ist das normal?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von wiesowarum 10.01.11 - 10:13 Uhr

hallo

wollte mal eure meinung dazu hören, oder wie ihr damit umgehen würdet...

mein expartner und ich haben ein gemeinsames kind.
kurz nach der geburt habe ich mich von ihm getrennt. er hat sich nie ums kind gekümmert. unterhalt hat er auch nicht gezahlt.
irgendwann hat das jugendamt es geschafft, daß er unterhalt zahlt. einen titel, lohnpfändung...
ab dem zeitpunkt, als er zahlen mußte, interessierte er sich auf einmal für´s kind. er klagte sein umgangsrecht ein. das kind war da schon 9 jahre alt und der umgang gestaltete sich sehr schwierig.
da ich schon seit langem einen freund habe der die vaterrolle übernommen hat.

mein ex hatte auch eine frau.
die kontakte gingen ca. 2 jahre, also mein kind ist jetzt 11 jahre.

nun folgendes:
im oktober 2010, stellte er die unterhaltszahlungen ein, weil er nicht mehr arbeiten geht. er ist krank geschrieben. seine frau ist ihm auch weggelaufen.
seit oktober kümmert er sich auch nicht mehr ums kind.
er hat feste umgangstermine die gerichtlich vorgeschrieben sind. er kam nicht mehr zu den vereinbarten terminen.
wir haben ihn seit oktober bis heute nicht gesehen. er meldet sich auch nicht. oft genug habe ich versucht ihn anzurufen. es geht sofort die mailbox dran. ich denke er hat sich eine neue handynummer geben lassen.

mein kind ist nicht böse drum, für ihn war es ein fremder.

mir kam das alles so vor: GELD GEGEN WARE.
er braucht zur zeit nicht zahlen, also interessiert ihn das kind nicht.

falls er irgendwann mal wieder vor der tür stehen sollte (vielleicht weil er wieder zahlen muß), würdet ihr ihn das kind dann mitgeben,wenn das kind nicht mehr will?

ab wann kann ein kind selber entscheiden, ob es umgang mit einer umgangsberechtigten person haben möchte?

hat jemand so etwas schon mal erlebt?

Beitrag von swety.k 10.01.11 - 10:56 Uhr

Hallo,

nein, sowas hab ich noch nicht erlebt. Aber es kommt vor, wie Du siehst. Traurig und ärgerlich ist es allemal. Aber warum Dein Ex sich so verhält, wird Dir niemand sagen können. Es bringt auch nix, darüber zu spekulieren oder zu schimpfen.

Vielleicht ist es für ihn ja auch alles sehr schwierig und nicht so easy, wie Du möglicherweise annimmst. Keinen Job, keine Frau .... das ist auch für ihn nicht so einfach.

Wenn er sich wieder meldet und das Kind sehen möchte, dann frag Deinen Sohn, ob er zu seinem Vater will. Wenn er das nicht möchte, kann er seinem Vater selbst sagen, daß er ihn nicht sehen will. Mit elf Jahren ist er dazu alt genug. Zwingen kann ihn natürlich niemand.

Liebe Grüße von Swety

Beitrag von witch71 10.01.11 - 11:00 Uhr

Wenn das Kind es nicht möchte würde ich es auch nicht hinzwingen. Das ist ja auch völliger Unfug..

Wie hat er sich denn als Vater gekümmert? Ich meine, hat er das Kind zuhause abgestellt oder doch öfter mal was mit dem Kind unternommen?
Falls letzteres der Fall war würde ich als Mutter schon sanft beim Kind dafür sprechen, dass es wenigstens ab und zu mal was mit dem Vater unternimmt. Zoo oder Schwimmbad, meinetwegen auch mal der Besuch in einem Schnellimbiss ist ja nichts Schlimmes, sofern väterliches Verhalten vorausgesetzt werden kann.

Meine Tochter ist 14 und ihr Vater will jetzt an seinem Wohnort mit ihr in den dortigen Zoo. Dazu soll sie sich alleine in den Zug setzen, er holt sie dann am Endbahnhof ab. Ich hab ihr auch erklärt, dass ich da kein Problem sehe, dass ich sie gerne hinbringe, ihr alles erkläre und mit ihr einsteige und trotzdem will sie das nicht. Das muss sie aber selbst wissen. Ich verstehe auch ihr Argument, dass sie nach Jahren der Umgangsignoranz seinerseits nicht alleine auf einen ihr Fremden treffen und mit ihm etwas unternehmen will.

Fazit: Für mich kann das mein Kind entscheiden, egal wie alt es ist. Das heisst, an Deiner Stelle würde ich mir da keinen Kopf machen, bis sich die Situation ändert, d.h. er eventuell wieder Umgang haben will. Dann das Kind fragen, was es will und das dann dem Vater mitteilen.

Beitrag von schnee-weisschen 10.01.11 - 15:57 Uhr

"Fazit: Für mich kann das mein Kind entscheiden, egal wie alt es ist. Das heisst, an Deiner Stelle würde ich mir da keinen Kopf machen, bis sich die Situation ändert, d.h. er eventuell wieder Umgang haben will. Dann das Kind fragen, was es will und das dann dem Vater mitteilen."

Wenn er den Umgang dann einklagt, intessiert es das Gericht herzlich wenig, was das Kind will, solange es nicht 14 Jahre alt ist (und damit selbst enscheiden kann).
Traurig, aber wahr.