Partnerschaft zu Ende, wie habt ihr es geschafft - das neue Leben

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von tierische Angst 09.01.11 - 13:37 Uhr

Hallo,

ich weiß, eigentlich sollte ich lieber in "Alleinerziehende" oder "Trennung" posten, aber dort kann man nicht schwarz schreiben. Deshalb hoffe ich auf euer Verständnis.

Ich bin wohl in nächster Zeit alleinerziehend mit 3 Kindern (6,4,2 Jahre).

Aber ich habe Angst davor. Tierische Angst. Deshalb habe ich es bisher nicht gemacht.

Derzeit bin ich noch in Elternzeit, finanziell also total von meinem Mann abhängig. Da ich zu ihm gezogen bin und meine Familie über 600km weit weg wohnt, bin ich hier auch sozial ziemlich allein, von einer Freundin abgesehen.
Wenn ich jetzt mal krank bin, kann ich darauf zählen, dass mein Mann da ist, ansonsten scheint er hier nur ein Pensionsgast zu sein, der sich mit seinen monatlichen "Abgaben" seine "Freiheit" scheinbar erkauft.

Von Liebe kann ich eigentlich nicht mehr sprechen. Wir leben nebeneinander , auch sexuell ist es eine Einbahnstraße, die nur in seine Richtung führt.

Und wegen dem täglichen Frust, alles selbst machen zu müssen, bin ich schon zu einer keifenden Furie geworden, die selbst die Kinder bei Kleinigkeiten zusammenschreit. Hinterher tut es mir immer leid, eigentlich schon wärend ich den Mund aufmache, aber ich komme dagegen schon nicht mehr an.
Die Kinder sind auch nicht glücklich. Der Kleinste fängt mit Nägelkauen an, der Mittlere hört einfach nicht mehr (wieso auch, die Mama schreit ja sowieso nur rum) und die Große schreit Ihre Brüder (Vorbild Mama) auch nur noch an. Und der Papa hällt sich schön aus allem raus oder fällt Mama mit den Erziehungsregeln in den Rücken... Mama ist immer die Böse, aber Papa erlaubt uns was...

Immer wieder geht mir durch den Kopf, wenn ich allein mit den Kindern leben würde, habe ich einfach niemanden, mit dem ich die täglichen Aufgaben teilen kann, deshalb würde ich auch nicht immer wieder enttäuscht werden, wenn ich auf vergebliche Hilfe hoffe. Da muss ich es allein tun und könnte mich mit dem "Schicksal" besser abfinden.
Aber was ist, wenn ich wirklich mal wieder ausfalle, Gesundheit gesehen. Dann stehe ich mit 40 Fieber, oder einer ausgerenkten Schulter am Herd, wickel den Kleinen etc.

Zu meinen Eltern ziehen geht ja nicht, da ich dem Vater dadurch die Kinder vorenthalte. Außerdem verbietet es mir mein Stolz, mit eingezogenem Schwanz in meinen kleinen Heimatort zurück zu kehren, ganz davon abgesehen, dass ich dort in meinem studierten Beruf keine Arbeit finden werde - bzw. bei der hohen Arbeitslosenquote sowieso keine Arbeit da ist.

Womit soll ich Möbel kaufen, ich verdiene ja noch nichts.

Wir haben zusammen ein vermietetes Einfamilienhaus (eigentlich gehört es ja noch der Bank, da der Kredit noch lange nicht abbezahlt ist). Wenn ich unsere Mieter raus werfe, und mit den Kindern dort einziehe, hätten wir den Papa gleich im Haus nebenan. Und ich würde weiterhin in einem Ort wohnen, den ich nicht mag und wo ich keine Hilfe von außen erwarten kann und wo ich auch keine Freundschaften schließen kann, weil hier eine eigenartige Mentalität herrscht - ich wurde nicht hier geboren, also gehöre ich nicht dazu!.
Bisher hat mich das nicht gestört, weil ich ja meinen Mann hatte und mit dem Leben hier klar kam. ABER JETZT KANN ICH EINFACH NICHT MEHR.

Ich will aus diesem Leben raus. Nur wohin?

Erkennt sich eine von euch hier wieder? Wie habt ihr es geschafft?

Sorry für das Ausheulen.
LG
tierische Angst

Beitrag von maybrit 09.01.11 - 14:06 Uhr

Hallo.

Ich kann dir versichern - man schafft alles, wenn man will.

Warum willst du in einem Ort ausharren, der nicht gefällt? Ein paar Kilometer weiter, da müsstest du ja schon wieder von vorne anfangen, und die besagte Mentaliät wird da auch nicht anders sein.

Warum also nicht zurück nach Hause? Es ist kein Zeichen von Schwäche - im Gegenteil, das wäre mutig und wenn dich dann einer schief anschaut: so what? Willst du mit solchen Leuten befreundet sein?

Da hättest du wenigstens dein soziales Netz!

Unterstützung bekommst du sowieso wenn du mittellos bist.

Und was hast du denn für einen exotischen Beruf dass du den nicht mehr ausüben kannst?

Ich habe auch ein abgeschlossenes Studium und habe, um mich und meinen Sohn damals alleine durchbringen zu können, was ganz anderes gearbeitet und mir auch keinen Zacken aus der Krone gebrochen. Ich habe mehr als die Hälfte weniger (!) verdient als in meinem "studierten" Beruf aber es hat mir und meinem Sohn gereicht...

Frag dich mal was dir wichtiger ist!

Und schreib mir doch bitte mal per PN wo du wohnst.... (Vertrauen ist Ehrensache), liebe Grüße

Beitrag von tierische Angst 09.01.11 - 14:22 Uhr

Einen Zacken aus der Krone breche ich mir nicht. Ich würde auch Regale bei Aldi einräumen. Nur ist dort der Arbeitslosenmarkt so groß, dass es dort keine Arbeit gibt. Und sind wir doch mal ehlich, eine alleinerziehende 3fache Mutter wird bei einer freien Arbeitsstelle nicht vorgezogen...
Und ein leben Lang ein Sozialschmarotzer sein, da sträuben sich mir die Nackenhaare. Nein, wenn ich schon umziehe, dann dort, wo wir auch die Chance haben, auf die Beine zu kommen.

LG
tierische Angst

Beitrag von harveypet 09.01.11 - 18:26 Uhr

Fulda, Bad Hersfeld ist tatsächlich öde, aber FFM oder Göttingen geht doch auch. Und gerade in größeren Städten ist dieses "Nicht-hier-geboren-Syndrom" bei weitem nicht so groß.