Er will die Kündigung des Mietvertrages nicht unterschreiben

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von frauenzimmer8 04.01.11 - 09:27 Uhr

Hallo,

nach einigen Monaten Streitereien bin ich Anfang Dezember nach einer Ohrfeige von ihn und eingetretener Badezimmertür zu meinen Eltern gezogen. Dort wohne ich mit unserer Tochter (3,5) und dem Hund recht gut.

Trotzdem möchte ich mir langsam eine eigene Wohnung suchen. Er wohnt weiter in der alten Wohnung die ich bis jezt bezahle (700EUR/mtl). Jetzt wollte ich zum 3. Januar Kündigen. Er hat sich in der Woche vor dem Jahreswechsel geweigert den gemeinsamen Mietvertrag zu Kündigen, D.H er hat sich geweigert die Kündigung mit zu unterschreiben.

Ich hatte einen Brief an die Hausverwaltung geschickt, in der ich die Situation geschildert habe und sie gebeten, mich aus dem Mietvertrag zu entlassen (nach ordentlicher Kündigungsfrist). Jetzt habe ich dort angerufen: wie ich es mir dachte, so akzeptieren sie die Kündigung nicht.
Ich kann doch nicht bis zur Scheidung (habe dafür noch keine Schritte unternommen) in dem Mietvertrtag stehen. Ich wollte mir eigentlich eine neue Wohnung suchen. Kann ich aber nicht, solange ich noch die alte Mietverpflichtung habe.
Er wird die Miete nicht bezahlen können. Verstehe sowieso nicht, wie er sich die Wohnung leisten will. Er möchte darin wohnen bleiben.

Lohnt sich ein Weg zum Anwalt?
Der kann doch meinen Mann auch nicht zwingen die Kündigung zu unterschreiben?
Ich will nicht in der alten Wohnung leben. Ich möchte etwas Neues in der Nähe meiner Eltern.

So kann ich doch nicht neu anfangen?!

Danke für Eure Hilfe.

Beitrag von sonne.hannover 04.01.11 - 10:13 Uhr

ja, geh zum Anwalt.

Beitrag von marionr1 04.01.11 - 10:17 Uhr

Hallo!

Ich würde eine normale Kündigung unter deinem Namen hinschreiben, dann dazu das er in Zukunft alleine der Hauptmieter ist und Zahlungen einstellen, oder bis die Kündigungsfrist aus ist, nur die Hälfte der Miete zahlen. Warum sollst du für ihn die Miete zahlen.

Wahrscheinlich blöder Rat, aber ich würde es so machen.
Ob es funktioniert, keine Ahnung.

Lg Marion

Beitrag von frauenzimmer8 04.01.11 - 10:23 Uhr

Danke für Deine Antwort.

Ich habe ja schon eine Kündigung hingeschickt.
Die Hausverwaltung akzeptiert das aber so nicht.
Da ich mir ziemlich sicher bin, daß er die Miete nicht aufbringen kann, würden die sich bei einem Mietrückstand an mich wenden und ich darf dann zahlen, da ich noch im Mietvertrag drinstehe.

Wir müssten beide die Kündigung unterschreiben und er kann dann für die Wohnung einen eingenen Mietvertrag abschließen.

Aber wie kann ich erreichen, daß er die Kündigung mit unterschreibt, oder wie kann ich mich rechtlich davor schützen, seine Mietschulden bezahlen zu müssen??

Beitrag von thea21 04.01.11 - 10:35 Uhr

Wenn er sich weigert, fürchte ich, dass dies ohne anwaltschaftliche Hilfe nicht geht!

Frage ist: Wieso weigert er sich!?

Beitrag von frauenzimmer8 04.01.11 - 16:31 Uhr

Hallo,

er stellt sich quer, weil er denkt, wir sollten es noch mal versuchen.

Ich sehe das nicht so. Habe Ihm das auch gesagt.
Er möchte der Tochter nicht die "Heimat" wegnehmen... außerdem hängt er an der Wohnung - Er kann sie ja auch haben, aber als alleiniger Mieter!


Ich hoffe, daß ich im Januar vielleicht doch eine Unterschrift von Ihm bekomme.

Danke an Alle, die geantwortet haben.

Beitrag von thea21 04.01.11 - 10:23 Uhr

Unter Umständen wirklich sehr blöder Rat.

Wenn beide im Mietvertrag stehen und bisher keiner entlassen wurde, sind beide Schuldner. Will heißen, bezahlt sie nicht, bezahlt er nicht, haben beide Pech!

Recht haben und bekommen sind immernoch 2 Paar Schuhe!

Und weiterhin stellt sich die Frage wer den längeren Atem hat und skrupelloser in Bezug auf eventuelle Mietschulden ist.

Ich würde, bevor es zum Anwalt geht zur Hausverwaltung gehen, persönlich!

Sachlage schildern, darum bitten das er als alleiniger Hauptmieter eingetragen wird und du unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist ab Datum X aus dem Vertrag entlassen wirst und er ab da alle Rechte und Pflichten allein trägt.

Die Exfreundin meines Partners lebt in der damaligh gemeinsam bewohnten Wohnung und da er zu mir zog, wurde es so gemacht.

Beitrag von marionr1 04.01.11 - 10:48 Uhr

Ist so ziemlich das gleiche, was ich ihr geraten habe.

Beitrag von thea21 04.01.11 - 10:51 Uhr

Naja ja ...jein.

Also ich würde auch nicht die Miete für den Ex zahlen WOLLEN!

