lungenkrebs und nun?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von luna395451 06.01.11 - 08:16 Uhr

hallo und schönen guten morgen,
gestern hat meine schwester ihr totesurteil bekommen, lungenkrebs übergegangen auf die nieren und auf die lypmfknoten. es ist unheilbar. sie solle nur die chemo holen um noch etwas lebensqualität zubekommen. ja, was heisst das? sie will sich nicht mehr quellen um dann doch nur paar tage weiter leben zu dürfen, sagt sie. sie ist jetzt 56 jahre. total abgemagert seit weihnachten. sie wiegt vielleicht noch 52 kg. der arzt hat sie gester auch heim geschickt. sie solle sich in ruhe überlegen ob sie die chemo möchte. das dumme an der ganze sache ist , sie war seit oktober ständig bei verschiedene ärzte. sogar bei einem lungenarzt anfang dezember und der sagte, kleine lungenentzündung und jetzt?? geht das denn sooo schnell?? ja wielange hat sie denn noch zu leben?? dies konnten wir den arzt gestern nicht fragen. ich war gestern morgen dabei, als der arzt ihr die schreckliche wahrheit sagte. sie war sofort um etliche jahre gealtert. sie hat egweint und sagte zu mir, ich solle ihr helfen wenn es mal soweit ist, sie möchte nicht quallvoll enden. aber sowas kann und will ich nicht. ich hänge doch so sehr an meiner schwester. :-( ist ja auch verboten aber das will sie nicht hören. ich kanns ja auch verstehen. ich möchte ihr so gern helfen aber wie?? gut zusprechen, ich weiß aber was sonst noch??? ich würde ihr die niere spenden und die lunge wenn das alles helfen würde, geht aber nicht ,sagt der arzt.
vg die traurige monika, die erst vor 6 jahren den geliebten papa und geliebte mama verloren hat und nun noch die geliebte schwester geholt wird.

Beitrag von michi0512 06.01.11 - 09:45 Uhr

Hallo Monika,

Es tut mir für Dich wahnsinnig leid. Mein Papa hatte Nierenkrebs, dazu kamen Knochenmetastasen und jetzt Lungenmetastasen. Unheilbar.... er quält sich bereits.

Deine Schwester bat Dich Ihr zu helfen.

Mein Papa und ich haben einen Deal. So lange er es alleine beenden kann tut er dies. Wir werden es ihm nicht nachtragen. Wenn er es nicht mehr schafft, dann machen wir Urlaub in der Schweiz....


Du liebst Deine Schwester, das kann man rauslesen. Du leidest mit Deiner Schwester, versuchst sicher die Starke zu sein um ihr etwas halt zu geben während Du innerlich ständig ein Stück mitstirbst. Du sagst Du hängst an ihr...

Monika, Deine Schwester hat das Leiden nicht verdient. Wenn Sie nicht mehr kann udn will, dann lass sie ruhigen Gewissens gehen. Sie soll nicht leiden - das hat sie doch nicht verdient! Es tut uns Angehörigen sehr sehr weh - aber der erkrankte Mensch selbst muss es für sich entscheiden dürfen.

Informiere Dich doch mal über Sterbehilfe in der Schweiz... Tu ihr den Gefallen - und habe kein schlechtes Gewissen dabei.

*feste drück*

GlG

Beitrag von sillysilly 06.01.11 - 10:15 Uhr

Hallo

sei aber vorsichtig mit wem du darüber sprichst - die Sache mit der Schweiz.
Auch bei Freunden und Ärzten ....... denn hier in Deutschland ist es strafbar, und wenn sie wissen was du vorhast, können sie den Patienten einweisen oder entmündigen lassen
Gilt als Selbstmordgefahr .....

Hatten meine Mama auch mal im Sinn - aber sie wäre nicht mehr transportierbar gewesen, und da haben wir uns sehr viel mit und über Dignitas informiert.


Grüße Silly

Beitrag von michi0512 06.01.11 - 10:30 Uhr

Sicherlich muss man da vorsichtig sein... Und mich kotzt es ganz ehrlich an dass man über sein Leben entscheiden soll, aber über seinen Tod nicht entscheiden darf.

