Sprachentwicklung bei 3 jährigen Jungs

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von vonni1407 07.01.11 - 14:04 Uhr

Hallo,

unser Sohn ist im Oktober 2010 3 Jahre alt geworden. Er ist gesund und munter und altersgerecht entwickelt. Das einzige Problem, wenn man so möchte ist die Sprachentwicklung. Wir haben immer normal mit ihm gesprochen, nichts verniedlicht oder Babysprache benutzt. Er versteht alles, und führt die Aufgaben auch ordentlich aus (wie es eben einem 3 jährigen gerade so passt), aber die Worte mal ordentlich zu benutzen scheint ihn nicht zu interessieren. Bei der U7a hatten wir richtig Angst vorm Sprachtest, dann die Überraschung: Unser Sohn benannte die gezeigten Objekte richtig beim Namen. Er versteht und kann also mehr, als er uns zeigt. Wir lesen ihm jeden Tag vor, und eine Gute Nacht Geschichte von Mama ist nicht genug, Papa muss dann die Bücher aus der Reihe Wieso?Weshalb?Warum? vorlesen. Daran kann es also auch nicht liegen. Kritisieren tun wir ihn auch nicht, wenn er etwas falsch ausgesprochen hat, wir wiederholen es noch einmal gemeinsam richtig.
Die Kinderärztin sieht noch keinen Bedarf für einen Logopäden. Ich bin langsam mit meiner Geduld am Ende und weiß mir auch keinen Rat mehr.

Wie ist das bei Euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Ich sollte noch erwähnen, dass Terence noch nicht in die KiTa geht.

Danke im Voraus für die Hilfe.
Ivonne

Beitrag von melmystical 07.01.11 - 14:28 Uhr

Wie genau sieht das denn aus? Lässt er Buchstaben weg oder verwechselt er sie? Oder hat er seine eigene Sprache?

Bei der U7 hieß es, dass mein Sohn eine Sprechentwicklungsverzögerung hat, da er da gerade mal fünf Wörter sprechen konnte. Jetzt steht bald die U7a an und es ist zwar viel besser geworden, aber manchmal denke ich, dass seine Aussprache noch nicht so richtig ist. #kratz

Beitrag von blonde.engel 07.01.11 - 14:29 Uhr

Hallo...

Erstmal noch eine Frage:
WIE genau spricht dein Sohn denn? Nur einzelne Wörter? Gar nicht? Undeutlich? Verniedlicht alles?

Der Arztbesuch zeigt ja, dass dein Sohn reden kann, wenn eine bestimmte Notwendigkeit besteht!?!

Mein Zwerg redet schon immer wie ein Wasserfall, manchmal ist er aber auch zu faul, ganze Sätze zu sagen! Wenn er zum beispiel aus seinem Kinderzimmer ruft "DUUUURST!!!" Dann regiere ich NICHT! Ich gebe ihm erst dann etwas, wenn er zu mir kommt und sagt "Gibst du mir bitte..." oder "Darf ich bitte...". So langsam hat er es gelernt, dass ich nur auf ganze Sätze reagiere und werd nichtmehr durch die ganze Wohnung mit einzelnen Wörtern angebrüllt...

Versuch es doch einfach mal so! Mach ihm klar, dass wenn er etwas (haben) möchte, dass er sich auch "klar und deutlich" ausdrücken muß...

LG
Jenny

Beitrag von naddi_3001 07.01.11 - 14:38 Uhr

Wenn ich mal ganz ehrlich bin dann hört sich das ganz nach meinem Sohn an bevor er in den Kindergarten kam.
Seit August 2010 geht er jetzt in den Kindergarten und es ist sooooooo viel besser geworden.

Vorher konnten Ihn nur die Leute verstehn die viel mit Ihm zusammen waren weil er im Grunde zu faul war die Wörter richtig auszusprechen. Mama, Papa und Oma haben ihn ja schliesslich verstanden und fleissig übersetzt.

Nachdem der Kindergarten los ging habe ich manchmal richtig erschrocken wie klar und lang seine Sätze wurden. Auch bekannte die Ihn seltener gesehn haben, haben mir gesagt das sie Ihn jetzt aich besser verstehn.

Ich hoffe meine kleine Geschichte Hilft dir etwas.

Liebe Grüße

Nadine

Beitrag von hanni123 07.01.11 - 14:39 Uhr

Huhu,

was ist denn genau das Problem? Sagt er gar nichts? Hat er Aussprache- oder Grammatik-Probleme?

