Brauchen eure Partner auch manchmal Abstand oder sind durcheinander?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von eureauch? 07.01.11 - 08:10 Uhr

Hi Hi.

Mich würde folgendes interessieren:

Mein Partner hat öfters so Phasen (meistens wenn wir viel streiten oder einfach der Wurm drin ist) wo er sich distanziert und "durcheinander" ist. Er möchte dann keinen Kontakt und ruft tagelang nicht an :-( Mir tut das immer sehr weh und ich leide extrem darunter!!

Ich muss dann an die Höhle denken-wo Männer sich manchmal zurück ziehen und ins Feuer starren müssen.

Kennt ihr das? Wie geht ihr damit um? Nachrennen bringt bei MEINEM leider mal gar nichts im Gegenteil, er macht dann noch mehr dicht!! :-(

Über Erfahrungen wäre ich dankbar und freue mich auf Antworten zum Vergleich :-)

Gruß

Beitrag von BinEineFrau 07.01.11 - 08:24 Uhr

Hi,

von meinem Partner kenne ich das nicht. Aber von mir. Ich brauche zwischendurch auch einfach mal meine Ruhe und Zeit nur für mich. Mein Partner muss sich dann für ein paar Tage in seine Wohnung einquartieren.

Inzwischen haben wir es so eingerichtet, dass ich pro Woche mindestens einen Tag, besser noch 2 Tage habe, an denen wir uns nicht sehen.

Beitrag von KenneIch 07.01.11 - 09:16 Uhr

Ja, ich kenne das. Unsere Beziehung ist ziemlich kompliziert - er war mein Dozent an der Uni, er hat Kinder, die Frau ist erst vor ein paar Monaten ausgezogen (wegen seiner Beziehung mit mir), Scheidung läuft grad an...

Und da er jetzt im Prinzip Vollzeit arbeitet, nebenher forscht und allein die Kinder, das Haus und den Hund managt, ist er manchmal einfach überfordert. Vor allem, weil er das Gefühl hat, dass alles zu schnell geht und dass ich zu viel fordere.

Nun ist die Sache die: ich weiß was ich will, zB eben dass er sich scheiden lässt, ich evtl nächstes Jahr bei ihm einziehen kann - wie ich finde durchaus verständliche Wünsche.

Nur manchmal wird ihm zu viel, dass ich sowas jetzt schon plane - er hat die Erfahrung gemacht dass alle Pläne scheitern, während bei mir das Planen bisher immer gut funktioniert hat. Und wenn es ihm dann zu viel wird, dann braucht er ein paar Tage um wieder runterzukommen und sich daran zu erinnern, dass er mich liebt ;-)

Das stresst mich, aber ich wusste vorher auf was ich mich einlasse. Er ist ein komplizierter Mensch, der eben seinen Freiraum braucht. Solange das nicht zu extrem wird, komme ich damit klar.

Beitrag von ninnifee2000 07.01.11 - 09:24 Uhr

Erst war eure Beziehung spontan und aufregend - einfach anders. Jetzt rutscht er mit dir in den Alltag und er hat wieder genau das, was er auch in seiner Ehe hatte - eine fordernde Partnerin.

Vielleicht ist er charakterlich extrem, aber du bist das auch. Ich würde mich nicht wundern, wenn diese Beziehung schief geht, wenn ihr einmal zusammen lebt. Nicht wundern, wenn er dann wieder eine seiner Studentinnen angräbt und du dann die Betrogene bist.

:-p

Beitrag von *augenroll* 07.01.11 - 10:20 Uhr

Das ist etwas was ich an Urbia immer wieder faszinierend finde: So viele unglaublich exakte Ferndiagnosen...


Unsere Beziehung begann nach einer mehrjährigen Freundschaft und ging primär von mir aus, aber von beiden Seiten mit festen Absichten. Spontan war da nichts dran, wäre mit seiner Familie auch nicht machbar gewesen.

Davon abgesehen: das Risiko betrogen zu werden gibt es immer. Das ist bei uns nicht höher oder niedriger als bei einem anderen Paar. Besonders weil seine Ehe bereits seit mehreren Jahren nur auf dem Papier bestand - getrennte Stockwerke des Hauses etc. Und nein, das hab ich nicht (nur) von ihm so gehört. Seine Frau wusste nach einem knappen Monat von mir, also kann man ihm auch nicht vorwerfen sie lange hintergangen zu haben.

Genauso ist mir klar, dass die Beziehung schief gehen kann. Wie jede andere auch. Und wenn sie an meinen Forderungen scheitert - okay. Dann bitte lieber früher als später. Ich weiß eben was ich von meinem Leben erwarte und da gehören eine feste Beziehung und nach einiger Zeit auch Ehe und Kinder dazu. Wenn er dazu nicht bereit ist, dann ist das schade. Sehr schade sogar. Aber lieber weiß ich das nächstes Jahr als dass ich mich ewig hinhalten lasse - solche Fälle kenne ich zur Genüge. Und DAS tut er nicht. Die ersten wichtigen Punkte - Auszug der Frau und Scheidung - wurden innerhalb eines Jahres in Angriff genommen. Wenn der nächste Schritt - also das Zusammenleben - nicht klappt, dann soll es halt nicht sein.