Ich finde es traurig dass man sich in der BRD dem Thema gegenüber so abwehrend verhält....

GlG

Beitrag von sillysilly 06.01.11 - 10:43 Uhr

Hallo

wir hatten das Thema ernsthaft in Betracht gezogen, weil meiner Mutter ein jämmerlicher, unwürdiger Tod bevor stand, und im schlimmsten Fall ein paar Jahre - Zwangsbeatmet in einem Krankenhaus -

allerdings wäre es bei uns schwierig geworden, da man schon sehr im Endstadium sein muß, damit man sowas machen kann. Und bei meiner Mutter schwankte es immer sehr, dann braucht man ein Gutachten, daß es wirklich zu Ende geht
............ und wir standen vor dem Problem wo her bekommen ?
Wer macht das hier in Deutschland ?

Und die Menschen die sowas in Erwägung ziehen, leiden ja, sind am Ende ihrer Kräfte und können eben nicht mal durch die Welt reisen.

Und dann noch diese Heimlichkeiten ...... auch als Angehöriger muß einem klar sein, daß man ganz schön Probleme bekommen kann .....

Darum sich vorher genau informieren, und vorsichtig sein

Grüße Silly

Beitrag von romance 06.01.11 - 13:44 Uhr

Hallo,

ich möchte wenn ich deine Zeilen lese. Einfach mal drücken und sagen,w ie stark du bist.

Und jeden anderen der ein Familienmitglied hat, der Krebs hat.

Wenn ich lese, was auf euch zu kommt bwz. schon da ist. Dann bekomme ich Gänsehaut.

Ich habe einige Familienmitglieder die an Krebs gestorben sind aber ich war nicht so nahe dran, wie du.

Ich wünsche dir viel Kraft und das du deinen Papa och ein wenig bei dir behaalten kannst. Das er noch mit dir die Zeit verbbringen kann.

Du scheinst eine tolle Tochter zu sein. Dein Vater ist sicherlich stolz auf dich.

Nicht jeder hätte diese Kraft, wie du sie hast. Dich mit dem Thema Schweiz sich zu bschäftigen.

Ich bin mir sicher, das mein Vater entweder Herzinfakt oder Schlaganfall sterben wird. So wie er lebt, raucht (Kettenraucher) ungesundes Leben, Diabetes. Es ist nur eine Frage wann es sein wird. Habe ich noch paar Jahre oder geht es morgen auch zu Ende.
Es ist komisch, mein Vater ist 63 aber es auch ein Alter...wo er jederzeit sterben könnte. Ich begreife jetzt erst, seit er immer mehr abbaut. Das mein Vater irgendwann nicht mehr da sein wird. :-(
Deine Zeilen bringen mich auch zum nachdenken.

LG Netti
die eher Papakind ist.

Beitrag von michi0512 06.01.11 - 14:22 Uhr

Hallo Netti,

ja..auch ich bin ein Papa-Kind. Und gerade weil ich meine ELTERN - nicht nur Papa - über Alles liebe möchte ich nicht dass sie sich quälen.

Ich erhoffe mir dass meine Fmailie und meine Freunde irgendwann das gleiche für mich tun werden. In Würde sterben bedeudet für mich auch, dass ich NICHT vollgedröhnt mit Schmerzmitteln in einem Bett liege.

Ich weiß ja nicht wie es für Dich ist... aber bis vor 3,5 Jahren war mein Vater eigentlich unsterblich. Nie hätte ich einen Gedanken an den Tod meiner Eltern verschwendet.

Am 06.09.2010 musste ich meinen Hund erlösen - so blöd das jetzt auch klingen mag. Aber mein Hund war 11 Jahre mein Gefährte. Ich dachte ich schaffe das nicht... aber auch DAS war richtig. Meine Aisha musste sich nicht mehr quälen. Warum also sollte man zu schauen wie sich Menschen umherschlagen....

