Implanon

Archiv des urbia-Forums Geburt & Wochenbett.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von pandi23 04.01.11 - 09:57 Uhr

Guten Morgen ihr lieben,

ich habe jetzt im Dezember meinen zweiten Sohn auf die Welt gebracht,
und jetzt schau ich mich schon mal ein bisschen nach langfristigen Verhütungsmethoden um, um ich darüber schlau zu machen... (auch wenn noch etwas mit der verhütung dauert)
Die Pille kommt für mich nicht in frage da ich seit ein paar Tagen wieder rauche :-[:-[:-[(soll nicht so gut sein..) gibt es welche hier die rauchen und trotzdem die pille nehmen?? ohne die ganzen nebenwirkungen.

Jetzt bin ich auf das Implanon gestoßen,

wie sind eure erfahrungen damit??? (evl nebenwirkungen sind bekannt)
Und die wichtigste Frage ich bin spritzen angsthase...
Tut das setzten in den Oberarm weh???
Liebe grüße #winke

Beitrag von karbolmaeuschen 04.01.11 - 10:09 Uhr

Alle hormonellen Verhütungsmittel haben bei Zigarettenkonsum ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko.

Zur Verhütung muß erstmal geklärt sein, ob Du stillst, oder nicht.

Verhütungsmöglichkeiten wenn Du stillst:
Zitat:
1) Mechanisch

Kondome sind ein geeignetes Verhütungsmittel während der Stillzeit - auch wenn es für einige ungewohnt sein mag. Sie lassen sich sofort nach der Geburt anwenden und haben auch keinen Einfluss auf die Muttermilch.

Nach der Wochenbettphase eignen sich auch andere Barrieremethoden, beispielsweise Diaphragma, Portiokappe oder das Lea Contrazeptivum. Frauen, die schon vor der Geburt ein Diaphragma verwendet haben, sollten es neu anpassen lassen, weil sich die Größe ändern kann. Die Kontrolluntersuchung sechs Wochen nach der Geburt ist ein geeigneter Zeitpunkt dafür.

Viele Frauen lassen sich sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt eine Spirale oder die Kupferkette einsetzen.

2) Hormonell

Manchen Frauen ist der Gedanke an einen Fremdkörper in Scheide und Gebärmutter unangenehm. Reine Gestagenpräparate ohne Östrogen sind eine Alternative. Im Gegensatz zu den Kombinationspillen beeinflussen östrogenfreie Präparate weder Fluss noch Qualität der Milch. Es konnte auch gezeigt werden, dass Gestagene keine Auswirkungen auf das Wachstum des Kindes haben.

Zu den reinen Gestagenpräparaten zählen neue Minipille, Minipille, Dreimonatsspritze, Verhütungsstäbchen (Implanon) und Hormonspirale. Im Vergleich zu herkömmlichen Spiralen treten weniger Blutungsstörungen auf. Der Vorteil gegenüber oral zugeführten Pillen oder Depotpräparaten in Spritzenform ist, dass die Hormonspiegel gleichmäßig niedrig liegen.

3) Natürlich

Natürliche Verhütungsmethoden wie die Temperaturmessung sind in der Stillzeit nicht unbedingt sicher. Bei den meisten Frauen gerät der Schlafrhythmus so weit durcheinander, dass die Aussagekraft der morgendlichen Aufwachtemperatur viel zu gering ist. Ohnehin sind Verhütungsmethoden, die an Regelmäßigkeit gebunden sind und Selbstdisziplin erfordern, in dieser Zeit schwer durchzuhalten - Stillen, Zuwendung für das Kind und die familiäre Neuorientierung erfordern nämlich einen ziemlichen Kraftakt.

Das Stillen selbst bietet einen guten Schutz vor einer erneuten Schwangerschaft. Es müssen hierbei aber einige "Regeln beachtet werden:
LAM (Laktationsamenorrhö-Methode) gilt als sichere Methode, wenn die Frau ab dem 56. Tag nach der Geburt noch keine Periode hatte und die Geburt nicht länger als 6 Monate zurückliegt. Es muss tagsüber mindestens alle 4 Stunden gestillt werden und nachts darf der Stillabstand nicht größer als 6 Stunden sein.

Bei Studien wurde eine Sicherheit von mehr als 98% festgestellt (Pearl Index 2), wenn die oben genannten Kriterien zutreffen.

4) Sterilisation

Manche Paare sind sich nach der Geburt sicher, dass die Familienplanung abgeschlossen ist und keine weiteren Schwangerschaften folgen sollen. In diesem Fall kann sich einer der Partner sterilisieren lassen. Bei Männern lässt sich der Eingriff ambulant und in Lokalanästhesie durchführen, Frauen brauchen dagegen eine Vollnarkose, weil die Eileiterdurchgängigkeit per Bauchspiegelung unterbrochen wird.

