Ernährung, 5jähriger, wie schlimm findet ihr es?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von girland 04.01.11 - 21:57 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich mache mir Sorgen um meinen Sohn und wollte hier einmal um Eure Meinung fragen.

Seit er drei Jahre ist, geht es mit seiner Ernährung nur noch bergab. Es gibt so viele Sachen, die er einfach grundsätzlich nicht isst, keine Chance. Zum Beispiel:

* Pasta
* Reis
* Gemüse ausser Karotten (roh)
* Kartoffeln
* Wurst
* Vollkornbrot

Meine Mutter meinte, dass er vielleicht nur gewisse Sachen verträgt - als wir im Sommer bei ihnen waren, hat er zB tagelang zum Mittagessen bloss Mozzarella gegessen.

Gestern und heute hat er gegessen:

Gestern
Frühstück - Cornflakes, Toast mit Marmelade
Mittagessen - Toast mit Butter
Snack - ein Stück Schokolade
Abendessen - drei Löffel Suppe, zwei Scheiben Knoblauchbaguette
Snack - Banane

Heute
Frühstück - Cornflakes, Toast mit Marmelade
Mittagessen - Scheibe Brot mit Majonnaise oben, 3 Essiggurken
Snack - zwei Haferflocken-Rosinen-Kekse
Abendessen - zwei Bissen Spiegelei
Snack - Banane, Kiwi

Am schlimmsten sind die Abendessen: gestern hat er nur 3 Löffel Suppe runtergequält, weil ich ihm mehrmals angedroht habe, ihm am nächsten Tag den süssen Nachmittags-Snack zu streichen. Heute wollte er nichts von dem Camembert mit Gemüse, den wir hatten, also extra ein Ei gemacht, das er dann erst recht nicht gegessen hat.

Meine 2jährige Tochter isst ausser beim Frühstück das dreifache von dem, was er isst!

Wie schlimm findet ihr seine Ernährung? Ich habe schon unserem Hausarzt gegenüber erwähnt, dass er schlecht isst. Der hat ihn gewogen - er liegt wohl am unteren Ende der Kurve aber noch o.k..

Wäre für ein paar Rückmeldungen dankbar, ich will nicht ein Riesen Thema mit ihm bzw vor ihm machen, war echt gaaanz lange geduldig und habe gehofft, dass diese Phase mit viel ignorieren meinerseits vorüber geht aber nach nun zwei Jahren bin ich einfach nur noch ratlos.

Muss dazu sagen, dass meine anderen beiden Kinder wirklich super essen und auch gesund, problemlos, immer schon.

Danke schonmal für's lesen, ist ja länger geworden!

Euch allen einen guten Start in 2011,

Regi

Beitrag von leonluca2006 04.01.11 - 22:08 Uhr

Hallo :D

Lies mal den beitrag unter dir...

mir geht es genauso.

Mein Sohn ist zur Zeit also so ca. seit einem Jahr auch nur noch so um die 5-10 Sachen und alles nur mit Zwang....

Meine Tochter hingegen ist die 3-fache Menge ihres Bruders.... und sie ist auch erst knapp 2.

Beitrag von -0815- 04.01.11 - 22:10 Uhr

Hör auf ihm vorzuschreiben was und wie viel er essen soll.
Akzeptiere wie er isst und es wird sich minimal bessern. Es gibt halt solche und solche Kinder. Du kannst ihn schlecht mästen.

Wir waren sogar beim Kinderarzt wegen Untergewicht.... Aber sie ist so und isst so. Pukt. Wirhaben es akzeptiert und machen uns auch keine Sorgen mehr. Und auf die Wage geht sie nur bei den U Untersuchungen 1 Mal im jahr. Ich denke sie hat nun so ca 12/13 Kilo mit 4 Jahren. Das ist ok und mehr als sie sonst im Durchschnitt lag.

LG 0815 + Kind mit ähnlichem Essmuster... bzw ich würde sagen noch weniger.

Beitrag von maya2308 04.01.11 - 22:20 Uhr

Das kann man doch nicht einfach so hin nehmen!

Eure Kinder sind stark unterernährt! Und ich will es mal so krass sagen,...wenn dein Kind mal mit Lungenentzündung ins KH kommt,...dann hat dein Kind nix zu zu setzen...und ich will da keine weiter Prognose stellen!

