Hach, wie ist das Stillen doch gesund...

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von nele27 07.01.11 - 13:48 Uhr

... wusste man schon 1874:

""Die Ärzte Sachsens wissen zur Genüge, dass bei der Ackerbaubevölkerung das Kind verhältnismässig lange gesäugt wird; die Mutter fährt ihr Kind im kleinen Wagen bei der Ernte mit hinaus auf das Feld, um ihm rechtzeitig die Brust reichen zu können; man setzt das Stillen bis zu 1 1/2 Jahre lang fort, so giebt die kräftige Mutter dem Kleinen eine treffliche Kost; allein sie selbst wird dabei auch nicht so häufig schwanger".

Dagegen gäbe die "Proletarier-Frau" ihr Kind zur Pflege, wo es zu Tode
gefüttert würde, während sie selbst alsbald wieder schwanger wäre, "um einem neuen Todes-Candidaten das Leben zu geben".

H. Ploss, "Studien über die Kindersterblichkeit"

#rofl Nette Ausdrucksweise :-) Wollte Euch nur eben dran teilhaben lassen #winke

LG, Nele

Beitrag von nele27 07.01.11 - 13:52 Uhr

Soviel übrigens zum Thema, dass Stillende nicht arbeiten können :-)

Beitrag von schneemannmama 07.01.11 - 13:56 Uhr

Wo hast du denn den Schinken her? Ist ja genial!

Beitrag von nele27 07.01.11 - 13:59 Uhr

http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000000023/3_kap3.pdf?hosts=

#bitte

Da steht u.a. auch drin, dass im 19. Jh. Babys in manchen Regionen mit Mehlbrei und Zuckerwasser gefüttert wurden statt gestillt #schock

Da, da ist die hier propagierte Beikost mit 4 Monaten ja Pipifax :-)

Beitrag von schullek 07.01.11 - 13:59 Uhr

cool, was ist denn die quelle?

lg

Beitrag von nele27 07.01.11 - 14:02 Uhr

Hier nochmal für alle:

http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000000023/3_kap3.pdf?hosts=

Ist tw. etwas verklausuliert geschrieben, aber stellenweise spannend. Ich nteressiere mich nämlich für die Geschichte der Kinderernährung und -erziehung und treibe ab und zu mal so einen alten Schinken auf :-)

Beitrag von ayshe 07.01.11 - 14:32 Uhr

Jaja, die Proletarier #schein


Am besten finde ich "eine treffliche Kost" :-D

Beitrag von linagilmore80 07.01.11 - 14:51 Uhr

Grundsätzlich interessant...

... aber es macht Mütter, die nicht stillen können
1.) traurig, weil sie nicht stillen können, obwohl sie alles probiert haben (ich gehöre dazu und ich bin deswegen fast depressiv geworden!!!)

2.) ein schlechtes Gewissen, WEIL sie nicht stillen können und damit auch nicht in der Lage sind, dem Kind das Beste zu geben...

Versucht euch mal in unsere Lage zu versetzen...

Ansonsten: Schon interessant, so alte Schinken zu lesen.

LG,
Lina

Beitrag von ayshe 07.01.11 - 14:58 Uhr

Es ist doch aber von 1874.

Wenn eine arme Frau damals nicht stillen konnte, starb das Kind sowieso, heute gibt es ja zum Glück vernünftige Flaschennahrung, und die Kinder werden nicht mit einer Mehlpampe zu Tode gefüttert.

Beitrag von linagilmore80 07.01.11 - 15:09 Uhr

Stimmt. Aber die Frauen wussten sich auch schon damals zu helfen: Mit Kuh- oder Ziegenmilch. Gab zwar für die Kinder Bauchgrimmen, aber besser, als wenn das Kind stirbt.

Beitrag von ayshe 07.01.11 - 15:11 Uhr

Die meisten konnten sich das doch gar nicht leisten und waren froh, wenn die Familie halbwegs satt wurde.

Beitrag von perserkater 07.01.11 - 18:55 Uhr

Davon ab starben gut 80% dieser Babys an dieser Art von Nahrung.

Beitrag von ayshe 10.01.11 - 10:59 Uhr

Ja, auch diese Mehlpampe, die man damals oft gab.

Durchzukommen war wohl eher die Ausnahme.

Also es ist schon wirklich gut, daß es eben heute vernünftig angepaßte Pulvermilch gibt.

Beitrag von tragemama 07.01.11 - 15:11 Uhr

Das stimmt nicht, wenn eine Frau nicht stillen konnte, gab es (wie bei den Proletariern ;-)) Ziegen-, Kuh- oder Ammenmilch.

Andrea

Beitrag von marion2 07.01.11 - 21:51 Uhr

#schock mein Onkel ist ein Zombie

er wurde mit Kuhmilch ernährt, weil es weder fertige Flaschenahrung noch Muttermilch für ihn gab.

Beitrag von moeriee 07.01.11 - 16:27 Uhr

#liebdrueck Dasselbe denke ich immer, wenn ich folgenden Satz auf der Packung des Milchpulvers lese:

"Wichtiger Hinweis

Stillen ist die beste Ernährung für Ihr Baby. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Hebamme, wenn Sie eine Säuglingsanfangsnahrung verwenden wollen."

#danke auch! Ist leichter gesagt, als getan, aber du solltest dir einfach nichts daraus machen. Ich denke nicht, dass die TE damit nicht-stillende Mütter angreifen wollte. Sag' dir einfach immer wieder, dass du alles versucht hast. Manchmal geht einfach nicht mehr!

