Schlafprobleme: Was machen, wenn das Kind selbst aus dem Bett kommt?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von steffiknorn 06.01.11 - 17:46 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist knapp 15 Monate alt. Schlafen war immer schwierig, aber das überrascht eigentlich niemanden, der ein Kind in diesem Alter hat. Im November/Dezember wurde es dann endlich etwas besser, wir schliefen einige Nächte durch und mein Mann und ich atmeten auf, in der Hoffnung, dass es nun endlich soweit sei.

Seit der Weihnachtszeit sind wir jedoch bereits wieder bei "Los". Unsere Tochter schläft zwar meist problemlos nach unserem Abendritual (zwei Lieder singen, wir sitzen neben dem Bett) und auch oft während des Singens ein. Nach ihrer ersten Schlafphase so gegen 11 oder 12 wacht sie jedoch regelmäßig auf und ist sehr schwierig zu beruhigen. Eigentlich müssen wir jedes Mal eine ganze Weile neben dem Bett sitzen, unsere Hand auf ihren Rücken oder Bauch legen und irgendwann ganz leise das Zimmer verlassen. Wenn wir Pech haben, wird sie dabei wach, schreit und alles beginnt von vorn. Oft wiederholt sich dieser Vorgang alle drei bis vier Stunden (eben nach jeder Schlafphase) in der Nacht. In der letzten Zeit kam es oft vor, dass sie bei uns im Bett schlief, weil sie anders nicht mehr ruhig zu bekommen war bzw wir aufgaben und die schnellere und ruhige Alternative wählten.

Ich würde sehr gerne die Ferber-Methode ausprobieren und meine Tochter schreien lassen, damit sie allein lernt einzuschlafen. Leider kommt sie aber problemlos aus ihrem Bett geklettert. Wenn ich sie da schreien lasse, erwartet sie mich eben schreiend an der Tür statt im Bett. Sie kommt nicht allein wieder ins Bett herein und wird sicherlich nicht auf dem Boden einschlafen.

Ich weiß, dass ich langfristig das Problem wohl kaum löse, wenn sie in unserem Bett schlafen darf. Auch immer alle vier Stunden Hand auflegen, bis sie eingeschlafen ist und dann aus dem Zimmer schleichen, kann so nicht ewig weiter gehen. Aber schreien lassen, geht eben auch nicht.

Was würdet ihr tun? Das "es-ist-eine-Phase"-Mantra aufsagen und aufs Ende warten? Ein anderes Bett kaufen?

Vielen Dank für eure Hinweise und Gedanken!
Steffi

Beitrag von inajk 06.01.11 - 17:56 Uhr

Liebe Steffi,
vielleicht meinst du das sowieso, also bloss zur Sicherheit: Wende lieber nicht die Ferber-Methode an, sondern die aus "jedes Kind kann schlafen lernen". Ist dasselbe Prinzip, aber im Detail stecken meiner Meinung nach sehr wichtige Unterschiede.

Ich denke nicht dass das aus dem Bett kommen einen Unterschied macht. Ich wuerde die Methode insofern abwandeln, dass ich ihr zunaechst mal beibringen wuerde, dass es ihr nichts nuetzt aus dem Bett zu kommen. Sprich: Immer wieder reinlegen. Das wird das erste Mal dauern, vielleicht musst du sie 50x wieder ins Bett stecken, aber irgendwann kommt sie nicht mehr raus. Bis dahin wuerde ich sie auch immer SOFORT wieder reinlegen, halt sobald sie rauskommt, also nicht 3 Minuten warten oder so. Das machst du dann, sobald sie im Bett bleibt.
Vielleicht kannst du es auch kombinieren mit der Tuer-auf/Tuer-zu-Methode, die hat bei meiner Grossen sehr gut funktioniert. Wenn sie aus dem Bett kommt, geht die Tuer das naechste Mal zu. Wenn sie drinbleibt, bleibt die Tuer einen Spalt auf, was die meisten Kinder sehr wuenschenswert finden. Aber vielleicht ist deine noch zu klein um diesen Unterschied echt schnallen zu koennen.

Lies das Buch gruendlich bevor du die Methode anwendest. Da stehen viele wichtige Dinge drin, die man erst gelesen und verstanden haben sollte, und die an sich auch schon helfen koennen.

Viel Erfolg,
Ina

Beitrag von annahoj 06.01.11 - 18:43 Uhr

hallo steffi,

ich kann verstehen, dass dich das schlafverhalten deiner tochter "nervt". mir ging es anfangs bei meiner auch so. mit fast genau 12 monaten wollte unsere superschläferin plötzlich nicht mehr allein ein- und auch nicht durchschlafen. das ging nur bei uns im bett. bei uns hat es auch nichts genützt, wenn wir neben ihrem bett geblieben sind.

ich habe lange gedacht, ich dürfe ihr unser bett nicht "angewöhnen". war kurz davor mich an jedes kind kann schlafen lernen zu orientieren. irgendwie war da aber immer eine sprerre...ich konnte mir nicht vorstellen, mein kind allein in ihrem bettchen schreien zu lassen. also habe ich mich andereweitig umgesehen und mich über das kindliche schlafverhalten informiert.

zwei wichtige argumente haben sich bei mir seit dem festgesetzt:

"ich schlafe nachts nicht gern allein. bin froh mich nach einem schlechten traum an meinen partner kuscheln zu können, warum sollte ich das einem so kleinem wesen verwehren?"

kleine kinder, gerade im alter deiner tochter, erleben tagtäglich unheimlich viel...lernen immer und immer wieder neues dazu, das muss erst mal verarbeitet werden. tagsüber ist dafür keine zeit, also geht das nur nachts, wenn sie zur ruhe kommt. das solltest du dir auf jedenfall bewusst machen.

meine maus schläft seit dieser "erleuchtung" jede nacht bei uns. in letzter zeit kommt es aber auch wieder häufiger vor, dass sie sogar ohne unterbrechung durchschläft und da kommen wir zu meinem zweiten lieblingsargument:

"Gestille Bedürfnisse verschwinden, unerfüllte werden größer"

deine maus braucht einfach deine nähe, am besten du gibst sie ihr einfach. wenn ihr im elternbett nicht genug platz habt, dann legt eine matratze daneben oder eine baby- bzw. reisebettchen.

wende um gottes willen nicht die ferber-methode an, das einzige was dein kind dadurch lernt, ist resignation.

ich wünsche euch alles gute.

annahoj mit emma (06.12.08)

Beitrag von ayshe 06.01.11 - 18:54 Uhr

#blume

Beitrag von misslila 06.01.11 - 21:14 Uhr

... es ist zwar manchmal schwer!

Aber seit dem ich meine Maus nachts zu uns hol wenn sie schreiend aufwacht, sind wir beide am nächsten morgen wenigstens ausgeschlafen ;-)

Meine Maus "muss" zwar die erste nachthälfte in ihrem bett schlafen, dafür darf sie mitmir schmusend einschlafen - und seit dem ich geschnallt hab, dass das nur mit einem müden kind geht, sind wir auf dem weg der Besserung #rofl

Manchmal macht sich es auch die Mama (also ich) schwerer als es eignetlich ist ;-)