Unterhalt und Elterngeld ?

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Beitrag von rosebay 10.01.11 - 15:07 Uhr

Hallo an alle Unterhaltszahlende:

ich zahle auch Unterhalt für meinen 12jährigen Sohn, der bei seinem Vater lebt. Blöderweise geht die Düsseldorfer Tabelle immer von zahlenden Vätern aus und dann ist gut. Leider nehmen die so selten das Elternjahr in Anspruch.
Jetzt erwarte ich mein zweites Kind im Rahmen einer neuen Beziehung. Ich beabsichtige, ein Jahr nicht zu arbeiten und beziehe Elterngeld. Da dies vom Amt und nicht vom Arbeitgeber bezahlt wird, habe ich also kein Einkommen.

Muss ich denn jetzt trozdem den vollen Unterhalt leisten? Ich zahle mtl. 398 € und kann diese Summe bei Erhalt von Elterngeld nicht aufbringen. Wer weiß Rat? Meine Anwältin weiß irgendwie auch nicht so richtig weiter. Sie sagt, dazu gäbe es weder klare Regelungen noch aktuelle Gerichtsentscheide.

Kann mir jmd weiterhelfen?

Beitrag von harveypet 10.01.11 - 17:52 Uhr

1. bist du als TE und gleichzeitig Frau hier falsch!!

2. Wenn du dich selbst bedürftig machst mußt du weiter zahlen! Zu Recht!

Wenn Väter aus Lust ihren Job hinschmeißen müssen sie auch weiterzahlen.

Beitrag von manavgat 10.01.11 - 18:34 Uhr

Das ist Dein Problem. Und ich sage Vätern in der Situation das gleiche!

Dein Sohn hat einen Anspruch auf seinen Unterhalt. Wenn Du in Elternzeit gehst, dann muss eben Dein neuer Partner helfen, wenn das Elterngeld nicht reicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von karna.dalilah 10.01.11 - 20:15 Uhr

Also rein logisch gedacht bist du in der Zeit 6 Wochen vor der Geburt und 6 Wochen nach der Geburt nicht arbeitsfähg und kannst den Unterhalt dementsprechend anpassen.
Dann kannst du rein rechtlich gesehen wieder arbeiten und wieder vollen Unterhalt leisten, wobei berücksichtigt werden muss, dass nun ein zweites unterhaltsberechtigtes Kind da ist und die Unterhaltshöhe neu festgelegt werden kann. (wird übrigens auch bei Vätern die in der neuen Beziehung eigene Kinder haben so gehandhabt).
Rein menschlich betrachtet kann es sein, dass du weniger oder keinen Unterhalt zahlen brauchst wenn:
das Kind gestillt wird und auf deiner Arbeitsstelle keine Stillmöglichkeit geschafft werden kann oder keine Möglichkeit geben kann abgepumpte Milch zu lagern
das Kind gestillt wird und der Weg zur Arbeitsstelle für das Kind unzumutbar weit ist (nur mit Auto erreichbar und nur ein Auto in der Familie)
Es darf dem nachkommenden Kind nämlich auch kein Nachteil entstehen.
Ich denke in deinem Fall bedarf es einer Einzelfallentscheidung.

Bei Männern besteht in sofern der Unterschied, dass sie die Kinder nun mal nicht stillen können.
Stillen ist nun mal nicht nur Nahrungsaufnahme.

In eurem Fall würde ich den Unterhalt neu berechnen lassen mit 2. Kind und schauen, ob dein Partner etwas dazu tun kann.
Dein großer Sohn benötigt ja dennoch dies und das und es ist moralisch unfair es dem Vater allein zu überlassen.

Karna

Beitrag von kessita 11.01.11 - 14:01 Uhr

Hallo,

rein rechtlich gesehen, ist sie 6 Wochen vor der Geburt sehr wohl arbeitsfähig. Der Mutterschutz ist hier eine Möglichkeit keine Pflicht. Zudem sie, da sie berufstätig ist, in diesen Wochen ( insgesamt übrigens mindestens 14 Wochen, nicht 12) weiterhin ihr volles Gehalt zusammengesetz auch Mutterschutzgeld von der Krankenkasse und den Leistungen des AG erhält.

Dann die Frage wie sollte eine solche Einzelfallentscheidung aussehen?

Die Mütter die stillen dürfen/ müssen nicht mehr Vollzeit arbeiten, weil sie stillen die anderen nicht?
In Deutschland GsD so nicht möglich.

Sorry, aber hier im Forum gibt es genug Mütter die auch vollstillend arbeiten gegangen sind. Geht alles!

Des weiteren, jeder Vater der hier so fragen würde, würde das Fell über die Ohren gezogen bekommen, weil er sein 1. Kind zugunsten des 2. benachteiligen würde.

Da darf hier nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.

LG

Beitrag von karna.dalilah 11.01.11 - 14:18 Uhr

Du liest nicht genau, da ich die genauen Lebensumstände der TE nicht kenne, habe ich gesagt dass es durchaus Einzelfallreglungen geben.
Es gibt Lebens- und Arbeitsumstände die es durchaus möglich machen, voll zu stillen und dennoch vollzeit arbeiten zu gehen.
Es gibt aber auch welche die es eben nicht erlauben.
Da dies eine zeitlich begrenzte Angelegenheit ist denke ich dass da Einzelfallreglungen geben kann.
Reglungen können vielfältig sein und durchaus in Absprache mit dem Vater getroffen werden.
Letztlich kann man genauso wie bei zahlungsunwilligen Vätern nichts machen, wenn der Unterhalt ausbleibt.
Klar rechtlich gibt es theoretisch Mittel, aber was will man den in dem Fall tun?
Wo nix ist kann man nix holen, genau wie bei Vätern.

Übrigens benachteiligt jeder der ein 2. Kind oder weitere bekommt sein Erstgeborenes - es steht ihm nämlich weniger Unterhalt zur Verfügung. denn Mama und Papa verdienen ja deshalb nicht mehr.
Sie nehmen also mit jedem weiteren Kind eine Unterhaltskürzung für die älteren Kinder in Kauf und müssen dies auch nicht ausgleichen.

Im übrigen darf sehr wohl der Unterhalt im Mutterschutz neu berechnet und in dem Fall sicher gekürzt werden, denn es ist das 2. Kind da.
Und da wir nicht wissen was die TE beruflich macht, kann man pauschal wahrscheinlich gar nicht sagen, dass sie arbeitsfähig ist oder nicht.
(Fiel mir nur grad ein :-))