Vater verliert an "Glanz"....vorsicht, lang!...

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von sarakira 04.01.11 - 09:20 Uhr

Guten Morgen,

ich mach mir wahrscheinlich wieder zuviel Gedanken...
Diesmal ein ganz anderes Thema als der übliche Stress mit dem Vater meines Sohnes..
Gestern kam mein Sohn zu mir (er ist fast 14), und meinte so, sein Vater wäre ein unzuverlässiger Vollidi***t....
Ich hab viel Stress mit dem Vater , schon seit der Geburt von unserem Sohn, das komplette Paket, hab aber immer versucht, den Jungen aussen vor zu lassen.
Nun ist es so, daß sich sein Vater das letzte Mal bei ihm am 8. November gemeldet hat, kein Unterhalt mal wieder seitdem zahlt und irgendwie vom Erdboden verschwunden ist (was aber nicht so ist, da er um Weihnachten rum das 2. Mal Vater geworden ist)
Mein Sohn ist total sauer auf seinen Vater, weil er sich nicht meldet, ihm nicht mal ein schönes Weihnachtsfest gewünscht hat (hat er auch noch nie...)und sieht es nicht ein, daß er ihm jetzt hinterherrennen sollte. Zum Geburtstag, der in wenigen Tagen ist, wird er sich 100%ig auch nicht melden, hat er bisher erst 1 mal geschafft...
Bisher war es so, daß sein Vater ihm während der Besuchkontakte immer die Ohren vollgejammert hat wie böse und berechnend ich wäre, ihm sein ganzes Geld aus den Taschen ziehen würde etc. Und ich sowieso an allem Schuld hätte.
Und nun sieht der "Lütte "alles mit anderen Augen... Sein Vater hat völlig in seinen Augen verloren. Für ihn ist es ein Lügner, absolut unzuverlässigg und null Vorbild. Eigentlich will er nichtmal mehr, daß er sein Vater ist. Weil, einen "Vater" stellt er sich ein bisserl anders vor.

Leider hat er(mein Sohn) jetzt auch mitbekommen, daß übers JA es nun wohl zur Unterhaltsvollstreckung kommen wird, da ich den KV wegen Unterhaltspflichtverletzung angezeigt hab und die Prozesskostenbeihilfe mir bewilligt wurde. Und wollte nun alles wissen... Was seinem Vater im schlimmsten Fall passieren könnte, wenn er weiterhin keinen Unterhalt zahlt etc... War erst etwas unschlüssig, ihm alles zu sagen, da es meiner Meinung nach "Erwachsenenprobleme" sind , hab ihm dann aber alles "nett" verpackt, und eher allgemeinisiert, was so passieren kann, ohne jetzt in jedes Detail zu gehen... halt daß es viele Väter betreffen kann...
Er meinte nur"selbst Schuld, hätte er sich ja früher überlegen können"
Ja, okay, also, nichts mehr mit "mein armer Papa"....
Wie kann so ein Sinneswandel sein?Ich mein, gut, daß er es jetzt einerseits so sieht, wie es ist (ich fand es nämlich sehr belastend, wenn er immer völlig verstört von seinem Vater wieder nachhause kam, und es war wie Gehirnwäsche, wir haben mehrere Tage gebraucht, bis er wirklich wieder hier war und ich nicht mehr die Böse).. andererseits find ich es aber irgendwie komisch, daß er seinen Vater jetzt so hart verurteilt.
Er ist jedenfalls total enttäuscht von seinem Vater, wütend auf ihn wegen allem, was er ihm versprochen und nicht gehalten hat... und ist richtig sauer auf die Unzuverlässigkeit(versprochen abzuholen und nicht gekommen).
Er weigert sich, seinen Vater, falls er mal wieder "auftauchen "sollte, zu sehen, zu ihm zu gehen etc.
Ja klar, das ist seine Entscheidung, hab ihm ja auch gesagt, daß ihn niemand zu zwingen kann, wenn er nicht möchte, aber dieser Frust und die Wut sind schon unheimlich.. Soll ich ihn einfach machen lassen oder ihn irgendwie bremsen? Kann natürlich auch "nur" eine Phase sein,(Pubertät)....
Er flippt ja schon fast aus, mal ist er wütend und schimpft über seinen Vater was das Zeug hält und dann gibt es wieder Phasen, wo er in Tränen ausbricht, weil er sich von seinem Vater "abgeschoben" fühlt.
Ist schon heavy.....
Und was das JA betrifft bin ich jetzt vorsichtiger und werde auch nichts mehr erwähnen was den Unterhalt betrifft....

