Kann man ohne Geld zum Arzt?

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Beitrag von devadder 09.01.11 - 20:35 Uhr

Ein Bekannter hat mich gerade angerufen, er müsste morgen zu seinem Hausarzt. Jetzt hat er keine 10 €, warum auch immer und möchte sich bei mir Geld leihen, da er sonst weder zum Arzt kann, noch anschließend zur Apotheke, was ich ihm natürlich gebe.
Aber ist es in diesem unserem Lande denn wirklich so, dass man ohne das Eintrittsgeld vom Arzt nicht behandelt wird und auch ohne Geld keine Medikamente bekommt?

Beitrag von zwiebelchen1977 09.01.11 - 20:38 Uhr

Hallo


Also der Arzt darf die Behandlung ablehnen, wenn es KEIN Notfall ist.

Und ohne die Zuzahlung für die Medikamente, wirst du auch keine in der Apotheke bekommen.

Bianca

Beitrag von devadder 09.01.11 - 20:45 Uhr

Hm. Notfall ist es wohl nicht, er hat eine Erkältung mit 39,7° Fieber.
Wer definiert denn, was ein Notfall ist. Evtl nur etwas lebensbedrohliches? Also ein normaler Armbruch wäre dann kein Notfall?
Hat man dafür, so wie er, 30 Jahre in eine Zwangsversicherung eingezahlt?

Beitrag von kati543 09.01.11 - 20:49 Uhr

"Hat man dafür, so wie er, 30 Jahre in eine Zwangsversicherung eingezahlt? "
Er soll froh sein, dass es in Deutschland Zwang ist, in diese Versicherung einzuzahlen. Aber er kann sich ja gerne mal über die Sätze von Ärzten, Therapeuten und Krankenhäuser informieren. Krank sein ist Luxus. Die wenigsten Menschen auf dieser Erde haben diesen Luxus, dass sie zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind und dann auch noch Medikamente bekommen.

Ein Notfall ist nur etwas lebensbedrohliches. Ein Armbruch ist nichts lebensbedrohliches - wenn nicht gerade nebenbei noch eine Sepsis oder so etwas vorliegt, weil der Knochen durch die Haut gegangen ist.

Beitrag von devadder 09.01.11 - 20:53 Uhr

Wir reden hier nicht von anderen Menschen der Erde, sondern von diesem Land, in dem vom Gehalt über 15% in eine Versicherung fließen, AG+AN Anteil. Die Ärzte jammern doch immer wie wenig sie verdienen. So eine Untersuchung beim Allgemeinmediziner bringe nur 20€ Das übernimmt dann die Versicherung nicht? Das nenne ich bedrohlich.

Beitrag von kati543 09.01.11 - 21:04 Uhr

Wie kommst du auf die Idee? Ein Arztbesuch kostet die GKV ca. 10€ - von einer erwachsenen Person.

Beitrag von devadder 09.01.11 - 21:08 Uhr

Aaaaahhhhhhhhhhhhhhhh. Jetzt verstehe ich, dass die Ärzte am jammern sind. Da ist natürlich keine Luft für ein viertes Pferd, einen fünften Wagen und der Landsitz muss auch etwas kleiner ausfallen.

Beitrag von biene81 09.01.11 - 22:12 Uhr

Mein Vater ist Arzt, niedergelassen in einer Kleinstadt. Er hat kein Pferd, nur 1 Auto und einen Landsitz hat er auch nicht. Er hat damals einen sehr hohen Kredit aufgenommen und ihn jetzt, mit 61, abbezahlt. Schneller ging es nicht. Soviel also dazu. Er lebt nicht schlecht, aber dafuer hat er sich auch seinen Hintern aufgerissen und viele Jahre unter uebelsten Umstaenden (in Russland in den 70er Jahren) studiert.

Wenn Du wuesstest, wieviele Aerzte ihrem Geld hinterherrennen (angefangen von den AUSGELEGTEN 10 Euro bis hin zu mehreren hundert oder tausend Euro von Privatpatienten), wuerdest Du vielleicht verstehen, warum die Aerzte nicht einfach so auf die 10 Euro verzichten.

Biene

Beitrag von kerstini 10.01.11 - 07:36 Uhr

Dir ist schon klar das das totaler Blödsinn ist!

Außer mehr Verwaltungsarbeit haben die Ärzte nämlich nichts von den 10€!
Diese werden komplett an die KK abgeführt und die Ärzte haben die Arbeit!


Kerstin mit #stern Madita & #stern Leo + #stern 12.SSW + Ida 39.SSW #verliebt

Beitrag von biene81 09.01.11 - 21:57 Uhr

Es werden pro Patienten pro Quartal 40 Euro an den Arzt gezahlt, unabhaengig davon, wie oft der Patient zum Arzt geht.

LG

Biene

Beitrag von nick71 09.01.11 - 21:11 Uhr

"So eine Untersuchung beim Allgemeinmediziner bringe nur 20€"

M.W. bekommt der Arzt 25,00 Euro...und zwar pro Quartal und Patient (GKV). Also unabhängig davon, wie oft der Patient in diesem Quartal in der Praxis aufschlägt.

"Das übernimmt dann die Versicherung nicht?"

Wie meinen?