Verstehe ich das richtig, wenn er etwas falsch ausspricht, soll er es auch nochmal richtig wiederholen? Das habe ich nie gemacht, ich habe es einfach selbst noch einmal richtig wiederholt, aber habe nicht verlangt, dass mein Sohn es tut. Das stösst ihn ja auch darauf, dass er es nicht richtig gemacht hat und ist eine Art von Kritik. Beispiel, mein Sohn sagt immer "Mutella" anstelle von Nutella. Ich antworte ihm dann einfach mit "Hier, bitte, die NNNNNNutella." ;-)

Wenn mein Sohn den Eindruck hat, er kann etwas nicht 100% richtig, macht er es auch gar nicht. Vielleicht ist das bei Deinem Sohn auch so?

LG

Hanna

Beitrag von tweety74 07.01.11 - 14:40 Uhr

Singst du auch mit ihm? Singen und Reime (Fingerspiele) sind ebenfalls sehr wichtig für die Sprachentwicklung. Er muß selbst zum Sprechen animiert werden. Der Rat von blonde.engel war auch gut. Sprache muß auch aktiv benutzt und nicht nur passiv gehört werden.
Fehler in der Aussprache sind in diesem Alter noch ganz normal.

Beitrag von schullek 07.01.11 - 14:42 Uhr

hallo,

generell steht fest, dass jungen etwas später mit der sprachlichen entwicklung sind und generell auch nicht so sprachbegabt wie mädchen. frauen haben mehrere sprachebereiche im hirn, der mann wesentlich weniger. ist wissenschaftlich erwiesen und erklärt, warum weitaus mehr jungen zum logopäden von besorgten eltern gebracht werden, als mädchen.
das soll nat. nicht heißen, dass das immer so ist, für alle, die gleich aufschreien wollen. mein eigener junge hat mit 1,5 in ganzen sätzen geredet udn ist auch jetzt sprachlich sehr begabt.
jungen haben dafür generell andere stärken, wie das logische denken und verständnis.
was ich dir damit sagen will: wenn keine hörprobleme bestehen, er ansonsten fit und seinem elter entsprechend entwickelt ist, würde ich mir keine siorgen machen und ihm einfach zeit geben. das kommt dann schon mit der zeit von ganz allein.

mein neffe ist auch eher ein spätzünder im sprechen, ist aber ansonsten ein absolut pfiffiges kerlchen.
mach dir keine sorgen, ich denke ihr macht das richtig so, wie es ist.

lg

Beitrag von zahnweh 07.01.11 - 14:42 Uhr

Hallo,

ohne Beispiele ist es schwierig einzuschätzen.

Meine macht sprachlich immer wieder Sprünge. Von einem Tag auf den anderen kann sie mehr.
Der letzte große Sprung, war kurz vor dem Kindergarten. Seit dem Kindergarten kamen ein paar Feinheiten.

Beim Verstehen ist es unterschiedlich.

Wer sie länger kennt und oft sieht,
- lässt sich nur gelegentlich etwas "übersetzen"
- sagt, dass sie große Sprünge gemacht hat im letzten Jahr

Wer sie länger kennt und kaum sieht,
- versteht sie kaum
- sagt, dass sie große Sprünge gemacht hat und man deutlich mehr versteht, als früher

Wer sie nicht kennt, schaut mich mit großen Augen an und versucht zu zu hören (dann klappt es auch meistens mit dem Verstehen) oder hat keine Geduld/Interesse, dann versteht man auch nix.

Kinderarzt sah noch kein Handlungsbedarf. Der Sprung kam dann wenige Tage nach der U7a.

Sie versteht alles (wenn sie will :-p) und das ist schon mal sehr wichtig.

Ansonsten hat sie noch logische "Fehler"

ich binne, ich kanne, ich darfe (es heißt ja auch: ich machE, ich laufE, ich rennE)

Umkleid-ung (Umkleidekabine)

Passiv bildet sie mit "worden" statt werden...

Vergangenheiten bildet sie, wenn auch mit ihren logischen Formen.

Im Zweifel greift sie auf bestehende, ihr bekannte grammikalische Regeln zurück und verwendet diese.

Aussprache, nun ja... kommt auf's Wort an ;-)

(sie ist ca. 2 Monate älter als deiner)

Beitrag von annie31 07.01.11 - 14:46 Uhr

Hi,

also mein Sohn ist im November 3 Jahre alt geworden und er spricht wie ein Großer. Er nispelt nur ein wenig, aber das finde ich noch irgendwie total süß.

