Sohn schlägt

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von textzauber 10.01.11 - 11:32 Uhr

Unser Sohn ist gerade 5 Jahre alt geworden und hat eine Entwicklungsstörung - er ist in vielen Teilbereichen auf dem Stand eines 4-Jährigen, evt auch jünger. Er wurde gerade ins Autismuszentrum aufgenommen, wobei er - wenn es denn Autismus ist - nur eine leichte Form ist, glaube ich selbst.

Seit 2010 spricht er und eigentlich dachte ich, dass viele Probleme im Miteinander jetzt nachlassen.

Jetzt hat er seit mehreren Wochen begonnen, zu schlagen, zuerst mich und meinen Mann, jetzt auch die Oma und den Opa, seinen Bruder. Wenn er irgendetwas nicht mag, hat er früher immer NEIN gesagt. Jetzt schlägt er einfach. Und da er aufgrund des Alters immer größer wird, wird es immer schwerer, darauf zu reagieren. (Ich vin selbst nur 1,50 Meter groß bei 48 kg.)

Was tun???? Alle Erziehungsmaßnahmen, die man bei einem normal entwickelten Kind ansetzen würde, sprechen nicht an. Dann flippt er völlig aus und dreht so richtig durch, kommt dann aus so einem Anfall nicht mehr raus.

Über Tipps würde ich mich freuen.

Liebe Grüße

Beitrag von supermaus72 10.01.11 - 19:04 Uhr

Hallo, als erstes fühl Dich mal von mir gedrückt! #liebdrueck

Meine Tochter ist im Schnitt 2 Jahre zurück und hatte auch so eine Phase.

Bei entwicklungsverzögerten Kindern geht oft auch dann, wenn die Entwicklung in einem Bereich losgeht (hier z.B. das Sprechen), der Fortschritt langsamer vonstatten als bei "normalen" Kindern.
Paula ist jetzt 6 1/2 und im nachhinein ist uns allen klar, dass sie total frustriert war nicht das ausdrücken zu können, was sie gerne wollte und natürlich auch gesehen hat dass andere besser sprechen konnten.
Auch diese Wahrnehmung ist bei einer- bzw. einem 5-jährigen eine andere als bei einem 2-jährigen.
Vielleicht wird das der Grund bei Deinem Sohn sein. Versucht Euch in seine Lage zu versetzen und ihn in so einer Situation einfach mal in den Arm zu nehmen bzw. ihm das anzubieten.
Zu vergleichen ist das auch mit der Trotzphase der 2-jährigen - die diese auch aus den selben Gründen haben.

Oft kann man mit solchen Situationen durch Verständnis diese einfacher bewältigen. Mit "normalen" Erziehungsmethoden kann man halt bei den besonderen Kindern wie wir sie haben oft nicht so viel erreichen.

Würde in der Autismus Ambulanz das Thema auf jeden Fall mal ansprechen.

Liebe Grüße und halt`die Oren steif ;-)

Supermaus

Beitrag von bipi168 10.01.11 - 19:38 Uhr

Hallo,
unser Sohn ist 6,5 Jahre und auf den Stand eines zwei jährigen!
Er hat frühkindlichen Autismus und einige anderen Diagnosen, mein Sohn muss einen Helm tragen weil er unberechenbar ist!

Bei ihm ist es mal besser mal schlechter, ganz schlimm sind Veränderungen egal in welcher Richtung, also zuhause oder auch Kiga.
Ganz schlimm ist wenn sich jemand nicht an feste Regeln hält, z.B. der kleine Bruder der viel Quatsch macht.
Ganz schlimm ist warten, egal in welcher Situation.
uvm.

Gewalt richtet sich mittlerweile gegen jeden, mich ( schon immer), meinen Mann, meine anderen Kinder ( wobei er die Mädels in ruhe lässt weil die sich an seine "regeln" halten), an die Hep´s im Kiga, an die Therapeuten und an andere Kinder.

Ganz ehrlich? Viel machen kann ich nicht, ich könnte ihn mit Medis zuhämmern aber das will ich momentan noch nicht da er auch schwere Epilepsie hat und viele Medi. deshalb nehmen muss.
Er macht es nicht bewusst, er will es oft auch nicht das merkt man.

Ich schicke ihn dann trotzdem oft in sein Zimmer wenn es grenzwertig wird, also ich gehe mit ihm in sein Zimmer alleine.
Ich schimpfe ihn trotzdem ( was echt sinnlos ist aber denke ist auch wichtig für die anderen Kinder #gruebel ) auch wenn ich weiß es kommt nicht da an wo es hin soll.
Was ich z.B. nicht mehr mache , ich versuche ihn nicht mehr zu beruhigen, hört sich vielleicht krass an aber früher hab ich es dadurch nur schlimmer gemacht.
Wir haben die Diagnose nun seit 4 jahren aber richtig helfen konnte uns bis jetzt noch nie jemand.

Wie gesagt es ist mal besser mal schlechter, gerade auch wenn er etwas in der Entwicklung dazu lernt, wird sein Verhalten meistens schlimmer.

Liebe Grüße Bianca

PS: Tim wirft mit stühlen, tellern und alles was er in die finger bekommt!
www.autismus-tim.de

Beitrag von cika2 10.01.11 - 22:11 Uhr

Hallöchen!
Und laß dich ganz dolle#liebdrueck
Ich kann deine Ratlosigkeit voll nachvollziehen.
zuerst wurden auch nur wir angestampft,dann wurden Türen geknallt,dann die kleine Schwester geschubst und zu guter Letzt dann auch Oma und Opa.
Wenn allerdings Gegenstände geschmissen werden wird es besonders schlimm. Der Höhepunkt wurde erreicht als er die Tür kaputt schlug(Glasscheibe zerbrach).
Kein Nein und höre auf oder so kommt da an.
Ich bin auch "nur"156 groß Jonas jetzt schon 122cm.Er ist 9Jahre.In der Entwicklung ca.2Jahre zurück.
Bis jetzt machen wir es so in aus der Situation heraus zunehmen.Und wenn ich ihn rausschleifen muß.
Er brüllt zwar aber er tut niemand anderen oder sich selber weh.Wir haben immerhin einen Kamin im Wohnzimmer.

lgcindy