Nach Schlaganfall , wieder Auto fahren?

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Beitrag von maren-76xxx 10.01.11 - 17:29 Uhr

Hallo Zusammen,

mein Schwiegervater hatte einen Schlaganfall, Sprachzentrum betroffen , sonst nix.
Kann und darf er denn wieder Auto fahren, wenn er meint, er kann? Die Reha hat er nach einem Tag abgebrochen.


LG Maren




Beitrag von seikon 10.01.11 - 18:39 Uhr

Ich fände es mehr als fahrlässig, wenn er ohne vorige ärztliche Konsultation eigenmächtig wieder Auto fährt.

Wieso hat er überhaupt die Reha nach einem Tag abgebrochen?

Beitrag von zahnweh 11.01.11 - 03:54 Uhr

Hallo,

warum hat er denn die Reha abgebrochen?
war wirklich nur die Sprache betroffen?
hat er (wenn auch nur leichte) Auswirkungen auf einer Körperhälfte?

wurde sonst schon was in die Wege geleitet?

Nein, oder besser gesagt, es wäre sehr fahrlässig! Musste er den Führerschein abgeben? Wurde es irgendwo gemeldet (Arbeitgeber/Versicherung...)

Ein Bekannter musste damals wieder eine Prüfung ablegen, dann durfte er Automatik fahren (nur zwei Pedale). Für den Schaltwagen hätte es einer weiteren Prüfung bedarft. Aber das hat keiner der mir bekannten Schlaganfallpersonen geschafft. Jedenfalls nicht in den ersten Jahren.

Automatik konnte einer wieder fahren. War auch eine Erleichterung im Alltag. Aber ein Risiko bestand immer, da mit der Zeit weitere kleinere Schlaganfälle folgten. Ursache war bekannt, wurde auch behandelt, kam aber dennoch zu weiteren, da die Medikamente immer neu eingestellt werden mussten.

Was sagen denn eigentlich die behandelnden Ärzte?

Beitrag von fascia 11.01.11 - 12:23 Uhr

Hallo Maren,

wenn du dir deinen Schwiegervater so betrachtest - gibt es für dich ersichtliche Anzeichen irgendeines Funktionsverlustes abgesehen von der Sprech- oder/und Sprachstörung?

Zu überprüfen wäre zur Sicherheit wohl die Sehfähigkeit.
Da er die Reha nicht wahrgenommen hat, lässt sich über seine Konzentrationsfähigkeit leider nichts sagen - nicht von dieser Seite aus jedenfalls.
Auch eine Persönlichkeitsveränderung (i.S. von depressiver Verstimmung oder Aktionismus) ist nicht geeignet, um damit ins Auto zu steigen.
Natürlich sollte auch ein stabiler Herz-Kreislauf abgesichert sein.

Für dies alles sollte dein Schwiegervater Verständnis haben - sich einer Abklärung des Sehens, des Gleichgewichtsinnes und der Kreislaufkontrolle gegenüber offen zeigen - ehe er ins Auto steigt.
Die neurologischen Defizite sind auch für den betroffenen Menschen nicht immer wahrnehmbar. Manchmal geht mit einem Funktionsverlust auch ein sog. Neglect einher: D.h., der Mensch (sein Gehirn) hat mit der Funktion selbst auch die Fähigkeit verloren, eben jenen Funktionsverlust wahrzunehmen. Er spürt nicht, dass er etwas nicht kann - er "negiert" es. (Das ist keine Absicht oder Unvernunft, sondern eine echte neurologische Störung.)

Ich kenne die Gründe seines Rehaabbruchs nicht.
Ich ahne aber, dass ihr es im Moment nicht ganz leicht mit ihm habt.
Ein "ganzer Mann" will er gerne sein, vermute ich - und lieber heut als morgen.
Dazu gehört für ihn natürlich auch: Das Auto.

Erinnert ihn stets an die Verantwortung, die er trägt im Straßenverkehr.
Und dass das Fahren mehr Freude bereitet, wenn er sich sicher sein kann, dass er sich auf seine Sinne verlassen kann.
Und dass er selbst an eurer Stelle genauso wie ihr handeln würde.


Es wäre sehr sinnvoll, dafür zu sorgen, dass er seine ersten Ausfahrten nicht allein unternimmt - es sollte ein Autofahrer als Beifahrer dabei sein.


Ein isolierter Sprachverlust selbst stellt kein Hindernis dar.


Viel Glück!
f.