Hallo,
folgender Sachverhalt. Meine Eltern überlegen gerade sich ein recht günstiges Haus für ca. 100.000 Euro zu kaufen. Dort soll ich (alleinerziehend mit zwei Kindern) denn einziehen und miete es sozusagen.
Meine Eltern verdienen ganz gut und haben ein abbezahltes Haus. Viel Bargeld liegt auf dem Sparbuch allerdings nicht. Meine Frage wäre was ist alles Eigenkapital und was wird dazugezählt?
Lebensversicherungen?
Oder ist es nur das Bargeld was man hat?
Vielen Dank schonmal für hoffentlich zahlreiche Antworten.
Schönes Wochenende von Jenny02
Was ist alles Eigenkapital?
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Beitrag von jenny02 - 07.01.11 - 17:33 Uhr
Beitrag von kati543 - 07.01.11 - 17:47 Uhr
Alles was irgendwie verfügbar ist und man zu Geld macht, ist in diesem Fall Eigenkapital (so, wie du es verstehst - buchhalterisch ist es etwas anderes). Wenn also deine Eltern ihre Lebensversicherungen verkaufen, dann gehört das dazu. Wenn sie die behalten wollen, dann nicht. Allerdings haben deine Eltern ja genügend Vermögenswerte und dementsprechend Sicherheiten, für die sich Kredite aufnehmen können.
Beitrag von jenny02 - 07.01.11 - 18:03 Uhr
ja das stimmt. Ich weiß dass sie auf jeden Fall einen Kredit bekommen werden, aber uns geht es ja darum den mtl. Abtrag möglichst gering zu halten. Als Alleinerziehende soll man ein Haus erstmal alleine stemmen können. Mein Verdienst ist ja leider nicht so hoch.
Danke für deine Antwort.
LG Jenny02
Beitrag von catch-up - 07.01.11 - 19:23 Uhr
Eigenkapital ist das Geld, was du zur Zahlung der 100.000 EUR aufbringen kannst!
Kaufst du n Quark, ist sind die 59 Cent dein Eigenkapital! Kaufst du n Sofa auf Raten und zahlst 300 EUR an, sind die 300 EUR dein Eigenkapital!
Alles, was an Kredit aufgenommen wird, ist Fremdkapital!
Beitrag von seikon - 07.01.11 - 19:32 Uhr
Eigenkapital ist eigenes Vermögen, dass ihr einbringen könnt. Wichtig ist, dass das Vermögen nicht beliehen sein darf. Wenn ihr also zu Bank A geht und einen Kredit über 20.000 Euro aufnehmen würdet und dann bei Bank B die Hausfinanzierung machen wollt, dann sind die 20.000 Euro kein Eigenkapital, weil sie ja durch einen anderen Kredit finanziert werden.
Beitrag von wemauchimmer - 07.01.11 - 23:37 Uhr
Hallo Jenny,
im Grunde interessiert sich die Bank erstmal gar nicht für Eigenkapital. Sondern sie interessiert sich dafür, welche Sicherheit für das Hypothekendarlehen Du bieten kannst.
Der Standardfall ist der: Jemand kauft ein Haus für X Euro. Dafür nimmt er einen Kredit auf. Das gekaufte Haus dient als Sicherheit; kann er den Kredit nicht bedienen, darf die Bank es verkaufen. Die Bank sagt dann z.B. "ich kann ja nicht sicher sein, ob ich die X Euro tatsächlich bei einer Zwangsversteigerung bekomme; also gehe ich von 80% aus. Das ist das Maximum, was ich Dir leihe, den Rest mußt Du als Eigenkapital bringen (oder ich verlang höhere Zinsen, oder ich geb Dir das Geld nicht, oder, oder, oder...). Und so kommt es, daß landsläufig die Meinung herrscht, das Eigenkapital sei ganz entscheidend für die Kreditzusage.
In Eurem Fall ist es aber so: Die Eltern wollen X Euro (100000) aufnehmen, als Sicherheit dienen dann aber X+Y (=Wert des neuen und Wert des abbezahlten Hauses). Das bedeutet, sofern sie nicht gerade in der letzten Bruchbude in Hinterpommern hausen, daß die 100000 einen viel kleineren Wert darstellen als die beiden Häuser. Die Bank geht also praktisch kein Kreditausfallrisiko ein und hat somit keinerlei Probleme, ihnen das Geld zu leihen, zu sehr günstigen Konditionen.
Zudem können sie einen Haufen Steuern sparen, weil sie die Kreditzinsen als Betriebsausgaben geltend machen können. Es gibt da sogar spezielle Hypothekendarlehen für solche Fälle, wo man sehr lange sehr viele Zinsen bezahlt und kaum tilgt, extra um die Steuerlast zu senken.
Fazit: Vergiß das mit dem Eigenkapital.
LG
Beitrag von jenny02 - 08.01.11 - 15:44 Uhr
Hallo ,
danke für alle Antworten. Mir geht es in erster Linie darum, dass die mtl. Abträge für das Haus gering bleiben (so dass ich es mir als alleinerziehende Mutter leisten kann). Deswegen war meine Frage, was alles zum EK zählt. Meine Eltern würden den Kredit in jedem Fall bekommen. Das Problem ist nur dass wenn sie komplett 100.000 euro leihen mir der Abtrag zu hoch ist.
Allen ein schönes Wochenende
Jenny02
Beitrag von wemauchimmer - 08.01.11 - 18:18 Uhr
Hmm, das sind ca. 400€ im Monat für ein Haus (wenn Deine Eltern die Steuerersparnis nicht an Dich weitergeben), was hast Du denn im Moment für eine Kaltmiete?
LG
Beitrag von jenny02 - 08.01.11 - 18:47 Uhr
nur 400 Euro? Sicher?
Ich habe ein eine Kaltmiete von 380 Euro. 400 Euro würde ich locker schaffen. Bis 480 Euro wäre es ok für mich.
lg Jenny02
Beitrag von wemauchimmer - 08.01.11 - 22:26 Uhr
Also bei <60% Beleihung, das heisst die Häuser sind zusammen 170000 oder mehr wert, solltet Ihr derzeit einen Zinssatz von 3,6% oder besser bekommen (z.B. PSD-Bank). Mit 1% Anfangstilgung heisst das, Ihr müsst 4,6% von 100000 pro Jahr aufbringen, das sind 4600€ oder 383€ pro Monat.
Na evtl vereinbart man eine längere Zinsbindung als nur 10 Jahre und zahlt dann einen leichten Zinsaufschlag. Aber auch da bist Du weit unter 480€ pro Monat.
Wie schon gesagt ist so eine geringe Tilgung normalerweise schlecht, hier aber eher gut wegen der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Zinsen.
Es ist also ganz klar darstellbar. Allerdings ist die Frage, ob die 100000€ wirklich reichen, auch für Erwerbsnebenkosten wie Notar, Grunderwerbsteuer (=ca. 5% vom Kaufpreis). Da müsst Ihr halt das alles mal genauer durchdenken und durchrechnen.
LG
