Lesen 1. Klasse Grundschule

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Beitrag von kittykate 03.01.11 - 22:16 Uhr

Hallo zusammen,

mein Kind besucht seit September die 1. Klasse einer Grundschule in Bayern. Ich würde nun gerne mal erkundigen, wie eure Kinder schon lesen können.

Bei meinem Kind ist es nämlich so, dass es mittlerweile die Buchstaben zusammenziehen kann, es aber jedes Wort noch einzeln erfasst. Wenn zum Beispiel im Text das Wort "Torte" nach 2 Zeilen wieder vorkommt, wird das Wort wieder neu langsam gelesen und nicht erkannt, dass das Wort schon mal im Text vorkam. Auch werden z.B. die stummen "h´s" im Wort, bei ihm, ihr, geht, sieht..., gelesen, obwohl sie das Wort danach nochmal richtig ausgesprochen wiederholt. Beim Lesen jedoch, ist das stumme "h" dabei.

Leider hat mein Kind auch wenig Lust selbst zu lesen. Wenn wir abends die Gutenachtgeschichte lesen, möchte sie nur ungern einzelne Abschnitte lesen. Ich soll immer vorlesen.


Kitty

Beitrag von h-m 03.01.11 - 22:48 Uhr

Du könntest von meiner Tochter schreiben - nur dass wir in NRW wohnen.

Aber sonst ist es wirklich genau dasselbe. Sie zieht die Buchstaben langsam zusammen und erkennt kurz zuvor gelesene Wörter nicht auf Anhieb. Auch fällt es ihr noch sehr schwer, den Sinn des ganzen, gerade mühsam vorgelesenen Satzes zu erfassen.

Wenig Lust hat sie auch. Allerdings kommt sie bei mir nicht ums Lesen drum rum. Wir lesen jeden Tag abends:entweder in so einem Erstlesebuch abwechselnd je einen Satz - und hinterher lese ich noch etwas anderes vor - oder, wenn sie auf diese Erstlesebücher keine Lust hat, muss sie einen Satz pro Seite aus dem "normalen" Buch lesen.

Ich glaub, ich hab sie mit dem Vorlesen zu sehr verwöhnt. ;-)

Bei uns war aber kurz vor den Weihnachtsferien Elternsprechtag und ihre Lehrerin meinte, sie käme super mit. Auch das Lesen wäre schon gut. Die Kinder hätten die kompletten zwei ersten Jahre Zeit, um das Lesen zu lernen. Daher mache ich mir keine Sorgen. :-)

Beitrag von erstes-huhn 04.01.11 - 09:05 Uhr

Mein Sohn, auch seit Sommer 10 in der Schule (NRW), bekommt jede Woche einen Leseplan von der Schule. Da sind 7 einfache Sätze und 7 schwere Sätze drauf, die die Kinder selber lesen sollen.

Nach dem Mittagessen liest er einen einfachen Satz, nach dem Abendbrot einen schweren Satz. Das machen wir seit Anfang Dezember und es geht gut. Er liest jetzt auch so, in der Zeitung, auf der Milchtüte, in Katalogen etc. Allerdings hat er sich noch nicht an ein Buch gewagt (erste Lesestufe). Da möchte ich aber hin. So das wir gemeinsam das Buch lesen, ein Wort er, ein Wort ich. Aber, wie gesagt, das möchte er noch nicht.

Klar, er hat Probleme mit dem V, wenn es wie ein W gesprochen wird, oder mit der Trennung der Wörter bei doppelten Buchstaben, aber das halte ich für völlig normal.

Beitrag von grizu99 04.01.11 - 09:37 Uhr

Das ist ganz normal, war bei meinem Sohn auch so.

Er ist jetzt in der 2.Klasse und erst JETZT ist es langsam so, das man auch versteht, was er da liest ;-)

Unsere Klasse hat einen Lesebaum. Die Kinder bekommen einen Zettel, sie sie sollen jeden Tag 10 Minuten lesen. Die Eltern schreiben auf, was gelesen wurde und wie lange. Wenn die Kinder 70 Min. (also 7 Tage) voll ahben, bekommen sie ein Blatt für ihren Lesebaum. Dieses Blatt können sie selber gestalten (anmalen) ihren Namen drauf schreiben und dann an den Baum kleben.

Vielleicht schlägst Du so etwas vor?

Die Lehrerin meines Sohnes hat die Klasse auch schon gegen Ende des 1. schuljahres für das Leseprogramm Antolin angemeldet, das war ein großer Ansporn für meinen Sohn!

Beitrag von otto123 04.01.11 - 09:43 Uhr

Hallo,
wieso sollte dein Kind nach wenigen Wochen perfekt lesen können, wer erzählt denn so was?! Dafür hat sie noch viel Zeit!

