Sohn 6 1/2 weint abends im bett imer und hat angst zu sterben.kennt...

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von sunflower79 10.01.11 - 10:26 Uhr

Hallo,
seit einiger zeit, so 4 Wochen, liegt mein Sohn abends im Bett und weint vor dem einschlafen.Wenn ich gefragt habe, was denn los ist, hat er mir nie geantwortet. Bis vor 2 Wochen da hab ich gesagt, er soll mir doch ein Bild malen oder es aufschreiben.
Er hat dann auf einen Zettel geschrieben: Ich will nicht sterben.
Ich war so baff, wusste garnicht was ich antworten sollte. Hab dann gesagt,dass er ein gesunder junger junge ist und nicht einfach so von heute auf morgen stirbt und das mama und papa auch auf ihn aufpassen.
Jetzt geht das aber jeden abend so das er weint und dann holt er den Zettel und sagt: es ist wieder das, deswegen weine ich.
Ist das eine Phase die sie durch machen?
Was kann ich denn da machen?
Was zu ihm sagen?
Es ist aktuell niemand gestorben bei uns.
vielleicht habt ihr ja tipps und könnt mir helfen. Er tut mir echt leid.

danke

lg sun

Beitrag von parzifal 10.01.11 - 11:18 Uhr

Das man sich bewußt wird auchmal sterben zu müssen ist normal. Meiner hat mal gefragt, dass "Kinder nicht sterben müssten oder?"

Abends aber deshalb öfters weinen nicht. Da gehen die Ängste mit ihm durch.

Mehr als beruhigen und Sicherheit auszustrahlen wirst Du kaum können.

Ich würde aber bei der Wahrheit bleiben. Das es nicht unmöglich sei, dass Kinder in seinem Alter sterben dies aber äußerst unwahrwahrscheinlich sei.

Hat er Angst überhauptmal zu sterben oder als Kind?

Gruß
parzifal

Beitrag von witch71 10.01.11 - 11:30 Uhr

"Das es nicht unmöglich sei, dass Kinder in seinem Alter sterben dies aber äußerst unwahrwahrscheinlich sei."

Genau das würde ich ihm auf keinen Fall sagen. Es ist doch so äusserst unwahrscheinlich, dass ein gesunder Junge in dem Alter plötzlich im Schlaf verstirbt, dass man das nicht extra erwähnen muss. Da er gerade so stark davon belastet ist, könnte das dazu führen, dass er nun glaubt, *ausgerechnet er* sei einer von denen, denen das passieren könnte.
Würd ich lassen. Die Version "Du bist gesund, ich glaube nicht, dass Dir das passiert" finde ich da angemessener. Also bei seiner Person bleiben, das ist wahr genug. :-)

Beitrag von parzifal 10.01.11 - 12:18 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit im Schlaf zu sterben ist wirklich so minimal, dass diese nicht erwähnt werden sollte.

Davon habe ich aber nie gesprochen.

Mir ging es um die Wahrscheinlichkeit überhaupt als Kind zu sterben (Unfall, Krankheit etc.).

Und da kann man ja schwerlich sagen, dass dies Kinder nie passieren würde.

Beitrag von witch71 10.01.11 - 12:34 Uhr

"Ich würde aber bei der Wahrheit bleiben. Das es nicht unmöglich sei, dass Kinder in seinem Alter sterben dies aber äußerst unwahrwahrscheinlich sei."

Ich hatte das so verstanden, dass Du meintest, man sollte ihm das sagen?

Beitrag von witch71 10.01.11 - 11:26 Uhr

Erstmal würde ich das Kind fragen, was es glaubt, was ihm helfen könnte.

Abends beten? Mama und Papa schauen jede Stunde bei ihm rein? Er darf für eine Weile im Elternbett/-schlafzimmer mitschlafen? Er bekommt ein Schlaf-Bewach-Kuscheltier (oder auch eine Actionfigur für den Nachtschrank)? Das Babyphon wird wieder aufgestellt, so dass Ihr ihn jederzeit und sofort hören könnt? Er bekommt eine Schlummerlampe, damit es nicht stockduster ist? Die Türe wird nicht mehr geschlossen, sondern bleibt offen? Eine Änderung des Einschlafrituals?

Mehr fällt mir gerade nicht ein.. ich würde ihm verschiedenes anbieten, aber zuerst mal fragen, was er glaubt, was ihm helfen könnte.

Beitrag von otto123 10.01.11 - 11:46 Uhr

Hallo,
dazu fällt mir ein, hat er evtl. mal diesen in meinen Augen blöden Spruch wie "Er/Sie ist friedlich entschlafen" oder "Er/Sie sie ist für immer eingeschlafen" oder ähnliche gehört und hat deswegen Angst vor dem Einschlafen?
Das könnte eine Erklärung sein?
Gruß
Ottilie

Beitrag von butler 10.01.11 - 13:01 Uhr

Wir haben meinen Neffen 1 Monat auf dem "Angle Care" von meinem Sohn schlafen lassen.
LG

Beitrag von ayshe 10.01.11 - 13:20 Uhr

Irgendwann fangen Kinder auch an, sich Sorgen zu machen, über vieles eben.