Ich war früher auch stark unterernährt und bin mit 5 Jahren mit Blaulicht (weil 41 Grad Fieber und völlig weg getreten) ins KH gefahren worden! Ich hatte auch nix zu zusetzen, sonst wäre die ganze Sache vielleicht gar nicht sooo wild gewesen! Darauf hin habe ich einen Saft bekommen, der den Hunger anregt und der hat mir wirklich das Leben gerettet!

Ihr müsst auch echt mal weiter denken!
Sicherlich ist Zwangsernährung der falsche Weg! aber alles hin nehmen kann auch nicht richtig sein!

Beitrag von hoeppy 05.01.11 - 09:52 Uhr

Woher willst Du wissen das ihr Kind stark untergewichtig ist?

Sie hat keine Größenangabe gemacht.

Meine große Tochter war auch immer eine schlechte Esserin. Je mehr Druck man ausübt, bzw. je mehr man das Thema anschneidet, desto schlimmer wird es.


Heute ist meine Tochter 5,5 Jahre alt und wiegt 15 Kilo. Sie liegt völlig im Normalgewicht.

Solange der Kinderarzt es nicht "bemängelt" kann man nur die Füße still halten.

An die TE und andere Mütter die "solche" Kinder haben.
Meine große Tochter mag Nudeln. Aber ohne Bolognesesoße. Am liebsten pur oder angebraten mit wenig Salz drauf. Pizza ja, aber ohne Belag.
Blumenkohl nur pur, Spinat aber dann nix dazu, Champignons aus der Dose (schmecken aber echt lecker)

Sie mag kein (e)
Wurst, Käse, Tomaten, Kiwi, Birnen, Fleisch (außer Hähnchen und Fisch)
und so viele Dinge die mir einfach nicht einfallen.

Irgendwann habe ich aufgehört das Essen zum Thema zu machen. Und siehe da-meine Tochter hat plötzlich einen ganzen Karpfen gefuttert.

Im Normalfall holen sich Kinder das was sie brauchen. Kein gesundes Kind verhungert am gedeckten Tisch.

LG Mona

Beitrag von -0815- 05.01.11 - 11:09 Uhr

#pro##


So ist es.

Sie isst gerne Butterbrot. Salami extra. Nie auf dem Brot. Schinken ebenso. Käse garnicht.

Kartoffeln selten, Nudeln pur oder nur mit Bolosoße.

Pfannkuchen liebt sie. etc etc dafür isst sie gerne Obst. Lieber als Süßigkeiten.

Beitrag von oekomami 05.01.11 - 10:37 Uhr

Hallo,

das Gefährliche bei einer Krankheit ist der Flüssigkeitsverlust und nicht die Nahrung.

Ein dickes Kind kommt eher zu spät an den Tropf, weil die Eltern meinen es hat reserven. Da ist es egal ob das Kind 10 Kilo wiegt oder 30 kilo.

Das du weggetreten warst lag eher am Fieber. Es gibt sogar Kinder die schon mit 39 Grad kaum noch ansprechbar sind. und machen turnen noch mit über 40 grad rum

Beitrag von -0815- 05.01.11 - 11:41 Uhr

>>>und machen turnen noch mit über 40 grad rum <<<


Meine z.B. und das obwohl sie dünn ist. Manchmal hat sie einfach "Fieber" und ist trotzdem fit und manchmal liegt sie total flach. Aber das hat nichts mit ihrem Gewicht zu tun

Beitrag von biene301971 05.01.11 - 10:49 Uhr

Hallo
Was willst du denn tun das Kind mästen? Solange man das Essen zum Thema macht wird es eh nicht besser Ich habe 2 Kinder die im Baby/Kindergarten alter untergewichtig ,gegeben hat sich das von alleine . Der Kia hat immer gemeckert und mir war es ehrlich gesagt egal . Dich sind die beiden heute noch nicht aber vollkommen normal und mal essen sie und mal nicht vor allem mein kurzer hat immer noch Tage das ißt er fast nichts . Sascha hatte zum bsp. zur U6 nicht mal 8 kg und zur U7 auch nur 9 kg . mittlerweile ist er 6 ist ca 120 cm groß und hat 19 /20 kg was total im Rahmen ist. Sabrina war immer ungefähr genauso wie er ißt jetzt 155 cm groß und wiegt 41 kg. Abgesehen davon sind die beiden sogut wie nie krank .Ich kenn mehrere die als Kind auch so waren und die zur Kur mußten um zu zunehmen etc. die kannst du dir heute ja mal angucken davon ist keiner mehr normal bzw untergewichtig die sind alle Übergewichtig.

lg

Claudia

lg


Beitrag von -0815- 05.01.11 - 11:07 Uhr

Natürlich kann ich das so hinnehmen. Sie isst nichts was ihr nicht schmeckt und das muss sie auch nicht. Sie hat Phasen da isst sie mehr und manchmal so gut wie garnichts. Wenn sie keinen hunger hat sowieso nix.