Beitrag von romance 06.01.11 - 14:27 Uhr

Huhu,

ich kenne das Gefühl. Unser Tom-Dooly war auch so ein Gefährte, nur leider nicht sehr lange bei uns gewesen. Aber wir haben alles für ihn gemacht. Er war ein Kaninchen, normales Kaninchen das halt seine PRobleme hatte.

Die Vorstellung, das beide nicht mehr sind. Meine Eltern, das schmerzt. Aber ich weiß, das wenn einer stirbt der andere zur Grunde gehen wird. Denn sie können beide nicht aber auch nicht ohne miteinander. Sie sind über 40 Jahre verheiratet und habe etliche Krisen überstanden.

Meine Schwester (arbeitet im Altenheim) und ich haben schon darüber gesprochen, wie es ist falls einer krank wird. Wir könnten sie nicht zu Hause pflegen.
Aber ich denke das mein Vater auch so denken würde. Wenn er das wüßte mit der Schweiz.

LG Netti

Beitrag von josefieni 06.01.11 - 11:04 Uhr

Hallo,

Deine Schwester muss nicht qualvoll sterben. Aufgrund Ihrer Erkrankung wird sie leider sterben, aber es muss nicht qualvoll sein.
Zum Glück gibt es in Deutschland immer mehr Paliativstationen, die todkranken Menschen in den letzten Wochen und Monaten helfen können. Und das wirklich gut. Wenn Du ihr helfen willst, suche, was bei Euch in der Nähe infrage kommt, fahr gemeinsam mit ihr dahin und schaut es Euch gemeinsam an.
Ich habe bei meiner Arbeit oft erlebt, dass den Patienten die letzten Wochen sehr wichtig waren und das man das Leben deshalb nicht vorzeitig betreuuen sollte. In einer guten Einrichtung kann sie im Dabeisein ihrer Familie friedlich einschlafen.

Alles Gute und viel Kraft für diesen schweren Weg

Josefieni

Beitrag von luder2101 06.01.11 - 11:11 Uhr

hallo luna

meine mama ist im september 09 an bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. sie ist sehr qualvoll gestorben und bevor sie nur noch im bett gelegen hat,bat sie meine schwester und mich mit ihr nach der schweitz zu fahen.
wir beide sagten das können wir nicht da unsere liebe zu stark wäre
mit dem heutigen wissen und das was wir erleben mußten,hätten wir es machen sollen.denn dieses sterben war unerträglich wir sie und für uns.
wir haben sie zuhause gepflegt bis zum schluß und als sie gestorben war haben meine schwester und ich uns gegenseitig versprochen fals einer von uns mal so krank wird das der andere mit ihm fährt.
es ist alles nicht so einfach aber ich finde jedes tier wird von den schmerzen und leid erlöst aber der mensch muß leiden so wie meine mutter über wochen mit dem tod kämpfen mußte.
lg antje

Beitrag von kerstin... 06.01.11 - 14:03 Uhr

Es tut mir sehr Leid für deine Schwester
#liebdrueck
Ich kann dir nur meine Erfahrungen schreiben ...

Mein Schwiegervater hat 2009 August die Diagnose Lungenkrebs bekommen ,alles mitgemacht Chemo,Bestrahlung....
2010 im November ist er gestorben#kerze 4 Wochen vorher war er mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus danach ging es nur Bergab mit Ihm.(Atemgerät,nur noch im Bett...)
Es war eine sehr schwere Zeit für uns alle...
Meine Angst war auch das er ersticken wird,es hat mich fertig gemacht,aber er ist morgens ohne vorahnung weggetreten und war Tot...
Es ist sehr schwer und ich hoffe das es bei euch anders kommen wird und deine Schwester noch lange Leben darf.
Alles Gute für euch...
Kerstin

Beitrag von golm1512 06.01.11 - 14:35 Uhr

Hallo!

