Wer hat/hatte auch ein Schreikind?

Archiv des urbia-Forums Baby.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Baby

Erhaltet hier Tipps für das süßeste Baby der Welt und diskutiert mit anderen jungen Eltern über euer neues Leben. Informationen zu allen Themen rund um euer Baby erhaltet ihr im Magazin. Alles zur Entwicklung Ihres Babys findet ihr in unserem Babynewsletter

Beitrag von lemon007 04.01.11 - 11:20 Uhr

Hallo,

mein Sohn wird in 9 Tagen 6 Monate alt und irgendwie gibt es immer noch Momente, die für mich völlig überraschend sind.

Er ist/war ein Schreikind, wir waren auch in einer Schreiambulanz. Geschlafen hat er von Anfang an so gut wie gar nicht. Er war auch noch nie jemand, der bei Leuten auf den Arm gegangen ist (wir haben ihn auch nicht gezwungen, so dass man es an einer Hand abzählen kann, wie oft er bei jemand anderem auf dem Arm war). Seitdem er 3 Monate alt ist, kam das Fremdeln dazu, so dass manchmal selbst das bloße Angucken anderer Leute gereicht hat, um panisch anzufangen zu schreien. Manchmal -zwar selten- geht es aber. Auch machen ihm Männerstimmen und kleine Kinder (so unter 5 Jahren) mehr Angst, als Frauenstimmen. Wir sind deswegen vieeel zu Hause. Mit einkaufen gehen (das normale Einkaufen, Ikea, etc. pp.) hat ihm bis jetzt nicht viel ausgemacht. In seinem Kinderwagen bzw. Quinny Zapp (Kindersitz mit Sonnenverdeck), war er ja auch immer recht abgeschottet von Reizen.

So, soviel zur Kurzfassung unserer Vorgeschichte #hicks, jetzt wieder zur eigentlichen Sache:

Gestern waren wir im Real und dann fing er direkt nach Betreten so dermaßen an zu schreien (er holte kaum Luft), dass ich ihn zu mir auf den Arm nahm. Er guckte sich kurz um (sehr kurz ;-) ) und war ganz außer sich vor lauter Panik. Ich denke, dass es die vielen Reize sind und dann noch die vielen fremde Leute, da sind wir als Erwachsene ja schon teilweise überfordert.

Kennt das jemand? Wann lässt das nach? Er tut mir immer so leid. Wir mussten dann gestern unverrichteter Dinge wieder zurück zum Auto und haben es dann nach gewisser Zeit noch einmal versucht.

Sollten wir ihn vllt. langsam versuchen dran zu gewöhnen oder ihm einfach noch weiter Zeit geben?

Baden findet er übrigens genauso befremdlich und wehrt sich mit Händen und Füßen und krallt sich fest, so dass er eigentlich ausschließlich nur noch mit Waschlappen gewaschen wird. Auch hier wieder die Frage, die wir uns stellen: Sollten wir es gerade dann öfter versuchen, um Routine reinzubekommen, oder ihm auch da seine Zeit lassen? Versteht ihr wie ich das meine? Ich will ihn nicht mit aller Kraft zwingen alle 2 Tage baden zu gehen, nur damit er sich dran gewöhnt #schmoll. Man, es ist so schwer und ich weiß immer noch nicht, ob wir auch alles richtig machen.

Sorry, dass der Text so lang geworden ist, aber vllt. kennt das ja jemand! #hicks

