Rat u Hilfe erbeten: Infos zu Pausenzeiten, Mobbing? usw

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von hexaya 04.01.11 - 19:39 Uhr

Liebe Urbianer

Heute schreibe ich nicht in eigener Sache, sondern weil ich gerne ein paar Infos für meine beste Freundin hätte.

Sie ist seit 09/2009 als PEA (Pflegekraft mit eingeschränkter Alltagskompetenz / Betreuungskraft für Demenzkranke in einem Altenpflegeheim beschäftigt.
Generell sind PEA's (zumindest im Saarland, wie es anderswo ist, weiss ich nicht...) nur auf der Basis von 75 % angestellt. Bei ihr sind das also 5 1/4 h täglich.

Nun haben wir aufgrund aktuellen Ereignissen folgende Fragen:
Wieviele Stunden ist es maximal erlaubt durchzuarbeiten ohne kurze (Raucher-)Pause bzw. hat sie bei 5 h ud 15 Min Arbeitszeit überhaupt einen Pausenanspruch?

Folgendes ist geschehn:
Meiner besten Freundin am 02.01.2011 (toller Sonntag...) von der Wohnbereichsleitung gesagt worden, das sie versetzt wird und in einem anderen Wohnbereich eingesetzt werde - dies bereits am Folgetag. Ein Gespräch darüber - wieso weshalb warum - ging nicht voraus.
Nun hat sie also am Montag dort angefangen und bereits in den letzten 2 Tagen etliche Situationen mit der Hausleitung erlebt, die uns bzw sie zum nachdenken angeregt haben.
Meine Freundin hat sich, seit sie dort angestellt ist, nie was zu Schulden kommen lassen, hat immer mehr gemacht und ist länger geblieben als sie musste und hat auch als Pflegehilfe unterstützend dann und wann auf Station mitgearbeitet, welches vom Pflegeteam immer sehr dankbar entgegengenommen wurde, weil oft Notstand war.
Im neuen Wohnbereich steht sie unter direktem KOntakt mit der Hausleitung und nach 2 h Arbeitszeit hat meine Freundin heute eine Raucherpause gemacht, da sie eh auf ihre "alten Kunden" warten mussten zur Beschäftigungstherapie, da diese nach dem Frühstück noch zurecht gemacht werden mussten. In ihrer Raucherpause (noch keine 5 Minuten) kam es zum Kontakt mit der Hausleitung, der das missfiel, das sie Pause machte. Überhaupt erfolgten Maßregelungen, was die Arbeit anging, was sie darf, was nicht, was sie zu tun und zu lassen habe. Sie hat das Gefühl, sie stehe unter ständiger Beobachtung, da die Wohnbereichtsleitung der neuen Station auch ständig hinter ihr her ist.
Heute sagte die Hausleitung dann auch, dass meine Freundin nicht für das Rauchen bezahlt werden würde.
Hierzu ist zu sagen, das meine Freundin jegliche Pause bisher an die Arbeitszeit drangehängt hat und nicht wie vertraglich vereinbart 5 einviertel Stunden gearbeitet hat, sondern entsprechend länger - was auch nie zum Thema gemacht wurde.

Die Frage meiner Freundin ist es nun wie oben beschrieben:
Hat sie ÜBERHAUPT einen Anspruch auf eine kurze Pause?
Darf/kann man einen Angestellten einfach so von heute auf morgen versetzen?

Ich bedanke mich schon mal im voraus für Infos und sage auch Danke von meiner Freundin.

Viele Grüße
Hexa

Beitrag von goldtaube 04.01.11 - 19:48 Uhr

<<Wieviele Stunden ist es maximal erlaubt durchzuarbeiten ohne kurze (Raucher-)Pause bzw. hat sie bei 5 h ud 15 Min Arbeitszeit überhaupt einen Pausenanspruch? <<

Zitat:
§ 4 Ruhepausen
Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.
Zitatende
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__4.html

Beitrag von hexaya 04.01.11 - 19:58 Uhr

Danke für die rasche Antwort und die Nennung des Paragraphen, werde ihr die Antwort gleich weiterleiten.

Beitrag von vwpassat 04.01.11 - 19:50 Uhr

Ich finde Ihr Verhalten mehr als dreist. Und Deines gleich mit, da Du es ja anscheinend auch richtig findest.


Da Sie weniger als 6h arberitet, steht ihr gar keine Pause zu, auch nicht 5 min zum Rauchen.


