Geht die Geburt schneller, wenn man richtig bewusst mitarbeitet?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von schmusimaus81 09.01.11 - 22:43 Uhr

Hallo,

mich interessiert mal eure Meinung, was ihr im Nachhinein dazu denkt.

Meine 1. Geburt dauerte ab den ersten regelmäßigen Wehen 21 Stunden. Ich hatte riesige Angst davor, wie sich die Geburt selber anfühlt.

Meine 2. Geburt dauerte gerade mal 3 Stunden. Ich habe versucht mir bewusst vorzustellen, wie sich beim Wehen veratmen unten alles öffnet. Die Geburt war heftig, aber viiiiieeeeel schneller.

Im Nachhinein denke ich darüber nach, ob die 2. Geburt deswegen so schnell verlief, weil mein Kopf bewusst mitgearbeitet hat ????

Diesen Monat steht meine 3. Geburt an. Natürlich habe ich auch wieder Angst davor. Aber wenns dann wirklich losgeht, will ich es auch wieder so bewusst durchziehen wie bei Nr. 2 in der Hoffnung, es dauert auch nicht so lange bis der Krümel da ist.

Was meint ihr?

Liebe Grüße
Antje (ET-10)

Beitrag von kati543 09.01.11 - 22:51 Uhr

Meine erste Geburt dauerte 1h50 min, die zweite 1h45min. Also kein großer Unterschied. Ich denke aber eher, das Problem bei der ersten Geburt ist die innere Verkrampfung, weil man nicht weiß, was auf einen zukommt. Man hört ja von Frauen immer nur Horrorstorys von nicht enden wollenden Schmerzen, die alles bisher dagewesene übersteigt. Ich habe von Anfang an versucht locker an die Sache heranzugehen. Allerdings hatte ich auch die Gewißheit, dass meines Sohnes Geburt definitiv nicht 24h dauern wird, wie die von mir selber. Aufgrund meiner Erkrankung war eine extrem kurze Wehenphase notwendig, sonst wäre ein KS gekommen. Ich mußte schon schwer kämpfen, damit ich überhaupt die Möglichkeit hatte, es spontan zu versuchen.
Allerdings denke ich gefühlsmäßig war meine 2. Entbindung schmerzfreier als die erste. Vielleicht eben genau, weil ich wußte, was passiert und dass ich die Pausen auch viel effektiver nutzen kann. Oder auch, weil ich bei der 2. Entbindung mich frei bewegen konnte. Bei der ersten ging das nicht, da mein Sohnemann noch gedreht wurde während der Geburt.

Beitrag von birma 10.01.11 - 00:27 Uhr

Mitarbeiten ja auch, aber viel mehr geht es m.M.n. um Loslassen und Entspannen. Die Gebärmutter und der Geburtskanal besteht ja im Wesentlichen aus Muskeln. Um sich von einem Masseur massieren zu lassen, muss man sich entspannt auf ein Massagebett legen und locker lassen. Ist man verkrampft, funktioniert es nicht. Genauso ist es beim Gang aufs Klo. Hier kann ich ebenfalls mit Muskelanspannung und Lockerlassen Wasser lassen oder es unterbinden. Die Geburt eines Kindes funktioniert ja im Wesentlichen nicht viel anders. Der Geburtskanal kann nur "freigegeben" werden, wenn man entspannt ist und locker lässt. Und das wird nur gut funktionieren, wenn man sich nicht verkrampft und nicht in ein schmerzverzerrtes Jammern hineinsteigert, da das sicher den gegenteiligen Effekt hat. Deshalb spielt ja auch eine Wohlfühl-Atmosphäre so eine große Rolle. Aber Du hast ja ohnehin schon zwei Geburten hinter Dir und weisst somit, was Sache ist.

Generell heisst es aber, dass die Zweit-, Dritt-, ...-Geburten immer schneller gehen, weil der Körper sozusagen schon von der ersten Geburt weiß, was er zu tun hat. Das trifft auch auf Erzählungen aus meinem Bekanntenkreis zu und war ja auch bei Dir so, also kann ich mir nicht vorstellen, dass Deine nächste Geburt auf einmal wieder viel länger dauern wird.

