Unentgeltliche truppenärztliche Versorgung - Kinderwunschbehandlung

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen Frauen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen und Unterstützung finden. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen.

Beitrag von arbeitgeber-y 05.01.11 - 21:23 Uhr

Hallo Gemeinschaft,

meine Frau und ich wünschen uns seit geraumer Zeit (2007) Nachwuchs, auf natürlichem Wege wollte sich keine Schwangerschaft einstellen, also ging es mit diversen schlaflosen Nächten los.

Im Jahr 2008 begab ich mich daher auf dem Weg zum Truppenarzt und bekam problemlos eine Überweisung für einen Urologen. Und dann kam der Schock, Azoospermie. Geraume Zeit ging ins Land und es wurde ein zweites Spermiogramm gemacht, Ergebnis gleichlautend.

Das ganze mußte also erstmal verdaut werden, wir sind in den Urlaub geflogen und haben uns nach unserer Hochzeit im Jahr 2010 wieder im Thema beschäftigt.

Anderer Urologe und anderes Ergebnis, es wurden ausreichend Spermien für eine ICSI gefunden. Weitere Untersuchung im Bundeswehrkrankenhaus folgte, Spermien wurden erstmal auf Eis gelegt (sicher ist sicher).

Jedoch läßt mich ein weiterer Punkt nicht kalt, und genau dieses ist die ungerechte Behandlung unseres Dienstherren. Ich suche daher auf diesem Wege weitere Soldaten/ Soldatinnen, die sich ebenfalls mit dieser Ungerechtigkeit nicht abfinden wollen bzw. möchten.

Sind wir wirklich Menschen/ Soldaten dritter Klasse im Bezug auf diese Thematik?

Erfahrungsaustausch steht hier im Mittelpunkt.


Anmerkung:
Unentgeltliche truppenärztliche Versorung - auch gerne als Freie Heilfürsorge bezeichnet.

Grüße arbeitgeber-y #augen

Beitrag von femme84 05.01.11 - 23:13 Uhr

Hallo
sagst du uns noch, was genau dein Problem ist, bzw. welche ungerechte Behandlung denn vorliegt? Wird aus deinem text nicht wirklich klar. Danke :)
Spermiogramm muss jeder andere unverheiratete Mann bezahlen...

Lg

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 07:29 Uhr

Hallo Femme84,

ich werde es versuchen etwas eindeutiger zu gestalten. Hier ist ein kleiner Auszug aus unserer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zu § 69 Abs. 2 des Bundesbesoldungsgesetzes (VwV zu § 69 Abs. 2 BBesG):


Die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung umfasst keine Maßnahmen, die nur der Familienplanung dienen; nicht erfasst sind insbesondere Maßnahmen der künstlichen Befruchtung. Ausgeschlossen sind auch ärztliche Behandlungen aus ausschließlich kosmetischen Gründen; hiervon unberührt bleiben die Beseitigung von Folgezuständen in Fällen des Absatzes 2 und die Behandlung von Entstellungen, wenn nach pflichtgemäßem ärztlichem Ermessen und fachärztlichem Gutachten infolge der Entstellung die Dienstfähigkeit beeinträchtigt ist.


Und jetzt zu meinem Problem, alle Kosten die im Rahmen einer künstlichen Befruchtung anfallen, jedoch nur bezogen auf meine Person, müssen durch mich alleine getragen werden. Jeder andere, der in GKV versichert ist, bekommt zumindest 50% der Kosten erstattet, PKV bekommt sogar 100% erstattet nach dem Verursacher-Prinzip.

Ich hoffe dir damit ein tieferen Einblick in das Problem zu geben.

Gruß arbeitgeber-y

Beitrag von fraeulein-pueh 06.01.11 - 08:17 Uhr

Warum einfach formulieren, wenns anders auch geht ;-)

Sei mir nicht böse, aber du musst doch dafür auch keine KK bezahlen. Da finde ich es nicht sooooo schlimm, wenn dann der Kiwu ausgeschlossen wird.
Ich zahle im Monat ca. 200 € für die KK, wenn ich ne freie Heilfürsorge hätte, dann könnte man das Geld durchaus weglegen und genau für diesen Zweck sparen. Dafür habt ihr dann aber theoretisch x-Versuche zur Verfügung, jeder mit GKV hat immerhin nur 3 mickrige Versuche.

