Gelobt sei, was hart macht?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:04 Uhr

Hallo!

Ich brauche mal eure Einschätzung, ob ich wirklich so eine Oberglucke bin wie meine Freundin behauptet.

Es geht um die Eingewöhung unserer Kleinen bei der Tagesmutter. Vergangene Woche waren wir an 4 Nachmittagen je 1 Std gemeinsam dort. Sie hat sich wohl gefühlt, mit der Tamu gespielt, zwischendurch aber auch mal "Mama getankt". Diese Woche sollte sie eigentlich das erste Mal für kurze Zeit allein dort bleiben, es kam uns aber eine Lungenentzündung dazwischen. Erst seit gestern, nach 4 Tagen Antibiotikum, ist sie endlich fieberfrei und auf dem Weg der Besserung. Der Kinderarzt rät davon ab, diese Woche mit der Eingewöhung fortzufahren und auch wir wollen sie erstmal wieder auf die Beine kommen lassen.
Das Problem ist nur, dass ich am Montag wieder unterrichten muss (bin Grundschullehrerin) und wir keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Der Kia hat angeboten, mir eine Bescheinung für die Schule zu schreiben, dass mein Kind noch krank ist. So könnten wir nächste Woche ganz normal mit der Eingewöhnung fortfahren und sie erst übernächste Woche regulär zur Tagesmutter bringen. Ich finde dies vor allem für unsere Kleine am besten.
Meine Freundin meint aber, ich solle sie nicht so in Watte packen und sie am Montag einfach bei der Tamu abgeben. Ich hätte ja auch schließlich eine Verantwortung gegenüber der Schule, den Kollegen und den Schülern. Hannah würde das schon hinkriegen und alles Neue wäre in diesem Alter ja sowieso total spannend.
Ich muss mir seit der Geburt unserer Großen (ihre Tochte ist genauso alt) anhören, dass ich meine Kinder zu sehr behüte und ihnen zu wenig abverlange. Ich hingegen empfinde sie ihren Kinder gegenüber als sehr hart.

Eigentlich ist es ein Silopo, denn wir werden ihrer Empfehlung nicht folgen. Aber vielleicht sehen wir es ja tatsächlich falsch und die Kleinen stecken sowas besser weg als wir glauben?

LG
Ulrike mit Amelie (5 3/4 Jahre) und Hannah (14 Monate)

Beitrag von kruemmelteefee 05.01.11 - 14:08 Uhr

Ich bin deiner Meinung!

Beitrag von lotosblume 05.01.11 - 14:11 Uhr

Ich kenne deine Hannah nicht und weiß nicht wie sie mit sowas umgeht...

Grundsätzlich finde ich es aber auch wichtig, dass ein Kind sich auskuriert - und das ist nicht schon geschehen nur weil das Fieber runter ist.
Verantwortung hat man in allererster Linie gegenüber seiner Familie und dann kommt lange nix!!!

Unser Sohn ist ein vorsichtiges Kind und sehr Mama-bezogen (obwohl oder gerade weil ich arbeite seit er knapp 11 Monate ist) - ich hätte ihm das nicht "angetan" ohne sicher zu sein, dass es klappt.

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:17 Uhr

Hannah ist sehr an anderen Kindern interessiert und geht ganz offen und ohne Scheu auf sie zu. Dort wären noch 2 andere Mädchen in ihrem Alter.
Aber sie wurde eben bisher noch nie von jemand anderem betreut als von Mama oder Papa. Sie müsste dort auch Mittagsschlaf machen und ob das klappen würde, wage ich zu bezweifeln.

Ich glaube schon, dass sie sich grundsätzlich dort sehr wohl fühlen wird. Aber gerade nach eine Krankheit sind die Kleinen ja doch oft noch sehr anhänglich und daher wollen wir ihr das auch nicht "antun".

