Kann nicht mehr ... (lang!)

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von zuzweitunddochallein 09.01.11 - 18:28 Uhr

Hallo Zusammen,

seit etwas über einem Jahr führen mein Mann und ich eine Wochenend-Ehe. Beruflich bedingt. Er hat einen sehr gut bezahlten Job als Freiberufler in einer rd. 400 km entfernten Stadt und ich arbeite auf 3/4-Stelle, wir haben zwei Kinder. Wir haben uns sehr bewusst für diese Stelle entschieden; es gab keine Alternative. Er ist selbstständig und hat hier vor Ort leider keine gutbezahlten Aufträge bekommen. Die Stelle dort war folglich die Lösung. Wir mussten bzw. müssen da durch. Es fiel uns nicht leicht, uns dafür zu entscheiden, aber es gab keine Alternative und wie viele Menschen leben ähnlich wie wir und packen es?

Das erste Dreivierteljahr verlief alles ganz gut. Wir alle - auch die Kinder - haben uns rasch an den neuen Alltag gewöhnt. Es war nicht immer leicht, aber es ging.

Mittlerweile fällt es mir aber sehr, sehr schwer. Ich vermisse meinen Mann endlos, fühle mich, wenn er nicht da ist, wie halbiert. Manchmal fehlt mir die Kraft für alles, sicher auch weil ich für alles hier vor Ort verantwortlich bin. Ich muss immer gute Miene machen, damit die Kinder meinen Frust nicht spüren - bin ich doch ihre einzige Bezugsperson unter der Woche (neben KiGa). Und im Job ist es momentan auch nicht so leicht. Meine Arbeit ist sehr anspruchsvoll und fordert 100%, die ich irgendwie im Moment nicht mehr geben kann.

Ja, ich fühle mich augenblicklich völlig überfordert: ich bin für die Kinder da, muss das Haus in Schuss halten, meinen Job gut hinbekommen und mich um den anderen Alltagskram kümmern (z.B. wenn was kaputt geht, Rechnungen, Versicherungen usw.) .... Ich komme quasi nie zur Ruhe und ich fühle mich so sehr allein. Das schmerzliche Vermissen von meinem Mann kommt dann noch als Sahnehäubchen sozusagen täglich dazu.

Ja, vielleicht jammere ich auf sehr hohem Niveau - Alleinerziehende würden vermutlich lächeln über mein "Problemchen", aber ich sage: Jeder hat seine Belastungsgrenze und bei mir ist jetzt so langsam Schluss. Ich habe hier vor Ort keine Verwandschaft, die mir helfen kann und ich habe mich bisher eigentlich als recht starke Frau empfunden, aber nun ist langsam mein Endpunkt erreicht.

Am Sonntag, wenn mein Mann wieder losfahren muss, muss ich mir jedes Mal die Tränen verkneifen und bin total neben der Spur. Wenn er da ist, ist alles wieder im rechten Lot. Ich lebe richtig auf, fühle mich endlich wieder geboren, glücklich, schlafe durch (unter der Woche wache ich alle zwei Stunden auf, kann kaum einschlafen), bin endlos geduldig mit den Kindern und scheine grenzenlose Kräfte zu haben. Und das nur, weil er da ist. Er macht gar nicht viel. Er ist einfach nur da. Das reicht mir schon.

Sobald er aber weg ist, falle ich ein tiefes seelisches Loch. Gestern abend habe ich bestimmt eine Stunde lang vor ihm geweint, habe meinen ganzen Frust ausgesprochen und er war auch voller Verständnis, nahm mich in die Arme, beruhigte mich -- eine Lösung haben wir aber nicht gefunden. Mindestens ein halbes Jahr wird es noch so laufen müssen; sonst fallen wir in ein finanzielles Nirwana.

Ich habe Angst, dass ich irgendwann zusammenklappe und nichts mehr auf die Reihe bekomme. Was kann ich bzw. was können wir nur tun? Habt ihr Vorschläge?

LG von kraftlos

Beitrag von harveypet 09.01.11 - 18:31 Uhr

Nehmt eine Woche urlaub und klingt euch Beide komplett zusammen aus! Macht Wellness auf Helgoland ohne Telefon und Streß. Das tankt eure Batterien wieder etwas auf und macht den Kopf frei. Kinder solange zur Oma.