Ich kann euch auch nur raten, euch an eine Palliativstation und einen ambulanten Hospizdienst zu wenden.
Die können dafür sorgen, dass ihr begleitet werdet, dass deine Schwester gut mit Schmerzmedikamenten eingestellt werden kann und dass ihr jemanden habt, den ihr rund um die Uhr anrufen könnt, wenn es Probleme, wie z.B. Luftnot, gibt.
Sterben ist nicht zwangläufig qualvoll. Woher habt ihr alle diese Vorstellung? Eine solche Diagnose schockt und irgendwie muss man damit klar kommen, aber sie heißt doch nicht, dass jetzt sofort alles vorbei und alles nur noch qualvoll sein wird. Ich könnte dir sehr, sehr viele Geschichten erzählen, die ganz anders verlaufen sind.
Holt euch Unterstützung, damit ihr die verbleibende Zeit nutzen könnt. Bereitet euch vor und wartet nicht ab bis es wirklich unerträglich geworden ist.

Den Vorschlag mit der Sterbehilfe in der Schweiz finde ich ganz schlecht. Meiner Meinung nach ist die aktive Sterbehilfe in Deutschland zurecht nicht erlaubt. Ich habe wirklich viele Menschen sterben sehen und auch dabei begleitet. Das war nicht immer schön, aber ich kann mich nicht erinnern, dass irgendjemand um ein früheres Ableben gebeten hätte. Man hat Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein und davor, zur Last zu fallen. Dagegen kann man aber was tun. Ich habe nicht erlebt, dass aktive Sterbehilfe nötig ist. Dass die Versorgung von Tumorkranken nicht immer optimal ist, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb will ich dich ja ermutigen, euch rechtzeitig kompetente Hilfe zu holen.
(Für mich persönlich wäre es Strafe, wenn ich zum Sterben in die Schweiz reisen müsste. Ich will zuhause sein. da, wo ich immer gewesen bin. Ich fände es schrecklich, am Ende noch unterwegs sein zu müssen!)

Wenn ihr an eine gute Palliativstation geratet, werden die z.B. bei der Schmerzmitteldosierung im Ernstfall keine Rücksicht darauf nehmen, ob die Dosis mit dem Leben vereinbar ist. Dazu gibt es auch einen Satz der WHO. Niemand wird gegen seinen Willen beatmet.

Wichtig ist, dass ihr darüber redet, was sich deine Schwester wünscht. Möchte sie die Chemo ist es ok, wenn nicht, ist es auch ok. Wichtig ist, dass du ihre Entscheidungen mitträgst, auch wenn du dich vielleicht anders entscheiden würdest. Wichtig ist, dass du nicht wegläufst. Du darfst traurig und verzweifelt sein. Aber das ist deine Schwester auch. Seid es dann eben zusammen.
Kein Mensch denkt 24 Stunden am Tag übers Sterben nach. Du darfst auch Witze machen und mit ihr ausgehen. Lachen ist durchaus erlaubt. bis zum Schluß. Weinen aber auch. Macht, was geht und was Freude macht. Macht das, womit ihr euch gut fühlt.

Alles Gute
Susanne

Beitrag von sillysilly 06.01.11 - 15:54 Uhr

Hallo

meine Mutter hatte COPD im Endstadium, dazu sonstige Gebrechen -
das "Problem" bei dieser Krankheit ist, daß man nie weiß wann es zu Ende geht - denn es ist oft ein dahin vegetieren, dann geht es wieder ....
sie war schon Jahre Dauersauerstoffpflichtig und konnte das Zimmer nicht mehr verlassen wegen Atemnot, keine Kraft mehr, ect.

Keine Palliativstation
Kein Hospitz, auch keine Vereine

niemand wollte sie nehmen oder hat ihr geholfen - hatte mit vielen Stellen hier in der Umgebung Kontakt, auch die Ärztin

denn das Ende muß absehbar sein, 4 - 6 Wochen
und bei dieser Krankheit kann es noch Jahre so gehen.

Meine Mutter fiel durch alle Raster und bekam keinerlei Hilfestellung, Medikamene außer was der Hausärztin einfiel.

