Kann sie das Kind behalten?

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von Zukunftsangst 08.01.11 - 17:23 Uhr

Hi,

ich frage für eine Freundin, die kein Inet hat.

Sie ist in der 34.SSW. Allerdings hat sie Panik, wie sie das packen soll. Sie lebt von ALG 2 und kann keinen Vater angeben. Nun hat sie gehört, dass sie dann keinen Unterhaltsvorschuss bekommen wird und eine Beistandschaft sinnlos ist, weil sie, wie erwähnt, keinen Vater angeben kann.

Das war schon sehr hart aber es kommt noch dicker. Sie bekommt also weder vom JA noch von der ALG 2 Stelle Unterhalt oder Geld für erhöhten Bedarf. Nur das Geld was sie jetzt schon bekommt. Und es wird sogar um das Kindergeld gekürzt!

Jetzt denkt sie über Adoption nach, weil sie nicht weiss, wie sie das Baby durchbringen könnte. Sie möchte es aber doch behalten und ist am Ende ihrer Kräfte.

Stimmt es wirklich, nur weil es keinen Vater gibt (Gewalttat), dass sie keinen Mehrbedarf, keinen Unterhaltsvorschuss und das Kindergeld auch angerechnet wird? Darf sie nicht wenigstens das Kindergeld behalten oder ist es rechtens, dass dies angerechnet wird und sie so keinen Cent für ihr Kind hat? Sie soll auch Elterngeld beantragen, welches dann ebenfalls angerechnet wird.

Weiss hier jemand Bescheid?

Danke

Amanda

Beitrag von lena1309 08.01.11 - 17:28 Uhr

Hallo Amanda,

schicke deine Freundin umgehend in eine Beratungsstelle der Caritas, Diakonie oder Profamilia, was bei euch in der Nähe ist.
Dort wird man sie kompetent beraten und mit ihr auch alle nötigen Unterlagen durchgehen, um die größtmögliche Förderung zu erzielen.
Es gibt unzählige zusätzliche Kassen, aus denen sie Geld bekommen kann.
Die Beratung und Hilfe ist kostenlos, also schnapp sie dir und ab gehts.

Wünsche deiner Freundin alles Gute.
Meike

Beitrag von Zukunftsangst 08.01.11 - 17:33 Uhr

Hi Meike,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

Soweit ich weiss, bekommt sie da "nur" die Erstausstattung und was macht sie danach? Windeln, Milchnahrung und Kleidung braucht ihr Baby danach auch.

Ich verstehe nicht, dass sie für diese Gewaltat noch zusätzlich bestraft wird und ihr Geld abgezogen wird. Leider kann ich ihr finanziell auch kaum aushelfen.

Amanda

Beitrag von lena1309 08.01.11 - 17:42 Uhr

Es geht ja auch um die Beratung für die Finanzmittel nach der Geburt.
Die Leute in diesen Stellen sind viel fitter im Behördendschungel, die wissen viel eher, was ihr alles zusteht. Und sie sind unabhängig von der Behörde.
Aber unabhängig vom Kind sollte Wohngeld eigentlich drin sein.
Und auch das Kind hat ja Anspruch auf ALGII , ich drücke es jetzt mal so aus.
Und es gibt eben auch noch spezielle Geldtöpfe für Schwangere nach Gewalttaten, jedenfalls vor 3 Jahren noch.
Darum soll sie denen wirklich alles erzählen (die haben Schweigepflicht), und dann können die helfen. Oder sie können einen weitervermitteln.

Versucht es wenigstens.

Alles Liebe
Meike

Beitrag von Zukunftsangst 08.01.11 - 17:58 Uhr

Das Recht auf ALG 2 hat das Kind eben nicht, nur weil kein Vater angegeben werden kann. Ich verstehe den Staat nicht.

Aber danke für deinen Rat, ich werde ihr vorschlagen, gleich am Montag zu solchen Stellen zu gehen und sie begleiten, wenn sie das möchte.

Beitrag von sunflower5 09.01.11 - 11:07 Uhr

Hallo, erstmal Hut ab vor deiner mutigen Freundin!
WEnn das KInd aus einer Gewalttat stammt und sie den Vater nicht benennen kann, muss sie ein Formular unterschreiben (denn einige kennen den KV und wollen ihn nicht benennen), und dann bekommt das Kind H4. Darauf hat es einen Anspruch, ichkenne auch einen solchen Fall.

