Zu wenig Milch??

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von extravagance 05.01.11 - 21:08 Uhr

Hallo,

meine kleine wird morgen 4 Wochen alt und ich habe so 10 Tage nach der Geburt das Problem bekommen das sie, wenn ich gestillt habe, ca 1,5 Stunden wieder geschrien hat.

Nun habe ich wohl eine Fehler gemacht und zugefüttert. Habe dann selber bemerkt das meine Milch weniger geworden ist und ich immer mehr zugefüttert habe. Nun pumpe ich nebenbei um die Produktion wieder anzuregen. Meint ihr das regelt sich wieder? Ich will nämlich eigentlich nicht zufüttern, ich dachte nur eben das sie nicht satt wird von meiner Milch,

Wenn ich nun nur noch die Brust gebe( habe am Tag schon ca. 3-4 Flaschen gegeben mit entsprechender Menge) das sich die Milch wieder nach dem Bedarf bildet und wenn ja, geht das recht schnell?


lg und danke für Hilfe

Susi mit #stern im Herzen und Emilia fest an der Hand

Beitrag von lilly7686 05.01.11 - 21:13 Uhr

Hallo!

Hm, das ist schwierig. Jede Frau ist anders!

Ich würde dir tatsächlich raten, die Flaschen ganz weg zu lassen und einfach nur zu stillen.
Schmeiß dich mal nen Tag lang mit Baby ins Bett, nackig, und kuschelt und stillt nach Bedarf.
Die Milchproduktion wird sich auf dein Baby einstellen. Ganz sicher!

Alles Liebe!

Beitrag von steffi0413 05.01.11 - 22:00 Uhr

Hallo Susi,

wenn sie jetzt so viel Zufütterung bekommt, würde ich von heute auf morgen keinesfalls weglassen, deine Brust braucht ja auch ein paar Tage sich anzupassen, aber ich würde jeden Tag weniger Zufütterung geben (zB. jeden Tag um 30-50 ml weniger).

Zufütterung bitte immer erst danach geben, wenn die Kleine schon mind. 1x aus beiden Brüsten getrunken hat und noch immer Hunger hat. (Du kannst aber auch öfters die Brust während einer "Mahlzeit" wechseln) Das wäre auch sehr wichtig, dass sie mind. 8-12x in 24 Stunden beidenseitig angelegt wird.

Dabei die Windel sehr streng beobachten (mind. 4 Einmalwindel oder 6 nasse Stoffwindel pro Tag, Urin nicht konzentriert!)

Das wäre aber sehr wichtig die Flasche KOMPLETT wegzulassen.
Aus der Flasche muss man mit einer ganz unterschiedlichen Methode/Technik trinken als aus der Brust. Da der Sauger ein viel markanteres Gefühl im Mund ist als die weiche BW, lernt die Kleine die falsche Technik ganz schnell. :-( Mit der falschen Technik kann sie dann aus der Brust nicht effektiv trinken, bekommt nicht genug Milch und Deine Brüste bekommen auch nicht genug Stimulation.

Die Zufütterung kannst Du zB. aus dem Becher geben.
http://www.stillgruppe-ml.de/becherfuetterung.htm

Die Anfrage regelt das Angebot, dh. wenn die Kleine nach Bedarf (oft) angelegt wird und auch effektiv aus der Brust trinkt, hast Du sehr gute Chansen wieder vollstillen zu können.

Das ist ganz normal, wenn ein Baby nach 1,5 Stunden wieder an die Brust möchte. Stillen ist doch nicht nur Nahrung sondern Getränk, Beruhigung, Körpernähe, Schmerzmilderung, Einschlafhilfe...;-)
Andererseits ist die Mumi in 60-90 Minuten verdaut.

Die Babys trinken normalerweise nicht in gleichen Abständen (also nicht in allen 1-2-3 Stunden), das ist nur unsere Erwartung. :-( Sie trinken in ihren Wachphasen vielleicht in allen 10 Minuten, dann schlafen sie für eine längere Zeit ein.

Wie oft stillt sie jetzt in 24 Stunden? Immer beide Brüste? Spürst Du beim Stillen den Milchspendereflex? Bekommt sie die Zufütterung nach dem Stillen oder anstatt? Wird sie in der Nacht auch gestillt? (Prolaktinspiegel ist in der Nacht höher, also nächtliches Stillen tut sehr gut der Milchmenge)

Du kannst noch Bockshornklee versuchen um die Milchproduktion zu fördern.

LG
Steffi

Beitrag von extravagance 06.01.11 - 08:48 Uhr

Vielen Dank für die ausführliche Hilfe!

Also Nachts stille ich ausschließlich. Zugefüttert habe ich immer wenn sie nach dem Stillen noch geschrien hat oder direkt ne Stunde nach dem Stillen wieder Hunger hatte aber bei mir noch keine Milch so wirklich da war.Krass wie schnell das zurück geht.

