Braucht sie prof. Hilfe (Tochter, 6 Jahre)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bruchetta 10.01.11 - 09:07 Uhr

Hallo und guten morgen!

Wie oben schon geschrieben haben wir eine 6-jährige Tochter.

Sie ist ein sehr sensibles Kind uns zwar so sensibel und ängstlich, dass ich mir langsam Gedanken mache.

Obwohl sie bereits 3 Jahre in den Kindergarten geht, gibt es auch heute noch fast jeden Morgen Probleme, weil sie nicht hin möchte.
Sie hat irgendwelche Blockaden, die sich lösen, wenn sie erstmal da ist (mittags ist sie immer fröhlich und es war toll im Kiga).

Ihre Hobbies (Schwimmen und Ballett) hat sie aufgegeben, weil sie sich nicht mehr hingetraut hat.

Gestern waren wir auf einem Geburtstag, mittags war schon ein Riesentheater, weil sie Angst hatte, dass noch andere Kinder da sein könnten als ihre beiden Freunde (Kinder von meiner Freundin, die sie schon von Geburt an kennt).

Sie macht sich das Leben schwer damit, steht sich selbst im Weg.

Ich habe Angst, dass sich das immer mehr verfestigt und sie mit 12 ein einziges Nervenbündel ist.

Sie ist ein intelligentes Kind, dass durchaus letztes Jahr mit noch 5 zur Schule hätte gehen können.
Aber daran war, aufgrund ihrer Schüchternheit und Ängste, gar nicht dran zu denken.

Würdet Ihr Euch Hilfe holen (Kinderspychologe o.ä.)?

VG
bruchetta

Beitrag von donaldine1 10.01.11 - 09:29 Uhr

Hallo,
es ist schwer zu sagen.
Ich war als Kind auch so, gelegt hat sich das erst ab der 2. Klasse einigermaßen. Aber in der Schule z.B. habe ich mich bis zum Abitur kaum mal gemeldet oder so. Ich habe mir dadurch z.B. den Notenschnitt immer um mindestens eine Note runtergehandelt. Schon doof. (Eigentlich war es sogar noch krasser: Schriftlich 2 und mündlich 6. Wohl aus gnade haben die Leherr dann mündlich aber meisten eine 4 gegeben, die ich nüchtern betrahctet nicht verdient hatte. Ist nichts, wo man unbedingt mit leben muß/möchte.)
Richtig weg ging das erst im Erwachsenenalter.
Ich habe/hatte aber nicht den Eindruck, daß ich irgendwie unnormal war. Ich hatte auch Freunde, was aber eben nicht gerade der Draufgänger.
Grundsätzlich schadet es ja nichts, wenn man sich mal Beratung geben läßt. Aber ich würde es nicht unter dem Gesichtspunt mahcne, daß "mit dem Kind, was nicht stimmt". Sondern wirklich nur dahingehend, es der Kleinen etwas leichter zu machen. Denn das ist schon klar: Kinder mit weniger Schüchternheit/Hemmungen haben es natürlich einfacher.
Auf jeden Fall find eich aber, daß Kind sollte nicht das Gefühl haben, daß du sie oder ihr Verhalten nicht richtig findest. Sowas verunsichert evtl. noch mehr.
LG
donaldine1

Beitrag von meandco 10.01.11 - 09:56 Uhr

ich würd es mal beim kia ansprechen und fragen was für möglichkeiten es dann gibt ... und vor allem: was kannst du selber machen als erste schritte?

ansonsten (ist mir jetzt spontan eingefallen):
vielleicht hilft therapiereiten? sie muss sich einerseits überwinden was zu tun und andererseit bekommt sie einen verlässlichen partner (das pferd). dort auch neue freunde etc.
mein neffe ist autist und hatte panische angst vor allem und jedem - das hat sich mit dem therapiereiten erheblich gebessert (allerdings brauchte er später natürlich noch andere therapien als sie endlich ne diagnose hatten, aber das ist ja ganz ein anderes thema, da deine tochter ansonsten normal entwickelt ist ....)

lg
me

Beitrag von lisasimpson 10.01.11 - 10:07 Uhr

in wieweit das normal oder schon nicht emrh sit- in wie weit das deien tochter behindert oder nicht- kann ich nicht beurteilen.