Du brauchst keine weitere Prognose stellen, denn wir waren vor 2 Jahren 3 Mal im Krankenhaus wegen Lungenentzündung, 1 Mal davon sogar mit Aufenthalt auf der Intensivstation. Aber das wegen der Atmung und nicht wegen der Ernähung. Gegessen hat sie auch da wenig, was gar keine Probleme bereitet hat.

Wir waren früher regelmäßig kontrollwiegen beim Kinderarzt, mit Absprache des Kinderarztes haben wir sie einfach irgendwann gelassen und seitdem mach ich mir keine Sorgen mehr und mein Kind hat kein Stress.

Beitrag von lagefrau78 04.01.11 - 22:42 Uhr

So sehe ich das auch. #pro

Ehrlich gesagt bin ich etwas geschockt von manchen Beiträgen hier! NATÜRLICH holt sich ein Kind, was es braucht, man muss es nur lassen! Und mit Zwang und Kontrolle erreicht man gar nichts.

Dass ein Fünfjähriger viel weniger isst als ein Zweijähriger ist doch ganz normal; mit zwei wachsen die Kinder viel mehr und brauchen entsprechend mehr Energie. War bei uns auch so.

Ich finde es erschreckend, wie wenig viele Eltern dem Hunger- bzw. Körpergefühl ihres Kindes vertrauen. Wahrscheinlich habe ich leicht Reden, weil mein Sohn niemals Probleme mit dem Essen hatte, aber ständiger Zoff ums Essen kann es einfach nicht sein.

Kinder sind kompetenter als man denkt.

Beitrag von zahnweh 05.01.11 - 00:14 Uhr

so ist es.

Zwang kann zu Essstörungen führen.
Ich aß immer weniger und wenn mir heute jemand auf den Teller schaut, verweigere ich komplett. Essstörung habe ich zum Glück keine (knapp dran vorbei), allerdings reagiere ich sehr allergisch, wenn mir andere erklären wollen, dass ich zu wenig esse oder betont staunen, wenn ich Nachschlag nehme.

ja, ich bin knapp am Untergewicht. Das war ich als Kind auch. Aber je mehr Druck man mir machte und beobachtete was/wie viel ich aß, Wirbel drum machte, versuchte zu bestechen, zu drohen, zu erpressen, desto weniger hatte ich Appetit.

Zwischendurch erfüllte ich den Wunsch der Erwachsenen und aß alles vorgesetzte. Ich ging in die Breite (war natürlich auch wieder schlecht) und gut ging es mir nicht!

Es hat lang gedauert, wieder auf mein natürliches Hungergefühl zu hören. Von 3 großen Mahlzeiten geht es mir sehr, sehr schlecht. Übelkeit, Völlegefühl, Schlappheit, Kreislauf sackt ab usw.
Wenn ich auf meinen Körper höre, esse ich 4-8 KLEINE Mahlzeiten (etwa Faustgroß) und mir geht es prima :-)

Meine (3) ist auch sehr unkompliziert beim Essen.
Beim stillen bestimmte sie sowieso selbst die Menge. Und seit sie am Tisch mitisst, lass ich sie einfach machen.

Das können ungelogen 2 Stück Kuchen sein + mehrere Portionen vom Abendessen und dann wieder nur wenige Löffelchen.
Ich beobachte sie nicht. Ich kommentiere sie nicht. Ich koche keine Extrawurst - sie kann sich aus zwei Sachen (die ich vorgebe) etwas aussuchen. Sie muss nichts probieren. Sie will meistens von selbst, wenn sie es sieht (ich musste immer probieren und damit verging mir der Appetit. wenn ich es schon muss, kann es ja nichts gutes sein :-p). Ich schaffe eine ANGENEHME Atmosphäre beim Essen.

Essen ist was zum Genießen und wenn Eltern einen Machtkampf drauß machen, geht die Sinnlichkeit und der Genuß flöten.



