Nebenkosten bei Auszug

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Beitrag von montana82 04.01.11 - 23:24 Uhr

Hallo,

hoffe, dass mir jmd. weiterhelfen kann.

Wir sind am 31.12.2009 aus der Wohnung ausgezogen. Der Vermieter hat einen Teil der Kaution wg. möglichen Nachzahlung einbehalten.
Es fehlt noch die Abrechnung für die Heizkosten.
Der Abrechnungszeitraum ist 01.06.2009 bis 31.05.2010. (Auszug am 31.12.2009, Zwischenablesung ist lt. VM erfolgt.)

Wie lange hat der VM Zeit um die Abrechnung vorzulegen?
Ist es der 31.12.2010 oder 31.05.2011????

Danke für Antworten

LG

Anastasia

Beitrag von myimmortal1977 05.01.11 - 01:39 Uhr

http://www.shortnews.de/id/783728/Nebenkosten-verfallen-zwoelf-Monate-nach-Auszug

Die Höhe der einbehaltenen Kaution darf keine 3 Monatsbeiträge für die Nebenkostenvorauszahlung übersteigen!

Da der Vermieter aber noch Euer Geld hat, wird es schwierig zu plädieren, die Rechnung sei verjährt. Er holt sich sein Geld erst einmal.

Auf alle Fälle den VM auf die Füße treten und fragen, wo die Abrechnung bleibt.

LG Janette

Beitrag von werner1 05.01.11 - 07:28 Uhr

#Die Höhe der einbehaltenen Kaution darf keine 3 Monatsbeiträge für die Nebenkostenvorauszahlung übersteigen! #

Wie kommst du auf diese Zahl ?
Es muss ja nicht einmal eine NK-Vorauszahlung vereinbart sein.

Im übrigen hat das noch bis 31.05.2011 Zeit, der Abrechnungszeitraum ändert sich nicht durch den Auszug.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von myimmortal1977 05.01.11 - 16:02 Uhr

"Im übrigen hat das noch bis 31.05.2011 Zeit, der Abrechnungszeitraum ändert sich nicht durch den Auszug."

Dem ist nicht so. Es gibt Gerichtsurteile, die besagen, dass die Abrechnung nach Auszug binnen 12 Monaten gestellt sein muss, wenn der Vermieter einen Teil der Kaution einbehalten hat.

http://www.shortnews.de/id/783728/Nebenkosten-verfallen-zwoelf-Monate-nach-Auszug

http://www.mieterverein-hamburg.de/mietertipp/items/kaution-einbehalt-nebenkosten.html

"Will der Vermieter von der Kaution des Mieters einen Teil einbehalten, um eine eventuelle Nebenkosten-Nachforderung abzusichern, so wird die Sache etwas kompliziert. Zu einem solchen Sicherheits-Einbehalt ist der Vermieter zwar im Prinzip berechtigt, sofern eine Nachzahlung zu erwarten ist (!). Aber: er kann dann meist die Jahresfrist für die Abrechnung nicht ausschöpfen, sondern er muss über den einbehaltenen Kautionsanteil abrechnen, sobald er über die Nebenkosten abrechnen kann. Andernfalls muss er auf seine Sicherheit verzichten und die restliche Kaution auskehren. (AG Hamburg-Barmbek, 813b C 34/09, Urteil vom 12.11.2009, MieterJournal 2010, 15 – ebenso Amtsgerichts Ahrensburg. Beide Entscheidungen können Sie hier lesen.)"

Zu Deiner anderen Frage, bezügl. der festgeschriebenen Höhe der möglichen Einbehaltung der Kaution schreibe ich Dir noch heute Abend und suche was im Netz. Mein Kleiner wacht gerade auf!