Ich denke aber, dß sich schon sher viesl in ihren/ eurem leben um diese änglichkeit dreht.
Daher würde ich nICHT mit ihr zu einem Kinderpsychologen gehen- denn das würde quasie ihre "andersartigkeit", ihr "problem" manifestieren.

Aber wenn du das gefühlö hast, es würde euch ein bißchen input von außen helfen, würde ich eine beratungsstelle aufsuchen, damit du einen partner bekommst, vielleicht ein paar anregungen un d vielleicht einen neuen blickwinkel.


Ansonsten denke ich, daß deine tochter (wie jeder mensch) in dem spannungsverhältnis zwischen "hoffnung aujf erfolg" und "angst vor mißerfolg" ist- es jedoch erscheint, als wäre die angst vor mißerfolg viel näher.
daher würde ich versuchen ihr so viele erfolgserlebnisse wie möglich zu eröffnen- wo ist sie gut, was macht sie gerne, wo kann sie ein erfolgserlebnis für sich verbuchen?
vielleicht kann man auich mit dem kiga sprechen, ob die dort ideen haben, wie sie so ein "erfolgsprogramm" für deine tochter dort umsetzen könnten, damit sie eben auch in gruppen diese erfolgserlebnisse hat (ohne daß sie dadurch zum sonderling wird)

also einfach ein bißchen die latte in richtung "hoffung auf erfolg" verschieben- und ein bißchen weg von der "angst vor mißerfolg".
das wird nur in Mini- mini- schritten gehen- alles anddere würde zu viel angst machen.
aber jeder kleine erfolg überlagert ein kleines bißen die erfahrung von "mißerfolgen" und erhäht ein kleines bißchen die hoffnung, wieder einen erfolg zu haben (wenn man mit vielen kinder spielt, wenn man i nder gruppe sich was traut, wenn man beim balett mitmacht usw..)

lisasimpson

Beitrag von kaffetante 10.01.11 - 10:20 Uhr

Hallo,

schon einmal darüber nachgedacht? Ich habe auch so etwas zu Hause, in einer anderen Art. Das Buch hat mir mitunter sehr geholfen - vielleicht ist es auch etwas für Dich?

http://www.amazon.de/Das-hochsensible-Kind-Verlag-Redline/dp/3636063561/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1294651216&sr=8-1

LG

Beitrag von cori0815 10.01.11 - 10:21 Uhr

hi Bruchetta!

Bevor ich einen Kinderpsychologen einschalten würde, würde ich ein Gespräch mit dem Kinderarzt anberaumen. Denn der kennt das Kind ja auch schon ein paar Jahre, nehme ich an.

Ganz abwägig ist es ja nicht, sich professionelle Hilfe zu holen. Denn du hast schon recht: sie hat sich ganz schön in ihr Schneckenhaus zurück gezogen.

Ich wanke in solchen Situationen (und die haben ja alle eher zurückhaltenden Kinder mehr oder weniger stark ausgeprägt irgendwann immer mal) dazu, manchmal wenigstens vorsichtig die Brechstange anzusetzen. Das bringt mir zwar manchmal entsetzte Blicke anderer Mütter ein, aber andererseits auch reiche Erträge.