Beitrag von zuzweitunddochallein 09.01.11 - 18:38 Uhr

Danke dir! Aber das ist schon allein aus finanziellen Gründen nicht möglich. Er hatte jetzt zu Weihnachten zwei Wochen Urlaub, was für ihn ein Minus von 2000 EUR bedeutet (Freiberufler) .... wir können leider jetzt nicht mal so eben frei nehmen. Auch ich nicht. Wir wollen unbedingt wieder dieses Jahr in Italien Urlaub machen (habe schon gebucht :-)) für drei Wochen, die wir ganz dringend für uns und unsere Kinder haben müssen. Einfach mal wieder Familie sein. Und zwar dort, wo wir uns wohl und quasi wie zu Hause fühlen ....

Ich habe aber mal an ein Wochenende nur für uns zwei gedacht. Kinder zur Oma und dann miteinander ein Wochenende im Hotel haben. Einfach nur entspannen, sich nur auf einander konzentrieren, entspannen ....

Beitrag von harveypet 09.01.11 - 19:00 Uhr

Dann eben ein Freitag bis Sonntagabend WE auf Helgoland. Spaziergänge auf der Düne, Kegelrobben beobachten. Sich im Hotel bei Sauna und Massagen entspanne, Zweisamkeit kosten. Gut Essen und trinke ( TOP Punsch und Tee!!) Sich schon auf der Hin und wieder aufd der Rückfahrt die Lunden auf der Nordsee freipusten lassen, Die Durchblutung anregen durch Jodhaltige Seeluft und die Haut nach vorn bringen.

Beitrag von zuzweitunddochallein 09.01.11 - 19:15 Uhr

Klingt super ... werde das mal mit meinem Mann besprechen :-). DANKE!

Beitrag von harveypet 09.01.11 - 19:22 Uhr

Ich fliege am 15. bis 16. wieder rüber einfach um die Woche abzuspannen die ich vor mir habe.

Beitrag von maybrit 09.01.11 - 18:39 Uhr

kurze frage: was ist denn nach diesem halben oder länger jahr?

kommt er dann zurück?

Beitrag von zuzweitunddochallein 09.01.11 - 18:40 Uhr

Entweder kommt er zurück oder er bekommt eine Festanstellung. Dann ziehen wir nach und kommen zu ihm. Dauert aber dann auch ein bissel, weil wir wirklich Haus und Hof hier verkaufen.

Beitrag von lalunalali 10.01.11 - 00:44 Uhr

Ich kenn das aus der Sicht des Kindes. Mein Vater hatte auch eines Tages nachdem seine Lernfirma pleite ging einen gut bezahlten Job weit weg und wir sahen ihn nur am Wochenende. Aber nach einem Jahr (da war auch die Festanstellung sicher) haben meine Eltern ihr Haus verkauft und sind dort hin gezogen. Auch meine Mutter hatte ihre Halbtagsstelle aufgegeben. So schwer es anfangs für mich war, bereut hat es keiner bei uns in der Familie. Ein gemeinsames Familienleben ist sehr viel wert!

Beitrag von tollelolle 09.01.11 - 18:39 Uhr

Hallo, ich kann dich sehr gut verstehen, dass du deinen Mann vermisst. Aber so wie du es schreibst, könnt ihr die Situation im Moment nicht verändern. Also nimm es an und mach das Beste draus. Du hast doch noch deine Kinder. Wie alt sind sie denn? Schau, dein Mann ist ganz allein. Macht euch die Wochenenden schön. Vielleicht auch mal allein, ohne die Kids. Such dir ne Freundin mit der du mal reden kannst. Oder einen Sportverein, wo du Leute treffen kannst. Und denk daran, es ist ja nicht für immer.

LG

Beitrag von zuzweitunddochallein 09.01.11 - 18:44 Uhr

Ich versuche ja, das Beste daraus zu machen. Aber es zehrt an allen Kräften nach einem Jahr. Meine Kinder sind 5 und 3 Jahre alt und beanspruchen mich sehr starkt neben meinem Job. #

Wir machen uns die WE so schön wie nur möglich. Dennoch fährt er wieder am Sonntag und alles ist wieder beim Alten. Da kann der Samstag noch so toll gewesen sein. Ich dachte mir auch schon, dass wir mal ein WE ins Hotel flüchten. Mal wieder für uns allein sein. Uns auf UNS konzentrieren ... Vielleicht bringt das was?

Unter der Woche komme ich nicht weg. Wo lasse ich die Kinder, wenn ich zu Freunden oder in einen Verein gehe? Das fällt also quasi flach. Zudem ich ja auch noch den Haushalt und die Tiere habe. Ich hätte gar nicht die Zeit dafür ...