Ich selbst habe erst eine Geburt hinter mir, die aber auch sehr schnell gegangen ist. Ich bin noch um 20 Uhr (zwar schon mit noch erträglichen Wehen) mit meinem Mann beim Abendessen gesessen und kurz nach Mitternacht war unser Sohn geboren. Ich hatte allerdings eine Hausgeburt. Ohne dafür nun Werbung machen zu wollen, hat es aber sicher ganz nüchtern betrachtet damit zu tun, dass man sich in den eigenen vier Wänden ganz einfach von Anfang an wohler fühlt, es keine störenden Einflussfaktoren von außen und keine unbekannten Beteiligten gibt, ich mich immer so positionieren kann, wie es meiner Intuition nach gerade am angenehmsten ist und nicht, wie es für ein verwertbares CTG-Ergebnis angemessen ist. Das trägt m.E.n. ganz Wesentlich zum Entspannen und Loslassen und damit zu einer rascheren Geburt bei.

Und die von Dir beschriebene Methode, sich vorzustellen, dass sich beim Veratmen der Wehe der Muttermund öffnet ist auf jeden Fall super. Ich habe ebenfalls mit meiner Hebamme vor meiner Geburt verschiedene Atem- und Tön-Techniken geübt. Wenn man sich das dann während der Wehen wieder in den Sinn ruft, sind diese sicher viel leichter zu ertragen. Mir hat es auch geholfen, dass ich durch vorheriges Proben wusste, dass nach 4 bis 5 tiefen Luftzügen die Minute, die eine Wehe etwa dauert, vorbei sein wird.

Ich wünsch' Dir jedenfalls alles Gute für Deine bevorstehende Geburt.

lg birma

Beitrag von schnuppelag 10.01.11 - 08:26 Uhr

Ich hab nun schon öfter im Freundes- und Verwandtenkreis festgestellt, dass die Mütter, die vor der 1. Geburt einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht haben, besonders angespannt waren während der Geburt... wahrscheinlich, weil sie sich vorher lang und breit ausgemalt haben, wie schlimm und anstrengend alles wird und selbst während der Geburt noch zuviel drüber nachgedacht haben...
Ich selbst hatte keinen Kurs, die Geburt dauerte keine 3 Stunden... ich hab mich während der Geburt einfach auf die Ansagen der Hebamme verlassen (das waren nicht sehr viele) und ansonsten einfach auf meinen Körper gehört und ihn machen lassen. Ich war die ganze Zeit konzentriert dabei, hab die Wehen quasi automatisch weggeatmet... Man braucht einfach nur etwas eigenes Körpergefühl :-)

Beitrag von itsmyday 10.01.11 - 09:01 Uhr

Hi Antje!

Ich bin total überzeugt von Deiner Theorie! #liebdrueck #pro

ABER: versteif Dich da nicht drauf! #schwitz

Ich hatte erst so eine schöne 2-Stunden-Geburt, wo ich mich so richtig in die Situation fallen lassen konnte....ein Traum. Genau so sollte es bei der nächsten Geburt wieder werden .#verliebt

Als bei der nächsten Geburt von Anfang weg der Wurm drin war, war ich so enttäuscht und einfach fertig, dass ich am Ende einen KS bekommen habe. #zitter
Sicher war meine angeschlagene Psyche nicht der einzige Grund....es gab auch genug medizinische, aber eine Rolle spielt sowas doch immer. #schwitz

Ich würde mir also nie wieder irgendwas vornehmen oder ausmalen, sondern einfach unvoreingenommen auf mich zukommen lassen....jedes Kind ist anders, jede Geburt ebenso und alles kann einfach auf seine spezielle Art schön sein. #herzlich #kuss

LG Itsy

Beitrag von nele27 10.01.11 - 09:43 Uhr

Hi,

es hilft bestimmt dabei, gut mit den Wehen klarzukommen und in der Folge weniger Eingriffe und Hilfe zu brauchen. ABER es ist keinesfalls das einzige Kriterium - sonst wäre es ja einfach :-)

Bei mir war es auch so wie bei Dir, aber ich denke nicht, dass ich die erste Geburt nur mit gutem Willen und aktiver Mitarbeit besser hinbekommen hätte...