Beitrag von linagilmore80 07.01.11 - 16:31 Uhr

Stimmt, sie wollte nicht angreifen. Wenn ich nicht so traurig wegen dem Stillen wäre, dann hätte ich gar nichts gesagt...

Beitrag von ayshe 07.01.11 - 16:34 Uhr

Ach man, das tut mir echt leid.

Aber ehrlich gesagt, Stillen ist nun auch nicht alles auf der Welt.
Ja, ist wahrscheinlich ein blöder Spruch, ich weiß.

Beitrag von ellannajoe 07.01.11 - 16:58 Uhr

#liebdrueck Das tut mir sehr leid für dich.

Ich bin auch immer noch traurig, weil ich einen Kaiserschnitt hatte und niemals eine normale Geburt erleben werde.

Alles Liebe für dich

Beitrag von moeriee 07.01.11 - 17:31 Uhr

Tja, manchmal läuft das Leben eben anders, als man es sich wünscht. Ich hatte mir von der SS versprochen, dass sie toll würde. Man fühlt sich gut und unbeschwert und freut sich einfach nur auf sein Baby. Ich wollte ins Geburtshaus gehen und hielt nichts von Wunsch-KS, Einleitungen und PDAs. Die Natur kann so etwas schließlich alleine regeln. Ich sah mich zudem schon als Langzeitstillerin. Ach, was hatte ich alles für Vorstellungen...

Das Ende vom Lied war, dass ich gleich schon zu Beginn der SS ins KKH musste. Danach ging es eine Weile gut. Ab der 20. SSW musste ich zuhause liegen und ab der 28. SSW im KKH, weil mein GMH schon früh viel zu kurz war. In der 29. SSW hatte ich einen vorzeitigen Blasensprung. Wir konnten uns noch bis 34+5 retten, dann wurde Louis (nach einem Einleitungsversuch) per KS geholt. So viel zum Thema "Die Natur regelt das schon!" Er kam auf die ITS, weil er bei der Geburt blass-bläulich war, keine Eigenatmung vorhanden war und das Herz weniger als 60 mal pro Minute schlug. Er wurde dort zunächst über eine Sonde ernährt, anschließend mit der Flasche. Als wir zuhause waren, klappte es mit dem Stillen überhaupt nicht. Vielleicht habe ich mich auch zu viel gesorgt, dass es nicht klappt. Ich weiß es nicht. Jedenfalls wäre er mir an der Brust verhungert und ich hätte zufüttern müssen. Abpumpen, Stillen, Zufüttern, ... Nach allem, was davor schon gelaufen war, war ich das reinste Nervenbündel und nicht fähig, nur 30 Minuten am Stück zu schlafen. Denn mehr Zeit blieb mir zwischen seinen Mahlzeiten fast nicht mehr. Also habe ich kapituliert! #heul

Zu jeder Zeit hatte ich mit diesen Dingen massiv zu kämpfen. Ich fühlte mich nicht mehr, wie eine richtige Frau. Unfähig, ein Kind gescheit auszutragen, zu gebären und später zu ernähren. Aber im Nachhinein betrachtet, wenn wir mal ehrlich sind: Ich bin ebenso eine gute Mutter! Ich kann mein Kind vielleicht nicht gebären und ernähren, wie es die Natur vorgesehen hat. Nichts desto trotz habe ich mich jederzeit für mein Kind aufgeopfert! Ich habe selber zurückgesteckt, wann immer es möglich war. Mein Kind lebt, ist gesund und wird geliebt! Und das ist alles, was zählt!

Ich hoffe, ihr gelangt vielleicht auch irgendwann zu dieser Erkenntnis und könnt eure Rückschläge besser verarbeiten! Alles Liebe euch beiden!

Beitrag von rmwib 07.01.11 - 19:39 Uhr

#liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck Das tut mir sehr leid für Dich #liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck

Beitrag von nele27 10.01.11 - 09:29 Uhr

***Ich denke nicht, dass die TE damit nicht-stillende Mütter angreifen wollte.***

Ach Quatsch, wie käme ich dazu?? Bei meinem Großen war ich mehrere Male kurz davor in den Sack zu hauen.
Daher würde ich mich nie erdreisten, über Mütter zu urteilen, die aufgegeben haben!

Außerdem ist die Quelle ja von 1874 - zu DER Zeit gab es eben nichts vernünftiges außer Stillen. Das hat sich ja heute geändert...

LG

Beitrag von marion2 07.01.11 - 21:56 Uhr

Hallo,

Stillen wird total überbewertet. #liebdrueck

Nur weil ein paar umfunktionierte Schweißdrüsen in deinem Körper nicht wunschgemäß funktioniert haben, musst du kein schlechtes Gewissen haben. Man kann ja nichts machen.

Menschen, deren Schweißdrüsen funktionieren, als wollten sie Milchdrüsen werden, Nunja, bei denen sieht das natürlich anders aus.

Gruß Marion

Beitrag von laboe 07.01.11 - 21:17 Uhr

Nach dem neuesten Dioxin-Skandal bin ich froh, dass ich "Kunst"-Milch füttere!

Beitrag von marion2 07.01.11 - 21:57 Uhr

"allein sie selbst wird dabei auch nicht so häufig schwanger"

deswegen erzählt meine Oma so gern von der Frau mit den 24 Kindern aus ihrem Dorf

Ja gut, die hatte sie ca. 40 Jahre später...

;-)

Die Landbevölkerung hat verhütet. Das ist alles.