Kann ich mich gegen geplanten Teildienst weigern?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von korken 08.01.11 - 08:42 Uhr

Hallo

Ich arbeite in einem Haus für psychisch kranke Menschen und wir haben massivsten Personalmangel.So schlimm, dass zum Teil nur 1 Pflegekraft pro Station im Dienst ist und nur 1 examinierte Kraft im ganzen Haus. Jetzt wollen die Chefs den Teildienst einführen ,also dass man morgens ein paar Stunden kommt und abends auch.Jetzt mal meine Frage:
Ich muss mit dem Zug zur Arbeit fahren (25 Min. Fahrzeit einfache Strecke) und dann nochmal 30 Min.Fußweg (einfache Strecke) steil bergauf hinter mich bringen -auf dem Rückweg natürlich steil bergab ;-)-. Wenn ich nun Teildienst machen müsste,würde das bedeuten dass ich das 2 Mal machen müsste und käme dann auf knappe 4 Stunden jeden Tag nur um hin und wieder Heim zu kommen.Da sich das ja überhaupt nicht lohnt würde ich dort bleiben müssen und meine "Freizeit" im Heim verbringen und wäre dann von morgens bis abends vorort.Ich habe aber 2 kleine Kinder zu Hause (3 und 6 Jahre). Kann ich den Teildienst ablehnen mit der Begründung, dass diese für mich unzumutbar wäre? Ich bin um Antworten wirklich dankbar.#liebdrueck

Beitrag von papa2907 08.01.11 - 10:18 Uhr

Nein, natürlich darfst du deine Arbeit nicht ''verweigern''.

Matthias

Beitrag von korken 08.01.11 - 10:28 Uhr

Welche Optionen bleiben denn?

Beitrag von seikon 08.01.11 - 10:31 Uhr

Ich denke, die beste Option wäre ein Beratungsgespräch beim Anwalt. Generell kannst du, sofern das im Arbeitsvertrag nicht explizit geregelt ist, vom Arbeitgeber eingesetzt werden, wie er will. Dass du so einen weiten Arbeitsweg hast, dafür kann ja dein Arbeitgeber nichts. Es ist ja nicht so, dass er dich an einen anderen Standort versetzt.

Beitrag von papa2907 08.01.11 - 10:53 Uhr

genau das wäre auch meine Antwort gewesen.#pro

Matthias

Beitrag von steff-75 08.01.11 - 10:48 Uhr

Guten Morgen,
Ich kenne dein Problem. Hatte das gleiche in einem anderen Haus.(hatte 40km pro fahrt)
Da bin ich zu meiner PDL gegangen. Ich habe mit ihr gesprochen. und ihr gesagt dass ich das finanziellen und zeitlichen stemmen kann.Weil ich habe ganz frech ein angemessenes Fahrtgeld verlangt.
Bei mir hat es geklappt. Somit musste ich keine Teildienste machen.
Ich denke dass sie dabei auch einem Fachkräfte Mangel.

Liebe grüße Steff

Beitrag von mamavonyannick 08.01.11 - 11:07 Uhr

Hallo,

folgendes habe ich gefunden: http://www.pflegeboard.de/31681-teildienst-zulaessig-3.html

vg, m.

Beitrag von mamavonyannick 08.01.11 - 11:10 Uhr

und noch das:

Hallo Gast,
irgendwie war mir Dein Beitrag weggerutscht. Hier das Ergebnis meiner Recherche:
ArbG Berlin
11.01.2007
63 Ca 8651/05
1. Bei der Vereinbarung einer wöchentlichen Arbeitszeit ist vom Grundsatz her davon auszugehen, dass diese wöchentliche Arbeitszeit so aufgeteilt wird, dass vom Arbeitnehmer pro Arbeitstag nur eine zusammenhängende Anzahl von Stunden geleistet werden muss.
2. Will der Arbeitgeber hiervon abweichen und die wöchentliche Arbeitszeit so aufteilen, dass der Arbeitnehmer an einem Tag mehrere voneinander unabhängige und zeitlich auseinander liegende Einsätze zu leisten hat (geteilter Dienst), so bedarf es hierfür einer vertraglichen Regelung.
3. Weist der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen geteilten Dienst zu, obwohl eine vertragliche Grundlage hierfür fehlt, beginnt die tägliche Arbeitszeit des Arbeitnehmers mit der Zuweisung des ersten Dienstes und endet mit Abschluss des letzten Dienstes.
§ 12 TzBfG

Aktenzeichen: 63C8651/05 Paragraphen: TzBfG§12 BGB§293 Datum: 2007-01-11

Wichtig: nachsehen, was Du im Arbeitsvertrag unterschrieben hast . . .

Beitrag von kati543 08.01.11 - 14:30 Uhr

Natürlich kannst du dich weigern - die Frage ist nur, was dann dein AG macht.

Am Besten wird wahrscheinlich sein, wenn du dich mit deinem AG mal zusammensetzt und ihm höflich darum bittest, eine bessere Lösung zu finden. Vielleicht kannst du ja auch Vorschläge machen. Warum ist die Personalsituation denn so schlecht? Findet ihr keine Kräfte, oder fehlt das Geld?

Ablehnen kannst du schon, aber das wäre dann eventuell schon fast gleichzusetzen mit einer Kündigung.

Beitrag von steff-75 08.01.11 - 18:22 Uhr

Ich kenne hier kein Haus was ausreichend Pflegekräfte hat.
Aber wenn ich dann die Bezahlung sehe die man einer Vollzeit Pflegekraft zahlen will.. kann ich teilweiße nur den Kopf schütteln...
Das Problem mit den Examinierten Kräften wird die nächsten Jahre ja noch schlimmer werden...
Ich kenne auch viele die es nach ihrem Examen 5-6 Jahren im Beruf bleiben und dann nach alternativen oder Weiterbildung suchen..

Ich suche auch was anderes ...

Steff