Beitrag von devadder 09.01.11 - 21:22 Uhr

Na die Versicherung übernimmt dann nicht mal, laut Deiner Aussage, 25€ im viertel Jahr nur weil es kein Notfall war, also lässt sie ein Notfall daraus entstehen, zum Beispiel eine lebensbedrohliche Lungenentzündung nur weil sie vorher 25 € sparen will? Kostet das eintreiben des 10€ Eintrittsgeldes nicht mehr an Verwaltung, bei unsren riesigen Verwaltungsapparaten?

Beitrag von windsbraut69 10.01.11 - 07:46 Uhr

Doch, übernimmt sie, wenn der Versicherte seinen Teil der Verpflichtung erfüllt, Beitrag und Praxisgebühr.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 10.01.11 - 07:44 Uhr

Wenn er 15% KV zahlt, muß er ja Einkommen haben.
Warum sind dann keine 10 Euro da?

Es gibt aber in größeren Städten Organisationen, in denen Ärzte unentgeltlich Obdachlose und andere Mittellose behandeln.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 10.01.11 - 07:42 Uhr

Hätte er diese Zwangsversicherung nicht (wie lange, ist irrelevant), würde er auch mit 10 Euro nicht behandelt.

Gruß,

W

Beitrag von ina_bunny 09.01.11 - 20:42 Uhr

Also ich brauche bei meinem Hausarzt keine Praxisgebühr zu bezahlen. #kratz
Ich nehme an dem Hausarztmodell teil. Dachte das macht mittlerweile jeder so.

LG Ina

Beitrag von devadder 09.01.11 - 20:47 Uhr

Danke für den Hinweis, aber was bedeutet das? Kenne mich da nicht aus, bekomme meine Arztrechnungen und reiche sie dann bei meiner Versicherung ein.

Beitrag von ina_bunny 09.01.11 - 20:59 Uhr

"...Die Audi BKK bietet ihren Versicherten eine abgestimmte integrierte Versorgung an, bei der Haus- und Fachärzte, ärztliche und nichtärztliche Leistungserbringer, ambulanter und stationärer Bereich koordiniert zusammenwirken. Versicherte der Audi BKK, die sich für die Teilnahme an einem IGV-Vertrag entscheiden, erhalten eine Befreiung von Zuzahlungen zu Arznei- und Hilfsmitteln sowie von der Praxisgebühr...."

Auf deutsch, du mußt zuerst zu deinem Hausarzt. Der gibt dir "kostenlos" eine Überweisung zum Facharzt. Würdest du gleich zum Facharzt gehen müßtest du dort 10 Euro zahlen.

Du bist privat versichert? Da weiß ich nicht wie das ist. Ich bin gesetzlich versichert.

LG Ina

Beitrag von helene2 09.01.11 - 20:48 Uhr

Hallo Ina,

das bietet leider nicht jede Krankenkasse an.
Wir waren auch im Hausarztmodel, jetzt sind wir bei einer anderen Krankenkasse (viel günstiger) und die bieten kein Hausarztmodel an.

Dafür haben wir ein Bonuspunktesystem, für jede Krebsvorsorge, Zahnvorsorge, Impfung, Gesundheits Check up und die U`s für die Kinder bekommen wir je 15€ die am Ende des Jahres bar ausbezahlt werden. Für letztes Jahr bekommen wir jetzt 90€ aufs Konto überwiesen#ole

Helene

Beitrag von ina_bunny 09.01.11 - 20:55 Uhr

Das Bonuspunktesystem haben wir auch.

Wußte gar nicht das das Hausarztmodell Krankenkassenabhängig ist.

Wir sind bei der AUDI BKK.

LG Ina

Beitrag von helene2 09.01.11 - 20:59 Uhr

Hallo Ina,

doch, da machen leider nicht alle Kassen mit. Wir waren bei der BKK Mobil Oil, die hat da auch mitgemacht.
Unsere, die IKK macht auch nicht mit, dafür ist sie günstig und erhebt auch 2011 keinen Zusatzbeitrag;-)

Helene

Beitrag von ina_bunny 09.01.11 - 21:00 Uhr

Die AUDI BKK erhebt zum Glück auch für 2011 keine Zusatzbeiträge. #schwitz

LG Ina

Beitrag von ina_bunny 09.01.11 - 21:01 Uhr

Aber wie kann eure Versicherung günstiger sein als andere. Man zahlt doch überall den gleichen Betrag, abgesehen vom Zusatzbeitrag.

LG Ina

Beitrag von helene2 09.01.11 - 21:12 Uhr

Hallo Ina,

ich glaube ich liege ein paar Jährchen zurück#hicks
Du hast Recht, alle Kassen erheben den selben Prozentsatz.#schein
Als wir damals gewechselt hatten war es noch nicht so, da war die IKK eine der Günstigsten.
Sie haben auch noch keinen Zusatzbeitrag erhoben und werden es auch dieses Jahr nicht tun. Viele Kassen hatten ja schon letztes Jahr den Zusatzbeitrag erhoben.

Helene

Beitrag von ppg 09.01.11 - 21:20 Uhr

Das Hausarztmodell halte ich für gemeingefährlich und würde jeden nur dringend davon abraten.

Es soll, weil es zu Kostenexplosion beiträgt, vor allem wegen häufiger Behandlungsfehler und nicht rechtzeitiger Überweisung zu den Fachärzten ( Verschleppung und Verschlimmerung von Erkrankungen ) auch recht kurzfristig wieder abgesetzt werden.

Ein sinnvoller Weg wären Polikliniken, wei sie in der DDR üblich waren.

Ute ( ehem. Pharmazeutin )