Stillen - jemand da der es auch nicht toll fand/findet?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von meje.8303 07.01.11 - 11:09 Uhr

Hallo,

ich lese hier immer wieder, das Frauen das Stillen als sehr schön empfinden und traurig sind wenn diese Zeit vorbei ist.

Ich kann das so gar nicht nachempfinden und wollte fragen ob es noch weitere Mütter gibt die es so empfunden haben oder empfinden wie ich.

Als ich vor 7 Jahren mit meinem Sohn schwanger wurde, war für mich sofort klar das ich stillen werde. Ich fand die Vorteile einfach überwiegend und war der festen Überzeugung eine gute "Still-Mama" zu werden.

Dann wurde mein Sohn geboren und schon das erste Anlegen, welches ich mir so schön vorgestellt hatte, war die Hölle. Es tat einfach nur weh. Ich war bitter enttäuscht. Als wir zu Hause waren wurde es auch nicht wirklich besser. Die Schmerzen blieben noch lange und ich fand es mehr und mehr nervig meinen Sohn ständig "an mir dran hängen" zu haben. Ich wollte aber trotzdem weiter machen und nahm mir als Ziel 6 Monate vor. Ich habe gedacht, mit der Zeit gewöhnst du dich bestimmt daran, aber nein. Ich mochte es überhaupt nicht zu stillen. Naja, ich habe es dann 5,5 Monate ausgehalten aber wenn ich an die Zeit zurück denke, nein, es war NICHT schön.

Ich verstehe nicht warum ich so empfunden habe, ich habe nichts gegen körperliche Nähe, kuschel sehr viel und gern mit meinem Sohn, aber stillen möchte ich nie wieder. Aus diesem Grund bekommt meine Tochter nun auch die Flasche.

Bitte nicht falsch verstehen!!! Ich bin noch immer der Überzeugung das Stillen gut ist und habe nichts dagegen wenn es andere machen. Wenn in meinem Bekanntenkreis Frauen schwanger werden, ermutige ich sie zum stillen. Ich finde man sollte es wenigstens versuchen.

Ich möchte nur wissen ob es noch andere gibt die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben.

LG Melanie

Beitrag von kula100 07.01.11 - 11:12 Uhr

Hallo,

hier ich! Es war nicht meine Lebensaufgabe und ich hab auch nie die Einheit mit meinem Sohn gespürt die man angeblich darin findet. Hab es zwar 5 Monate voll und dann nur noch nachts bis zum 9 Monat durchgehalten aber eher aus bequemlichkeit! Ich würde allerdings wenn ich noch mal schwanger würde wieder versuchen zu stillen denn im Endeffekt ist es halt das beste was man den kleinen geben kann.

lg kula100

Beitrag von meje.8303 07.01.11 - 11:30 Uhr

Danke für deine Antwort #blume
Ich habe mir die Entscheidung, meiner Tochter die Flasche zu geben, auch nicht leicht gemacht.
Aber wenn ich an das Stillen denke, möchte ich die Arme vor meinen Brüsten verschrenken oder die Dinger am liebsten gaaanz dick einpacken, damit niemand ran kommt.
Klingt vielleicht etwas übertrieben aber ich finde den Gedanken, nochmal ein Baby an meiner Brust saugen zu lassen, wirklich schrecklich. Ich kann das einfach nicht nochmal :-(

Beitrag von line81 07.01.11 - 11:31 Uhr

Hi,

ich auch!!!
Habe meinen Großen auch gestillt, leider fand ich es auch nie schön oder bin mit ihm eins geworden dabei. Da er ein unerkanntes KISS Syndrom hatte, haben wir recht bald große Probleme bekommen. Folge: Ich er konnte nicht trinken, ich hatte Milch für 5 und das Pumpen war schrecklich. Brustentzündung etc. Also habe ich ganz fix aufgehört.

Bei meinem Kleinen habe ich es von Anfang an nicht gemacht. Musste mich auch rechtfertigen ohne Ende (was ich eine Frechheit finde!!!!) und bin glücklich es so gemacht zu haben.

Mir schauert es jetzt auch wieder wenn ich daran denke, dass jemand an meiner Brust hängt.