Da ich nicht weiss, wo ungefähr ihr wohnt, kann ich euch nur auf die Alfa.e.V. verweisen, die bundesweit tätig ist, bitte googel das mal und rufe die zentrale Tel.nr. an. Oder schau auf deren HP, ob bei euch in der Nähe eine Gruppe ist. Sie haben viel Kontakte und helfen rundum!

Weißer Ring und Anzeige sind sehr gute Tipps, ebenfalls die B-stellen!

Bitte schreib mir mal auf VK, ich hab noch weiteres für deine Freundin!

Beitrag von beffy83 08.01.11 - 17:32 Uhr

Das ist echt heftig! Und ich kann mir nicht vorstellen dass es keine hilfe gibt! War sie schon bei Beratungsstellen? Oder in dem Fall wäre auch der weiße ring hilfreich...Da würde sie ein stück begleidet werden...

Beitrag von lovely-angel85 08.01.11 - 17:49 Uhr

Erstens natürlich gibt es mehrbedarf

211€ für das kind unter 6 und ca 130 € alleinerziehendenzuschlag von der ARGE

sie soll sich dringend an pro familia wenden, die wissen was sie alles beantragen kann

Beitrag von Zukunftsangst 08.01.11 - 17:55 Uhr

NEIN, das bekommt sie eben nicht.

Es war die Auflage, den Vater anzugeben und beim JA eine Beistandsschaft sowie Unterhaltsvorschuss zu beantragen wenn das Baby da ist. Dies kann sie aber nicht, weil sie den Kindsvater nicht kennt und so wurde ihr mitgeteilt, dass sie später eben deshalb KEINE Zulagen bekommt und auch das Kindergeld als Einkommen angerechnet werden wird und sie so keinen Cent davon zu sehen bekommt.

Könnte sie jedoch den Vater angeben, dann würde sie dies alles bekommen.

Beitrag von anyca 08.01.11 - 18:14 Uhr

O.k., da schieben sich wohl im Moment Arge und Jugendamt den schwarzen Peter zu - bzw. es wird ihr nicht geglaubt, daß der Vater unbekannt ist. Sie soll sich einen Anwalt nehmen.

Anspruch auf Geld hat sie natürlich, es geht nur darum, welche Behörde zuständig ist!

Beitrag von daisy-muc 08.01.11 - 18:00 Uhr

Hallo,

erstmal Hut ab für deine Freundin, dass sie das trotz der Umstände durchzieht und eine so gute Freundin hat wie dich :-)

Unterhaltsvorschuss wird in der Tat nur gezahlt, wenn ein Vater genannt werden kann. Von diesem holt sich das JA dann das Geld zurück. Und wo kein Vater, da keine Kohle. Klingt hart, ist aber so. Und in vielen Fällen auch richtig so, da oftmals Väter bekannt sind, aus bestimmten Gründen aber nicht angegeben werden (wollen). Es soll vermieden werden, dass die Allgemeinheit (also der Steuerzahler) für den säumigen Vater aufkommen muss.

Wichtig wäre jetzt:
- hat deine Freundin die Tat damals angezeigt? Wenn nicht, sollte sie das so schnell wie möglich nachholen. Gibt es Einen Verdächtigen? Evtl. könnte man durch DNA Abgleich den Vater ausfindig machen.
- deine Freundin sollte sich unbedingt an den weißen Ring wenden (http://www.weisser-ring.de/internet/index.html) und sich dort Hilfe holen. Auch andere Institutionen bieten Hilfe für Vergewaltigungsopfer an.
- weiss das JA um die Umstände der Zeugung?
- deine Freundin sollte sich über eine Hilfsorganisation mal anwaltlich beraten lassen (oft gibt es auch Opferanwälte, die in solchen Fällen kostenfrei helfen), damit sie nicht doppelt gestraft wird, wenn sie das Kind einer Vergewaltigung austrägt

Wichtig ist jetzt handeln, eine glaubhafte Aussagen machen (evtl. kann eine Opferanwältin mit zur Polizei gehen) und auch wenn es schwer fällt und weh tut, die wahre Geschichte erzählen und anzeigen (wenn nicht schon geschehen).
Finanzielle Hilfe in solch speziellen Fällen bieten auch Organisationen wie "Ja zum Leben" und andere, die auch über die Geburt hinaus Geld, Sachspenden und persönliche Unterstützung geben können.

Alles Gute!
Daisy

Beitrag von anyca 08.01.11 - 18:10 Uhr

Sie wird selbstverständlich auch für das Kind den ALG II Satz bekommen! Klar, Kindergeld, Elterngeld und eventueller Unterhalt (der hier ja nicht vorhanden ist) werden angerechnet. Aber natürlich bekommt sie Geld für das Kind.