Der Mann von der besten Freundin meiner Mutter hatte dasselbe, und den wollten sie trotz Patientenverfügung zum Luftröhrenschnitt zwingen. Und das obwohl es nur ein Leiden verlängern war - was will man da schon im Bett, mit Luftröhrenschnitt dahin vegetieren ..........
der hat sich dann selbst entlassen und ist dann daheim gestorben


Es ist leider nicht immer so einfach menschenwürdige Hilfe zu bekommen

Grüße Silly

Beitrag von golm1512 06.01.11 - 16:04 Uhr

Hallo!

Aber es wird einfacher.

Ich hatte einen Bekannten, der war über 90 jahre alt und bekam dann eine Niereninsuffizienz, von der es hieß, dass er bald daran versterben würde. Mit dieser diagnose hat man ihn im Hospiz aufgenommen. Gestorbenist er dann an was anderem, aber das war auch egal.

Bei der TE um eine Krebserkrankung und somit ist es etwas leichter, jemanden zu finden.
Es gibt ambulante Pflegestationen, die sich um sterbende Patienten kümmern.
Nun wohne ich in Berlin und denke, dass es hier sowieso immer alles gibt und man in ländlicheren Gebieten etwas länger suchen muss.

Es gibt aber Möglichkeiten. Deshalb war mein Rat möglichst bald danach zu suchen und nicht erst, wenn es anfängt richtig schwierig zu werden.

Man kann niemanden zum Luftröhrenschnitt "zwingen". Das darf gar nicht. Aber es macht natürlich auch keinen Sinn, im Krankenhaus zu bleiben, wenn man doch jede Therapie ablehnt bzw. einfach nicht mehr weiter will.
Ich weiß, dass die Versorgung nicht immer optimal ist, aber ich weiß auch, dass ganz viel möglich ist, wenn man die richtigen Leute gefunden hat. Aktive Sterbehilfe ist nicht die Lösung. Das ist höchstens billiger......

Gruß
Susanne

Beitrag von sillysilly 06.01.11 - 21:56 Uhr

Hallo

wohnen in München - also auch nicht gerade ländlich ..... und meine Mutter ist mit ihrer Krankheit leider durch alle Raster gefallen.
Und das obwohl wir einen längeren Hospitzaufenthalt auch privat bezahlt hätten - aber die wollen lieber Leute mit eindeutigen Diagnosen.
Auch die mobilen Betreuer, Hospitz, Palliativ fühlten sich für uns leider nicht zuständig.
Zum Glück hat meine Mutter es alleine geschafft.


Und die Klinik wollte den Patienten schon"quasi" zwingen, denn die meinten sie sehen noch Lebensqualität mit diesem Schritt.
Ich finde es aber nicht menschlich, daß man dann jede medizinische Versorgung ablehnen muß, gehen muß - wenn man eine Sachen nicht will,
Ich finde es hart, dann nicht begleitet im Krankenhaus sterben zu dürfen, nur weil man keinen Luftröhrenschnitt möchte .....
und so einfach ist das Sterben bei COPD Patienten ja auch nicht, daß man das gut zu Hause - alleine mit Angehörigen - aushalten kann.
Diese Familie hatte auf die Aktion vom Krankenhaus übrigends Unterstützung von Palliativ bekommen.
Trotzdem war es ein schlimmes Sterben zu Hause


Liebe Grüße Silly

Beitrag von myimmortal1977 07.01.11 - 00:22 Uhr

Ich habe das Thema Lungenkrebs gerade das 2. Mal durch. Meine Eltern hatten beide Lungekrebs, sie haben beide geraucht.

Mein Vater hatte einen Kleinzeller, meine Mutter ein Adenokarzinom. Mein Vater lebte ab Diagnosestellung noch ca. 2,5 Monate, meine Mutter etwas über 3 Monate.

Mein Vater schaffte nur eine Chemo, meine Mutter 3 Einheiten.

Mein Vater saß voll Krebs, bis ins Gehirn, meine Mutter hatte Tumore in beiden Nebennieren, zwischen Speiseröhre und Lunge, Leber, Magen usw....