Viele Grüße

Janette

Beitrag von myimmortal1977 06.01.11 - 00:24 Uhr

http://www.mieterverein-stuttgart.de/aktuell/betriebskostentricks.html

Zu Deiner Frage, wie käme ich auf die Zahl. Dazu gibt es ein paar Anhalte im Netz zu finden:

"Betriebskostenabrechnungen und Kaution

Steht nach Beendigung des Mietverhältnisses noch eine Betriebskostenabrechnung aus, so kann der Vermieter einen angemessenen Betrag der Kaution einbehalten, wenn zu erwarten ist, dass der Mieter eine Betriebskostennachzahlung leisten muss, jedoch nicht mehr als in Höhe von 3-4 monatlichen Vorauszahlungen.


Fall 12

Unzulässige Einbehaltung eines Teils der Kaution

Frau F zog Mitte des Jahres aus ihrer Wohnung in Hannover aus und zog nach Stuttgart-Ost. Obwohl sie in den letzten 5 Jahren bei den jährlichen Betriebskostenabrechnungen immer zwischen 150.- und 250.- € ausbezahlt bekommen hatte, behielt der ehemalige Vermieter in Hannover allein für die noch ausstehende Betriebskostenabrechnung 100€ Kaution ein. Das ist umso unverständlicher, als er aufgrund ihres Auszuges in der Jahresmitte nur ein halbes Jahr Betriebskosten abzurechnen hat.

In diesem Fall gibt die noch ausstehende Kautionsabrechnung dem Vermieter kein Recht, einen Teil der Kaution einzubehalten. Er ist durch die Nebenkostenvorauszahlungen ausreichend geschützt."





Beitrag von werner1 06.01.11 - 07:36 Uhr

Da setzt du aber einiges voraus, was wir nicht wissen.
#Der Vermieter hat einen Teil der Kaution wg. möglichen Nachzahlung einbehalten. #
Wieviel ist ein Teil ?
#immer zwischen 150.- und 250.- € ausbezahlt bekommen hatte#
Das war Frau F, von montana 82 weiss das auch keiner.
Es könnte genauso immer eine Nachzahlung gewesen sein.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von montana82 06.01.11 - 16:22 Uhr

wir hatten bsiher immer was zurückbekommen
einbehalten hat der VM 400,00 EUR

Beitrag von amory 05.01.11 - 06:42 Uhr

HI,

die Abrechnung muss bis zum 31.5.2010 vorliegen.
Was die Kaution angeht hat meine Vorschreiberin aber recht: Es darf nciht alles einbehalten werden.

Grüße, Amory

Beitrag von werner1 05.01.11 - 09:11 Uhr

#Der Abrechnungszeitraum ist 01.06.2009 bis 31.05.2010#
#Auszug am 31.12.2009#
#die Abrechnung muss bis zum 31.5.2010 vorliegen#

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Beitrag von best2108 05.01.11 - 10:45 Uhr

...die Nebenkostenabrechung muß bis zum 30.6. des Folgejahres dem Mieter zugestellt sein, ansonsten muss nicht mehr gezahlt werden. Gibt diverse Gerichtsurteile dazu.

Also, Du musst für den Zeitraum vom 1.6.2009 bis 31.12.2009 gar nichts mehr zahlen, für den Zeitraum vom 1.1.2010 bies 31.12.2010 muss der Mieter Dir die Heizungsabrechung bis zum 30.6.2011 präsentiert haben.

Er darf nur eine Anteil der Kaution einbehalten, nicht alles, wie groß der Anteil sein darf, weiß ich nicht, vielleicht mal googeln.

Grüße

Beitrag von werner1 05.01.11 - 13:38 Uhr



BGB § 556 Absatz 3


Über die Vorauszahlungen ist jährlich abzurechnen; dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten.

Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des #winke12. Monats#winke nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen.

Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten.
Der Vermieter ist zu Teilabrechnungen nicht verpflichtet.


Soweit der Gesetzestext.
Wo da die 6 Monate nach Auszug herkommen sollen, ist mir unverständlich.

ffreundliche Grüsse Werner