Neuen Partner der Mama sofort Papa nennen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von yve1978mar1965 07.01.11 - 11:12 Uhr

Hallo ich bin neu hier und habe ein Problem wo ich nicht weiß ob ich es falsch sehe und übertreibe und bitte daher um ein paar ehrliche Meinungen.

Also es geht um meine Freundin. Sie ist 40 Jahre alt und hat eine siebenjährige Tochter. Vor einigen Monaten hat sie sich von Ihrem Mann getrennt und wurde vor kurzem geschieden.
Die Tochter hat ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater welcher sich wirklich auch sehr bemüht (obwohl er nicht unbedingt ein Vorzeigepapa früher war) und ganz viel schöne Zeit mit ihr verbringt und viel mit ihr unternimmt. Er darf sie jederzeit sehen wenn er da ist (er ist meist drei Wochen im Ausland arbeiten und dann drei Wochen zu Hause).
Soviel zum Papa-Kind Verhältnis.
Die Mama war für dieses Kind immer das Wichtigste auf Erden und auch während Mama und Papa noch verheiratet waren waren es eigentlich Mama und Tochter welche miteinander eine "Beziehung" führten und Papa stand immer irgendwie daneben - daran haben sicher alle ihren Anteil.
Nun hat meine Freundin vor ein paar Wochen im Internet einen Mann kennengelernt welchen sie seit ca. vier wochen auch persönlich kennt. Sie hat sich sofort bis über beide Ohren verliebt und er scheinbar auch. Ich freue mich darüber sehr für sie. Aber als es gleich nach drei Tagen hieß: "Er zieht zu mir" viel ich das erste Mal vom Stuhl denn es wurde nicht nur darüber nachgedacht sondern es stand schon fest! Ich dachte mir das sind die Glückshormone und so schnell kann es ja eh nicht gehen denn er muss ja erstmal langsam ihre Tochter kennen lernen (er hat keine eigenen Kinder). Der Tochter wurde vor Weihnachten nichts gesagt da sie über Weihnachten mit ihrem Papa in den Urlaub fahren sollte und es da keine Probleme geben sollte. Also war ein Kennenlernen von Tochter und neuem Freund für Silvester geplant.
Ich bin davon ausgegangen das die Tochter vorher auf das Treffen vorbereitet wird, aber die Aufklärung erfolgte scheinbar in einem kurzen Satz: "Es kommt dann noch ein Freund aus dem Internet den ich mag". Zur Party (wir waren nur vier Erwachsene und zwei Kinder) nahmen die Kids den "Neuen" lustig auf und die Tochter meiner Freundin nannte ihn "Opa" da er den selben Vornamen wie ihr Opa hat. Das hat meine Freundin ihrer Tochter ganz schnell verboten!!!! Um Mitternacht brach es mir das Herz zu sehen wie schockiert die siebenjährige mit ansehen musste das ihre über alles geliebte Mama nicht sie in den Arm nahm sondern innig diesen fremden Mann küsste. Vorsichtiges Kennenlernen und Annähern für die Tochter sieht meiner Meinung nach anders aus, aber okay.
Der neue Freund schlief Silvester mit da und war auch einen Tag später noch immer da (währenddessen war meine gleichaltrige Tochter die ganze Zeit auch da und so war die Tochter meiner Freundin abgelenkt). Ich sagte dann meiner Freundin deutlich das ich es wichtig finden würde das sie sich nun allein Zeit nimmt mit ihrer Tochter und ihr alles erklärt, sie auffängt und mit ihr spricht. Danach war der neue Mann tatsächlich eine Nacht in seiner eigenen Wohnung.
Nun war ich gestern bei meiner Freundin und war schockiert als ich sah das die Tochter den neuen Mann umarmte und sagte "du bist der beste Papa"!!!! Drei Tage zuvor hatte sie schon mal Papa gesagt und ich war in dem Glauben das ihre Mutter mit ihr gesprochen hat das er nicht ihr Papa ist.
In den letzten Tagen war die Kleine nicht einmal mit Mama und dem neuen Freund allein, geschweige denn hat sie mit ihm allein Zeit verbracht und meine Freundin sagt jetzt sie nennt ihn eben Papa weil sie ihn so lieb hat und sie ihr das nicht verbieten will.
Dazu muss ich sagen das die Kleine kurz zuvor noch gesagt hat sie findet ihn komisch und eklig (vom Aussehen her).