Bei meiner Mutter wurde die Chemo nur palliativ gemacht. Nur ein Bruchteil der Dosis, die man verabreichen würde, um auf Heilung zu zielen.

Mit Abstand betrachtet, hat die Chemo nur das schneller erledigt, was der Krebs so wie so erledigt hätte. Meine Mutter entschied sich allein für die Chemo, ich hätte es aber auch akzeptiert, wenn sie sich dagegen entschieden hätte. Meine Mutter war auch schon sehr stark abgemagert. Mit so einer Ausgangssituation steckt der Körper eine Chemo noch schwerer weg, als bei guter körperlicher Ausgangssituation.

Wir hatten im letzten Krankenhaus, wo meine Mutter auch verstarb, angeboten bekommen, sie in Narkose legen zu lassen, wenn es ganz schlimm werden sollte. Dieses Angebot fand ich sehr gut. Bekommt man aber nicht in jedem Krankenhaus. Man muss sich vorher informieren!

Krebspatienten versterben auf vollkommen unterschiedliche Art und Weise. Der eine hat einen langen schweren Kampf, der nächste schläft einfach so weg.

Ggf. wäre es für Deine Schwester eine gute Option, ein Krankenhaus zu finden, welches auch sie in Narkose legen würde, wenn es jetzt ganz unaushaltbar werden würde.

Ich hätte meiner Mutter keine aktive Sterbehilfe geleistet, ich hätte es aus etischen Gründen und für mein Gewissen nicht vertreten können.

Sucht Euch ein Krankenhaus, eine Anlaufstelle, die, wenn es hart auf hart kommen würde, Deiner Schwester so milde wie möglich das Ableben ermöglichen.

Viel Kraft für die kommende Zeit!

Janette

Beitrag von pechawa 07.01.11 - 07:50 Uhr

Hallo,

lass dich einfach mal unbekannter Weise #liebdrueck
Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit und wenn du die Möglichkeit hast, viel bei deiner Schwester zu sein, dann tu es.

Liebe Grüße
Pechawa

Beitrag von stubi 07.01.11 - 11:23 Uhr

Bin grad etwas entsetzt. Die Schwester hat gerade ihre Diagnose bekommen und hier wird schon über Sterbehilfe etc. diskutiert?

Keiner weiß, wie es wirklich um die Schwester steht, da ja offensichtlich durch den Schock keine weiteren Fragen gestellt wurden, auch nicht nach der Lebenserwartung.

Beitrag von puiu 07.01.11 - 13:40 Uhr

Hallo

Das liegt daran, dass alle, die schon geantwortet haben, ein wenig Erfahrung mit Krebserkrankungen haben.
Bei der Diagnose Lungenkrebs mit Metastasen, großem Gewichtsverlust in kurzer Zeit und weil ihr nur eine palliative Chemotherapie vorgeschlagen wurde ist es leider sehr wahrscheinlich, dass ihre Schwester nicht mehr lange zu leben hat. Da ist die Frage, wie man das Ende meistert, durchaus legitim.

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von puiu 07.01.11 - 13:51 Uhr

Liebe Monika

Das ist eine ganz furchtbare Situation, in der du steckst. Du liebst deine Schwester und leidest, aber sie leidet mehr, denn sie ist krank. Deswegen würde ich sie auf jeden Fall entscheiden lassen - also sie nicht zu der Chemo überreden, wenn sie sie nicht machen will zB. Mit den anderen Möglichkeiten, die dir hier genannt wurden, kannst du dich ja auch auseinandersetzen.

Lungenkrebs gibt erst spät Symptome, und je nach Art kann er recht schnell fortschreiten - deswegen ist so ein Verlauf wie bei deiner Schwester leider nicht ungewöhnlich.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Und deiner Schwester auch.