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 08:47 Uhr

Hallo Frauelein,

der Dienstherr fördert jegliche Möglichkeit um den Soldatenberuf interessant zu machen ---> Mutter-Kind-Zimmer, Teilkonzeption Familie und Beruf, Teilzeitfähigkeit von Dienstposten usw., auf der anderen Seite werden einem Soldaten/ einer Soldatin jegliche Steine in den Weg gelegt, die auf dem Pfad zu finden sind.

Die Diskussion sollte hier eigentlich ausarten in dafür mußt du dies nicht und das nicht. Wir haben etliche Vorteile, jedoch auch einiges an Nachteilen in unserem Beruf hinzunehmen.

Gruß arbeitgeber-y

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 08:51 Uhr

ich meinte nicht ausarten ;-)

Beitrag von majleen 06.01.11 - 08:53 Uhr

Aber den Beruf hast du ja selbst gewählt

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 09:17 Uhr

Hallo Maijleen,

zum Zeitpunkt meiner Berufswahl stand dieses Thema in dieser Form jedoch nicht zur Diskussion und ganz anders ausgedrückt siehe Urteil des BVerwG 2 C 36.00 - Urteil vom 22. März 2001.

Zu diesem Zeitpunkt war ich schon Soldat und habe mich im Alter von 21-22 Jahren noch nicht wirklich mit meiner Familienplanung auseinandergesetzt.

Deine Argumentation ist etwas einfach...

Gruß arbeitgeber-y

Beitrag von majleen 06.01.11 - 09:23 Uhr

Das mag ja sein. Aber im Leben trifft man immer irgendwelche Entscheidungen und damals war es die, ich nehme mal an, für dich richtige Entscheidung. Sicher hat man da wahrscheinlich noch nicht über den Kinderwunsch nachgedacht, aber so wie auch schon jemand anders geschrieben hat, du zahlst keine KK. Dieses Geld hättest du sparen können.

Es gibt einfach kein: für alle das gleiche. Leider. Aber so ist eben das Leben.

Beitrag von fraeulein-pueh 06.01.11 - 09:29 Uhr

Wieso ist es "einfach", wenn etwas gesagt wird, was du nicht hören willst? Dafür, dass du mit 21 oder 22 Jahren noch nicht an eine Zukunft gedacht hast, kann doch wirklich keiner etwas. Aber Hauptsache jemand anderes die Schuld in die Schuhe schieben...

Außerdem: So schlecht verdient man beim Bund nicht, als dass man nicht was weglegen könnte. Das nennt man dann wohl jammern auf hohem Niveau. Außerdem gibt es immer wieder Möglichkeiten, sich einen anderen Beruf zu suchen, wenn man damit nicht mehr zufrieden ist - auch wenn man verpflichtet ist.

Beitrag von majleen 06.01.11 - 09:31 Uhr

Da hast du vollkommen recht. Der Verdienst ist wirklich nicht schlecht. Kenne auch jemanden, der lange beim Bund war. Nach den 12 Jahren ist er aber raus und hat nen ganz normalen Job

Beitrag von fraeulein-pueh 06.01.11 - 09:41 Uhr

Ja, mein Mann war auch SAZ und ist danach wieder im zivilen Leben angekommen... die Umstellung ist schon groß. Aber nichts im Leben hat nur Vorteile. Es gibt immer zwei Seiten.

Beitrag von majleen 06.01.11 - 09:43 Uhr

Eben. Man kann sich auch nicht bei allem immer das Beste raussuchen.

Wie gehts bei dir weiter? Noch zufrieden bei BBN?
#klee

Beitrag von fraeulein-pueh 06.01.11 - 10:13 Uhr

Puuuh... schwierige Frage. Schwierige Antwort ;-)

BBN ist sicher kompetent, aber eben nicht spezialisiert auf wiederholte FG. Wir waren vor kurzem auch in der Abortsprechstunde in Großhadern. Vielleicht ist das sinnvoller? Ich weiß es nicht.

Beitrag von majleen 06.01.11 - 10:14 Uhr

Wünsch dir auf jeden Fall viel Glück. #klee

Beitrag von majleen 06.01.11 - 09:36 Uhr

Außerdem könnte man es auch andersrum sagen:

warum mußt du keine KK zahlen und wir Normalos schon? Da denk ich auch nicht, ob ich dann 3. Klasse bin

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 09:52 Uhr

Ich merke schon, dass es keinen Sinn hat.

Jetzt zum dritten Mal: Ich bin auf der Suche nach Soldaten/Soldatinnen mit denen man Erfahrungen austauschen kann und nicht nach Leuten, die hier Kommentare anbringen über Dinge, von denen sie augenscheinlich keine Ahnung haben.