Nun nach diesem Roman meine Frage: Sagt die Tochter "Papa" zu dem neuen Freund meiner Freundin weil sie ihn gern hat oder weil sie merkt das das der Mama gefällt (sie hat im Beisein ihrer Tochter ganz stolz erzählt das sie Papa zu ihm gesagt hat). Und sie hat sicher deutlich gemerkt das es Mama nicht gefallen hat als sie gesagt hat sie mag ihn nicht.
Ich meine um es auf den Punkt zu bringen: Das Mädchen kann diesen Mann weder mögen noch nicht mögen - SIE KENNT IHN JA GAR NICHT!!!! Sie hatte noch keine Chance ihn irgendwie kennen zu lernen und weiß nun gar nicht wo sie steht, denn Mama will sie gefallen und natürlich Mitglied dieser neuen Beziehung sein.

Ich weiß jetzt nicht ob ich mit dem "Papa" überreagiere, aber ich hab mich furchtbar mit meiner Freundin gestritten weil ich glaube das sie ihre Tochter mit allem überfährt und das eine siebenjährige einen Mann den sie kaum kennt Papa nennen darf finde ich einfach falsch und möchte nicht das meinem gleichaltrigen Kind vorgelebt wird das ein Papa innerhalb weniger Tage ausgetauscht werden kann.

Sicher gibt es kein allgemein Rezept wie und ich welcher Zeitspanne alles von Statten zu gehen hat, aber übertreibe ich wirklich wenn ich das für zu früh und gefährlich finde???????

Sorry für den langen Text ich weiß nicht wie ich es kürzer fassen soll ohne wichtiges wegzulassen.

Beitrag von diebina 07.01.11 - 11:44 Uhr

doch, ich finde es gibt ein Zeitspanne! dann, wenn das Kind das möchte. PUNKT.

ich finde es unverantwortlich, wenn MÜtter ihre Kinder so sehr überfahren und überfordern.

Auch wenn sich das Verhältnis zwischen neuem Partner und Kind sich toll entwickelt, so denke ich, dass es völlig ok ist, wenn das Kind zu dem Partner den Vornamen sagt und zum VATER Papa.

ich sage ja zu meiner Schwiegermutter auch nicht Mama ;-)

LG
die bina

Beitrag von barebottom 07.01.11 - 11:55 Uhr

Hi,

sorry ich finde das auch zu krass und vor allem viiiel zu schnell.#kratz

Meine Kinder haben meinen Freund erst nach Wochen das erstemal gesehen, davor habe ich immer mal wieder von ihm erzählt um sie darauf vorzubereiten.

Übernachtet hat er das erstemal an meinem Geburtstag bei mir - das war
nach 3 Monaten. Vorher habe ich die Kinder gefragt ob es ok für sie ist.

Jetzt sind wir über 4 Jahre zusammen und sie nennen ihn beim Vornamen, kann passieren das mal ausversehen "Papa" rausrutscht, aber das ist eher selten. Zusammen gezogen sind wir im übrigen immer noch nicht, jeder hat seine eigene Wohnung und wir sehen uns nur am WE.


LG #blume

Beitrag von yve1978mar1965 07.01.11 - 12:32 Uhr

Danke für deine Antwort:

Genau wie du es gemacht hast sehe ich das auch richtig, natürlich gibt es da keine festen Zeitregeln, aber ein überstürzen und weglassen jeglicher Vernunft ist echt krass!

Nochmal, ich weiß wie es ist frisch verliebt zu sein, jede Minute zusammen genießen und Zukunft planen zu wollen, aber mit 40 sollte auch der Kopf eingeschaltet werden können. Und mit Kind ist einfach auch mal Zurückstecken und Vorsicht angesagt!

Übrigens ist natürlich auch von Anfang an von einem gemeinsamen Kind die Rede und verhütet wird nicht!

Ich versteh nur nicht wie das einer hoch intelligenten und sonst Psychologisch sehr bewanderten Frau passieren kann das sie so den Kopf verliert - es macht mich traurig, aber ich werde daran meine Freundin verlieren!