Meine Tochter ist knapp 7 und sie fragt auch so einiges, auch ob Kinder sterben können.
Sie sagte auch mal einige Zeit immer, daß sie nicht sterben will.

Wie hier parzifal fragte, würde mich auch interessieren, ob er Angst hat als Kind, also jetzt, zu sterben oder ganz generell, wenn er mal alt ist.

Meine Tochter sagt auch, sie will nicht sterben, aber sie meint es eher generell, sie will auch nicht, daß ihre Großeltern sterben, wir Eltern, die Verwandten usw.
Und ich habe ihr gesagt, daß einfach nie ein Mensch ewig leben kann.
Man kann alt werden, aber eben nicht ewig leben und das sei dann auch echt in Ordnung.
Ich habe es sozusagen auch damit erklärt, daß ein Körper nicht ewig funktionieren kann.

Und die Frage, ob Kinder sterben, habe ich auch wahrheitsgemäß beantwortet, nämlich daß es verschiedene Ursachen gibt:
Unfall, schwere Krankheit, Alter (bei alten Menschen).
Und ich habe ihr gesagt, daß weniger Kinder schwere Krankheiten haben als alte Leute.

Als sie dann einmal "krank" war, fragte sie auch, ob sie nun sterben müsse.
Aber von einer einfachen Erkältung stirbt man eben nicht.


Es ist echt nicht einfach, das alles zu erklären.
Und Kinder haben auch eigenartige Vorstellungen.
Meine Tochter dachte, man stirbt immer an seinem Geburtstag und auch in der Reihenfolge, also würde mein älterer Bruder vor mir sterben.


Ich habe sie einfach immer getröstet und ihr da gesagt, was ich weiß.
Und daß sie gesund ist.

Beitrag von palesun 11.01.11 - 08:59 Uhr

Hallo sun,

wie du schon schreibst, das ist eine Phase. Total normal.

Habe viel darüber gelesen und mit einer Jugendtherapeutin darüber gesprochen. Das Thema beschäftigt Kinder mehrmals... auch wieder in der Pubertät.
Meine Tochter hatte diese Phase vor ein paar Monaten. Ihr hilft, dass ich ihr sage, dass ich immer da bin, wenn was ist und sie jederzeit zu mir rüber kommen kann.
Bücher habe ich auch gekauft... Aber ein richtig gutes habe ich auch noch nicht gefunden.

Auf jeden Fall nicht verdrängen.

Alles Gute
palesun

Beitrag von schokostreusel 11.01.11 - 10:06 Uhr

Hm, bist Du sicher, dass nicht noch etwas anderes dahinter stecken könnte?

Dass sich Kinder mit dem Tod auseinandersetzen ist sicherlich normal, aber dass er über mehrere Wochen deswegen weint und Angst hat , finde ich schon ungewöhnlich, auch dass er nach Erklärungen nicht richtig damit abschließen kann. Warum kann er nicht darüber sprechen, sondern zeichnet seine Angst?

Ich habe vor ein paar Monaten ein Mädchen von unserer Schule auf dem Heimweg getroffen, dass bitterlich geweint hat. Als ich sie fragte, ob alles in Ordnung ist oder ob sie sich vielleicht weh getan hat, meinte sie : " Der XY ( Mitschüler) hat zu mir gesagt, ich töte dich!" Das war natürlich nur ein dummer Spruch und keine ernsthafte Drohung, aber das Mädchen hat es anscheinend sehr belastet. Das nur als Beispiel ....

Beitrag von s30480 12.01.11 - 14:32 Uhr

Hallo Sun,
da fällt mir eine Geschichte aus meiner Kindheit ein... in der Grundschule hat eine Lehrerin uns erzählt, dass das Kind von Bekannten abends ins Bett gegangen ist und am nächsten Morgen nicht mehr aufgewacht.
Von dem Zeitpunkt an konnte ich Monate nicht mehr richtig einschlafen aus Panik, das könnte mir auch passieren.
Vielleicht hat er irgendwo etwas gehört, auch unterbewusst.
Irgendwann wird es vorbei gehen, meine Eltern haben auch alles versucht...
Geholfen hat es eigentlich nicht wirklich. Irgendwann ging die Phase vorbei.
Aber ich würd auch versuchen ihm unterschiedliche Möglichkeiten aufzuzählen, Babyphone, Licht etc. find ich gut.
LG Sandra

Beitrag von sommermond 13.01.11 - 22:29 Uhr

Hallo,

als erstes würde ich auf jeden Fall versuchen herauszufinden, was der Auslöser war. Irgendwas hat ihm so sehr Angst gemacht, dass er seit 4 Wochen abends weint, und das halte ich nicht mehr für eine Phase.
Ich denke, nur wenn du die auslösende Situation herausfindest, kannst du das Thema mit ihm so besprechen, dass er dann auch Ruhe findet. Ist er vielleicht irgendwo bei Freunden mit dem Tod konfrontiert worden, hat er einen Film in der Richtung gesehen o.ä.? Vielleicht hatte er auch einen entsprechenden Traum. Ansonsten würde ich ihm so viel Trost und Nähe anbieten, wie ihr könnt, vielleicht ihn bei euch schlafen lassen o.ä.

Liebe Grüße, hoffentlich wird es bald besser! #blume