Lieben Gruß
Sabine

Beitrag von luna395451 07.01.11 - 15:07 Uhr

halloschen,
vielen dank für eure antworten.
meine schwester wurde ja nun am mittwoche entlassen und solle sich zuhause, so gut wie möglich "erholen" udn nachdenken, wie sie sich entscheidet. gestern hatten sie dann auch ein gespräch bei ihrem hausarzt. der sagte, wenn sie die chemo machen würde und sie gut anschlägt, hätte sie noch paar jährchen. ich denke mal, sie wird sich jetzt dafür entscheiden. nach der diaknose konnte ich die nacht ein bisschen besser schlafen aber dann kam heute morgen der hammer, mein schwager rief um 4 uhr an, sie mussten den notarzt rufen ,da sie wieder blut spuckte und keine luft mehr bekam. jetzt liegt sie wieder im krankenhaus ,verdacht auf lungenentzündung. ich war sofort mit dem bus zu ihr gefahren. sie sah wieder um jahre gealtert aus. sie solle nun paar tage zur beobachtung dableiben. der notarzt machte meinem schwager richtig angst, sie würde jetzt ein pflegefall werden und er solle sich überlegen wie alles weiter gehen soll. davon hat der arzt im krankenhaus aber nichts gesagt. bei der vistite heute morgen sagte der arzt, es sei noch nicht soo stark das man mit dem schlimmsten rechnen müsste. ich möchte nicht das sie so leidet . wenn man überlegt, es gibt menschen, die wollen nicht gesund werden, sprich meine stieftochter. sie ist 21 jahre, wiegt ganze 30 kg !!!!!!und ist 163 cm groß. sie sagt, ich bin eben krank, sonst nichts. entlässt sich ständig selbst aus der klinik und andere wollen sooo gern leben und dürfen nicht. meine stieftochter kam im letzetn jahr mit ganze 23 kg ins krankenhaus und dann schreit sie die ärzte an, sie sei doch gesund, sie sollen sie in ruhe lassen. ich würde dem mädchen am liebsten der marsch blasen aber meinem mann zuliebe , mach ich es nicht. man muß denen ja auch noch gut zureden.
vg monika, der das herz sehr schwer ist

Beitrag von golm1512 07.01.11 - 20:01 Uhr

Hallo Moni!
Ich verstehe deine Sorgen. Sehr.

Es wird dir nur und deiner Schwester nicht helfen, wenn du solche Vergleiche anstellst. Deine Stieftochter hat keine Krankheitseinsicht, weil das zu ihrem Krankheitsbild gehört. Sie müsste nur essen, das denkst du. Genauso gut müsste ein Alkoholiker einfach nur mit dem Trinken aufhören oder ein Drogenabhängiger mit seinem Missbrauch. Die Krankheit besteht in allen Fällen darin, dass keine Krankheitseinsicht besteht. Sonst wäre es ja einfach. (Sie sagt, sie wäre krank, aber das ist nicht ihre Einsciht, sondern das, was andere ihr "einreden".)

Deine Schwester ist an einer anderen Sache erkrankt. Damit kann und muss man anders umgehen. Hier ist deine Schwester, da ist deine Stieftochter. Das sind zwei Paar Schuhe, auch wenn du in beiden Fällen mit betroffen bist. Verschwende deine Energie nicht mit blöden Vergleichen. Das bringt weder dir noch deiner Schwester noch deiner Stieftochter irgend etwas.

Die Aussagen der Ärzte sind in eurem Fall alle doof, finde ich. Von möglichen Jahren bis jetzt sofort Pflegefall ist alles vertreten. Hör dir alles an und mach dir ein eigenes Bild. Und hör auf deine Schwester. Die wird alles am besten wie es um sie steht.

Gruß
Susanne

Beitrag von nicos_mama_maria 08.01.11 - 22:08 Uhr

#liebdrueckhallo und mein herzlichstes beileid.

ich habe heute morgen erfahren das meine mama mit grad 63 jahren in folge von lungenkrebs das zeitliche segnete.
und ich weiß wie du dich fühlst.
bei uns kam di diagnose vor knapp 2 jahren.

es ist nicht einfach aber ich hoffe für deine schwester das sie nicht leiden muß, meine mama mußte es auch nicht.

lieben gruß und viel kraft

Beitrag von holidaylover 08.01.11 - 22:38 Uhr

für deine mama #kerze#stern