Haushaltshilfe nach OP (lang)

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Beitrag von kuebi 07.01.11 - 23:18 Uhr

Hallo zusammen,

vielleicht hat einer von euch schon Erfahrungen. Ich wurde nun vor 4 Wochen operiert (komplette Dickdarmentfernung - Bauchschnitt mit Stomanlage). Also keine Kleinigkeit.

Zuhause habe ich 3 kleine Kinder, 2 Kleinkinder und ein Baby. Während ich im KH war, wurden mir 8h/Tag Haushaltshilfe genehmigt. Wobei mein Mann auch noch seinen Resturlaub abbauen musste und somit nur wenig HHH in Anspruch genommen werden musste. Nach 2 Wochen wurde ich entlassen. Bis auf eine kleine Stelle verheilte die Narbe gut und das Stoma funktionierte.

Die Ärzte haben wir weiterhin 8h/Tag (4 Wochen) verschrieben, da ich meinen Kleinen bis 6 Wochen nach der OP nicht hochnehmen oder tragen darf. Zuhause gab es auch Probleme mit dem Stoma bzw. der Wundheilung dort. Ich wurde eben nur unter der Voraussetzung entlassen, dass ich nicht allein bin und Hilfe habe. Es hat auch keiner angezweifelt das mir die Stunden genehmigt werden. Wir haben extra früh den Antrag gestellt. Tja die Antwort kam einen Tag nachdem ich zuhause war (also Samstag). 4h/Tag für 4 Wochen.

Es gab schon einen ziemlichen Kampf. Hab nun etliche Mal telefoniert und mein Arzt hat schon keinen Nerv mehr. Immer kommt von der KK der MDK entscheidet das. Aber die sind der Meinung 2 Wochen Schonung würden reichen. Ja wäre es eine kleine OP gewesen. Habe jetzt sozusagend täglich mehr Stunden errungen. Ging wirklich immer so "ja für die 2 Tage können wir noch 6 STunden machen".

Nun habe ich zusätzlich eine Wundheilungsstörung entwickelt und ständig Schmerzen. Aber jetzt haben sie mir sogar die STunden gekürzt. Statt den ursprünglichen 4 nur noch 3. Der MDK hat nun das dritte Gutachten dazu erstellt ohne mich einmal gesehen oder auch nur gehört zu haben. Ich möchte eigentlich perönlich dort vorstellig werden, da ich eine HHH unbedingt nötig habe und meine Ärzte es auch für unbedingt nötig halten. Aber ich werde nur vertröstet und ich komm mir langsam echt vera... vor.

Was kann ich noch machen? Der MDK ist doch nicht der wo entscheidet? Das muss doch die KK und der MDK berät oder? Kann mir verwehrt werden dort einen Termin zu bekommen? Können die schon genehmigte Stunden einfach kurzen?

Dazu bin ich seit 3 Monaten (eben seit ich weiß das es nötig ist) intensiv auf Wohnungssuche. Wohnen im 3ten Stock ohne Aufzug und ich darf selbst nach den 6 Wochen meinen Kleinen da nicht hoch und runter tragen. Aber trotz allem müssen die Kleinen irgendwie in den KiGa kommen und auch wieder zurück. Aber ich glaube das ist persönliches Pech.

Mein Mann macht was er kann, aber er muss auch arbeiten gehen und er ist momentan ziemlich fertig. Hat keine Erholungspausen mehr und sein "Erholungsurlaub" war nicht erholsam. Er ist mir hier auch schon fast umgekippt. Interessiert aber keinen dort.

Vielleicht kann mir doch einer von euch antworten und auch schon mal danke für die Geduld zum Lesen. Ich hoffe es ist nicht zu wirr.