Danke dir und LG

Beitrag von tollelolle 09.01.11 - 19:11 Uhr

Es gibt viele Schülerinnen, die sich ein paar Euro verdienen möchten. Vielleicht findes du ja ein nettes Mädchen, die mal ein paar Stunden "Babysitten" möchte. Dann lass den Haushalt mal Haushalt sein und tu was für dich, mal abschalten... auftanken!
Du musst auf jeden Fall mal auf andere Gedanken kommen, und nicht soviel nachdenken.

Beitrag von hm von Ideenreich 09.01.11 - 19:09 Uhr

Kann Dich ein bischen verstehen weil ich einen Kurs (nur sechs Wochen!!!) besuche .... und in der Vorlobungszeit (vor 3 Jahren) meinen Schatz in den 11 Monaten nur 5 mal gesehen hab. (soviel zu mir).

Was uns half und vielleicht auch Euch hilft, dass Du Dich geborgener fühst.

sind alles nur Ideen ....
Feste "Verabredungen" in der Woche, ZB Mailen in der Früh (noch bevor Du Deinen Tag beginnst).

GIb ihm ein Blatt mit wo er alle Familientermine darauf hat - dann Fühlst Du ihn näher.

Feste Telefonzeiten (wir haben Täglich eine Stunde abend telefoniert - auch jetzt beim Kurs (okay jetzt sind "nur" 30 Minuten)

Behalt Dir ein getragenes!!! T-Shirt von ihm, und nimm es mit ins Bett, dann hast Du seinen Duft auch über die Woche (mmmmmm ist für mich sehr wichtig)

"schmuggel" ihm immer eine Kleine Überraschung mit in sein Gepäck. das er dann irgendwann finden muss.


Wenn ihr beide gerne lest, kauft die Bücher doppelt so dass euch das Lesen verbindet, (Buch zB: Schatz, wir müssen nicht darüber reden)

oder hört dieselbe Radiosendung, sehr denselben Film - auch wenn ihr 400km entfernt seid

oder dieselbe Morgenzeitschrift

Briefe schreiben (auch klassisch per Hand und per Post)

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und es ist WINTER!!! Dunkelheit macht e Trübsinnig und Traurig => gestalte Deine Woche mit viel Helligkeit (die Euro die Du mehr für Enerigie zahlst, zahlen sich aus!), gönn Dir ein wohltuendes wärmendes Bad "Kokoabutter" mmmmm
sei gut zu Dir auch in der Woche

ich "leiste" mir zB Fußpflege obwohl ich sehr gut zu meinen Füßen reiche.

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soweit jetz, wenn mir selber nochwas einfällt meld ich mich.

a noch ein Tipp:
Wechselwäsche: wenn das Wochenendthema ist ... schaltet auf "14 Tage", dh du bereitest ihm die Kleider schon in der Woche vor und er mit Tasche "B" mit und lässt Tasche "A", in der nächsten woche ist es umgekehrt, so hast Du etwas über die Woche zu tun, und die zeit wo er da ist könnt ihr zu weit oder als Familie nutzen.

Liebe Grüße von Ideenreich

Beitrag von october 09.01.11 - 20:01 Uhr

Hallo,
ich antworte dir mal als Alleinerziehende, die vor einem Jahr auch in einem tiefen Loch steckte.
Ich rate dir, geh zum Arzt und schildere deine körperlichen Beschwerden (Schlafprobleme, Erschöpfung(?) etc.) sowie das Stimmungstief.
Ich bin damals zur Mutter-Kind-Kur gefahren. Das hat als erstes meine Akkus wieder aufgeladen, aber vor allen Dingen meine Einstellung verändert.
Ähnlich wie du mit der jetzigen Situation unzufrieden bist, dass dein Mann unter der Woche nicht da ist, habe ich mit meinem Schicksal als Alleinerziehende gehadert. Es war ein langer Prozess, aber es hat bei mir den gewünschten Erfolg gebracht.
Ich kann auch ein wenig den Trennungsschmerz nachvollziehen, denn ich habe selbst 2 Jahre in einer Wochenendbeziehung gelebt (allerdings ohne Familie und Verantwortung).

Lg Annika

Beitrag von elfe-18 09.01.11 - 20:18 Uhr

Hallo!
Kann Dir leider keinen Rat geben,dafür laß Dich ganz doll von mir drücken!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

ganz liebe Grüße Elfe