Ich denke, du nimmst ihr auch die Lust, wenn du sie Abschnitte vorlesen lässt, ein einzelnes Wort würde auch reichen - dafür gibt es auch spezielle Erstlesebücher, u.a. auch "Erst ich ein Stück, dann du" - oder so ähnlich. Schau dich mal in der Bibliothek oder Buchhandlung um!

Gruß
Ottomania

Beitrag von ayshe 04.01.11 - 10:25 Uhr

Hallo,


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Wenn zum Beispiel im Text das Wort "Torte" nach 2 Zeilen wieder vorkommt, wird das Wort wieder neu langsam gelesen und nicht erkannt, dass das Wort schon mal im Text vorkam.
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So ähnlich ist das bei meiner Tochter auch.
Wenn es einfache Wörter sind, dann erkennt sie sie schon, zb "mit, an, in zu, bei usw...", aber so etwas wie "Torte" würde sie auch nicht so erkennen, besonders, wenn es das erste mal vllt schon 2 Sätze vorher kam. Ich denke, es ist normal und das zeigt eben die geringe Übung und die kurze Zeit.
Denk mal, daß wir schon gar nicht mehr in der Lage sind, uns ein Wort anzusehen, ohne zu leen, ohne zu "wissen", was da steht.
Du blicktst hier auf den Satz und "weißt" einfach, was da steht, man liest nicht mehr so bewußt, es ist einfach da, weil man alles wiedererkennt.
Anders ist es aber, wenn wir fremde Wörter sehen
*Hippopotomonstrosesquippedaliophobia* ;-)

Und wenn das jetzt 2-3 Sätze wieder auftaucht, wird es für uns auch noch nicht viel leichter.


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Auch werden z.B. die stummen "h´s" im Wort, bei ihm, ihr, geht, sieht..., gelesen, obwohl sie das Wort danach nochmal richtig ausgesprochen wiederholt. Beim Lesen jedoch, ist das stumme "h" dabei.
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Ja, weil sie ja vorher noch nicht wissen, welches Wort dabei herauskommt.
Das wird ihnen ja erst klar, wenn sie fertig gelesen haben.
Es könnte ja auch so sein wie bei "Ruhe" und ob man es nun hört oder nicht, wissen sie erst nach dem Lesen.

Beitrag von ayshe 04.01.11 - 10:30 Uhr

hier allerdings, daß doch einige ziemlichen Druck machen.

Scheinbar "müssen" die Kinder lesen, "kommt er nicht drumherum", "da will ICH aber hin " "abends und morgens" usw. #gruebel

Muß das sein?
Ich kann das gar nicht nachvollziehen, aber das Post vor Weihnachten, ob die Kinder in den Ferien für die Schule etwas tun sollen, hat mich auch schon geschockt.


Die Kinder lesen doch immer irgendwie von selbst (alles, was rumsteht, Miclhtüten, Seife, ect.) oder wehren und verblocken sich hier einige total, daß sie regelrecht getrieben werden müssen, um nicht in der Schule völlig auf Null zu stehen?

Beitrag von marysa1705 04.01.11 - 15:30 Uhr

Geht mir auch so!

Unser Sohn ist jetzt auch in der ersten Klasse.
Hier bei uns wird mit einem ganz anderen System lesen gelernt.

Zuerst haben die Kinder sogenannte "Mundbilder" kennengelernt.
So ähnlich wie diese hier:
http://www.schulen-frauenfeld.ch/cm_data/public/frage_4.jpg

Erst nach den Herbstferien kam dann zu jedem Mundbild auch der Buchstabe dazu und ich muss sagen, ich finde diese Methode wirklich erstaunlich. Sie ist für mich selber ganz neu, weil ich als Kind einfach ganz normal Buchstaben gelernt habe.

Wir können jetzt bei unserem Sohn sehen (und bei einem Besuchstag in der Schule auch bei den anderen Kinder), wie einfach ihnen das Lesen fällt. Ich erinnere mich noch an Kinder in meiner eigenen Schulzeit, die immer erst mühsam einen Buchstaben nach dem anderen lesen mussten und anschliessend erst die Buchstaben zu einem Wort zusammensetzten konnten. So etwas kam hier gar nicht vor....

Ich bin immer sehr gespannt, was und wie die Kinder hier so lernen, aber ich würde sicher nicht so einen Druck darauf setzen. #schwitz

Unser Sohn liest von sich aus alles mögliche, was ihm eben so in den Blick fällt. Ausserdem hat er seit neustem den PC für sich entdeckt und googlet alle Wörter, die er schreiben kann. #rofl

#winke

Beitrag von ayshe 04.01.11 - 15:50 Uhr

Hey, das ist sehr schön mit den Mundbildern.

Bei uns wurde das nicht so gemacht.
Ich kenne das auch nicht.
Hier lernen sie Buchstaben und Silben.
Und meine Tochter hängt eben auch die Buchstaben aneinander.