Nun lege ich sie seit gester wieder egal wann sie will an die Brust und nun merke ich auch wieder den Milcheinschuss und das sie sehr prall wird.Ich werde dann wohl noch 2 Tage bissl zufüttern aber immer weniger und hoffe das ich dann nur noch stillen kann.

Stilltee trinke ich am Tag 1,5 Liter auf 2 Beutelchen und insgesamt so 2,5 Liter ( also mit Wasser ec.) Und nun esse ich noch Haselnüsse weil meine Hebi meinte das die gut sind für die Milchbildung.

Ich stille mit Stillhütchen da ich Schlupfwarzen habe und sie zieht zum Glück gut dran, also meine Brust ist schnell leer.

Danke für den Tip mit dem Becher, das werde ich mal versuchen.

lg Susi

Beitrag von steffi0413 08.01.11 - 22:37 Uhr

Hallo Susi,

super! #pro Ich drücke Euch sehr den Daumen!

Das ist ganz normal, wenn sie jetzt (aber auch immer ;-)) sehr-sehr oft an die Brust möchte. Einerseits regt sie jetzt die Milchproduktion an, andererseits freut sie sich sehr nach Bedarf an die Brust zu dürfen. :-)

Wenn wegen den Schlupfwarzen nicht klappt ohne Stillhütchen zu stillen, ist auch ok. (Wenn Du aber später Lust hast, könntest Du vielleicht mit Hilfe einer Stillberaterin versuchen wegzulassen. In den meisten Fällen geht mit Schlupfwarzen auch, muss man aber ein bisschen mehr tricksen...) Dann ist aber noch wichtiger, sie wirklich nach Bedarf zu stillen.

Stilltee ist auch ok, passe aber auf, dass Du nicht zu viel Flüssigkeit zu Dir nimmst. Mehr als 2-3 Liter pro Tag kann schon die Milchproduktion hemmen bzw. den Milchspendereflex verhindern. Du musst also keinesfalls mehr als Deine Durst trinken.

Bei weiteren Fragen/Problemen helfe ich sehr gerne.

Ich wünsche Dir eine schöne, lange, unproblematische Stillzeit!

LG
Steffi

Beitrag von thala 05.01.11 - 22:16 Uhr

Hallo Susi,
du hast von Steffi ja schon eine ausführliche gute Antwort bekommen. Daher nur ergänzend:

1) Bei mir war der "neue" Bedarf (mehr oder weniger Milch - z.B. bei oder nach einem Schub) immer innerhalb von 2-3 Tagen eingestellt.

2) Sehr gut wirkt auch der Stilltee von Weleda (gibt´s z.B. beim dm), um die Milchmenge zu steigern.

Ansonsten anlegen, anlegen und anlegen.....mit viel Ruhe und immer , wenn die Kleine sich meldet.

Alles Gute für euch!

Thala

Beitrag von 20girli 06.01.11 - 09:55 Uhr

Hi,

wie lilli dir schon ausführlich erklärt hat.
Ich würde auch die Flasche weglassen. Und dafür für 2-3 Tage dauerstillen im Kauf nehmen. Es ist ganz klar das Dein Kind dann vielleicht sogar jede halbe Stunde kommt. Denn die Milch muss sich anpassen - und das passiert dadurch eben am schnellsten.
Soviel es dir möglich ist anlegen. IN den schüben ist meine so - das ich sie links - rechts- links - rechts anlegen muss bis sie endlich mal zufrieden ist ;-)
Aber so passt sich der Bedarf am schnellsten an. Und was ganz wichtig ist...in dem du sie anlegst wann immer sie möchte....musst du dir keine großen Sorgen machen das sie nicht genug bekommt. Denn sie holt sich das was sie braucht.

Wenn dein Kind noch an der Brust trinkt - dann sofort die Flasche weglassen und anlegen anlegen anlegen. Wenn dein Kind erst einmal die Brust nicht mehr will - dann wirds schwierig.

Jetzt ist es he zusätzlich noch in einem Schub...so oder so...ist viel anlegen angesagt.

Kontrolliere das die Windeln nass sind...im zweifelsfall mit einem Becher löffel etc...die Milch zufüttern - NICHT mit der Flasche.

Es dürfte in 3-4 Tagen vorbei sein und das Stillen hat sich eingependelt.

Meine kommt meist alle 1 - 1 1/2 Stunde das ist völlig normal. Es gibt auch Stillkinder die länger ruhig sind...aber meist nicht. Das liegt daran das Muttermilch leicht und schnell verdaut ist.

Pumpen hilft nur wenn du dabei den Milchspendereflex schaffst auszulösen.

Du schaffst das...solange dein Kind überhaupt noch an die Brust geht und trinkt ist alles noch ok...mein Kind hat damals gar nicht mehr an die Brust gewollt und ich hatte 2 wochen gar nicht mehr gestillt.
Und es dann aber wieder geschafft. Also - nix ist unmöglich - nur Geduld haben die nächsten Tage.

Lg Kerstin