LG, Nele

Beitrag von claerchen81 10.01.11 - 09:44 Uhr

Hallo,

ja, ich bin überzeugt, dass es hilft. Meine Tipps wären:

1. GVK (im Gegensatz zu meiner Vorschreiberin), damit man die biologischen Zusammenhänge kennt (warum tut wann was weh und warum macht ein Tönen auf A oder O Sinn - muskuläre Zusammenhänge).

2. Im Kopf frei bleiben - das heißt auch: dem Schmerz "begrüßen", denn er bringt einen zum Kind. Wenn man Angst entwickelt, dann verkrampft man.

Bei der 2. Geburt weiß der Körper, was zu tun ist, auch deswegen geht es schneller. Eine Garantie ist das alles nie, aber es hilft definitiv.

Ach so: Hausgeburt oder Beleghebamme und möglichst wenige medizinische Eingriffe erleichtern die Geburt ebenfalls, bin ich felsenfest von überzeugt. Alle "ich will eine PDA"-Geburten, die ich kenne, endeten im Kaiserschnitt (immerhin 9 Stück), Geburtshaus oder Beleghebammengeburten waren kürzer und in 90% der Fälle "einfacher" als übliche Klinikgeburten (Hausgeburt habe ich im Bekanntenkreis nicht).

Gruß, C.

Beitrag von cori0815 10.01.11 - 09:56 Uhr

hi Antje!

Deine Vermutung trifft genau meine.

Bei mir war es ähnlich wie bei dir: beim ersten Mal war ich starr vor Schreck und Schmerz, konnte nur verkrampft liegen und habe mit Panik jede neue Wehe gefürchtet - sehnte mir aber gleichzeitig das schnelle Ende dieser Prozedur herbei, was sich natürlich dadurch verzögerte, dass ich so verkrampft war, dass sich nichtmal mehr der Muttermund öffnen konnte.

Bei der zweiten Geburt war ich im Kopf viel klarer: ich wusste, was ich will und was ich nicht will. Ich wollte KEINE PDA, denn die hatte mir bei der ersten Geburt jedes letzte Fünkchen Gefühl über meinen Körper genommen, ich wusste nichtmal mehr, wohin ich pressen sollte, als es endlich so weit war.

Bei der zweite Geburt habe ich viel bewegt, indem ich MICh bewegte: ich bin von Anfang an gelaufen/gestanden. Kam eine Wehe, habe ich mir einen Platz gesucht, wo ich mich abstützen/aufstützen konnte, so dass ich mit leicht gebeugten Knien und leichtem Rundrücken die Wehe ordentlich veratmen konnte. Dadurch ging es so schnell, dass selbst die Hebamme überrascht war. Auch wenn es albern klingt: ich habe mir bei jeder Wehe vorgestellt, wie das Baby ein Stück tiefer rutschen will und dem Baby durch meine (wahrscheinlich vollkommen bescheuert aussehende) Körperhaltung Platz gemacht. Und die Rechnung ging auf: nach nur etwas über 2 Stunden und 2 oder 3 Presswehen war meine Tochter da. Schmerzen? Klar, die Wehen waren schon unangenehm und vielleicht auch schmerzhaft. Aber es war nicht so ein Schmerz, der mich überrollte, sondern so ein produktiver Schmerz. Beim Pressen selbst empfand ich keine Schmerzen.

Also ich glaube, wenn du dir das alles schon so bewusst gemacht hast (wie gut es bei der zweiten Geburt durch deine Mitarbeit gelaufen ist), brauchst du vor der dritten Geburt wahrlich keine Angst haben. Das schaukelst du sicher nach Hause :-)

LG
cori

Beitrag von tekelek 10.01.11 - 10:04 Uhr

Hallo Antje !