Er hat aber eine Freundin die im Januar jetzt 3 Jahre alt geworden ist und nur Mama und Papa sagt, da hat die Ärztin aber schon gesagt, dass das mal näher untersucht werden sollte.

Ich muss allerdings sagen, dass mein Großer ziemlich früh mit dem Sprechen war, er hat mit 2 Jahren schon richtig gut gesprochen. Er ist da schon 3mal die Woche in einen Kindergarten gegangen und da ist das mit dem Sprechen auch sehr viel besser geworden.

Vielleicht wird sich das auch geben, wenn Deiner in den Kindergarten geht. Wenn Deine Ärztin es aber nicht für notwendig erachtet, dass er zum Logo muss, dann ist es wohl vielleicht auch nicht so schlimm, wie es für Dich vielleicht erscheint.

LG

Beitrag von sunflower.1976 07.01.11 - 17:30 Uhr

Hallo!

Beschreib vielleicht die Probleme etwas genauer. Wie groß ist sein täglich spontan genutzter Wortschatz? Kann er (fast) alle Buchstaben/Buchstabenkombinationen? usw.

Du schreibst: "Kritisieren tun wir ihn auch nicht, wenn er etwas falsch ausgesprochen hat, wir wiederholen es noch einmal gemeinsam richtig. "
Aber genau das ist für ihn Kritik. Lass Deinen Sohn nichts nachsprechen. Das kann für ein Kind mit (möglichen) Sprachproblemen extrem entmutigend und frustrierend sein, so dass sie dadurch sich weniger zutrauen, etwas zu sagen. Du kannst das "Corrective feedback" nutzen. Das heißt, Du verwendest das falsch ausgesprochenen Wort in Deinem nächsten Satz.
Beispiele:
Dein Sohn: "Da ist ein Ato!"
Du: "Ja, da fährt ein rotes Auto!"
Dein Sohn: "Ato Papa?"
Du: "Nein, das war nicht Papas Auto!.
usw.

Wenn Dir Sorgen machst, hol auf jeden Fall noch eine zweite oder dritte Meinung ein. Unser großer Sohn hat eine Sprachentwicklungsverzögerung. Vom KiA und HNO-Arzt wurden wir vertröstet. Es hieß, dass alles noch kommt und Therapie mit 4,5 bzw. 4 Jahren frühestens beginnen solle. Nach diversen Arztwechseln wurden wir zur Pädaudiologie überwiesen und dort wurde dringendster (!) Therapiebedarf gesehen.

LG Silvia

Beitrag von miau2 07.01.11 - 18:14 Uhr

Hi,
was genau macht er denn falsch?

Das "Verwechseln" bestimmter - ähnlich klingender - Buchstaben ist in dem Alter vollkommen normal und sollte sich von alleine geben. Auch das Vertauschen von Buchstaben oder Wörter, die - geschrieben - ganz anders aussehen würden als das, was eigentlich gemeint ist.

Vieles verwächst sich tatsächlich von alleine. Und weil das so ist wird Logopädie meistens nicht vor dem 4. Geburtstag angefangen, um eben abzuwarten, ob alles noch total normal ist und sich entwickelt oder nicht.

Ist halt die Frage, was genau jetzt die "Probleme" bei Euch sind.

Beispiele für "ähnliche" Buchstaben, die gerne verwechselt werden (und das in dem Alter auch dürfen!): z.B. t und k, d und g...auch leichtes "Lispeln" ist noch ok...es sollte sich halt alles nach und nach im nächsten Jahr geben bzw. zumindest eine Tendenz zeigen.

Bei uns ist halt das schöne, dass im KiGa eine speziell weitergebildete Erzieherin mit darauf achtet, die eben noch nicht so "betriebsblind" ist wie ich (ich habe vieles einfach nicht mehr gehört irgendwann). Wir sind seit dem 4. Geburtstag beim Logopäden, und es ist vieles besser geworden.

Aber wie gesagt, so früh Logopädie wäre die Ausnahme.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von kati543 07.01.11 - 18:15 Uhr

Wenn dein Sohn ordentlich sprechen KANN und es nur nicht WILL, dann besteht auch kein Bedarf für einen Logopäde. Aber laß ihn erst einmal in den Kiga kommen. Da ändert sich vieles.

Beitrag von naddi_3001 07.01.11 - 20:41 Uhr

Das seh ich auch so. Im Kindergarten bleibt ihm nichts anderes übrig als richtig zu sprechen, weil ihn sonst niemand versteht und keiner zum Übersetzen da ist.

Wenn etwas mit ihm dann doch nicht stimmen sollte werden es dir die Kindergärtner sagen.