Ich möchte hier gerne sachlich über die Problematik diskutieren und das mit Leuten die in der "gleichen Lage" sind, sprich mit SOLDATEN und mir nicht anhören müssen, dass ich die Schuld bei anderen suche oder mir den Beruf ja selbst ausgesucht habe und auf hohem Niveau jammer, denn darum geht es hier in dieser Diskussion nicht.

Meiner Situation bin ich mir vollkommen bewußt und ich liebe meinen Beruf, jedoch hätte ich mir so eine Diskussion- und Gesprächsführung in so einem "Frauen"-Forum eigentlich denken können.

Ausdrücklich möchte ich mich für die vorherigen sachlichen Beiträge bedanken.

Melde mich ab
arbeitgeber-y #kratz

Beitrag von fraeulein-pueh 06.01.11 - 10:04 Uhr

#rofl Zu Befehl, Herr... #rofl

Wie einfach es doch ist, dass man etwas abwürgt, wenn man es doch auf die Frauenschiene schiebt. Oder behauptet, dass man keine Ahnung davon hat... Ich glaube, eine Portion Realität würde dir nicht schaden #augen

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 10:13 Uhr

Wer lesen kann, der Rest sollte bekannt sein.

In erster Linie stören mich sinnlose und haltlose Kommentare ala fraeulein-pueh sowie majleen. Zudem ist es keine Behauptung, es liegt eher eine Tatsache vor.

Für die konstruktiven Beiträge habe ich mich freundlich bedankt, weiteres habe ich dem nicht hinzuzufügen.

Beitrag von majleen 06.01.11 - 10:15 Uhr

Armer Junge

Beitrag von nessie-1 06.01.11 - 08:50 Uhr

Wie ist denn deine Frau Versichert? Wenn Sie in der GKV ist, werden doch die "großen" Rechnungen zu 50% bezahlt.

Beitrag von sternenkind-keks 06.01.11 - 08:55 Uhr

genau der gedanke kam mir auch.
deine rechnungen bei einer künstlichen sind echt lapalien. als wir unseren ersten kostenvoranschlag bekamen lagen meine kosten bei 2000 euro und die meines mannes bei 33, euro irgendwas.
es wird ja nur das sperma ein wenig aufbereitet.
von daher ist es also nicht die welt.

zum eigentlichen thema. was ist schon gerecht? wir sind beide in der gkv. aber waren immer selbstzahler. zum einen weil wir auf die PID angewiesen waren und daher im ausland waren. da zahlt ide gkv NIX. nicht mal den anteil, der uns in deutschland zustehen würde. dass wir die MEHRkosten der PID zahlen, kein thema, aber nein, wir kriegen nicht mal das, was uns in D zustehen würde.

dann sind wir jetzt in D in behandlung und schauen schon wieder in die röhre, da wir mit samenspende behandeln lassen. auch dann bist du DIREKT selbstzahler.

wo liegt da die gerechtigkeit?

kann dir wohl auch keiner beantworten.

manchmal ist diese bürokratie einfach nicht nachvollziehbar.

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 09:05 Uhr

Hallo Sternenkind-Keks,

auch ich kann deinen Frust nachvollziehen.


@ll
Suche in erster Linie den Gedanken und Erfahrungsaustausch mit Soldaten bzw. Soldatinnen die sich in der gleichen Situation befinden.

Beitrag von sternenkind-keks 06.01.11 - 09:08 Uhr

ich wollte nicht meinen "frust" zum ausdruck bringen, sondern dir aufzeigen, dass auch in der gkv nicht immer alles bezahlt wird.

ich klink mich dann jetzt aus, da ich ja keine soldatin bin ;-)

alles gute für euch

Beitrag von arbeitgeber-y 06.01.11 - 08:57 Uhr

Hallo Nessie,

die Argumentation ist interessant, die großen Kosten werden zu 50% bei der GKV übernommen.

Das würde mir persönlich auch schon reichen, wenn der Dienstherr 50% meiner Kosten übernehmen würde.

Wie ist es denn im umgekehrten Fall bei einer Soldatin? Genau, die großen Kosten bleiben nämlich komplett an ihr hängen. Die Kosten werden für den Mann dann zu 50% durch die GKV gedeckt.

Weiteres Beispiel Mann PKV versichert und nicht Verursach.er, Frau Soldatin und Selbstzahler zu 100%.

Gerecht?

Gruß arbeitgeber-y

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