Ich kann das nur bestätigen.
Beim ersten Kind fühlte ich mich total überrollt von der Urgewalt der Wehen, ich habe mich glaube ich ziemlich verkrampft und wollte es einfach nur noch überleben ...
Beim zweiten Kind konnte ich wesentlich besser mit den Wehen umgehen, habe mir immer vorgestellt, ganz viel Sauerstoff direkt zum Kind zu schicken, habe tief in den Bauch geatmet und mich auch getraut, mit dem Becken zu kreisen unter den Wehen, obwohl der Schmerz dann noch intensiver wurde - ich wusste aber, daß sich dadurch der Muttermund schneller öffnet ...
Schlimm fand ich dann eigentlich nur die letzten 2 Stunden von insgesamt 12, da hing ich dann doch wimmernd an meinem Mann ;-)
Nun bin ich sehr gespannt auf die dritte Geburt, mal sehen, wann sich unser zweiter Sohn auf den Weg machen wird ...

Liebe Grüße,

Katrin mit Kindern und Sohn Nr.2 (ET -4), der sich noch hübsch machen muß #schein

Beitrag von jellybelly123 10.01.11 - 10:59 Uhr

Ich habe einen Sohnemann, Geburt hat 2 Stundne gedauert. Ich habe keinen GVK gemacht und habe trotzdem ganz wunderbar veratmet ;-).
Klar, ich hatte Angst. Große Angst. Aber ich habe mir immer gesagt: eine Geburt ist natürlich, ich bin dazu gebaut um Kinder bekommen zu können. Andere Frauen in anderen Kulturkreisen bekommen ihre Kinder auch ohne dieses ganze "Tamtam" was wir hier so gern veranstalten. Ich verlasse mich auf die Natur und meinen Instinkt und hey, was soll denn schon passieren? Ich war in einem KH, hatte eine nette Hebi, es hätte im Fall der Fälle Hilfe gegeben. Also alles nicht so wild... und genau das hat wunderbar geklappt.
Ich hatte zwar eine schmerzvolle, aber tolle und schnelle ambulante Geburt.

Beitrag von josili0208 10.01.11 - 15:56 Uhr

Also die ersten (runden) 12h Wehen war ich jedesmal total "gut drauf" und entspannt und hatte keinen Fitzel Angst. Ich habe vorbildlich veratmet und "mitgemacht", sogar die meiste Zeit allein zuhause. Trotzdem wurden es 3KS wegen "Geburtsstillstand".
Ich unterschreibe diese Theorie demnach nicht.
lg jo

Beitrag von minnie85 11.01.11 - 09:04 Uhr

DEFINITIV geht es schneller, wenn man aktiv mitarbeitet statt abgeschossen mit PDA im Bett zu liegen...

Beitrag von woelkchen1 11.01.11 - 12:49 Uhr

Ja, ich bin mir 100% sicher, das es so ist, wie du sagst. Was beim ersten Mal unmöglich war, konnte ich jetzt: mich in der Eröffnungsphase ins Bett legen und entspannen.

Ich konnte während der Wehen locker lassen und hab mir bildlich vorgestellt, wie sich bei jeder Wehe der Mumu weitet. Bei der ersten Geburt war ich super total verkrampft, dieses Mal total locker.

Die erste hat 12 Stunden gedauert, die 2. nur 2,5 Stunden.

Beitrag von inajk 11.01.11 - 15:11 Uhr

Auch ich bin davon ueberzeugt und habe das bei beiden Geburten praktiziert. Bei beiden auf nichts anderes als die Wehen konzentriert, nur drauf konzentriert "weich" zu bleiben, also mich nicht gegen die Wehe anzuspannen. Und immer visualisiert, wie die Wehe den Muttermund aufzieht, bei jeder Wehe.
Bei mir hat es funktioniert, bei beiden Geburten. 1. 3h45min, 2. 1h20min... aber waren auch beides Hausgeburten, da geht das leichter. Man hat die Freiheit, sich voll auf das wichtige zu konzentrieren, weil nicht dauernd an einem rumgemacht wird.

LG
Ina