Wobei ich dem Tipp, körperliche Ursachen auszuschließen (Allergietest) durchaus auch zustimmen würde. Ich kenne einige Lebensmittelallergiker, die auch immer beim Essen genervt wurden und Probleme hatten. Als die Allergien bestätigt waren, konnte die ganze Ernährung anders zusammengestellt werden und die Kinder fingen an zu essen.

Ich selbst habe als Kind nie Obst gegessen. Heute weiß ich: ich bekomme starke Bauchschmerzen davon und habe durch kleine Mengen essen, selbst herausgefunden, was ich essen kann.
Als Kind kamen nur dumme Sprüche von wegen, mir würde es später schlecht gehen ohne Vitamine. Aber Bauchweh - Obstgenuss konnte ich noch nicht zuordnen. Das kam erst mit 20J. Seither gleiche ich es eben anders aus.

Beitrag von maya2308 04.01.11 - 22:13 Uhr

Huhu!

Ich würde das vielleicht wirklich mal abklären lassen! Das was du da so schreibst, was er isst, ist ja wirklich nix und kann ihn auf Dauer echt schädigen!

Ich hatte das früher in dem Alter auch! Bei mir ging es sogar soweit, dass wenn ich unten die Teller klappern hörte, ich mich brüllend in die Toilette eingesperrt habe! Meine Mutter meinte immer, dass wäre nur Getue und hats mit viel Geschimpfe und Zwang versucht, was natürlich gar nichts brachte! Irgendwann dann wurde ich mal genauer durch gecheckt und siehe da...man hat bei mir Zysten an den Nieren festgestellt. Diese habe zu einer Nierenvergiftung geführt, und die wieder rum führt zu Eckel vor Essen! Da muss man natürlich erstmal drauf kommen!

Anderer Fall: Der Junge meiner Freundin isst auch fürchterlich! Meine Freundin meinte, dass bei ihm eine abgeknickte Gallenblase festgestellt wurde. Und wenn er isst, tut ihm das wohl soooo weh, dass er Essen lieber vermeidet!

Lass das mal abklären! Vielleicht hat er nix! Vielleicht aber auch wohl!

Beitrag von knutschka 04.01.11 - 22:28 Uhr

Hallo,

wenn ich ehrlich bin, würde mir weniger die Menge Sorgen bereiten, als vielmehr das, was er ist. Für mich klingt es nach zu vielen Kohlenhydraten und Fetten und zu wenig Vitaminen (ja, ich kenne den Spruch, dass sich die Kinderkörper schon holen was sie brauchen, aber so recht glauben kann ich ihn nicht).

Bei uns gilt die Regel: Ich bestimme, was gegessen wird, Helena (3) bestimmt, wieviel sie davon isst. Ich zwinge ihr aber nichts auf, was sie partout nicht mag. Sie mag zum Beispiel kaum gekochtes Gemüse und abends auch kein warmes Essen. Deswegen gibt es oft Salat bei uns. Den liebt sie. Anfangs durften nur Gurke, Mais und Tomaten rein, inzwischen mag sie auch Blattsalat. Ich hab sie nicht gezwungen, wir haben nur einfach so gegessen, wie es uns schmeckt. Sie mag auch nicht gerne Kuhmilchkäse - dafür gibt es halt Ziegenkäse (mögen wir auch lieber... #schein). Wenn es nach ihr ginge, würde sie auch nur Schokolade und Cornflakes essen - da das nicht geht, bekommt sie von mir die Alternative vorgegeben (z.B. Wurst oder Käse auf's Brot).

Aber ich muss auch sagen, dass wir uns wegen des Gewichts keine Sorgen machen müssen und wenn sie mal meint, kein Mittag essen zu müssen - was durchaus vorkommt - ist das kein Weltuntergang...

Kannst du ihn vielleicht in die Essenplanung miteinbeziehen? Helena liebt es, wenn sie beim Einkaufen bestimmen darf, was in den Wagen kommt und isst dann auch wesentlich besser... (Gleiches gilt, wenn sie beim Kochen geholfen hat - außer bei Pilzen, die sammelt sie zwar gerne mit uns, würde sie aber nie essen... ;-) ) Ich hab auch mit Helena mal ein Blatt gebastelt, was sie gern isst und was nicht so gerne - wenn man wollte, könnte man dadurch auch ein Belohnungssystem basteln (zuschneidbare Magnete mit Nahrungsmitteln bekleben und dann in drei Spalten aufteilen: Mag ich, hab ich probiert, aber mag ich nicht, mag ich nicht probieren - immer wenn ein Magnet eine Position weiter nach links wandert, gibt's nen Punkt und für 5 Punkte eine Kleinigkeit; das nur mal als Beispiel - ob das sinnvoll ist, kann ich dir allerdings nicht sagen - käme vielleicht auf einen Versuch an).