Beitrag von savaha 05.01.11 - 14:15 Uhr

Ich sehe das ganz genauso wie Du wie Du bzgl der Eingewöhnung mit deiner Tochter verfährst: Das finde ich ziemlich normal bzw bei uns wäre das sogar schnell, anscheinend kommt deine Tochter gut mit der TaMu zurecht!

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:20 Uhr

Bisher lief es sehr gut und ich bin zuversichtlich, dass es auch gut klappen wird nach der Eingewöhungszeit.

Bei unserer Großen damals hatten wir allerdings mehr Zeit eingeplant, da sie wesentlich Mama-fixierter und ängstlicher war als Hannah.

Beitrag von savaha 05.01.11 - 14:23 Uhr

Das ist doch super! #pro

Beitrag von lina1975 05.01.11 - 14:17 Uhr

Hallo

Wenn ich eins gelernt habe in 19 Monaten "Mama sein":
Hör auf Dein Gefühl!
Dir muss es genauso gut gehen wie Deiner Tochter. Sonst wird´s eh nix!

Lina

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:21 Uhr

Hallo!

Das denke ich auch!Ein furchtbarer Abschied wäre vorprogrammiert und das muss einfach nicht sein.

Danke.

Beitrag von nightwitch 05.01.11 - 14:17 Uhr

Hallo,

ich denke es kommt auf das Kind an. Bei Leandra war eine so "sanfte" Eingewöhnung der absolute Schuss in den Ofen.

Sie ist Anfang des letzten Jahres für ca 3 Stunden jeden Montag Morgen in eine Loslösegruppe gegangen. Das erste Mal bin ich noch ein paar Minuten da geblieben, bis sie Vertrauen in die ihr noch völlig fremde Frau hatte.

Danach konnte ich immer problemlos gehen. Sie hat nicht geweint, nicht gejammert, hat mit den anderen Kindern gespielt usw.
Beim 4. Treffen war ich die ganze Zeit anwesend. Es ging überhaupt nicht. Sie hat nur Theater gemacht, ist nicht von meinem Schoß gegangen, wollte sofort wieder nach Hause, nicht mit anderen Kindern spielen usw.

Als ich bem 5. Treffen wieder nicht da war, war alles wieder gut.

Genauso ist es jetzt im Kindergarten: rein, umziehen, verabschieden - weg.
Kein Theater, keine Heulerei, nichts :-)
Leandra freut sich, wenn ich sie dann nach dem Kindergarten abhole und gut ist.


Also von daher würd ich persönlich sagen: versucht es doch einfach mal am Montag. Entweder es klappt, oder es klappt nicht. Wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht klappt, kann man sich immer noch einen Kind-Krank-Schein holen.

Gruß
Sandra

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:31 Uhr

Hallo Sandra!

Bisher hatte ich den Eindruck, dass es richtig ist, noch dabei zu bleiben. Sie hat sich von mir gelöst und ohne mich mit der Tamu gespielt, ist auch mal mit ihr allein in ein anderes Zimmer gegangen.
Das ist aber eben schon eine Woche her und sie ist immer noch ziemlich schlapp. Ich glaube, da wäre ein bloßes Abgeben bei der Tamu am Montag recht viel verlangt.

Aber vielleicht ist es auch so, dass nur ich das Problem habe und Hannah sich gar nicht schwer tun würde.

Es einfach versuchen und im Notfall kommen, wäre natürlich eine Möglichkeit, ist aber für meine Kollegen blöd. Die können einfach besser planen, wenn ich gar nicht da bin, als wenn ich plötzlich weg muss. Meine Klasse muss dann ja versorgt werden.

Lieben Dank für deine Einschätzung.

LG
Ulrike

Beitrag von nightwitch 05.01.11 - 14:47 Uhr

Hallo,

wäre natürlich besser, wenn man das diese Woche noch testen könnte. Aber da deine Tochter jetzt noch krank ist, würde ich es auch nicht tun.