Beitrag von mauseannie 07.01.11 - 11:33 Uhr

Red Du Dir das mal schoen weiter ein. Lernst Du schon noch. Aber dafuer sind Dozenten ja da.

Beitrag von aussiegirl600 07.01.11 - 11:39 Uhr

Was rede ich mir denn ein?

Entweder die Beziehung funktioniert oder eben nicht. Wir haben erschwerte Bedingungen, zweifellos. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass so eine Beziehung dauerhaft funktioniert.

Genauso wie es genug Beziehungen gibt, die theoretisch hätten funktionieren müssen.

Mal davon abgesehen bin ich GsD raus aus der Uni, womit ein Problem-Faktor eliminiert ist.

Beitrag von mauseannie 07.01.11 - 18:24 Uhr

Er ist aber nicht aus der Uni raus. Und Du bleibst nicht ewig 24, die den Professor anschmachtenden Kueken kommen aber immer wieder nach. Na, viel Spass noch. Ach ja, und tolle Leistung, eine Familie zerstoert zu haben. (Denn wenn es vorher schon so aus und vorbei war, waerst Du nicht der Grund fuer die Scheidung gewesen. Das haetten die dann auch ohne Dich geschafft.)

Beitrag von ninnifee2000 07.01.11 - 09:30 Uhr

Ich kenne das nicht von meinem Partner. Wenn er seine Ruhe braucht, geht er in sein Arbeitszimmer oder an die XBox. Aber beides selten.

Ich bin aber auch ähnlich gestrickt. Manchmal brauche ich meine Ruhe vor meinem Partner.

Aber deiner ist wirklich extrem. Wie soll das funktionieren, wenn ihr mal zusammen zieht? Wahrscheinlich will er das nie. Bloß gehört das auch irgendwie zu einer funktionierenden Beziehung. Deshalb sehe ich ein bisschen schwarz für euch.

Alle paar Wochen wegen des Partners leiden, sollte sich niemand antun.

Beitrag von BinEineFrau 07.01.11 - 09:41 Uhr

Warum gehört Zusammenziehen zu einer funktionierenden Beziehung? Ich bin mit meinem Partner schon mehrere Jahre zusammen. Unsere Beziehung funktioniert besser als jede, die ich davor hatte und in der ich mit dem Mann zusammen gelebt habe.

Ein befreundetes Paar ist schon fast 20 Jahre zusammen - in getrennten Wohnungen.#kratz

Beitrag von aeternum 07.01.11 - 10:09 Uhr

Aloha,

manche Leute verwechseln das, was sie selbst brauchen und/oder das, was die Allgemeinheit für gültig hält mit dem, was man als Individuum braucht und von der allgemeinen Ansicht vielleicht abweicht..

Zu einer funktionierenden Beziehung gehört sicher nur das, was beide Partner wollen und brauchen - sonst nichts.

Viele Grüße,

Ae

Beitrag von bensu1 07.01.11 - 10:03 Uhr

hallo,

mein mann ist bei beruflichem stress der typ, der sich zurückzieht und nachdenkt (meistens geht er fischen).

es ist zwar nicht so, dass er sich tagelang nicht meldet (wir wohnen zusammen ;-)), aber er ist dann gesprächstechnisch "out of order", und das lass' ich auch zu.
wenn er reden will, kommt er schon auf mich zu.

wenn er sich tagelang nicht melden würde, hätte ich auch ein problem. tipps kann ich dir in diesem fall leider keine geben.

lg karin

Beitrag von similia.similibus 07.01.11 - 10:08 Uhr

Ja ich kenne das - aber eher von mir! :-( Und wenn ich mit meinem Mann und meinen Kindern nicht in einem Haus leben würde und ich sie gut versorgt wüsste, würde ich mir auch gern mal in bestimmten Situationen einfach eine Auszeit nehmen. Einfachmal Abstand bekommen, die Gedanken sortieren und dann neu starten können.

Wahrscheinlich suche ich mir aus dem Grund auch immer Männer, die sehr viel Freiraum brauchen und sich auch nehmen - weil ich das selber brauche? #kratz Ich kann zwar herrlich meckern, wenn mein Mann mal wieder loszieht...aber wenn er dann weg ist, genieße ich die Zeit, die ich für mich allein habe (z.B. abends, wenn die Kinder dann im Bett sind).