LG Berna

Ach so, und wenn du ihm einen kleinen Obstteller hinstellst, wo er sich frei bedienen kann - nimmt er das an oder nimmt er da auch nur kleine Mengen? Das wäre dann für mich ein guter Ausgleich...

Beitrag von sunflower.1976 04.01.11 - 22:32 Uhr

Hallo!

Lass vielleicht beim KiA abklären, ob alles in Ordnung ist, also z.B Allergietest oder andere Dinge, die der Arzt für nötig hält.
Warum? Ich hatte als Kind plötzlich eine Abneigung gegen Nüsse, obwohl vorher Nusskuchen mein Lieblingskuchen war. Irgendwann später stellte sich heraus, dass ich eine Allergie gegen Nüsse habe.

Wenn alles okay ist, würde ich gar nicht so sehr drauf achten, wie viel Dein Kind isst. Entscheide DU, was es wann zu essen gibt und Dein Kind darf entscheiden, wie viel es davon möchte. Das ist eine Regel, die bei uns gilt. Dazu gehört bei uns, dass es keine "Extrawürste" gibt, d.h. ich koche nichts spezielles für meine Kinder bzw. biete ihnen X Alternativen an. Wenn sie z.B. einen Teil des Mittagessens nicht mögen, ist das okay. Dann essen sie eben mal nur Reis mit Butter und einen Salat dazu. Beide mögen bei Gemüse leiber Rohkost als gekochtes Gemüse. Darauf gehe ich schon ein, indem ich viele Salate mache, Rohkost-Teller zum Abendessen usw.
Essen gibt es bei uns nicht als Belohnung ("Wenn Du das Brot isst, gibt´s nachher auch ein Stück Schokolade.") oder Bestrafung ("Wenn Du das nicht isst, gibt es später keine Gummibärchen.").

Hat Dein Sohn die Möglichkeit, im Kindergarten Mittag zu essen? Mein Sohn isst sehr gerne im Kindergarten (obwohl er es nicht müsste) und dort isst er Sachen, die er zuhause eigentlich nicht gerne mag oder auch mal gar nicht anrührt.

LG Silvia

Beitrag von jabberwock 04.01.11 - 22:36 Uhr

Hi,

mein erster Gedanke eben war auch, dass er vielleicht manche Sachen (Vollkorn, Getreide überhaupt, Gemüse) nicht gut verträgt? Und quasi instinktiv davon Abstand nimmt.

Nach einem reinen "Nörgler" hört sich das nicht an. (Meine Neffen sind Essensnörgler und deren Speiseplan sieht ganz anders aus, einmal mögen sie bspw. kein Gemüse - dann verschlingen sie es in anderen Gerichten wieder geradezu und sind ansonsten zuhause öfter am Meckern als "auswärts")

Ich höre nicht zum ersten Mal von einem Kind, das praktisch gar nichts "gegartes" isst. Kannst du nicht bis zur Klärung eventueller Unverträglichkeiten seinen Speiseplan umstellen auf Obst, Früchte, Nüsse, Oliven und Olivenöl, Käse, Weißbrot wenn er es mag?
Das hierzulande verteufelte Weißbrot z.B. ist ja quasi ein Hauptbestandteil der mediterranen Küche, die zur gesündesten der Welt zählt.

"Gesunde Ernährung" ist mMn ein ziemlich subjektiver Begriff, weil die Menschen sehr individuell in der Verträglichkeit sind.

Der eine ernährt sich gesund, wenn er viel Gemüse isst - der nächste bekommt davon fürchterliche Verdauungsprobleme und fühlt sich schlecht. Ich selber vertrage z.B. kein Grau- oder Vollkornbrot und kein frisches Müsli, bekomme davon Blähungen und Magenschmerzen, es geht einfach gar nicht :-/
Anderes Beispiel ist meine Mutter, die ihr Leben lang schon keine Milch trinken mag, meiner Meinung nach eine leichte Laktoseintoleranz. Nur weil Milch, Joghurt etc. "ach so gesund" sind, bekommen sie ihr dennoch nicht gut.

