pädagoge" war auch erst meine Befürchtung ;)

Ich bin der Meinung, dass das alles ein "freiwilliges Ding" ist und dass Dir das keiner vorschrieben kann. Ich kann mich noch in etwa an das Telefongespräch mit unserer Rektorin erinnern, in dem sie sinngemäß meinte, dass sie unseren Sohn auserkoren hätten und ob das denn überhaupt für mich okay wäre.
Ich hätte -und habe das ja letztendlich auch- ablehnen können!

Wobei ich es eigenartig fand, dass unser Sohn ein Wackelkandidat war, denn ich bin seit jeher hinterher, irgendwie sprachliche Förderung für ihn zu bekommen; er hat spät gesprochen, hatte oft MOE und dadurch Hörverlust, hat (leicht?) gelispelt und sagt/sagte Worte einfach falsch - trotz Verbesserung (habe das so gehandhabt wie Du es beschreibst). Er ist auch das einzige Kind, welches ich kenne, das kein Q aussprechen kann.
Aber ich bin ja auch nicht vom Fach und wollte da auch nicht selbst "drauflosdoktern" #zitter
Naja, jetzt wirds... :-D

Beitrag von bine3002 03.01.11 - 23:19 Uhr

"Aber ich bin ja auch nicht vom Fach und wollte da auch nicht selbst "drauflosdoktern"

Nein, ich auch nicht. Und deswegen waren wir im Sommer zwei mal bei einer Logopädin, die der Meinung war, dass alles noch "im Fluss" ist und die Therapie in unserem Ermessen liege. Wir haben uns dann dagegen entschieden. Da wir aber auch eine Sitzung mitgemacht haben, weiß ich, wie man diese Lautkombinationen (BL, BR, GR usw.) therapiert und habe das zu Hause ab und zu mal gemacht (wie es auch von der Logopädin angeraten wurde). Seitdem kann ich beobachten, wie es jeweils einen Schritt vorwärts und dann zwei Schritte rückwärts geht. Das entspricht auch der normalen Entwicklung unserer Tochter und ich denke halt, dass das bis zur Schule dann schon passen wird.

Kurz gesagt: Ich nehme mir das Recht raus, zu behaupten, dass sie keine Förderung in diesem Bereich braucht. Und mein Wunsch wäre, dass wir diese Zeit für den ganz normalen Kindergartenalltag sowie für ihren Sport nutzen könnten, der ihr sehr wichtig ist. Ich denke auch, dass ihr das insgesamt mehr nutzt. Z. B. wird sie bei ihrem Schulstart ganz allein sein und keine Kinder aus dem Kindergarten haben. Deswegen empfinde ich als viel wichtiger, dass sie emotional und sozial reif genug ist. Und das bringt ihr der Sport. Selbst wenn sie kleine sprachliche Defizite haben sollte, wird sie das durch ihre große Klappe ausgleichen können. Das kann ich jetzt schon sehen. Aber wird das auch eine Lehrerin sehen, die sie bei so einer Sprachstandserfassung EIN MAL zu Gesicht bekommt?

Würde uns aber irgendjemand zur Logopädie verpflichten, müssten wir das Nachmittagsprogramm zurückfahren. Das würde mich einerseits ärgern, weil es uns die elterliche Kompetenz entzieht. Andererseits wäre es aber für meine Tochter sehr traurig und auch nicht hiflreich. Verstehst Du was ich meine?

Beitrag von engelchen28 04.01.11 - 17:21 Uhr

huhu!
wir wohnen auch in niedersachsen und es gab nichts dergleichen. wir waren 1 x in der grundschule zur anmeldung (einschulung jetzt im sommer), da hat der schulleiter 2 sätze mit sophie gewechselt, das war's.
lg
julia