Lass deinem Freund diese Auszeiten, bedränge ihn dann nicht. Wie du schon selber gemerkt hast, zieht er sich dann noch mehr zurück. Um so gelassener du damit umgehst, um so eher zieht es ihn wieder zu dir zurück.

LG

Beitrag von BinEineFrau 07.01.11 - 10:14 Uhr

***aber wenn er dann weg ist, genieße ich die Zeit, die ich für mich allein habe***

Nach meiner Scheidung habe ich diese Erfahrung auch gemacht. So groß der Trennungsschmerz auch war, ich habe diese Zeit, die ich alleine hatte, genossen. Ich war dann auch ziemlich lange sehr gerne Single.

Jetzt achte ich auch darauf, dass ich keinen Partner habe, der mir ständig auf der Pelle hocken möchte.

Beitrag von aeternum 07.01.11 - 10:18 Uhr

Aloha,

nein, das kenne ich von meinem Freund nicht. Aber tendenziell von mir - allerdings in dieser Beziehung bisher gar nicht.

Wir wohnen nicht zusammen - wir können es uns vorstellen, aber das genügt momentan. Wie war es denn bei euch, bevor ihr zusammengezogen seid? Da war er doch sicher ähnlich? Wie war es da für Dich, wenn er "ging"?

Auch wenn mein Freund und ich einander mal ein, zwei Tage nicht sehen, sprechen wir doch miteinander. Wir hatten aber auch noch keine Phase, in der wir viel gestritten haben - wir sind erst acht Monate zusammen; eigentlich haben wir noch nie gestritten.

Ich hab mir in unserer Beziehung schon zwei.. Eigenheiten geleistet (nein, kein Betrug o.ä.), und wenn er sich danach zurückgezogen hätte, hätte ich das verstanden. Hat er aber nicht - eher im Gegenteil. Ich denke, daß man den Partner akzeptieren muß, wie er ist. Ich kann das jetzt leicht sagen, da ich an meinem Freund nichts finde, womit ich ein Problem habe. Ich glaube aber, daß es nichts bringt, jemanden ändern zu wollen. Entweder tun die Leute das aufgrund von Einsicht von allein, oder gar nicht.

Jemand, der nicht reden will, den sollte man in Ruhe lassen - so schwer das fällt. Wenn Du mit diesem Verhalten ein ernstes Problem hast, dann wird es schwer für Dich, weil es vermutlich bestehen bleiben wird.

Alles Gute!

Ae

Beitrag von ippilala 07.01.11 - 11:04 Uhr

Nein.
Aber ich bin durcheinander und brauche Abstand. Dazu ist aber kein Streit nötig, das kommt einfach so. Da wir zusammen wohnen beschränkt sich das Abstandhalten nur auf enge Körperlichkeiten.

Und Nachrennen seinerseits macht die Sache auch bei mir unangenehmer.
Bringt also nichts. Abwarten hilft :)


Beitrag von dominiksmami 07.01.11 - 13:55 Uhr

Huhu,

also in den letzten 8 1/2 Jahren brauchte sowas keiner von uns.

Ganz im Gegenteil, wenns mal Krach gab...dann suchten wir um so mehr die Nähe des Anderen.

lg

Andrea

Beitrag von litalia 07.01.11 - 16:38 Uhr

meiner ansicht nach ist das ein sehr unreifes verhalten.

sich einfach mal TAGELANG nicht melden weil man "durcheinander" ist, sorry, dem würde ich den vogel zeigen.

mit SO einem mann vielleicht noch kinder bekommen? .... schön, wenns mal brennt dann ist der herr also mal ein paar tage nicht zu erreichen?

einfach wegrennen vor problemen? hach, der macht es sich aber schön einfach.

für mich wäre so ein dümmliches verhalten deines partners dedinitiv KEIN mann mit dem ich mir eine zukunft, geschweige denn kinder vorstellen könnte.

Beitrag von asimbonanga 07.01.11 - 19:02 Uhr

Hallo,
ich glaube Männer und Frauen brauchen ihre "Rückzüge".
Tagelange Funkstille würde ich allerdings als beziehungsunfähiges und feindliches Verhalten bezeichnen.Besonders wenn es vorher Streitigkeiten gab.
Wenn man zusammen bleiben will, formuliert man auch dieses Bedürfnis klar und ohne den Partner zu verletzen.
Kann es sein, das dein Partner von einer festen Beziehung in die nächste gerutscht ist?Das würde sein Verhalten erklären.Nach einer langjährigen Beziehung ( auch wenn diese zuletzt kaum noch vorhanden war )macht es meiner Erfahrung nach Sinn ,erstmal alleine zu leben.

L.G.

Beitrag von manavgat 08.01.11 - 11:55 Uhr

Ich zieh mich zurück wenn mir danach ist. Wer mich dann stalkt, den schließe ich komplett aus.

Was ist so ungewöhnlich daran, einfach mal für sich sein zu wollen?

Gruß

Manavgat