kleines Becken=KS?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von mausibs22 05.01.11 - 09:26 Uhr

Guten morgen#winke,

bei mir im Mupa steht das ich ein sehr kleines Becken hab und meine FÄ sagt mir das auch ewig, bedeutet das das ich nicht normal Entbinden kann? Ich muss dazu sagen das mein Kleiner jetzt schon einen KU von ca 34 cm hat und ein Gewicht zwischen 3200-3600 g und ich bin erst in der 35 ssw. Bekomme nächste Woche eine Überweisung ins KH meine FÄ hat aber bis jetzt weiter noch nix zu gesagt.

Über Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.

lg mausibs22+Luca inside#verliebt(35ssw)

Beitrag von ellewoods 05.01.11 - 10:03 Uhr

kann sein, muss aber nicht.
Meine diversen FA's haben mir seit ich 16 bin auch immer wieder erzählt, dass ich für meine Körpergrösse (1,82) recht schmal sei und deshalb eine natürliche Geburt wohl nicht möglich wäre.

Bei meinem ersten Sohn hat der damals behandelnde FA (neu, dank Umzug) dann gar nichts mehr zum Thema Becken gesagt. Auf meine Nachfrage, wie gross denn der Kopf sei und ob das denn tatsächlich passt hat er mir kurz vor ET nur geantwortet: das Köpfchen sitzt im Becken drin und dann passt es auch durch... Den KU hat er mir nicht mehr verraten.

Meine erste Entbindung war spontan, dauerte 5 Stunden und unser "Kleiner" war 57cm gross, 4.255gr schwer und hatte einen KU von 38 cm.

Der OA hat zwar von aussen mitdrücken müssen und es gab einen kleinen Dammschnitt, aber das war tatsächlich halb so schlimm. Für mein persönliches Empfinden war es eine schöne Geburt.
Durchgepasst hat alles ;-) und ich werde auch Nr. 2 - sofern möglich - natürlich entbinden.

Ich würde tatsächlich das genaue Verhältnis Kopf zu Becken vermessen lassen und - wenn Du grossen Wert auf eine natürliche Geburt legst - auch Deine Hebamme sowie einen 2. FA befragen.

Sollten tatsächlich alle auf einen KS verweisen, dann wird der wohl wirklich nötig sein. Falls nicht kannst Du es ja natürlich probieren, solltest aber im Hinterkopf behalten, dass es doch noch ein KS werden könnte. Je entspannter Du mit dieser Möglichkeit umgehen kannst umso besser für die Geburt.

Viel Glück,
ellewoods

Beitrag von estherb 05.01.11 - 10:21 Uhr

Hallo,

ich hatte diesen Befund nie, sondern habe eher ein breites Becken; kann dazu aber nur sagen, dass meine Geburtshaushebammen immer die Meinung vertreten, es gäbe überhaupt fast nie ein zu enges Becken für eine natürliche Geburt (außer vielleicht bei übermäßig großen Kindern durch SS-Diabetes). Meine Hebis sagen alle, dass es dieses Problem früher gegeben hat, als die Frauen noch häufig Rachitis und dadurch ein DEFORMIERTES Becken hatten, dass das aber heutzutage praktisch nicht mehr vorkommt. Nur, dass eben heute ständig gerne ein KS gemacht wird - bringt ja auch mehr Geld und Planbarkeit für die Ärzte - und dass das "enge Becken" dann immer gerne als Begründung dafür angesehen wird. Diese Begründung nimmt ja zwischenzeitlich auch lächerliche Formen an. In meinem SS-Yogakurs war eine Frau, die behauptete, dass sie beim zweiten Kind nun einen geplanten KS brauche, da ja schon das erste so riesig gewesen sei, es habe ja gar 3800 g gewogen, und deshalb sei es ein KS geworden. Das ist ja nun ein vollkommen normales Geburtsgewicht, ich kann da auch nur drüber lachen, die Dame war mindestens fünf Zentimeter größer und um einiges breiter als ich, und mein erstes Baby hatte 3380 g bei der Geburt in der 38. Woche, und diesmal schätzen sie, dass die kleine Schwester auf 3800 g kommen dürfte. Ich gehe zur Geburt ins Geburtshaus, und da macht sich keiner Sorgen.

Eine Freundin von mir, eine 45kg-dünne, 1,55 m große Frau, hat ein 3600 g Baby mit KU 36 cm, das die Schulter neben dem Kopf liegen hatte, problemlos schnell auf natürlichem Weg zur Welt gebracht.

Ich kann einfach nicht ernsthaft glauben, dass ununterbrochen Babys in Frauen wachsen, die zu groß sind, um durch das mütterliche Becken zu passen. So bescheuert kann die Natur gar nicht planen, das war nämlich auch in Zeiten vor KS und hoher Müttersterblichkeit nur äußerst selten der Grund für gescheiterte Geburten - und wie gesagt, da gab es noch Rachitis.

Viele Studien sagen auch, dass die Ultraschallmessungen des Beckens hochgradig ungenau sind und häufig den Umfang des weiblichen Beckens vollkommen unterschätzen, und dass eine erfahrene Hebamme mit ihren Händen viel besser einschätzen kann, wie es mit dem Verhältnis mütterliches Becken - Kind aussieht. Große Köpfe können sich manchmal viel besser ins Becken eindrehen als kleine, meine Tochter beispielsweise hatte einen kleinen KU von 33 cm, aber einen kugelrunden Quadratschädel, mit dem sie halt mal so quer durch die Wand schoss. Ich glaube nicht, dass ich mit einem schmalen, langen 38 cm Köpfchen mehr Arbeit gehabt hätte; an den 33 cm Rundkopf (mit winziger Fontanelle und damit wenig Möglichkeit zum zusammendrücken) habe ich zwei Stunden gearbeitet. Schwere Kinder kommen nicht unbedingt schlechter durch den Geburtskanal als leichte, denn da hilft die Schwerkraft mit. Der Mumu kann übrigens bei großen Köpfen auch am 12 cm aufgehen, die 10 cm, von denen immer die Rede ist, sind Durchschnittswerte.

Wie groß bist Du denn selbst? Und hast Du schon eine Hebamme? Ich würde da eher mal eine gute Hebamme nach ihrer Meinung fragen, die kann auch das Gewicht häufig besser schätzen als der Ultraschall - da reicht eine Fehlmessung von einem mm und es kommen 200 g mehr raus. Ultraschallschätzungen liegen oft ein Kilo daneben, in beide Richtungen, meine Tochter wurde damals 400 g leichter geschätzt als sie war...

lg Esther