LG kuebi

Beitrag von birkae 08.01.11 - 13:18 Uhr

Ich hatte im November eine Fuß-OP und habe mir auch eine Hilfe verschreiben lassen. Nachdem ich auch nur 4 Stunden pro Tag zugesagt bekommen habe, habe ich meinen Sachbearbeite bei der KK angerufen und ihm geschildert, dass ich drei Kleine Kinder habe, mein Mann mehr als 9 Stunden pro Tag außer Haus ist und ich nicht mal mein Wickelkind allein versorgen kann. Daraufhin hat mir der Sachbearbeiter gleich zugesagt, dass ich die 4 auf 8 Stunden erhöht bekomme. Für 4 Wochen.

Dass deine Kasse so bescheiden ist, tut mir für dich leid.
Was du jetzt noch machen kannst, weiß ich nicht.

Ich würde mir jemanden aus der oberen Etage deine KK am Telefon geben lassen und anfragen, ob er/sie sich die Sachlage mal ansehen kann. ODer fragen, ob es irgendwo eine offizielle Beschwerdekammer gibt. Oder mit RTL oder einem anderen Fernsehsender drohen, weil du sonst an die Öffentlichkeit gehst...


LG
Birgit

Beitrag von kuebi 09.01.11 - 20:09 Uhr

Ja seit die GEK sich mit der Barmer zusammengeschlossen hat, hab ich fast nur noch Probleme. Die verstecken sich halt hinterm MDK.

Das WE musste ich kurzfristig ins KH, weil die Schmerzen ziemlich stark waren und der Diensthabende Arzt keine Ahnung hat. Wurde nicht viel gemacht, aber es ist besser und nun hab ich auch von dene schriftlich das eine Wundheilungsstörung vorliegt. Das habe ich gleich eingescannt und per mail verschickt.

Morgen ist meine eigentliche SB wieder da, wenn sie sich aber auch so stur stellt lass ich mich mit ihrer Chefin verbinden. Mir egal wieviel die zu tun hat.

Mit einem Krankenkassenwechsel werd ich aufjedefall drohen und notfalls auch machen. Aber gleich an die Öffentlichkeit gehen - ich weiß nicht. Ich drohe nur mit Dingen, die ich dann auch machen würde. Sonst könnte ich das glaube ich auch nicht allzu glaubhaft rüber bringen.

Danke für deine Tips. Darf ich fragen bei welcher Kasse du bist? Muss mich ja schoneinmal nach einer neuen umschauen;-)

LG kuebi

Beitrag von birkae 10.01.11 - 10:48 Uhr

BKK Henschel Plus ist meine Kasse.

Viel Glück, dass deine Kasse jetzt endlih einlenkt!

Lg
birgit

Beitrag von myimmortal1977 08.01.11 - 17:23 Uhr

Hallo :-)

Das ist immer krankenkassenabhängig. Manche Krankenkassen sind sehr kulant, da klappt alles per Anruf und per klärendem Gespräch, andere drehen Dir sofort den Geldhahn zu.

Wir haben damals nach etlichen Entzündungen in meinem Fuß, nach Op's, die auch mehr Unheil, als Heilung brachten, die Notbremse gezogen.

Wir beschäftigen seit dem ein Au Pair Mädchen. Ist für mich die günstigste Alternative, da immer im Haus, immer in Reichweite, Hilfe beim Kind, bei der Hausarbeit und eine sehr schöne Erfahrung oben drein.

Ich hatte keine Lust mehr mich von Dienst zu Dienst zu telefonieren, hier ne Absage über die Stunden zu bekommen, da wieder enttäuscht zu werden.

Je mehr ich mich aufregte, umso doller wurden auch wieder die Entzündungen. Ich drehte mich nur im Kreis.

Das Geld für das Au Pair muss man natürlich erstmal vorstrecken. Man kann es aber teilweise im Anschluss wieder bei der Steuererklärung absetzen. Wenn Du einen Schwerbehindertenausweis hast und über 70 GdB hast, sogar, wenn Du keinen Job ausführst.

Ggf. für Euch eine Option, damit Du erstmal wenistens halbwegs auf die Beine kommen kannst.

