Homöophatie oder...

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Beitrag von espirino 04.01.11 - 08:25 Uhr

Die Theorie der versteckten Infekte

Hallo,

kennt ihr diese Theorie? Ich muß kurz dazu ausholen. Meine bessere Hälfte ist wegen eines heftigen Neurodermitesschub in Behandlung bei einem Homöophaten. Da einer unserer Zwillinge auch zu trockener Haut neigt war dieser einmal mit, damit der Doc sich in anschauen kann. Da der das sehr interessant fand, daß einer der Zwillinge Hautprobleme hat, der andere aber nicht (obwohl sie offensichtlich eineiig sind) ließen wir uns breitschlagen beide vorzustellen - wohlgemerkt zum anschauen und vergleichen - nicht zur Behandlung.
Gleich am Empfang wollte die Sprechstundehilfe beide Chipkarten haben, wogegen ich widersprach, da ja Jonas keine Behandlung kriegen sollte. Unser Baby hatte ich natürlich auch mit. Zuerst schaute er sich die Zwillinge genau an, meinte die ganze Zeit, sie müssten viel viel krabbeln, damit sich keine Linkshändigkeit rausbilden würde #kratz (sie sind 5 Jahre, ich denke da ist jeglicher Zug abgefahren). Ob sie denn wirklich eineiig seien, weil das ginge ja nicht, daß einer Hautprobleme hat, der andere nicht... Nun ja, zu 100% wissen tun wir es nicht, das kann nur ein Bluttest ergeben, uns wurde das aber im Krankenhaus nach der Plazentauntersuchung gesagt.
Dann wante er sich meinem Baby zu, das mittlerweile ohnehin schon sehr genervt war. Halb ausziehen, anschauen - ja die Tendenz zu Hautproblemen sei da, weil er auf der Wange eine (ich nenns mal kleine) Speckfalte hat. Wir söllten auch keine Pampers mehr verwenden, da sei Aloe Vera drin, die verhindere, daß Infektionen ausbrechen können, auch keine Popocreme mehr, denn dann könnte sich das später auf die Haut legen. Das Baby MUSS mindestens ein viertel Jahr krabbeln, bevor es anfängt zu laufen, da er sonst die schon erwähnte Linkshändigkeit entwickeln würde. So ganz nebenbei knöpfte er mir doch noch alle 3 Chipkarten ab, weil ich voll damit beschäftigt war das Baby ruhig zu halten und während dessen verabreichte er auch noch allen dreien Globuli gegen - keine Ahnung was.
So nun bin ich vollstens verwirrt - bzw glaub ich, daß dies ein Fall klassischer Krankenkassenabzocke ist. Denn ich zweifle ernsthaft an der sonderbaren Theorie, die er mir verkaufen wollte. Fakt ist, daß ich da nicht mehr aufschlage, bzw. war außer Flo keiner von uns zur Behandlung vorgesehen.
Ich hab nix gegen alternative Medizin, aber das ist ja wohl das letzte.

Was denkt ihr dazu? Kennt jemand Homöophaten mit ähnlichen Theorien?

LG Jana mit #baby Nico und Jonas und Flo

Beitrag von littlequeen 04.01.11 - 08:54 Uhr

huch, das ist ja mal verwirrend, sehe ich das richtig das er das eigentliche Problem in der linkshändigkeit gesehen hat???? Und die hautprobleme nicht sein könnten weil sie nur einer hat?

Da wäre ich auch skeptisch!!!

linkshändigkeit ist doch keine Krankheit, und ich bin nie gekrabbelt und trotzdem rechtshänder.....#augen

also ich würde das ganze abharken, das er sich das bezahlen lässt wenn er alle anguckt und "diagnosen" stellt ist aber sicherlich nicht ungewöhnlich, die ärzte lassen sich ja sogar die praxisgebühr bezahlen und rechnen ab wenn man nur am telefon eine frage stellt bezüglich eines verschriebenen medikament.... von daher...

alles gute

Beitrag von lilly7686 04.01.11 - 09:03 Uhr

Hallo!

Also weißt du, ich halte im Grunde sehr viel von der Homöopathie. Aber nur, von der Homöopathie selbst. Die Ärzte, die damit behandeln? Nun, das ist ne andere Geschichte.

Was ich aber nicht verstehe: warum zum Teufel ist dieser Arzt so gegen Linkshänder??? Linkshänder sollen kreativer sein, als rechtshänder. Mehr weiß ich dazu nicht.
Aber meine Kleine scheint auch lieber links zu greifen. Die hat fast alles in der linken hand, untersucht und dreht Gegenstände mehr mit der Linken. Die Rechte ist fast ausschließlich zum halten der Gegenstände da.
Wo ist da das Problem? Das versteh ich irgendwie nicht...