Beitrag von Zukunftsangst 08.01.11 - 18:58 Uhr

Ich danke euch für eure Beiträge.

Die Sachbearbeiterin sagte ihr, dass das Kind eben keinen Anspruch darauf haben wird, da sie die Mitarbeit angeblich verweigert (da kein Kindsvater). Das Kind wird so behandelt, als ob es nicht da wäre. Das Kindergeld wird ihr aber dennoch angerechnet und somit hat sie weniger ALG 2 als wenn sie alleine wäre. Also wenn sie nun ca. 600,-- ALG 2 bekommt, gibt es nichts für das Baby aber das Kindergeld kommt noch weg. Bleiben ALG 2 noch 436 €.

Beitrag von janimausi 08.01.11 - 19:08 Uhr

das ist totaler humbug!!!!

ne freundin von mir hat auch vater unbekannt angegeben und bekommt unterhalsvorschuss!!
und hat, bevor sie arbeiten gegangen ist auch algII für sich und kind UND alleinerziehenden mehrbedarf bekommen!!!

sie soll die passenden anträge stellen, wenn das kind da ist und wird diese dann auch zugesprochen bekommen, da sie ein anrecht darauf hat!

sicherlich wird ihr ab diesem jahr erziehungsgeld und kindergeld siwiesi angerechnet, aber sie bekommt geld für das kind!!

Beitrag von nadineriemer 08.01.11 - 19:18 Uhr

Hallo
Unterhaltsvorschuß bekommt sie nicht.War selber in der Situation und wurde abgelehnt.Kindergeld bekommt sie auf jeden Fall und die Arge bei uns zahlt auch nur für das Kind wenn der Vater angegeben ist.Haben sie mir sehr deutlich gemacht.

Nadine

Beitrag von Zukunftsangst 08.01.11 - 19:50 Uhr

Vielen Dank Nadine für diesen Beitrag. Endlich wird mir geglaubt.

Stimmt doch auch, dass das Kindergeld ihr angerechnet wird, oder? Wie kommst du damit zurecht?

Grüße Amanda

Beitrag von nadineriemer 08.01.11 - 20:23 Uhr

Hey,
schreib mich ruhig mal über VK an kann dir dann ausführlicher alles erzählen und welche Wege ich gegangen bin schreiben.Leider wird einem oft nicht geglaubt und die Verzweiflung kenne ich nur all zu gut.

Nadine

Beitrag von niklasmomy 08.01.11 - 20:28 Uhr

hi #winke

ich glaube dir das ganze da das amt nen vater braucht um zu prüfen in wie weit er zahlen könnte das ist das problem an der sache und der behördenirrsin grad in dem fall....
was ich persönlich auch nicht verstehen kann.... aber wie ich lese kann dir jemand da schon ratschläge geben an wenn und wo sie sich wenden kann wünsche deiner freundin alles gute und ganz ganz viel kraft weiterhin....

Beitrag von karla88 08.01.11 - 21:16 Uhr

Hallo

Ja, das KIndergeld wird angerechnet, immer. Sie bekommt also 184 Euro Kindergeld und dazu dann evtl die Differenz an ALG II fürs Kind(Satz liegt bei 211 EUro.

Also würde sie 27 Euro noch ALG II fürs Kind bekommen.
Das Elterngeld wird natürlich auch angerechnet. Somit würde sie an ALG II fürs KInd nichts bekommen, sondern dann nur Kindergeld und das Elterngeld.

Ich hoffe doch, das sie den Kerl angezeigt hat.

Beitrag von hexlein77 08.01.11 - 21:45 Uhr

Das das Kindergeld auf ALG II angerechnet wird ist so auch vollkommen korrekt!

Alles andere ist großer Mist und rechtswidrig!
Deine Freundin soll sich UMGEHEND einen Anwalt für Sozialrecht suchen!!

Lg und alles gute!

Beitrag von ;-(;-(!!! 09.01.11 - 21:00 Uhr

hi
wenn sie eine anzeige gemacht hat was ich hoffe gibt es ein aktenzeichen und damit kann sie eine opferentschädigungsrente vom staat beantragen.
ich kann es nur jedem raten und das geld darf nirgens angerechnet werden.
viele wissen nicht das es das gibt.der satz was man da bekommt ist unterschiedlich kenne eine die bekommt 150 euro und der andere bekommt 300euro.
ich selber hab auch einen antrag gestellt der ist in bearbeitung.

alles gute#klee