Beitrag von zahnweh 07.01.11 - 16:02 Uhr

"Ich versteh nur nicht wie das einer hoch intelligenten und sonst Psychologisch sehr bewanderten Frau passieren kann das sie so den Kopf verliert - es macht mich traurig, aber ich werde daran meine Freundin verlieren! "

bei Männern fällt mir das Wort Midlife Crisis ein.

Bei manchen würde ich es so beschreiben: jetzt habe ich all die Jahre immer den Kopf/Verstand benutzt und wirklich glücklich bin ich (im Moment) nicht. Also fallen sie in das (andere) Extrem. Nur fühlen und der Kopf bleibt außen vor.

Beitrag von yve1978mar1965 07.01.11 - 17:01 Uhr

Stimmt genau!
Wenn sie allein wäre, dann würd ich sagen renn eben und schau was draus wird, aber sie hat nunmal eine Tochter und Verantwortung!

Beitrag von barebottom 09.01.11 - 17:57 Uhr


hmmm....das wäre natürlich traurig.
Aber Freunde sind nun mal dazu da, das sie einem auch mal die Wahrheit ungeschminkt ins Gesicht sagen.

Für deine Freudin hängt der Himmel natürlich voller Geigen, aber ich kann über so etwas nur den Kopf schütteln.
Ich hätte meinen Freund damals auch am liebsten dauernd um mich herum gehabt, aber man muss eben den Kopf einschalten und an die Kinder denken.

Vor allem kennen die zwei sich noch nicht mal richtig, egal was die sich im Chat alles geschrieben haben.
Vielleicht hat die Freundin auch Angst das er ihr wegläuft?
Mir kommt das wie echte Torschlußpanik vor, Angst das sie keinen mehr findet, wenn dieser Mann geht?!

Und ob die nun auf einer Wellenlänge schwimmen oder nicht sei dahin gestellt.

LG #blume

Beitrag von angel2110 07.01.11 - 14:41 Uhr

Hallo.

Also ganz ehrlich? Vielleicht bin ich da ja jetzt die, die überreagiert.
Aber ich würde gar nicht wollen dass mein Kind zu einem anderen als ihrem Vater "Papa" sagt. Genauso wie ich nicht wollen würde, dass sie zur neuen Freundin des Papas "Mama" sagt.
Wenn der Papa noch lebt und ein Verhältnis zwischen ihm und dem Kind besteht... wie fühlt der sich wenn die Kleine zum neuen der Mutter auch Papa sagt.
Sollte es irgendwann mal bei uns so sein (was ich natürlich nicht hoffe!),
so würde ich mir wünschen dass mein neuer Partner und mein Kind sich gut verstehen werden und sich mögen. Aber sie soll ihn beim Vornamen nennen, denn ihr Papa ist ein anderer. MEINE Meinung!
Und die Vorgehensweise deiner Freundin finde ich auch alles andere als gut.

LG angel

Beitrag von yve1978mar1965 07.01.11 - 15:30 Uhr

Sie sagt sie hat ihrer Tochter ja nicht gesagt sie solle Papa sagen. Aber das Kind ist sieben Jahre alt und ICH hätte ihr sofort gesagt und erklärt das sie ihn mit dem Vornamen ansprechen soll.
Als die Kleine am Tag zuvor "Opa" sagte wurde es ihr doch auch untersagt weil es nicht richtig ist!

Die Tochter ist ein kluges und manchmal gar berechnendes, liebes, kleines Menschenkind und die Mutter eigentlich hochintelligent und sozial sehr kompetent - ICH VERSTEH DIE WELT NICHT MEHR!

Beitrag von olivia2008 08.01.11 - 07:34 Uhr

Es gibt nur einen Papa, und das ist der richtige Vater, der Erzeuger . Ein Papa ist nichts, was man austauschen kann, nur weil die Mutter nen "neuen" hat. Es ist nicht nur kränkend für den richtigen Vater, sondern so verliert das Wort "Papa" seine Bedeutung. (Ausnahme nur bei Adoptivkindern)

Ich selbst würde niemals -egal in welchem Alter das Kind ist- dem Kind beibringen, der neue sei ihr Papa oder er würde Papa heißen.

Wenn das Kind "Papa" sagt, würde ich dezent und liebevoll darauf hinweisen, dass es nicht der Papa ist, sondern er xyz heißt. Ich denke, dass kein Kind von sich aus gegen den Willen der Mutter "Papa" sagen würde. Was meinst du, wie viele Papas es im Leben eines Kindes geben würde, wenn alle, die sich gut mit dem Kind verstehen, diesen "Titel" bekämen?

