hallo, ich weiß nicht mehr weiter

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von wacki87 07.01.11 - 18:48 Uhr

Hallo,
es wird leider etwas längeres:


Ich bin Mama von drei Kindern: Lilli wird jetzt drei und die Zwillinge werden 1 Jahr alt. Lilli war schon seit der Geburt ein Schreikind und die kleinen sind schon immer brav. Als ich meine Lilli bekam habe ich mich so gefreut und dann schreite sie 8 Stunden nur am Stück. Wir hatten sämtlich Sachen auspropiert. Nichts half. Das ging bis zu 1 1/2 Jahre, dann war damit endlich Ruhe. Aber sie blieb trotzdem ein schwieriges Kind. Sie kann sooo lieb sein, kümmert sich rührend um ihre beiden Schwestern und ist ansonsten auch mitfühlend. Für ihr Alter ist sie auch schon immer weiter gewessen. Das problem ist bloß wehe es geht etwas nicht nach ihrem Kopf, da ist es wie wenn ein schalter in ihrem Kopf umgelegt ist und man kommt nicht mehr an sie ran. Sie schreit dann furchtbar- und das zieht sie dann ewig lang durchund haut .. Sie hat dann richtige wutanfälle. mit ihr Reden nützt oft nichts. es sind meistens ganz banale Sachen, wo sie ausrastet. Meistens beim anziehen oder waschen. Ich weiß ja nicht, ist das normal??? Meine Mama meint immer es stimmt etwas mit ihr nicht, weil andere Kinder das auch nicht machen. bin gan verunsichert. Bin ganz froh das mein kleinen ganz anders sind. Ich hoffe nur sie sehen sich das nicht noch ab. Habt ihr vieeicht was für mich?


lg Nadine

Beitrag von caro300 07.01.11 - 18:59 Uhr

Hallo Nadine,

ich kann natürlich keine Ferndiagnose geben, denn ich kenne deine Tochter nicht. Aber wir haben auch einen Drachen zu Hause. Meine Tochter ist 3 Jahre, kein Schreikind und hat im Moment ständig diese Wutausbrüche. Wegen jeder Kleinigkeit macht sie ein riesen Geschrei. Ich würde sagen, dass sie in der Trotzphase ist. Es ist in diesem Altern nicht unnormal. Vielleicht noch gemischt mit Eifersucht bei Euch, könnte ich mir vorstellen. Bei uns hilft nur ganz klar Grenzen zeigen und manchmal auch nicht mehr beachten.

LG
Carola

Beitrag von fraz 07.01.11 - 19:43 Uhr

Hallo

Aus der Ferne kann ich auch keine Diagnose machen, aber vielleicht hilft dir unsere Erfahrung:

Unser zweites Kind war auch ein Schreikind und hatte heftige Wutanfälle, wenn etwas nicht nach seinem Kopf ging. Wir haben ihn dann schon mit etwa zwei Jahren in eine Kita gegeben, ein Tag pro Woche. Eigentlich wollten wir uns damit entlasten, haben aber bald heraus gefunden, dass dieser eine Tag in einer Kindergruppe Wunder wirkte. Er musste lernen, dass nicht alle nach seiner Pfeife tanzen und hat gelernt, sich einzuordnen.

Du hast noch zwei kleinere Kinder nebenher. Vielleicht hat deine Tochter das Gefühl, zu kurz zu kommen?

Übrigens: Nun ist unser Sohn 11 Jahre alt und an Pflegeleichtigkeit nicht zu überbieten- also, es gibt doch noch Wunder ;-)


Alles Gute!

Beitrag von marion2 07.01.11 - 19:44 Uhr

Hallo #winke,

sie benimmt sich recht normal. #liebdrueck deine Mutter hat keine Ahnung vom Leben einer dreijährigen mit Zwillingen.

Auch wenn sie ihre Schwestern liebt - sie stellen eine enorme Belastung für sie dar.

Sie ist drei. Was kann sie schon tun?

Schreien, trampeln, hauen

Nimm sie auch bei Gegenwehr in den Arm und sag ihr, dass du sie lieb hast. Sie macht das nicht umsonst in der Zeit, in der du dich um sie allein kümmerst.