LG Melanie

Beitrag von heike011279 04.01.11 - 11:38 Uhr

Hallo,
ich finde, Du machst es genau richtig. Du nimmst ihn mit raus zum einkaufen, aber schottest ihn ein wenig ab, so dass er zwar seine Umgebung wahrnehmen kann, aber nicht der völligen Reizüberflutung ausgesetzt ist.
Zu Deiner Frage, ob Du ihn bspw. beim Baden einfach dran gewöhnen solltest, würde ich spontan mal sagen: JA! Sanfte Hartnäckigkeit zahlt sich meiner Erfahrung nach immer aus.
Ich hatte zwar keine Schreikinder, aber dafür auch immerhin drei Kinder, die alle bei gewissen notwendigen Dingen, irgendwann mal eine Abneigung hatten. Mein jüngster Sohn zum Beispiel ließ sich nie gerne baden und hat dann auch eine Zeit lang ein richtiges Theater veranstaltet, wenn es darum ging ins Bad zu gehen.
Ich habe ihn dann immer wieder beruhigt, in den Arm genommen, auf ihn eingeredet, aber trotzdem sind wir quasi immer näher an die BAdewanne ran ;-), bis er schließlich drin saß. Wenn er dann immer noch arg geweint hat, habe ich ihn kurz wieder rausgenommen, in ein warmes Handtuch gehüllt und ihm erklärt (auch wenn er es natürlich noch nicht ganz verstanden hat #schein), dass das Baden sein muss und ihn anschließend wieder reingesetzt.
Das hab ich immer wiederholt, wieder und wieder und wieder, quasi auf die sanfte Tour. Aber dranbleiben ist eben wichtig.
Ich würde es an Deiner Stelle weiterhin probieren, immer ein bisschen mehr, immer ein Stückchen weiter!

Liebe Grüße
Heike

Beitrag von lemon007 04.01.11 - 12:10 Uhr

Danke für deine Worte!

Ja, beim Baden versuchen wir es tatsächlich schon. Habe erst gedacht, dass ihm die Wassergeräusche Angst machen, also hab ich ihn mit seiner Wippe bei jedem Waschen (Haare waschen etc) einfach mitgenommen, damit er sich dran gewöhnt.

Mal sehen, vllt. wird er ja irgendwann doch noch eine Wasserratte und wenn nicht, dann ist es halt so.

Das Schwierige ist, dass wir ja immer gewisse gleiche Abläufe und einen geregelten Tagesablauf haben mussten, aufgrund dessen, dass er ein Schreibaby war. Nun macht alles, was nicht in sein gewohntes Raster passt, ihm Angst.

Dann noch die Verunsicherung von anderen, er sei einfach "nur" verwöhnt. Es ist immer so verletzend.

Bin wirklich viel mit ihm zu Hause, für mich völlig neu, da ich vorher immer arbeiten gegangen bin. Nun lebe ich eher "isoliert" *hihi*. Nichts mit Babyschwimmen, Pekip-Kursen o.ä.

1. kommt es anders und 2. als man denkt. #rofl

Ach, ich liebe mein kleines Sensibelchen. #verliebt

Danke nochmal und liebe Grüße....Melanie

Beitrag von cooky2007 04.01.11 - 12:14 Uhr

Meine Tochter war/ist ähnlich, hat aber den Vorteil, dass sie das 2. Kind ist und somit an andere gewöhnt.

Sie schrie sehr viel, schläft unruhig und fremdelt (auch bei Papa, wenn er wenig zu Hause ist). Sie ist ein absolutes Mamkind, liebt aber auch ihren Bruder.
Allerdings ist sie auch neugierig und will sich alles ansehen. Wenn wir aber viel unterwegs waren, verarbeitet sie das nachts und ist lange bzw. sehr oft wach.
Aber ich kann mich und die Kids nicht zu Hause einsperren. Sie muss sich daran gewöhnen - in kleinen Schritten.

Baden war anfangs auch miserabel. Jetzt geht es. Sie sitz auf Papas Schoß in der großen Wanne und strampelt kräftigt.

Beitrag von lemon007 04.01.11 - 12:20 Uhr

Huhu,

ja, mein Sohn ist auch mein 2. Kind, allerdings ist die Große schon 11 Jahre alt und natürlich schon ruhiger.

Sie liebt er auch über alles. Zu Hause ist er ja ganz entspannt und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Baden in der großen Wanne mit Mama geht auch nicht. Findet er genauso schrecklich. Aber ich denke nur, weil er Angst hat, denn er ist auch ein so neugieriges Baby und steht sich mit seiner Angst meist selbst im Weg.

LG und danke