Wichtig ist ja auch, wie du damit klar kommst. Wenn du permanent ein schlechtes Gefühl hast, wird sich das früher oder später auch auf deine Tochter übertragen. Komplett ohne Tränen wird es sowieso nicht gehen. Leandra hatte auch eine Phase, da wollte sie nicht im Kindergarten bleiben und hat total geweint. Aber sobald ich um die Ecke war, war alles wieder gut (man hats gehört ;-) ).

Letztendlich ist es egal, was dir die anderen Mütter raten oder meinen. Wichtig ist, dass du und deine Tochter mit eurer Lösung klar kommen.

Wie wäre es, wenn du dir für Montag einen freien Tag nimmst und deine Tochter trotzdem bei der TaMu abgibst? Nur halt dann nicht zur Arbeit fährst, sondern z.B. wieder nach Hause?

So kannst du es ausprobieren und wenn es absolut nicht geht, hast du nicht den Druck, dass deine Klasse übernommen werden muss etc pp.

Gruß
Sandra

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:51 Uhr

Mir erstmal nur den Montag Kind-krank bescheinigen zu lassen hatte ich auch schon überlegt. Dienstag habe ich sowieso frei und sollte es nicht klappen, könnte ich mir für Mittwoch wieder eine Bescheinigung holen.

Dass Tränen kommen werden, darauf bin ich gefasst. Bisher habe ich mich immer auf mein Gefühl verlassen. Aber manchmal kommt man eben doch ins Grübeln, ob das alles so richtig ist, wie man es macht.

LG
Ulrike

Beitrag von dentatus77 05.01.11 - 14:17 Uhr

Hallo!
Stina war deutlich jünger (3mon), als ich wieder angefangen hatte zu arbeiten, und da die Eingewöhnung noch recht einfach, da die Mäuse noch nicht so Mama-bezogen sind. Trotzdem hätte ich sie nicht einfach den ganzen Tag bei der Tagesmutter abgegeben ohne eine ordentliche Eingewöhnung. Die hat bei uns zwar anders ausgesehen, aber die Tagesmutter hätte immer die Möglichkeit gehabt, mich bei Problemen anzurufen. Das geht ja nun nicht mehr, wenn Mama an der Arbeit ist.
Ich würd an deiner Stelle auch nächste Woche erst noch mit der Eingewöhnung fortfahren und eine Woche später erst wieder arbeiten gehen.
Liebe Grüße!

Beitrag von -vivien- 05.01.11 - 14:21 Uhr

ich würde es genauso wie du machen.
es geht hier um eine woche und nicht einen monat.

ich denke du kennst dein kind am besten und weißt wie du dich verhalten musst. wenn sie bis jetzt nur jeweils eine stunde bei der tagesmutti war und das auch nur mit dir zusammen dann wurde ich sie nicht einfach ins "kalte wasser werfen".

du machst das schon richtig so
lg

Beitrag von kruemlschen 05.01.11 - 14:26 Uhr

Hallo,

bei Kleinkindern geht man von einer regulären Eingewöhnung (nach dem Berlinermodell) von 3-6 Wochen aus. Ich finde also ihr habt ohne hin zu spät angefangen, das kannst Du jetzt aber nicht mehr ändern.

Ich würde an Deiner Stelle eine Kindkrankschreibung für Deinen MANN vom Kia holen und nicht für Dich! Sofern Dein Mann in einer Festanstellung ist und keine Probezeit mehr hat (davon geh ich jetzt einfach mal aus).
So kann Eure Tochter weiterhin sanft eingewöhnt werden und trotzdem signalisierst Du der Schule nicht gleich: mein Kind ist dauernd krank und ich fall aus.

Gruß K.

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:42 Uhr

Hallo!

