Bald 4 Jahre her......Vorsicht, bisschen lang.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von chara 08.01.11 - 23:18 Uhr

Nun ist es bald 4 Jahre her das wir unsere Tochter Mariella in der 23 ssw. gehen lassen mussten.

Und trotzdem tut es immer noch weh.

Klar wir haben gelernt damit umzugehen, aber trotzdem, immernoch überkommt es mich manchmal und ich weine einfach los...........

Zum 4. mal werden mein Mann und ich am 19. Februar frühs ans Grab unserer Tochter gehen und nachmittags den Geburtstag unseres Sohnes feiern..........

Mein Sohn wird 7 Jahre alt. An seinem 3. Geburtstag lag ich im Krankenhaus und habe seine Schwester still auf die Welt gebracht.

Die Frage was mich schon lange plagt.........Soll ich ihm irgendwann sagen wann seine Schwester still auf die Welt kam???
Eigentlich habe ich mir die Frage schon selber beantwortet, denn ich möchte das er seinen Geburtstag genießen kann. Aber ist das auch das richtige??

Ich mein er war 3 Jahre alt, er wusst das er eine Schwester bekommen würde.

Als ich damals von Krankenhaus entlassen worden bin und heim kam, fragte er mich gleich wann denn endlich seine Schwester auf die Welt kommen würde.

Ich erklärte ihm das seine Schwester nun ein Engelchen geworden ist und vom Himmel aus auf uns aufpassen tut.

Er hat es nicht vergessen und sagt heute noch, wenn jemand sagt er habe eine Schwester, das er auch eine Schwester hat, nur das seine Schwester im Himmel wohnt und auf uns aufpasst.

Nachdem das alles passiert haben wir uns gefragt ob wir überhaupt nochmal ein Kind haben möchten.
Mein Hauptproblem war eigentlich das Datum.

Dieser 19. Februar......mein großer Sohn sollte auch nicht an dem Tag auf die Welt kommen. ET war der 20.04.......doch er kam bei 31+2 wegen Eklampsie durch einen Notkaiserschnitt auf die Welt.
Er hat es gerade noch so geschafft.

Und dann 3 Jahre später auf den Tag genau kommt unsere Tochter still auf die Welt.

Wir haben uns dennoch getraut.
Doch ich war mit den Nerven am Ende als der 19 . Februar dazwischen war.

Hatte eine Risikoschwangerschaft. Musste bis zur 30 ssw. alle zwei Wochen abwechselnd zum Frauenarzt und Uni - Klinik.
Aber der 30 ssw. wöchentlich.

Der Gang zum Arzt war Horror, den jedes mal war der Gedanke da, es ist wieder was.

Zum Glück ging diesmal alles gut und unser kleiner ist nun 17 Monate alt.

Dennoch vermisse ich unser Engel und ich weiss es wird ewig so bleiben.

Danke fürs Lesen, das musste ich mir jetzt mal von Seele schreiben........

Lg Chara mit #sonneschein Angelo (19.02.2004) an der Hand, #stern Mariella (19.02.2007) ganz tief in unserem #herzlich und kleiner #sonneschein Emilio (05.08.2009)

Ich zünde #kerze#kerze#kerze#kerze#kerze für alle #stern#stern#stern#stern an...........


Beitrag von lieke 09.01.11 - 00:08 Uhr

Hallo,

um ehrlich zu sein wundert mich, dass du es so lange verheimlichen konntest vor deinem Sohn. Fragt er denn nie, wann seine Schwester Geburtstag hat?

Meine Kinder waren fast 4 als ihr Bruder starb, sie haben alles voll mitbekommen und wir sind sehr offen damit umgegangen. Denn Geburtstag kennen sie selbstverständlich, denn er staht ja auf dem Grabmal, anfangs gingen sie oft mit zum Friedhof.

Ich glaube nicht, dass dein Sohn seinen Geburtstag nicht mehr geniessen könnte, wenn er es wüsste. Für ihn ist das Ganze natürlich sehr anders als für dich als Mutter. Es kann ja auch etwas ganz besonderes sein, dass die beiden sich den Geburtstag "teilen". Vielleicht ist es ja auch schön, für die Schwester an diesem Tag auch eine Kerze anzuzünden und ihren Namen auch auf den Kuchen zu schreiben. Vielleicht ist es FÜR DICH eine Erleichterung, die dann auch deine anderen Kinder spüren. So kann Mariella euch positiv zur Seite stehen, auch wenn es dennoch traurig bleibt, dass sie nicht dabei ist. Ihr könnt das dann aber teilen, dass kann auch wieder Halt geben.

Wie macht ihr das denn jetzt? Feiert bzw gedenkt ihr nie in der Familie den Geburtstag von Mariella?

