Finanzielle Hilfe für Azubi??? Lehrgeld reicht nicht aus...

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:17 Uhr

Hallo zusammen,

ein Freund (21) von mir hat im November eine Ausbildung angefangen als Maler/Lackierer. Vorher hatte er eine schulische Ausbildung zum Sozialassistenten gemacht, danach kam der Zivildienst, 15 Monate gejobbt und nun hat er endlich eine Ausbildung gefunden.

Nun das Problem. Er wohnt noch bei seinen Eltern im Haus, beide sind Alg2-Empfänger, üben aber beide einen 1,50 €-Job aus.

Er bekommt nur etwas um die 260€ Ausbildungsvergütung.
Allerdings muss er mit seinem Auto jeden Tag in die Firma fahren und dann -je nachdem, wo sie an dem Tag arbeiten- auch in dieverse weit entfernte Städte fahren. Alles mit seinem Privatauto und gerne müssen sie auch mal in 2-3 Städte am Tag. Also kommen am Tag gerne schonmal 150km zusammen. Die Berufschule liegt auch 60 km entfernt. Also wären das täglich auch nochmal 120km für die Berufschule.

Also kurz: Er verbraucht sein gesamtes Geld nur noch fürs tanken, damit er zur Arbeit kommt. Vom Kindergeld gehen sämtliche Fixkosten ab (Unfallversicherung, Privathaftpflicht, Handy (flat, er muss ständig mitarbeiter anrufen), Kfz-Versicherung, usw).

Er ist sehr sparsam, kauft keinen unnötigen Mist und wirft auf garkein Fall das Geld zum Fenster raus. Wie denn auch, er hat ja kaum etwas übrig. Nun fängt er schon an, weniger zu trinken und zu essen, weil das Geld einfach sonst nicht reicht. Kino etc geht er nie, verbringt am Wochenende zu Hause.

Ich kann das nicht mehr mit ansehen. Gibt es da nicht eine Möglichkeit, wo er finanzielle Hilfe herbekommt?
Wenigstens irgendeine Stelle, wo er Fahrgeld herbekommt? Er kann doch nicht jetzt 3 Jahre am Hungertuch nagen, nur, weil er eine vernünftige Ausbildung machen will. Er ist jetzt schon mit 2 € im Minus, der Tank nur noch halb voll und am 15. gibt es erst Lohn....

wäre toll, wenn sich einer auskennt und evtl. Rat hat.

Lg#herzlich und danke im Vorraus

Beitrag von kati543 09.01.11 - 22:19 Uhr

Die schulische Ausbildung hat er abgeschlossen oder nicht? Wenn nicht, kann er Hilfen beantragen, aber wenn er eine abgeschlossene Ausbildung hat, dann ist das sein "Privatvergnügen".

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:35 Uhr

Ja hat er. Ich glaube jedenfalls, dass das eine Ausbildung war. Kannte ihn da noch nicht und ich weiß nur, dass er es am OSZ gemacht hat für 2 jahre und sich dann Sozialassistent geschimpft hat #schwitz Damit hat er aber nirgendwo ein Job bekommen.

Beitrag von harveypet 09.01.11 - 22:21 Uhr

Er kann Ergänzend ALG2 beantragen und Zuschüsse für die Fahrtkosten beantragen.

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:32 Uhr

Hat er schon aber da sein Gehalt + Kindergeld über seinen Bedarf liegt, bekommt er keins. Und Fahrkosten auch nicht :-(

Beitrag von harveypet 09.01.11 - 22:35 Uhr

hat er separat einen Antrag nach dem Ausbildungsförderungsgesetz gestellt?

Beitrag von sabrina1980 09.01.11 - 22:21 Uhr

#sonne

#bla damals...als ich gelernt habe, bekam ich Ausbildungsbeihilfe...ich weis aber nicht...ob es das noch gibt?

lg
Sabrina

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:37 Uhr

Er wohnt ja noch bei seinen Eltern. Bab würde er sowieso nur bekommen, wenn er eine eigene Wohnung hat :-(

Beitrag von sassi31 09.01.11 - 22:31 Uhr

Hallo,

er soll sich mit seinem Chef unterhalten. Sein Arbeitsort ist erstmal der Firmensitz. Die Fahrtzeit vom Firmensitz zur Baustelle und vor allem die Fahrtkosten muss der Chef tragen.

Gruß
Sassi

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:38 Uhr

Achso??? Das wusste ich nicht und er garantiert auch nicht. Gibt es dazu irgendein Gesetzestext?

Beitrag von sassi31 10.01.11 - 15:13 Uhr

Ob es da einen Gesetzestext gibt, weiß ich garnicht.

Aber es ist so, dass im Vertrag gewöhnlich ein Arbeitsort steht. Normalerweise ist das der Firmensitz oder eine Filiale. Dort muss dein Kumpel pünktlich zum Arbeitsbeginn erscheinen. Wie er von dort zur Baustelle gelangt, muss der AG organisieren und vor allem aber bezahlen.

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:44 Uhr

Zumal es auch Mitarbeiter in der Firma gibt, die ein Firmenfahrzeug haben. Die fahren dann gemütlich mit dem Firmenauto und der dumme Azubi gurkt mit seinem Privatauto hinterher :-[

Beitrag von ppg 10.01.11 - 12:07 Uhr

Warum setzt er sich dann nicht dazu in den Firmenwagen?

Ute

Beitrag von stolzemutsch 10.01.11 - 13:05 Uhr

Na weil der mit dem Firmenauto ja schon von zu hause losfährt. Und entweder ist das Auto voll oder es gibt sonst irgendwelche ausreden.