Gute Besserung!

Janette

Beitrag von kuebi 09.01.11 - 20:11 Uhr

Danke für den Tip, aber ich glaube das ist nichts für uns. Wir wohnen in einer 4 Zimmer Wohnung und hätten gar kein Platz für sie.

Der Schwerbehindertenausweis ist gerade in Bearbeitung. Mal sehen wieviel GdB ich bekomm, dass weiß ich noch nicht.

LG kuebi

Beitrag von sylviee 08.01.11 - 22:16 Uhr

Hallo,

ich hatte auch eine Darmteilresektion aufgrund von Endometriose. Während meines KH-Aufenthaltes hatte ich eine Haushaltshilfe für 10 Stunden am Tag.

Als ich entlassen wurde, haben meine Ärztin und ich gleich einen neuen Antrag gestellt. Genehmigt wurden zunächst auch nur 4 Stunden. Ich habe sofort Widerspruch eingelegt, da ich min. 4 Wochen nicht schwer heben sollte. Meine Tochter war 15 Monate und konnte noch nicht laufen.

Ich bekam dann die Haushaltshilfe für 10 Stunden am Tag. Aber wahrscheinlich auch nur weil 10 Tage später meine Anschlußheilbehandlung begonnen hat und die Haushaltshilfe dann von der Rentenversicherung bezahlt worden ist.

LG Sylviee

Beitrag von kuebi 09.01.11 - 20:17 Uhr

Das ist interessant. Bei welcher Kasse bist du? Meine gibt sowieso maximal nur 8h/Tag und höchstens 38 Stunden/Woche. Mussten also zusätzlich als ich im KH war noch meine Schwägerin dazu bringen die fehlenden Stunden zu übernehmen (hat selber ein Kind).

Bei mir hieß es ja 6 Wochen nicht schwer heben und deswegen wurden 4 wochen verschrieben.

An eine Anschlussheilbehandlung wurde bei mir gar nicht erst gedacht und eben auch schwierig zu machen wäre.

Schön das es bei dir so gut geklappt hat. Vielleicht muss ich echt die KK wechseln.

LG kuebi

Beitrag von icecream 09.01.11 - 13:17 Uhr

Hi,

das hängt von der Krankenkasse und der Satzung ab.

Ich habe im Sommer ein Hüft-Totalendprothese bekommen - dazu ist die andere Hüfte stark geschädigt.
Bis zu sechs Monaten darf man vieles nur eingeschränkt machen.
Wir haben ein Haus, unsere Tochter ist vier Jahre alt, mein Mann im Schichtdienst.

Die Aussage der Krankenkasse war:
Gesetzlich haben sie einen Anspruch auf eine Haushaltshife, da das Kind unter 12 Jahre alt ist -
aber:
wir bezahlen keine Haushaltshilfe.

In der Satzung der Kasse ist lediglich verankert, dass während eines Krankenhausaufenthaltes eine Haushaltshilfe gestellt wird. Nicht aber während der Reha oder danach.

Auf meine Frage, wie sie sich das vorstellen mit dem Haushalt, bei eingeschränkter Beweglichkeit, meinte die Dame lediglich, ob mir niemand aus der Familie helfen könne.

Tja, das hat mich nun veranlasst, die Krankenkasse zu wechseln und zukünftig werde ich immer genau die Satzung lesen.

Gruss

Beitrag von kuebi 09.01.11 - 20:21 Uhr

Ich habe mir genau deswegen die Satzung genau durchgeschaut. War auch schwierig, da sie sich erst mit einer anderen zusammengeschlossen haben. Die kasse muss eigentlich nach Satzung auch zuhause eine HHH zahlen. Wenn eben auf Hilfe angewiesen ist und dadurch ein KH-Aufenthalt vermieden werden kann.

Mal sehen was sich morgen ergibt. Aber ich schaue schon was die anderen Kassen so bieten.

LG kuebi