Also, ich an deiner Stelle ;-) würde versuchen, herauszufinden, was er mag und ihm daraus eine reichhaltige Auswahl treffen. Sprich, lieber mal eine fettige Avocado als ein Butterbrot anbieten... so in dem Sinne :-

Beitrag von schullek 04.01.11 - 22:46 Uhr

ich bin generell deiner meinung, nur eins möchte ich hierzu anfügen:

"Das hierzulande verteufelte Weißbrot z.B. ist ja quasi ein Hauptbestandteil der mediterranen Küche, die zur gesündesten der Welt zählt. "

in diesen lä#ndern wird dazu oder genberell aber viel olivenöl gereicht udn verzehrt. damit ist das weißbrot weitaus hichwertiger als ohne.

lg

Beitrag von jabberwock 04.01.11 - 22:50 Uhr

Deswegen hab ich Oliven und Olivenöl vorher extra erwähnt :-) Dachte mir auch (ohne es genau zu wissen), dass es diesen Zusammenhang gibt.

LG

Beitrag von schullek 04.01.11 - 22:54 Uhr

oh sorry, habe ich überlesen. zeit ins bett zu gehen....

lg

Beitrag von ratpanat75 05.01.11 - 10:28 Uhr

"Das hierzulande verteufelte Weißbrot z.B. ist ja quasi ein Hauptbestandteil der mediterranen Küche, die zur gesündesten der Welt zählt. "

Die mediterrane Küche unterscheidet sich aber grundlegend von der "deutschen" Küche, ich deke nicht. dass man das so vergleichen kann.
In der mediterranen Diät werden zum Beispiel sehr viele Hülsenfrüchte verzehrt (Kichererbsen, Linsen, Bohnen), die sehr ballaststoffreich sind, so dass Vollkornbrot dann nicht so wichtig ist. Außerdem werden auch viele Mandeln und Trockenobst gegessen, so dass sich alles ergänzt.
Es kommt eben auf die Zusammensetzung an.
Hauptbestandteil ist das Weißbrot übrigens nicht, es wird eher als Beilage zu einem kompletten Gericht gereicht.

LG

Beitrag von schullek 04.01.11 - 22:41 Uhr

hallo,

ich finde es schon bedenklich was und wie wenig er isst. die frage ist aber: wie geht ihr damit um?
ich würde so rangehen:

- ab jetzt gibts keien extrawürste mehr
- er bekommt nur das zu essen, was ihr auch esst und kann selber entscheiden, wieviel udn was er davon mag, aber: nichts anderes!
- sein lieblingsessen gibts auch mal, aber nicht öfters als das der anderen
ihr solltet seinem essevrhalten keinerlei bedeutung mehr beimessen. klar, miteinander könnt ihr darüber reden, aber vor ihm ignoriert ihr das ganze

mein sohn ist ebenfalls 5 und isst locker das 3-4 fache eures sohnes. er ist ein unkomplizierter esser, was es mir leicht macht.
allerdings ist meiner auch sehr akriv. montags schwimmunterricht, dann noch einmal in der woche fußballtraining, danach stopft er sich locker ne halbe kuh rein. um es mal salopp auszudrücken....
wie sieht das bei eurem kidn aus? vor allem, wenn er sehr aktiv war?
generell würde ich mal alles organische abklären lassen., aber trotzdem so wie oben verfahrne. es wird nicht mehr erpresst, gebettelt, überredet. ihr entscheidet was es gibt, er entscheidet, was und wieviel er isst. kein beobachten beim essen etc. kinder haben da sehr feine antennen.

einer bekannten erging es mit ihrem sohn ähnloich. aols er in den kiga kam erlebte sie ihr blaues wunder. dort aß er wie jedes andere kind auch mit hunger und spaß. was anders war? er fühlte sich nicht konstant beobachten und evaluiert, war einer von vielen udn konnte immer sleber entscheiden was udn wieviel. kein druck mehr.

lg

Beitrag von girland 05.01.11 - 00:07 Uhr

Hallo,

danke für Eure Antworten.

Glaubt mir, ich wäre vor 2 Jahren diejenige gewesen, die auf meinen eigenen Post mit "bloss keine Extra Wurst, soll er halt einmal nichts essen oder nur Beilagen" beantwortet hätte.