Beitrag von vwpassat 09.01.11 - 22:49 Uhr

Hier läuft was gehörig schief.

Zuersteinmal geht es gar nicht, dass er auf sämtliche Baustellen bzw. Einsatzorte mit seinem PKW (von was hat er den überhaupt bezahlt bzw. wie kann er mit den paar Kröten ein Auto überhaupt unterhalten?) fährt.

Genauso die Telefonate mit anderen Mitarbeitern, etc..

Früher hieß es immer, Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber hier wird die Lehre dem Lernwilligen zum finanziellen Fiasko.

Wenn er bereits eine Ausbildung hatte, dann müsste er theoretisch erg. ALGII bekommen. Auto kann er sich eigentlich gar nicht leisten, ne Monatskarte für die Öffis sollte machbar sein, evtl. sogar vergünstigt.

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 22:58 Uhr

Alg2 bekommt er nicht, wurde abgelehnt, weil er mit dem Kindergeld zuviel Einkommen hat. Sein Bedarf liegt ja nur bei 270€ oder so um die Drehe (kenn mich jetzt da nicht so genau aus).
Und mit dem Kindergeld zusammen hat er ja etwas um die 400€.

Das Auto MUSS er sich leisten können (Gott, hört sich das doof an). Da er auf einem Dorf wohnt, wo alle Lichtjahre mal ein Bus vorbeikommt. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, würde er nie im Leben zu einer Arbeitstelle kommen. Da fährt nix, absolut nix.

Ps. Das Auto hat er sich im April gekauft für 1000€ als er noch Zivi war. Davor hatte er auch noch eine alte Möhre aber die hat den Geist aufgegeben. Auto musste er sich kaufen, damit er auch mobil ist, sonst würde er nie irgendwo hinkommen. Wie gesagt, ist wirklich eine Einöde, wo er mit seinen Eltern wohnt.

Beitrag von manavgat 09.01.11 - 23:05 Uhr

und dann -je nachdem, wo sie an dem Tag arbeiten- auch in dieverse weit entfernte Städte fahren.

Ich glaube nicht, dass das so rechtens ist und würde empfehlen, dass er Kontakt zur Handwerkskammer aufnimmt, die das mit dem AG klären können. Falls da nichts zu machen ist, muss die ARGE die Fahrtkosten berücksichtigen.

Er könnte sich wegen dieser Frage auch mal an www.tacheles-sozialhilfe.de wenden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von stolzemutsch 09.01.11 - 23:09 Uhr

Danke #herzlich

Beitrag von imzadi 10.01.11 - 00:28 Uhr

Meiner Meinung nach lässt er sich von seinem Chef verarschen. Wenn ich in meiner Ausbildung irgendwo hin fahren musste mit meinem Privatauto wurde das gut entlohnt, für gewöhnlich gab es einen Firmenwagen. Auch zur Berufsschule habe ich den Zug/ Busfahrpreis bezahlt bekommen.

Soll er doch einfach mal sein Auto abmelden (gerne mit der begründung das er sich kein Auto leisten kann), mal sehen was der Chef dann macht, einfach kündigen geht nicht.

Das ganze erinnert mich an einen Freund der in der Ausbildung sein Auto für Kurierdienstfahrten nutzen musste. Nach der Ausbildung hat sein Chef ihn dann angeboten er übernimmt ihn für 20 Euro am Tag. Traurig das manche 3 Jahre brauchen um zu merken das man sie bescheisst.

Beitrag von harveypet 10.01.11 - 00:38 Uhr

du bist gut!!!! daran hatte ich gar nicht gedacht aber es stimmt!

Beitrag von stolzemutsch 10.01.11 - 00:47 Uhr

Doch, er könnte ihn rauswerfen, denn er ist noch in der Probezeit (hat erst im November angefangen).

Wenn er sein Auto abmeldet, kommt er aber nicht mal mehr zur Firma #schwitz

Wie gesagt, er wohnt auf ein Kuhdorf und alle Lichtjahre kommt ein Bus vorbei, der auch noch in eine ganz andere Richtung fährt...

Selbst mit etliche Male umsteigen, würde er niemals früh um 7 in der Firma sein. Gegen halb 10 oder 10 wohl eher. #schwitz

Beitrag von harveypet 10.01.11 - 00:53 Uhr

Bis Ablauf Probezeit in de Ausbildung Auto behalten egal wie , dann ist Essig mit der Ausbeutung.

Beitrag von vwpassat 10.01.11 - 01:48 Uhr

Eine wirkliche Idee hab ich nicht.

Außer......

Er fährt in Zukunft wirklich nur noch bis zum Ausbildungsbetrieb, Fahrten zu Baustellen und das noch mehrmals pro Tag wechselnd ist nicht Sache des AN bzw. Auszubildenden, darum muss sich der AG kümmern.

Auf jeden Fall auch die IHK zu Rate ziehen, obwohl .... von da kommt meist auch nicht viel.

Ist halt nur ne Stelle, die Zwangsgelder einnimmt und verbrät.

Beitrag von windsbraut69 10.01.11 - 07:37 Uhr

"Wenigstens irgendeine Stelle, wo er Fahrgeld herbekommt"

Ja, seinen Lehrbetrieb!
Die Wege zwischen den Einsatzorten sind doch kein Privatvergnügen. Genau so wenig kann er gezwungen werden, ständig Kollegen dienstlich auf seine Kosten anrufen zu müssen.

Gruß,

W