Eine Sterilisation ist auch direkt nach einer Geburt möglich. Durch einen kleinen Schnitt am Bauchnabel werden die Eileiter größtenteils entfernt. Sollte ein Kaiserschnitt geplant sein, lässt sich die Sterilisation auch während des Eingriffs durchführen. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt unbedingt schon zu Beginn der Schwangerschaft informieren.

(Artikel von Dr. med. Katharina Larisch)

Über die Sicherheit der NFP gibt es jetzt eine Langzeitstudie der Universitätsklinik Heidelberg wo der Pearl Index der NFP zwischen 0,4-0,6 liegt. Das ist besser als die Pille, die bei 0,6- 0.8 liegt.

Es gab es im Februar einen artikel in der "Welt"
http://www.welt.de/wissenschaft/article728068/Natu...le.html


Habe selbst voll gestillt und während der Stillzeit mit LAM und der Zervixschleimmethode verhütet, die ich auch schon vor der SS angewendet habe.

Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lactational_Amenorrhea_Method


Und wenn Du nicht stillst:
Natürliche Verhütung über:
Temperatur und Schleimstrukturmethode.
Sehr sicher!

Coitus interruptus, sehr unsicher

Hormonelle Verhütung über:
Pille
Minnipille
Hormonspirale
3-Monats-Spritze
Implanon
NuvaRing
Ortho Evra
Alle ziemlich sicher, kommen für Dich aber evtl. nicht in Frage.

Mechanische Verhütung über:
Kondom
Diaphragma
Portiokappe
Lea Contrazeptivum
Spirale
Ebenfalls ziemlich sicher

Chemische Mittel als:
Scheidenzäpfen
Gels
Schwämchen
Ovula
Schäume
Meist nur in Kombination mit einer barrieremethode ziemlich sicher

Verhütung-Computer:
Persona
Ladycomp
Bioself
Cyclotest
Siehe:
http://www.stiftung-warentest.de
dann bei Suche Zyklustester eingeben und auf pdf klicken


Sterilisation
Sterilisation bei der Frau
Sterilisation beim Mann
Kommt bei Dir nicht in Frage, da Du ja noch ein Kind willst

Pille danach (auch hormonell)
"Nur im Notfall"


Ich habe einen Sohn (5 Jahre, Wunschkind im 1. ÜZ) und habe ewig sehr erfolgreich mit NFP (Natürliche FamilienPlanung) und LAM verhütet.
Kein "Fehltritt" vorher, und keiner hinterher!!!
Nun eine Tochter LZS (ebenfalls Wunschkind,wieder im 1.ÜZ). Bei ihr funktionierte LAM nicht, da sie die Zeiten von 4 Stunden Tags und 6 Stunden nachts nicht sicher einhielt. Nun habe ich seit 2 Jahren die Gynefix-Kupferkette und bin damit sehr zufrieden.


Gruß Silke
exam. Krankenschwester

Beitrag von lienschi 04.01.11 - 16:23 Uhr

huhu,

ich hatte mal 3 Jahre lang das Implanon im Arm.

Man bekommt eine kleine örtliche Betäubung, was nur ein kleiner Pieks ist...
das Setzen selbst hat daher nicht weh getan, nur ein leichter Druck.

Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen.
Leider gehörte ich aber nicht zu den Frauen, die durch das Implanon keine Regelblutung bekommen. Ich hatte so alle 3-4 Monate ne Blutung... nur schwach, aber nervig, weil ich nie wusste wann die einsetzt.

Weißt Du denn schon, ob Du das reine Gelbkörperhormon verträgst?
Ich habe mir das Implanon damals auf gut Glück setzen lassen, heute würde ich allerdings erstmal mit eine Minipille austesten, ob das mein Körper gut verträgt.

Eine Freundin von mir musste sich das Implanon nach nem halben Jahr wieder entfernen lassen, weil sie Dauerblutungen bekam... schade um´s Geld.

Geraucht habe ich zu den Zeitpunkt übrigens auch.... aber nicht viel, eher so gelegenheitsmässig.
Das Rauchen ist beim Implanon kein Problem lt. meinem FA.

lg, Caro

Beitrag von muffin357 04.01.11 - 19:29 Uhr

nehmer vorher ein paar Monate die CERAZETTE, denn die enthält genau den gleichen Wirkstoff, -- wenn du nämlich die cerazette nicht verträgst, dann verträgst du das Implanon auch nicht -- so kannst Du Dir ne Menge Geld+Ärger sparen ...

Nicht jeder FA schläge dieses "vorabtesten" von sich aus vor...

Hormone sind im Implanon trotzdem (wegen dem Rauchen).


#winke Tanja