Ich bin schon seit gut zwei Monaten wieder im Dienst, weil mein Mann zwei Monate Elternzeit hatte. Da Hannah außerdem unser zweites Kind ist, weiß meine Schule, dass ich nicht dauernd fehle, sondern wir immer versuchen, eine für die Schule verträgliche Lösung zu finden. Meist bleibt mein Mann dann vormittags zu Hause und ich löse ihn nach Unterrichtsschluss ab.

Wir hatten die von dir vorgeschlagene Möglichkeit auch diskutiert. Er hat aber jetzt nach seiner Elternzeit im Büro so viel zu erledigen, dass er momentan nicht ausfallen kann.

Bei der Dauer der Eingewöhung haben wir uns sowohl auf die Erfahrung der Tamu als auch auf unsere eigenen mit unserer großen Tochter verlassen. Für sie hatten wir damals eine wesentlich längere Eingewöhnung geplant, was wir aufgrund ihres vorsichtigen und zurückhaltenden Wesens für besser gehalten haben. Aber auch sie blieb nach zwei Wochen problemlos ohne mich bei der Tamu.

LG
Ulrike

Beitrag von kruemlschen 05.01.11 - 14:45 Uhr

Hallo,

achso, dann bin ich von falschen Voraussetzungen ausgegangen. sorry :-)

Dann würde ich es auch so machen wie Dein Gefühl Dir sagt. Lass Dich die Woche vom KiA krankschreiben, bzw. Deinen Sohn und gut ists.

LG K.

Beitrag von rike29 05.01.11 - 14:54 Uhr

Kein Problem!

Wäre das tatsächlich mein erster Arbeitstag, würde ich es genauso sehen wie du und mein Mann hätte zu Hause bleiben müssen.

LG
Ulrike

Beitrag von zappelig 05.01.11 - 14:33 Uhr

Ich bin auch deiner Meinung! Du gehst ja auch nicht arbeiten, wenn es dir schlecht geht (solltest du jedenfalls nicht ;-) ) und nur weil deine Kleine kein Fieber mehr hat muss das ja nicht heissen, dass sie wieder fit ist. Mami weiss ja auch, wie sehr die kleinen Maeuse an einem haengen, wenn es ihnen nicht gut geht und sie dann weggeben find ich auch nicht ideal.

Hannah ist ja deine Tochter und da machst du eben, was du fuer richtig haelst. Du quatscht ja deiner Freundin auch nicht in ihre Erziehungsmethoden, oder #schein???? Ist ja nicht ihr Problem...

Gute Besserung fuer die kleine Maus und hoer auf dein Mamigefuehl!

Beitrag von landmaus 05.01.11 - 16:48 Uhr

Hallo,

Deine Tochter sollte noch zuahuse bleiben, Du aber in meinen Augen wieder arbeiten gehen. Lehrerin ist ja nicht irgendein Job. Von daher stellt sich mir die Frage, was denn Dein Mann macht. Wie wäre es denn, wenn der die Kinderkranktage nimmt und die Eingewöhnung macht.

Alles Gute

Beitrag von rike29 05.01.11 - 17:26 Uhr

Hallo!

Mein Mann kann nicht zu Hause bleiben, da er nach zwei Monaten Elternzeit eine Menge Arbeit zu erledigen hat.

Ich hingegen arbeite nur an zwei Tagen und habe derzeit kaum Stunden, die nicht ohne große Probleme von einer Kollegin vertreten werden können. Also bietet es sich bei mir eher an zu Hause zu bleiben.
Wäre ich Klassenlehrerin oder hätte mehr Stunden wäre das natürlich anders.

Evtl bleibt mein Mann aber an einem meiner beiden Schultage zu Hause.

LG
Ulrike

Beitrag von landmaus 05.01.11 - 20:42 Uhr

Ja aber dann, laufen doch alle Bedenken Deiner Freundin auch noch leer. Ich würde mich da nicht verrückt machen lassen. Eingewöhnung ist unglaublich wichtig für die Kinder, da sollte man keine Kompromisse machen.