Würde es aber, ohne Beratung trotzdem tun, um einfach noch mehr Problemen durch Mietschulden zu entgehen!

Beitrag von windsbraut69 04.01.11 - 11:16 Uhr

Ja, sehr blöder Rat und funktioniert nicht.

Gruß,

W

Beitrag von marionr1 04.01.11 - 11:27 Uhr

Wenn er sich Jahrelang weigert, muss sie all die Jahre für seine Woh nung bezahlen?

Lg Marion

Beitrag von windsbraut69 04.01.11 - 11:29 Uhr

Dann wird sie vor Gericht gehen müssen, fürchte ich.
Dieser Vertrag kann nicht ohne Weiteres einseitig gekündigt werden, dazu braucht sie die Zustimmung beider anderen Parteien.

Gruß,

W

Beitrag von manavgat 04.01.11 - 18:06 Uhr

Ich würde gar nichts zahlen.

Der wird nämlich auch nichts zahlen und dann geht es schneller mit der Kündigung von Seiten der Hausverwaltung!

Gruß

Manavgat

Beitrag von windsbraut69 05.01.11 - 06:58 Uhr

Was die Wohnungssuche ungemein erleichtert.

Gruß,

W

Beitrag von lilly1031 04.01.11 - 12:12 Uhr

Hallo,
ich habe genau das gleiche hinter mir. Bin im Juni 2009 aus der gemeinsammen Whg. ausgezogen und mein Mann wollte in der Whg bleiben.
Den ersten Monat hat er noch Miete bezahlt, dann war er mit seiner jetztigen Freundin zusammen und hat nichts mehr bezahlt.
Ich hatte die Vermieter auch angeschrieben, auf den Rat meiner Anwältin, aber die haben mich nicht rausgelassen aus dem Vertrag. (wo noch Miete bezahlt wurde)
Meine Anwältin meinte, erst bei der Scheidung kann ihm die Whg zugesprochen werden, dann wäre ich raus und die Vermieter können nichts machen.

Da er sich aber um nichts gekümmert hat, und ich noch einen Schlüssel von der Whg hatte, habe ich mitte Oktober 2009 einfach Schlüsselübergabe an die Vermieter mit deren Anwalt gemacht. Lag ja schon die Fristlose Kündigung vor und jetzt sollte noch die Räumung der Whg anstehen. (wollte aber durch ihn nicht noch mehr Schulden haben)
Er ist auch nicht zur Schlüsselübergabe gekommen. Er wohnte ja schon bei seiner Freundin.

Das war auf einem Montag, am Samstag war ich mit meinem Sohn und meiner Schwägerin erstmal dort und haben seinen ganzen Sperrmüll in ein Zimmer geräumt.
Dort sah es aus wie im Schweinestall.

LG Britta

Beitrag von frauenzimmer8 04.01.11 - 16:35 Uhr

Hallo Britta,

so weit will ich es eben nicht kommen lassen.
Du machst mir ja ein wenig angst.

Also ich muß unbedingt da raus, bevor ich eine neue Wohnung anmiete...

Danke!

Beitrag von lilly1031 04.01.11 - 18:36 Uhr

Ne Angst will ich dir nicht machen, wollte dir nur Mitteilen wie es bei mir war.
Vieleicht kannst du was mit einem Anwalt werden, obwohl ich das nicht glaube, ich WAR ja bei meiner Anwältin, die sich mit Mietrecht sehr gut auskennt.

Halt mich mal auf dem laufenden.
lg

Beitrag von dore1977 04.01.11 - 16:36 Uhr

Hallo,

ich habe eine gute Freundin die als Verwalterin für eine riesige Immobilienfirma arbeitet. Wir hatten vor einiger Zeit genau das Thema was Du beschreibst.
Wen ich das richtig verstanden habe kannst Du seine Unterschrift bei Gericht ersetzen lassen wen Du beweisen kannst das er sich weigert die Kündigung zu unterschreiben.
Du kannst ja nicht gezwungen werden bis zum St. Nimmerleistag Miete zu zahlen nur weil der Herr bockig ist.

Also ab zum Anwalt #winke und zeig ihm wo der Hammer hängt.

LG dore

Beitrag von frauenzimmer8 04.01.11 - 16:39 Uhr

Hall Dore,

Danke für den Tip!
Ich gebe ihm diesen Monat, also bis zur nächsten Kündigungsfrist, noch Zeit.
Wenn das nichts bringt, werde ich das übers Gericht laufen lassen!

LG

Beitrag von dore1977 04.01.11 - 17:05 Uhr


Bitte, gern geschehen. Ich würde ihm aber damit Du etwas in der Hand hast ihn nochmal schriftlich auffordern, mit Fristsetzung, die Kündigung mit zu unterschreiben.

LG dore

PS. Denk dran das ganze als Einwurfeinschreiben zu machen.

Beitrag von manavgat 04.01.11 - 18:05 Uhr

Doch, Du kannst ihn zwingen.


Sprich dringend mit einer Anwältin.

Gruß

Manavgat

Beitrag von leopoldina1971 04.01.11 - 22:22 Uhr

Verweigert der Mitmieter die Zustimmung, so kann Klage auf Zustimmung erhoben werden. Das Urteil des Gerichts ersetzt dann die Zustimmung. Die fehlende Unterschrift des Partners wird nun durch das Urteil ersetzt. Es ist dringend zu empfehlen, in solchen Fällen einen erfahrenen Rechtsanwalt (Fachanwalt für Mietrecht oder Familienrecht) zu beauftragen.