Ich verstehe dich voll und ganz !

Beitrag von yve1978mar1965 08.01.11 - 08:05 Uhr

Sie hat die Freundschaft zu mir beendet......

Eine jahrelange, sehr, sehr innige Freundschaft in der wir uns alles sagen konnten, auch unangenehme Dinge.

Beendet für einen Mann den sie ein paar Wochen kennt und beendet nur weil sie es nicht erträgt das ich sage sie soll ihr Glück geniesen, aber nichts überstürzen für sich und ihre Tochter.

Ich wünsche ihr von Herzen das es gut ausgeht und sie und ihre Tochter dauerhaft glücklich sein werden. Mehr kann und will ich nicht tun und bin einfach unendlich traurig und gleichzeitig wütend................

Danke fürs Zuhören allen hier!

Beitrag von martina75 08.01.11 - 14:37 Uhr

Hallo,
ich muß meinen Senf auch noch dazugeben.
Ich finde es auch nicht gut, daß die Kleine so schnell Papa zu einem Mann sagt, den sie zum einen noch nicht richtig kennt und sie zum anderen ja auch noch Kontakt zu ihrem leiblichen Vater hat.
Im Freundeskreis haben wir auch eine Patchwork-Familie, er war alleinerziehender Vater von 2 damals fast erwachsenen Kindern, sie Mutter von drei Kindern, damals ca. 6, 8 und 10 Jahre alt. Ihre Kinder hatten keinen Kontakt mehr zum leiblichen Vater. Die beiden waren so ca. 1 Jahr zusammen, als sie mit ihren 3 Kindern zu ihm zog. Seine Tochter lebte da schon mit ihrem Freund zusammen, sein Sohn wohnte noch zuhause. Seine Kinder haben die "Neue" an Papa`s Seite immer mit dem Vornamen angesprochen. Für ihre Kinder wurde Mama`s "Neuer" die erste Zeit mit dem Vornamen angesprochen, aber nach einiger Zeit haben sich die Drei zusammengetan und gefragt, ob sie Papa sagen dürften. Ich denke, einen größeren Vertrauensbeweis gibt es gar nicht. Aber wie gesagt, das Pärchen war da mindestens 1,5 Jahre zusammen, wenn nicht schon länger.

Hat Deine mittlerweile nicht mehr Freundin Angst, sie würde keinen anderen Mann mehr mitkriegen, wenn sie jetzt nicht "zugreift"? Hört sich für mich so nach Torschuß-Panik an.

Und wenn Du hier schreibst, daß die Kleine schon sagt "Du bist der beste Papa", hört sich das für mich an, als wenn er die Kleine mit irgendwas tollem, was der richtige Papa verboten hat (vielleicht ein tolles Spielzeug) quasi "bestochen" hat.

Ich wünsche Dir alles Gute, wenn eine Freundschaft wegen eines Mannes zerbricht, war die Freundschaft auch nichts wert. Vielleicht kommt sie irgendwann auf allen vieren zu Dir gekrochen.

LG,
Martina75

Beitrag von yve1978mar1965 08.01.11 - 17:14 Uhr

Genauso hätte ich überhaupt kein Problem damit gehabt!!!

Ja die Kleine ist eben recht "praktisch" eingestellt und ist zu jedem lieb wenn sie einen Vorteil davon hat. Fand ich schon immer gefährlich, aber ein Kind eben - Erwachsene sind nicht perfekt, Kinder auch nicht. Jetzt hat sie den Vorteil von einer Person mehr was zu bekommen und das Mama sie so noch mehr liebt. Für die Zukunft halte ich das für gefährlich und kann nur noch das beste hoffen für alle beteiligten.

Tja so kann man sich in Menschen täuschen........

Beitrag von yve1978mar1965 08.01.11 - 17:18 Uhr

Ach ja und "Torschusspanik" hat mein Mann bei meiner Freundin schon vor Monaten befürchtet.
Mein Gott sie ist noch nicht mal ein Jahr von ihrem Mann getrennt und eine gutaussehende, inteligente Frau, finanziell gut gestellt - wieso hat man da solche Angst allein zu bleiben das man sich so ins Ungewisse stürzt!?