Aber meine Tochter hat ja auch viel gefragt und wollte schon vorher immer alles mögliche wissen.
Und ich habe ihr auch gesagt, sie solle auf ihren Mund achten, wie die Lippen sind zb eben bei "n" und "m" oder anderen, die man vllt nicht so gut hört, aber man kann sie ja auch spüren, wenn man das Wort spricht.



Ja, meine Tochter liest auch alles mögliche und wenn es die Etiketten auf den Gewürzen sind oder Zeugs, was im Bad steht (wenn sie auf Klo sitzt, nebenbei), alles und überall mal ein Wort und freut sich.
Aber Bücher hat sie sich auch vorgenommen.
Allerdings ist sie zu ungeduldig, weil es eben noch nicht so schnell geht wie bei mir, und dann liest sie höchstens eine Seite, wenn überhaupt.
Aber das macht nichts, wenn sie (noch) mehr Spaß daran hat, einzelne Wörter zu lesen, dabei eben einen schnellen Erfolg, dann soll sie ruhig.

Eines Tages werde ich sowieso jeden Abend versuchen müssen, sie vom ewigen Lesen im Bett abzubringen.

Beitrag von marysa1705 04.01.11 - 16:22 Uhr

>>Eines Tages werde ich sowieso jeden Abend versuchen müssen, sie vom ewigen Lesen im Bett abzubringen.<<

Ach..... ;-) Das haben wir doch selbst als Kinder so gerne gemacht...#rofl

Beitrag von ayshe 04.01.11 - 16:26 Uhr

Ja eben, ich weiß ja wie ich selber war #schein

Meine Eltern wußten schon nicht, was sie noch tun sollen #rofl

Beitrag von marysa1705 04.01.11 - 16:47 Uhr

Gehört doch auch irgendwie dazu... :-)

Ich freue mich schon drauf, wenn es dann soweit ist und ich mir das Lachen verkneifen muss, wenn ich unsere Kinder mit der Taschenlampe unter der Bettdecke "erwische"... #rofl

Beitrag von ayshe 05.01.11 - 12:41 Uhr

Ja, das fürchte ich auch ;-)

Ich habe auch mit Taschenlampe gelesen.

Beitrag von h-m 04.01.11 - 20:45 Uhr

Das "kommt nicht drum herum" habe ich geschrieben.

Jedes Kind ist eben anders, mag sein dass Deiner Erfahrung nach viele "doch immer irgendwie von selbst" lesen, aber meines halt nicht.

Wenn sie wissen will, was auch einer Verpackung steht... richtig, fragt sie: "Mama, was steht da?" - und wenn ich es ihr nicht sofort sage, sondern ihr vorschlage, es doch erst mal selbst zu probieren, kommt nur ein Schulterzucken und "ist wohl nicht so wichtig" von ihr.

Also muss sie eben jeden Abend beim Vorlesen ein wenig "helfen", damit sie etwas Übung kriegt. Wahrscheinlich muss es nicht unbedingt sein, aber es schadet wohl auch nicht, ebenso wenig wie ein bißchen Mithilfe im Haushalt. Dabei hilft meine Tochter (noch?) gern und freiwillig, ansonsten würde ich ihr dort auch ein oder zwei feste Aufgaben zuteilen.

Beitrag von ayshe 05.01.11 - 12:46 Uhr

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Wenn sie wissen will, was auch einer Verpackung steht... richtig, fragt sie: "Mama, was steht da?" - und wenn ich es ihr nicht sofort sage, sondern ihr vorschlage, es doch erst mal selbst zu probieren, kommt nur ein Schulterzucken und "ist wohl nicht so wichtig" von ihr.
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Das war vor kurzem bei meiner Tochter auch so, ich sollte es lesen, sie wollte nicht, aber ganz plötzlich hat sich das echt geändert.

Vllt kommt es dann von selbst, wenn es nicht mehr ganz so schwerfällt.

Beitrag von infokaiser 09.01.11 - 15:01 Uhr

das ist wohl wahr .....

aber woher kommt der druck????

von der schule ..., vom lehrer...., von den mitschülern die schon lesen können.......??? u.s.w.

welche wahl haben wir eltern (dessen kinder noch nicht lesen können), ....???? - die lehrer leisten das nicht!

die alternative wäre, eine der ersten drei schuljahre zu wiederholen oder das kind auf einer förderschule abzuschieben.

-nun sollen die eltern als hilfslehrer fungieren

Beitrag von mariike 13.01.11 - 21:59 Uhr

Wenn die Lehrer sich weniger um Erziehungsaufgaben kümmern müssten (was viele Eltern nicht leisten), hätten sie mehr Zeit, sich um ihren Job zu kümmern- den Kinder z.B das LESEN beizubringen.