Das Problem ist, ich habe ihm nun 2 Jahre zugesehen, wie er in solchen Situationen (wenn keine Alternative angeboten wurde) NICHTS gegessen hat. Mein Sohn isst keine Beilagen, er mag keine Kartoffeln, keinen Reis, keine Pasta, keinen Salat. Es scheint ihm nichts auszumachen, hungrig in's Bett zu gehen.

Und mittlerweile kann ich es als Mutter einfach nicht mehr verantworten, dass er gar nichts isst. Ich hätte nie gedacht, dass ich als Mutter einmal zu Drohungen greifen würde, aber diese drei Löffel Gemüsesuppe werden diese Woche DAS EINZIGE Gemüse sein, das er isst, wenn ich ihn nicht gerade mit ein paar Karottensticks an einem guten Tag erwische. Er musste diese Löffel nicht essen, es war kein "Du bleibst jetzt sitzen, bis Du isst", aber ich habe ihm erklärt, dass man süsse Sachen nur dann essen kann, wenn man auch die Sachen isst, die am Speiseplan stehen (ihn den mitbestimmen zu lassen würde gar nichts bringen, das einzige Essen, das er verlangt, sind Palatschinken mit Nutella :-( ).

Er isst auch in der Schule nicht anders, sein halbes Pausenessen kommt zurück, es gibt nur eine beschränkte Anzahl an Möglichkeiten, was ich ihm überhaupt mitgeben kann, alles in Richtung trockenes Brot ohne irgendwas.

Ob er aktiv ist oder nicht macht auch keinen Unterschied bezüglich seinem Appetit, süßes könnte er immer essen, alles andere läßt ihn kalt.

Mir ist jetzt gerade zum Heulen. Der Arzt fand meine Besorgnis letzthin nicht begründet, aber ich werde wohl doch noch einmal hintüdeln und eventuell nach Appetitanregern und Allergietest fragen.

Grüße an alle

Beitrag von 6woche.1 05.01.11 - 09:50 Uhr

Hallo


Naja wie gross und schwer ist er den? Wielange hast Du es durchgezogen das dein Kind halt nix gegessen hat? Cornflakes, Nutella ist nicht gerade das beste Frühstück zumindest nicht wenn es die angeblich "gesunden" Cornflakes aus der Werbung sind. Ich koche keine Extra Würste. Wenn ich etwas koche was es zuvor noch nie gegeben hat dan wil ich zumindest das ein Kaffelöffelchen probiert wird. Ich hasse es wenn man einfach sagt "das mag ich nicht" und es aber noch nie probiert hat. Wenn meine Kinder meinen sie wollen nix essen dan gibt es halt nix. Und es gibt dan auch nix süsses zwischendurch. Ausser Obst oder Rohkost. Lass es abklären ob er auf ein Nahrungsmittel allergisch ist oder im sonst etwas fehlt. Wenn da alles ok ist. Dan würde ich aufhören im extra Würste zu kochen. Irgend wann wird er so Hunger haben das er Nudeln, Reis etc essen wird. Und nerv dich nicht wenn er halt nix oder nur wenig isst, kein Kind verhungert an einem gedecktem Tisch.


Lg ANdrea


Beitrag von oekomami 05.01.11 - 10:06 Uhr

Hallo,

wenn er gesund ist und keine Krankheit hat, bestimmst du was auf den Tisch kommt und er darf aussuchen wieviel er isst.

Du kannst ja erst mit den Zwischenmahlzeiten anfangen und dann mit dem Mittag und soweiter und du musst ja nicht Dinge machen die er nicht mag. Wenn es Nudel gibt kannst du dazu ja eine Beilage machen die er mag. Die kann er dann essen.

Und sowenig isst er ja nicht.

Eine Portion für Kinder ist immer die Faustgröße der Kinder.

Beitrag von zahnweh 05.01.11 - 00:39 Uhr

"Am schlimmsten sind die Abendessen: gestern hat er nur 3 Löffel Suppe runtergequält, weil ich ihm mehrmals angedroht habe, ihm am nächsten Tag den süssen Nachmittags-Snack zu streichen. Heute wollte er nichts von dem Camembert mit Gemüse, den wir hatten, also extra ein Ei gemacht, das er dann erst recht nicht gegessen hat. "

Hallo,
von solchen Drohungen verging mir als Kind immer der Appetit. Einmal weg, kam er trotz Hungergefühl nicht wieder. Also das Ei hätte ich dann auch verweigert (habe an anderer Stelle hier mehr geschrieben)

Suppe am Abend ist nichts für jeden.
Mag er abends generell nichts Warmes?
Habt ihr verlässliche Tischregeln?