Ich würde es ihm sagen und dabei versuchen, das Besondere daran hervorzuheben, nicht das Traurige. Ich hoffe du verstehst, wie ich das meine. Bei mir ist es jetzt 3 Jahre her, ich weine noch oft um mein Kind, aber zum Glück, habe ich manchmal auch Momente, in denen ich es akzeptieren kann und eben diese postitiven Seiten, nicht an seinem Tod, aber an der Situation, die wir nun mal akzeptieren müssen, sehen kann.

Ich stelle mir dann vor, dass unsere Kinder gewollt hätten, dass wir so weiterleben.

LG,
Lieke

Beitrag von teilzeitmama 09.01.11 - 08:04 Uhr

Liebe chara,

deine Geschichte treibt mir Tränen in die Augen.
Schlimm was ihr durchmachen musstet/müsst...

Aber vll. ist es besser,wenn ihr eurem Großen wenn er älter ist und es versteht,dass seine Schwester eigentlich mit ihm Geburtstag hat...






#liebdrueck

Beitrag von fliederbluete 09.01.11 - 09:37 Uhr

Liebe Chara,
kann mich lieke nur anschließen, #pro

Mariella gehört ja für Angelo dazu und er heißt Engel und sie ist ein Engelchen, das passt auch auf dieselbe Torte (oder auf zwei? eine mit 7 Kerzen unnd eine mit 4 kerzen ....)

ich "würde" nicht warten .. "ähnlich" wie bei einem adoptieten Kind, das die Wahrheit von anfang an wissen muss.
in der Pupertät ist es zu spät, Kinder fühlen sich dann verraten, empfinden es als Vertauensburch, weil sie von der Wahrheit ausgeschlossen wurden ...

wenn aber die Wahrheit auch ausgedrückt wird, kann Angelo, aber auch Emilio, in diese Wahrheit hinneinwachsen.

Deine Trauer ist sicher anders als die Deiner Kinder.
Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zeit vor, um und am 19. Februar!

#blume
fliederbluete


(siehe vielleicht auch gerade meinen anderen Beitrag "Damit die Erinnerung einen Raum hat")


Beitrag von sasuba 09.01.11 - 11:44 Uhr

Liebe Chara,

Dein Schicksal geht mir sehr nahe. Ich habe Gott sei Dank noch kein Baby verloren, aber meine Mama hat meinen Bruder bekommen, da war ich 12 Jahre alt, sie war ziemlich am Ende der 'Schwangerschaft und mein Bruder ist bei der Geburt gestorben #heul. Für meine ganze Familie war das damals sehr schlimm, aber es wurde sozusagen totgeschwiegen, was es auch nicht besser gemacht hat. Es ist ja jetzt schon über 30 Jahre her und ich traue mich heute noch nicht so richtig mit meiner Mama darüber zu sprechen. Ich würde Dir wirklich raten es Deinem Sohn so früh wie möglich zu erklären, kindgerecht. Kinder gehen mit dem Tod noch viel unbefangener um als wir Erwachsenen und Du wirst ihm seinen Geburtstag damit sicher nicht verderben.

Liebe Grüße Sabine#liebdrueck

Beitrag von sonnenstrahl70 09.01.11 - 16:04 Uhr

Ich würde es ihm auch erzählen, es ist für Kinder immer etwas besonderes, wenn jemand anderer am gleichen Tag Geburtstag hat - und noch viel besser, wenn es die eigene Schwester ist! #liebdrueck
Freud und Leid liegt oft sehr nahe beieinander! Ich durfte meinen Sohn am 3. Sept. 06 nach 5 FG in die Arme schliessen, für mich ein Wunder #herzlich
- nur verliess mich 2 Jahre später mein 6. Sternchen auch wieder am 3. Sept. 08.... der Tag ist für mich ein besonderer Tag geblieben..... nach meinem 7. Sternchen hab ich noch eine bezaubernde Tochter bekommen (sie ist jetzt 1 Jahr alt).... Leider musste ich dieses Jahr schon wieder 2 Sterne ziehen lassen, beim letzten wusste meine Kinder schon, dass es unterwegs war...#heul meine grosse Tochter weiss von allen ihren Sterngeschwisterchen, mein Sohn ist noch zu klein um die Zahlen richtig zu verstehen... aber für das letzte Stern haben wir einen Stern ans Fenster geklebt und mein Sohn spricht oft vom Baby das zu den Sternen in den Himmel gezogen ist #stern.... sogar meine kleine Tochter zeigt immer wieder auf den Stern und ich erzähl ihr vom Baby im Himmel - ich weiss nicht was sie genau mitbekommt, aber mir hilft es damit natürlich umzugehen... #blume

LG sonnenstrahl70
#sonne