Was hat die Eineiigkeit mit Neurodermitis zu tun?
Da sieht man doch nur, dass zwei Kinder mit gleichen Genen völlig unterschiedlich sein können. Das eine ist offenbar empfindlicher, kommt hier also mehr nach Papa; das andere ist weniger empfindlich und kommt in dieser Sache halt mehr nach dir!
Ich denke, hier wird offensichtlich, dass es bei gewissen Dingen eben nicht nur auf Erbgut, Erziehung und Ernährung ankommt.
Keine Ahnung wie ich das adäquat beschreiben soll, aber du weißt vielleicht eh, was ich meine.
Eben dieses "wie ist jemand gestrickt", vielleicht auch psychisch? Dass zwei völlig gleiche Personen sich unterschiedlich entwickeln.

Na, eigentlich ja egal.

Was ich damit sagen will: dieser Homöopath hätte auch meine Kinder und mich das letzte Mal gesehen.

Beitrag von fascia 04.01.11 - 10:45 Uhr

Hallo Jana,

war das ein Arzt?

Ob Heilpraktiker, ob Arzt - es ist beides erschreckend.

Was immer ein Untersucher/Behandler auch tut - immer muss ein Einvernehmen mit dem Patienten bestehen, in dem Fall mit dir.
Ein solches Einvernehmen besteht, wenn er dir die Chipkarten "abknöpft". Denn dafür musstest du sie ihm ja aushändigen. (Es sei denn, sie lagen irgendwo, vielleicht auf dem Tisch, offen herum.) Obwohl es sich so anhört, als hätte er sich hierbei zunutze gemacht, dass du durch das Baby abgelenkt warst, kannst Du hier wohl nichts unternehmen. Man muss anhand der Situation von einer Einvernehmlichkeit ausgehen, auch wenn du selbst es (verständlicherweise) anders wahrnimmst.
Der ganze Vorgang ist nicht gerade seriös.

Einvernehmen muss selbstverständlich bestehen, wenn er Globuli oder anderes verabreicht. Hier hätte zwingend kommen müssen: "Frau XY, ihren Kindern möchte ich gerne folgendes Mittel geben. Mit diesem, jenem Ziel... Einverstanden?"
Er darf nichts, aber auch gar nichts in einen Menschen reinstecken, ohne eine klare Zusage. Das kann ein "Ja" oder auch ein unmissverständliches Kopfnicken sein - nach einer entsprechenden eindeutigen Frage seinerseits.
Dieser Vorgang war gänzlich unseriös.

Der Mann holt Geld raus, wo er nur kann.
Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn er dabei nicht Berufsregeln veletzen würde. Es wäre nicht ganz so schlimm, wenn er dabei wenigstens fachlich überzeugend wäre.

Er hat Einiges gesagt. Nichts davon hatte einen praktischen Wert. Weder diagnostisch noch (deshalb logisch) in Bezug auf eine sinnvolle Behandlung.
Nur heisse Luft und irgendwelche Allgemeinaussagen.

Ein Kind steht auf und tippelt am Mobiliar entlang. Nachdem es vier Wochen lang herumgekrabbelt ist. Zwingen wir das Kind für die nächsten Wochen hübsch auf die Knie runter. Denn es soll dereinst gefälligst mit rechts schreiben lernen. So eine Aussage (ein Vierteljahr krabbeln) - diesen Bullshit - muss der Mann doch erklären, wenn er einer Mutter sowas aufträgt!
Die komplette Geschichte mit der Linkshändigkeit ist unausgegorenes Zeugs.
Die Eineiigkeit anhand des Hautbilds festmachen zu wollen, oder sie anzuzweifeln - Quark.

Die Windel-Popocreme-Geschichte: Also entweder meint und glaubt er wirklich, was er da sagt - dann muss er es aber auch so erklären, dass eine Massnahme, die ihm wichtig erscheint auch die Chance hat, umgesetzt zu werden.
Erschien ihm vielleicht auch nicht wirklich wichtig. Musste aber raus, weil es ihm eben so einfiel. Sonst hatte er ja nichts Wichtiges zu vermelden - und irgendwas muss man ja sagen, schon wegen der Chipkarten.

Was ist bei der ganzen Aktion herausgekommen?
Für dich und die Kinder: Nichts. Etwas Verunsicherung. Du fühlst dich betrogen.
Für den Homöop.: Keine Erkenntnis. Keine neuen Kunden. Zum Trost aber einmalig Geld.

Pfui Teufel.

Auch deine bessere Hälfte sollte sich den Weg dahin wohl sparen.
Es gibt andere. Gute.

LG von A. Einstein. Ein guter Schüler war der nicht. Und auch nicht sehr beliebt bei seinen Lehrern. Vielleicht ja, weil er Linkshänder war?


#klee, fascia



Beitrag von espirino 05.01.11 - 12:50 Uhr

Ich danke dir für deine erheiternde Anwort. #pro
Du hast mit allem dem Nagel auf den Kopf getroffen und ganz sicher... uns sieht dieser "Arzt" nicht mehr.

LG Jana