GLG
Sara

Beitrag von ppg 04.01.11 - 10:31 Uhr

Warum willst Du Deinem heranwachsenden Sohn vermitteln, das seine eigene Wahrnehmung falsch ist?

Das Kind hat ja wohl recht, sein Vater ist eine Nullnummer!
Und da es so ist, wie es ist, gehört es auch zu seinen Aufgaben im Leben mit dieser Vaterbeziehung zurechtzukommen.

Mir hat der Kinderpsychologe dringend empfohlen, die Kinder nicht weiter anzulügen um den Vater besser da stehen zu lassen. Ich ziehe nicht über den Vater her, aber antworte bei Fragen ehrlich.

Meine Kinder sind nicht im Detail informiert - aber das ihr Vater keinen nennenswerten Unterhalt zahlt das wissen sie.

Ute

Beitrag von sarakira 04.01.11 - 10:52 Uhr

Hi,

nein, ganz bestimmt möchte ich ihm nicht vermitteln, daß seine Wahrnehmung falsch ist.
Es ist ganz gut, daß er endlich seinen Vater so sieht, wie er halt ist.
Schönreden muss ich da sicherlich nichts mehr. Nur bin ich aber der Meinung, daß er nicht alles bis in kleinste Detail wissen muss. er weiss jetzt das mit dem Unterhalt, und auch, daß ich Maßnahmen eingeleitet habe, um diese Situation zu klären/ändern.
Aber er fragt ja nun andauernd nach, und ich sag halt nur noch, " kümmert sich das JA drum", und mehr nicht.
Und versuch halt, das Thema etwas in den Hintergrund zu rücken. Es gibt für ihn bestimmt Wichtigeres als sich darüber Gedanken zu machen...

Sein Vater meldet sich ja , wenn überhaupt, nur bei seinem Sohn. Mit mir redet er schon länger nicht mehr, ist aber , aufgrund einiger Vorfälle, okay und vielleicht auch besser so.Kann ich prima mit leben.

Falls sich sein Vater mal wieder meldet, dann muss er auch die Konsequenzen tragen, daß sein Sohn nicht mehr zu ihm möchte. Oder er halt mit der Wut und der Enttäuschung konfrontiert wird.

Trotzdem mache ich mir über diese plötzliche Ablehnung des Vaters Sorgen .... Vor allem, wie heftig die ist und auch wie schwankend...

Ich bin auch hin -und hergerissen, einerseits bin ich erleichtert, daß er ja jetzt doch endlich erkannt hat, was sein Vater für einer ist (zeig ich ihm aber nicht), andererseits find ich es schade, daß er solch einen "Vater" hat.

LG





Beitrag von schnuffelschnute 04.01.11 - 10:57 Uhr

Hallo!

Lass deinen Sohn.

Er wird erwachsen und hat sich sein eigenes Bild gemacht.

Und Unrecht hat er damit doch nicht, oder?

Meine Große (13) hat das Kapitel "Mein Vater ist der tollste und beste" vor fast 2 Jahren für sich abgeschlossen, nachdem er (der übrigens auch schon Jahre keinen Unterhalt zahlt und bei seiner Frau angestellt ist und dort - was auch sonst - Pfändungsfreigrenze verdient) geheiratet hat und sie weder davon wusste noch eingeladen war. Sein Kommentar dazu "Es muss ja nicht jeder wissen"

Ihr Spruch zu ihm war: Du hast als Vater komplett versagt!

Sie müssen sich ihre Meinungen bilden.

LG