LG Line

Beitrag von claerchen81 07.01.11 - 12:50 Uhr

Hi,

obwohl ich überzeugte Still-Mami bin und meinen Großen 14 Monate gestillt habe, kann ich dich durchaus verstehen.

Bei meinem Großen gab es gar keine Wahl: er robbte gleich nach der Geburt an meine Brust. Von da an waren wir 12 Monate nahezu symbiotisch, denn er trank alles 2h - bis er mit 12 Monaten ernsthaft Beikost zu sich nahm und ich wieder arbeitete. Zusätzlich war er ein starker Tragling, sehr hektisch und unruhig (heute sowas von ausgeglichen und pflegeleicht, wer hätte das gedacht).
Ich habe gestillt, weil es am praktischsten und einfachsten bei so einem Kind war - immer wieder die Flasche machen, den ganzen Steri-Kram.... ich wäre zu nicht anderem gekommen. Ich hatte nie Schmerzen, keine Brustentzündung oder so... aber dass ich nun so emotional darin aufging? Nein. Ich fühlte mich eingesperrt und irgendwie war ich das auch. Ich tigerte wirklich 12 Monate wie ein eingesperrtes Tier durch die Gegend.

Meine Tochter hat jetzt die selben Anwandlungen: und noch mehr als letztes Mal belastet mich das psychisch. Ich kann nicht verstehen, dass jmd. die Babyzeit wirklich genießen kann, ich selbst funktioniere nur.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich meine Kinder nicht lieben würde, aber ich vergehe nicht vor Glück, weil oder wenn ich stille. Auch nicht, als ich schwanger war. Für mich beginnt die schöne Zeit ab ca. einem Jahr und noch mehr, wenn sie sprechen können. DAS ist für mich der Brüller. Die Babyzeit genieße ich nicht und niemand kann mich dazu bringen, da gehört auch das Stillen dazu.

Ich stille, weil es das beste ist, ich es kann und es einfach ist. Aber ich genieße es nicht. Allerdings habe ich ohnehin den Säugling meist an die 20h am Körper, ich denke, jeder kann verstehen, dass einem das zu viel wird.

Was mir einfach in der Seele weh tut ist, dass ich glaube, meine Kinder bekommen das mit (sowohl der Große als die Kleine auch). Beide sind zuckersüß, aber ich kann nicht aus meiner Haut. Ich kuschel gern und viel, bin ein sehr körperlicher Mensch, aber offensichtlich so freiheitsliebend, dass mich diese Symbiose fertig macht - ohne, dass jmd. etwas dagegen tun könnte. Da der Große keine Flasche nahm, hatte ich keine Wahl, bei der Lütten glaube ich nicht dran, ich habe es noch nicht mal versucht. Auch, weil mir dieses Flaschengehöker zu viel ist.

Insofern: ich verstehe dich, auch wenn für mich die Flasche keine Alternative wäre. Schön, wenn ich entspannt bin - aber für mich gehen die Kinder immer vor. Das Jahr werde ich durchhalten. Und ja, ich werde sogar traurig sein beim Abstillen. Aber nur so lange, bis ich merke, wie frei mich das Abstillen wieder machen wird.

Frauen sind kompliziert, gelle ;-).

Gruß, C.

Beitrag von nele27 07.01.11 - 13:33 Uhr

Hi,

ich stille nun das zweite Baby und die Freude daran stellt sich wieder nicht ein... kann Dich gut verstehen.
Bei meinem Großen habe ich 6 Wochen in mein Moltontuch gebissen vor Schmerzen, diesmal waren es nur ein paar Tage, dann flutschte es. Aber die riesen Gaudi ists wieder nicht :-)

Aber es gibt doch Schlimmeres, nicht wahr?

Ich stille, weil es die gesündeste Forn der Ernährung ist und ich es gewissermaßen als meine Pflicht ansehe. Man macht so viel für die Kinder, was nicht wirklich Spaß macht, warum dann nicht auch stillen... meine Meinung. Hatte bei meiner Tochter auch null Bock, hab es trotzdem wieder gemacht und bin jetzt zufrieden, dass es wenigstens nicht unangenehm ist. Damit ist mein Ziel erreicht #freu
Ich will diesmal ein Jahr stillen, das ist ok für mich und danach werde ich froh sein, das Ganze los zu sein.

LG, Nele