Gestern hatten wir nämlich das gleiche Beispiel wie ihr: meine Tochter (3,5) sollte zu ihrem ersten Kindergeburtstag. Mein Sohn "instruierte" sie schon Tage vorher, wie das so abläuft und dass es hinterher auch eine kleine "Tüte" mit Sachen mitgibt und machte ihr scheinbar auf diesem Wege ziemlich Druck... Auf jeden Fall sagte sie plötzlich, sie wolle da nicht hin. Ich konnte es gar nicht kapieren: sie geht sonst überall allein hin und ist sehr aufgeschlossen. Ich bin dann mitgegangen und habe ihr (zugegebenermaßen) mehr oder weniger versprochen, sie könne sich ja dann entscheiden, ob sie da bleiben oder wieder mit mir nach Hause gehen wolle. Als ich mich dann verabschieden wollte, wollte sie echt mit. Und ich habe sie "überredet", doch da zu bleiben und ihr versprochen, dass ich sie gleich nach dem Abendessen abholen würde. Ich wollte, dass sie sich mal traut und hinterher auch stolz auf sich sein kann. Die Rechnung ist voll aufgegangen: hinter platzte sie fast vor Stolz und präsentierte ihrem Bruder ihre "Mitgebsel-Tüte" mit leuchtenden Augen. Ich fand es wichtig, dass sie diese Erfahrung macht. Und ich habe mit ihr am Abend darüber gesprochen, wie toll ich das fand, dass sie da geblieben ist und dass es mir manchmal auch so ginge, dass ich erst gar nicht so recht irgendwo hin wollte und hinterher immer froh wäre, es doch gemacht zu haben.

Klar, bei deiner Tochter ist es sicher ein bisschen anders, weil sie ja schon immer eher schüchtern zu sein schien. Aber vielleicht braucht sie auch mal solche "Erfolgserlebnisse". Im Kindergarten scheint sie diese ja auch zu haben: Abschiedsdrama morgens, aber mittags froh, dabei gewesen zu sein. Oder ist das morgendliche Abschiedsdrama mittlerweile zum Ritual geworden??? Dann solltet ihr euch gemeisam ein neues überlegen und darauf pochen, dass ihr es einhaltet.

LG
cori

Beitrag von angelinchen 10.01.11 - 11:16 Uhr

Hallo
mein Sohn ist ähnlich wie deine Tochter. Er ist sehr intelligent, sportlich auch sehr begabt, aber er geht z.B. in keinen Sportverein (speziell Fussball) weil da eben viele andere Kinder sind. Er zeigt dort NIX von sich, steht hauptsächlich da und guckt, traut sich fast nix. Ebenso hier auf der Strasse (wir wohnen 2 Jahre jetzt hier) geht er grundsätzlich nicht auf dei Strasse spielen, wenn andere Kinder (die er fzwar kennt) da sind.

auch wir haben einvernehmlich mit dem Kiga gesagt, dass er erst nächstes Jahr mit 6 3/4 in die Schule kommt, weil er das von der sozialen Komponente her noch nicht wirklich gebacken bekommen würde.

Ich denke aber, es ist auch viel Charaktersache, und in welcher Umgebung das Kind aufwächst. Bei uns hat der Umzug von der Stadt mit nem Kindergarten mit offenem Konzept (da fühlte er sich absolut nicht wohl) aufs Land in einen Kiga mit festen Gruppen und fester Struktur sehr geholfen. Und da eben dass er gleich am Anfang in dieser Kiga Gruppe einen Freund gefunden hat. Grundsätzlich sind auch alle seine Freunde jünger als er...

Ist deine Tochter Einzelkind? DAS hat nämlcih bei uns auch deutliche Besserung gebracht. Meine 2 sind 2 Jahre und 10 Monate auseinander, und mittlerweile hat er mit ihr einen festen Halt, denn sie ist immer da (die beiden lieben sich ohne Ende #verliebt)

Ab 17.1. gehen wir zu einer Frau, die macht Kinesiologie, damit kann man anscheinend innere Blockaden lösen, die z.B. von einer sehr schweren Geburt entstehen können (wie bei uns der Fall). Das ist ein Angebot, was unser Kindergarten hier bei uns anbietet...Ich bin seeeehr gespannt, wie das wird, und kann die sehr gern berichten ob es was bringt, wenn du magst, ich selber werde nämlich auch "behandelt" (wegen der schweren Geburt eben)

LG Anja