Als Kind war es sehr verwirrend und vor allem wurde immer zu sehr drauf geachtet, was ich aß.
Bei meiner gilt
- angenehme Atmosphäre beim Essen
- ich bestimme, was es gibt - ich bespreche mit ihr VORHER was es geben wird. Dabei berücksichtige ihre Wünsche, koche aber nicht nur, was sie möchte.
- wenn etwas fertig ist, gibt es nur das (Wünsche wurden im Vorfeld beachtet).
- sie muss nichts probieren. Das macht sie von selbst
(ich MUSSTE als Kind alles probieren, was mir schon sehr den Appetit verdarb. Später, als ich ca. 18 J. war oder woanders, drängte mich keiner dazu. Nach ein paar Tagen (zu Hause dauerte es dann einige Wochen!) konnte ich mich dann doch überwinden, etwas zu probieren. Freiwillig! und durch das freiwillig, merkte ich neutral ob es mir schmeckt oder nicht. Als ich es MUSSTE, hatte ich schon ein innerliches angewidertes Gefühl und keine Lust mehr)
(meiner tu ich auf den Teller, was sie mag. Mir z.B. Bohnen dazu. Das erste mal wollte sie nicht probieren. Ok. beim nächsten mal wollte sie probieren und spuckte sie aus. die weiteren male auch. dann eines Tages "die sind gut" ... Karotten mag sie bis heute nicht. Vom ersten Gläschen an. Mal probiert sie, mal nicht. ... Pilze mochte sie, dann eines Tages nicht mehr. Nach einem Jahr sagte sie plötzlich "Pilze sind gut" und seither gibt es die bei uns ganz oft ... ich HASSTE als Kind Pilze, ich MUSSTE sie viel zu oft probieren. Jetzt liebe ich sie, seit der Druck weg ist und die innere Abneigung auch)




"Meine 2jährige Tochter isst ausser beim Frühstück das dreifache von dem, was er isst!"

Meine hat mit 1,5 Jahren - 2,5 Jahren Mengen verdrückt, die kaum ein Erwachsener schafft...
damals am Rande des Untergewichts. Je nach Tabelle auch drunter

Jetzt mit fast 3,5 Jahren isst sie in etwa eine Erwachsenenportion. Manchmal auch wochenlang nur ein paar Löffelchen. Dann wieder mehr. In einer 1-Löffechenphase nahm sie in zwei Wochen zwei Kilo zu. Ganz plötzlich.
Ihre Mengen werden weniger. Sie ist weiterhin so aktiv, wächst aber nicht mehr so schnell.


Allerdings zum Abklären von Allergien oder anderem Organischen würde ich schon raten!

Als Kind war mir Obst ein Graus. Jetzt weiß ich, dass ich davon Bauchweh bekomme und welche Obstsorten ich vertrage.
Meine mochte keine Gläschen mit Apfel - kein Wunder, sie reagierte darauf (jetzt zum Glück nicht mehr).
Gemüse hab ich nur sehr weich gekocht gegessen... heute auch noch, weil das Rohe rumpelt mir zu sehr im Bauch.
Meine liebt Gemüse und Obst. Vermeidet aber jede Form von Karotten. Auch Schokolade hat sie lange Zeit vermieden (jetzt mag sie's, verträgt sie aber auch inzwischen)...


Zusätzlich klare Anhaltspunkte für alle: ruhige Atmosphäre beim Essen (Gespräche ja, aber keine Konflikte dabei austragen!). Keine Gabelschauerei. Keine Extrawurst, aber ein mit einbeziehen bei der Planung.


Auch eine Idee, was auch manchmal ganz gut sein kann - aber OHNE Müssen. Sondern eher als Spiel:
mit verbundenen Augen verschiedenes Probieren. Und die Erwachsenen machen mit.

1 Stückchen Kiwi, ein Stückchen Mandarine, 1 Stückchen Schokolade, 1 Stückchen Karotte (meine hat mal beim essen geträumt, ich hab ihr den Teller rumgedreht und sie hat statt der Maultasche, die Karotte in den Mund genommen. Sie war ratzfatz mit den Gedanken da und hat sofort erschmeckt, dass sie es nicht mag ;-)). 1 Stückchen Kohlrabi....

immer mal wieder in kleineren Mengen und nicht spicken lassen. So kann man intensiver schmecken und ist nicht abgelenkt.

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