LG Marion

Beitrag von mama0102 07.01.11 - 22:44 Uhr

Huhu!!

Also erstmal vorweg, Deine Tochter ist nicht abnormal oder sonst was, lass Dir das ja nicht von deiner Mutter einreden.
Meine zweite Tochter kam zur Welt als meine "Große" 13 Monate alt war und was soll ich sagen, sie schrie von dem Tag ab, als wir aus dem Krankenhaus sind bis sie etwa 1 1/2 Jahre alt war und danach war es wie bei Euch. Wegen den kleinsten Kleinigkeiten konnte sie völlig ausrasten, schrie, bis sie brechen musste oder sogar bewusstlos wurde, ich hatte immer riesen Angst, dass sie sich selbst damit schadet oder sich sogar verletzt.....#zitter. Ich war irgendwann dann mal beim Kinderarzt, weil ich einfach nur verzweifelt war und er meinte, man könne nichts tun, sie sei gesund und es helfe nur, abzuwarten. Wenn sie dann einen Anfall bekam, sollte ich sie einfach auf den Schoß nehmen, mit dem Rücken an mich gepresst und ganz fest halten, bis sie sich beruhigt hat, damit sie sich nicht weh tun kann. Anfangs war das der pure Horror, sie wehrte sich wie ein Löwe und oft war ich am Ende kaputter als sie.
Mir fiel mit etwa 2 Jahren auf, dass sie wesentlich schlauer war, als wir alle dachten. Sie konnte erst sehr spät reden und somit bemerkte niemand, wie schlau sie eigentlich war/ist.... Und eben da lag das Problem. Mein Kinderarzt meinte schließlich, dass ihr kleines Gehirn schlicht so viele Reize aufnimmt, dass sie das nichtmehr verarbeiten kann und wir begannen, unser Leben ruhiger, langsamer und bis beinahe ins Detail geordnet zu leben, denn da kam sie zur Ruhe.Zeitgleich mussten wir ihr aber immer neue Möglichkeiten geben, etwas lernen zu können. Als sie dann ins Kindergartenalter kam, bekam sie auch endlich die Förderung, die sie brauchte, auch körperlich und sie wurde immer ruhiger.
Heute ist sie 8 1/2 und immer noch anders als andere Kinder. Sie will alles lernen, weiß unheimlich viel und stellt selbst mich manchal einfach bloß..... Sie braucht jedoch auch heute noch einen geregelten Alltag und vor allem unheimlich viel körperlichen Ausgleich zu all der geistigen Anforderung, die sie sich selbst auferlegt.... Gerade jetzt, wo Ferien sind, ist sie wieder oft gereizt und aggressiv, aber das hält sich doch im Rahmen, im Gegensatz zu früher ;-)

Aber eigentlich wollte ich ja nun nicht nur von uns hier schreiben....#schein
Deine Tochter wird eines Tages ruhiger, denn auch andere Kinder die keine Schreibabys waren haben solche Phasen. Beruhige sie, soweit das geht, mach Dir aber vor allem keine Vorwürfe, Du kannst es nicht ändern. Forder sie, aber biete ihr auch ganz viele Sicherheiten, Grenzen und Regeln, die unbedingt konstant sein müssen! Lass sie immer mal wieder Auszeiten nehmen, wenn Du merkst, sie wird unruhig ( irgendwann weiß man, wann ein Wutausbruch droht...) und lenk sie mit etwas ab, das ein bisschen entspannt (bei uns wirkten Puzzle immer Wunder!!!). Vielleicht schafft ihr es ja auch, Euch einer Kinderturngruppe oder sowas anzuschließen, da kann sie ihre Energie ausleben und lernt nebenbei, ihre Gefühle zu regulieren (half bei uns super, auch wenns für mich Stress pur war).
Ansonsten helfen nur gute Nerven, viel Geduld und der Gedanke, dass auch Deine Maus eines Tages ruhiger werden wird.

Wünsch Dir alles Gute

LG, Sandra