§ 4 ArbZG regelt, dass nach mehr als 6 Stunden Arbeitszeit eine Ruhepause von einer halben Stunde durchzuführen ist. Diese kann durch zwei Pausen von je einer viertel Stunde ersetzt werden.

Beitrag von hexaya 04.01.11 - 19:57 Uhr

Ich habe das Verhalten von ihr nicht als korrekt betitelt, das kam vielleicht so rüber, ja. Aber ich habe ihr geraten, sich zu erkundigen, ob sie überhaupt ein Anrecht auf eine Pause hat.

Mit Sicherheit ist es so, das man als beste Freundin wahrscheinlich gerne etwas parteiisch ist. Aber ich dachte mir schon, das sie mit "so wenig" Arbeitszeit täglich nicht wirklich das Recht zu einer Pause hat.

Danke für den Paragraphen, werde ihr die Antwort weiterleiten.

Beitrag von seikon 04.01.11 - 19:51 Uhr

Erstmal zu deiner Frage. Nein, deine Freundin hat keinen Anspruch auf eine Pause, es sei denn, es ist vertraglich oder tariflich abweichend vom Gesetz geregelt. Laut Gesetz muss der Arbeitgeber nach 6 Stunden Arbeit 30 Minuten Pause gewähren. Nach 8 Stunden 45 Minuten. Da deine Freundin unter 6 Stunden arbeitet hat sie also keinen Anspruch auf eine Pause. Auch nicht auf eine kleine Raucherpause.
Was der Arbeitgeber ihr natürlich nicht verbieten oder zeitlich begrenzen darf ist, die Toilette aufzusuchen.


Was den Rest deines Beitrages angeht sehe ich da noch kein Mobbing. Dass sie versetzt wird ist ja erstmal nichts ungewöhnliches. Es ist vielleicht nicht ganz so nett gewesen, dass sie es quasi erst einen Tag vorher erfahren hat, aber wenn sie nicht gerade deswegen jetzt hunderte Kilometer Anfahrtsweg zur Arbeitsstelle hat, dann finde ich das nicht schlimm.

Dass sie zunächst mehr beobachtet wird sehe ich sogar für normal an. Immerhin ist sie in dieser Einrichtung (also nicht in dem Betrieb ansich, sondern ihrer jetztigen Wohneinrichtung) ja neu. Sie muss sich erstmal in die bestehende Struktur integrieren und wird natürlich vom Hausleiter beobachtet und beschnuppert.
Ganz ehrlich wäre ich als Chef auch angesäuert, wenn ein Mitarbeiter einfach so, ohne Absprache eine Raucherpause (ist ja auch noch was anderes als wenn sie ein Brötchen gegen den kleinen Hunger essen würde) macht. Vorallem nach schon zwei Stunden Arbeitszeit.

Deine Freundin sollte das offene Gespräch mit der Hausleitung suchen.

Beitrag von kerstini 04.01.11 - 20:23 Uhr

Hallo,

so wie ich das sehe ist deine Freundin etwas empfindlich! Heute war gerade mal ihr 2.ter Arbeitstag, da ist es nur selbstverständlich dass man ihr beim arbeiten vermehrt auf die Finger sieht um zu sehen wie sie arbeitet!

Da gleich von Mobbing zu sprechen halte ich völlig übertrieben!

Was die Pause angeht, haben die anderen dich ja schon aufgeklärt. NEIN sie hat keinen Anspruch darauf. Ich würde jetzt erstmal den Ball flach halten und in Gesprächen mit Kollegen versuchen herauszufinden wie das mit den Raucherpausen üblicherweise gehandhabt wird. Vielleicht findet sich ne Lösung!


Kerstin mit #stern Madita & #stern Leo + #stern12.SSW + Ida 38.SSW #verliebt

Beitrag von cherry19.. 05.01.11 - 00:51 Uhr

Sei mir nicht böse, aber wie kann man bitte auf die Idee kommen, mal eben während der Arbeitszeit rauszugehen und eine durchzuziehen. Ok, wenns vorher ging, dachte sie vielleicht, sie darfs dort auch. Sofern dann aber die Leitung etwas sagt, wäre es ja mal klar, dass man dies zu unterlassen hat, egal, ob man länger bleibt, oder pünktlich geht.

Tipp: Vielleicht ganz aufhören mit Rauchen. Erspart anscheinend viel Stress ;-)