Die Tyrannei der Ex-Partnerschaft ablegen...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von widerstand 10.01.11 - 18:19 Uhr

Guten Abend!

Ich möchte mir hier Rat abholen, wie ich der Tyrannei meiner Expartnerschaft entkommen kann.

Der Knackpunkt ist unser damals ungeplantes (inzw.) Kleinkind, dass mich an diesen Mann bindet.
Ich bin, da ich mich für dieses Kind entschieden habe seit der Schwangerschaft alleine.

Wie sich im Laufe der Schwangerschaft herausgestellt hat, war ich nicht die einzige Frau in seinem Leben und er mußte seine Zweitbeziehung (mich) beichten.

Nunja, ich böses Mädchen habe ich zitiere: SEIN LEBEN ZERSTÖRRT!!!

Es folgten Kampf um Vaterschaftsanerkennung, Unterhalt und Besuchsregelung.

Vaterschaftstest hat die Vaterschaft bestätigt.
Unterhalt wurde festgesetzt.
Besuchsregelung existiert nicht, aber Kontakt zu dem Kind besteht seit Babytagen.

Das sind die Fakten und hier ist das Problem!

Ich habe juristisch erwirkt dass der Unterhalt seiner Ausbildung entsprechend berechnet wurde (3facher Akademiker)und nicht den Tatsachen seiner freiwillig gewählten Langzeitarbeitslosigkeit.
Diesen Unterhalt lies ich auch pfänden.

Besuche finden dann statt wenn er das möchte. Nur ist mir dies seit ein paar Wochen durch meinen Berufseinstieg nicht mehr möglich.
Ich habe dies lang und breit und vor allem auch rechtzeitig angekündigt, dass ich in Zukunft eine verbindliche Besuchsregelung brauche und v.a. auch möchte.
Ist ja nicht nur mein Kind.

Ich weiß, er wird sich nicht mit mir einigen.
Er will keinen Unterhalt zahlen und er will das Kind sehen wann er will und nur bei mir.
Diese Ansichten sind nicht mit einem realen Leben vereinbar.

Ich habe versucht es privat zu regeln, mit dem Jugendamt, mit Mediation, mit einem Anwalt.

Resultat: Nicht erscheinen bei Gerichtsterminen, Verschiebungen von Terminen, Einsprüche, Neuverhandlungen...

Dazu der private Psychoterror.
Diese ständigen Vorwürfe, du hast mir mit dem Kind die Freiheit genommen, ich wollte es nicht, du hast mein Leben zerstört, ich lass mir von niemanden vorschreiben wann ich das Kind sehe, du hast das Kind bekommen um mich und meine Familie finanziell zu ruinieren...
das kurzfristige ändern von Terminen, das ständige zu spät kommen zu Besuchsvereinbarungen, etc., pp...

Ich kann und will nicht mehr meine Expartnerschaft mein Leben und das unseres Kindes bestimmen lassen.

Ich will ein Ende, dafür bin ich bereit noch Jahre (juristisch) zu kämpfen, ich habe keine Angst vor Drohungen a la ich nehme dir das Kind weg, das kostet mich nur ein lachen.

Ich habe nur einfach die Schnauze voll von dieser emotionalen Gewalt und Erbressung und diesem Narzissmus.

Aber ich habe keine Ahnung welchen Schritt ich noch machen kann.

Wer hat ähnliches erlebt und wie seit ihr vorgegangen?

LG Widerstand

PS: Gegen geregelten Kontakt zwischen Vater und Kind habe ich nichts. Er ist ein liebevoller Vater im direkten Umgang.








Beitrag von luka22 10.01.11 - 18:44 Uhr

"Ich will ein Ende, dafür bin ich bereit noch Jahre (juristisch) zu kämpfen."

Ich verstehe deinen ganzen Thread überhaupt nicht. Du willst ein Ende, möchtest aber Dinge erzwingen, die der Vater überhaupt nicht will? Wenn du weiterhin so unnachgiebiges Verhalten an den Tag legt, dann wird es nie ein Ende deiner und seiner "Tyrannei" geben. Ein Versöhnliches gibt es eh nicht. Ich kann es auch absolut nicht nachvollziehen, wenn man sein Kind einem Vater auf das Auge drücken will, der augenscheinlich absolut kein Interesse daran hat? Du kannst nun Mal den Erzeuger deines Kindes nicht ändern. Er ist und bleibt so, da kannst du dich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln oder wahlweise vor das BVG ziehen. Einen Gefallen tust du dir damit sicher nicht. Du kannst nur DEINE Art der "Lösung" des Problems ändern. Ich persönlich hätte absolut kein Interesse daran, mit so einem Mann irgendetwas regeln zu wollen, sondern würde in Ruhe: ohne Anwalt, ohne Prozesse, ohne Drohungen MEIN Kind aufziehen. Nie und nimmer würde ich es jemandem auf's Auge drücken wollen, der gar keine Gefühle für mein Kind hat.
An deiner Stelle würde ich mein Kind großziehen und eines Tages stolz darauf sein, dass ich es ganz alleine geschafft habe. Damit tust du dir und deinem Kind den größten Gefallen!

Luka

Beitrag von widerstand 10.01.11 - 19:48 Uhr

Ich gebe dir vollkommen Recht. Ich denke ich habe einiges wohl missverständlich ausgedrückt.


Dem Kind gegenüber hat er sich im persönlichem Umgang immer vorbildlich verhalten.
Mir persönlich wäre kein Kontakt sogar lieber, da ich seinen Charakter kenne und keine Liebe zu dem Kind erkennen kann.
Aber das möchte ich nicht beurteilen, da ich vielleicht ihm gegenüber voreingenommen bin, auch was seine Liebe zum Kind betrifft.

Wer nicht will, der hat schon. Wegen mir muss er das Kind nicht sehen, er gibt aber überall an, er möchte.
Ich komme ausgezeichnet zu Recht. Seit über 4 Jahren.

Nur er soll mit diesem persönlichen Rachefeldzug gegen mich aufhören und ich habe keine Ahnung wie ich das beenden kann.
Vielleicht muss ich mal aktiv handeln, bevor mir (bzw. inzwischen meinem Anwalt) wieder der nächste Termin ins Haus flattert.

Zu einer Umgangsregelung nicht bereit sein, aber wenn ich zu den Terminen die er ankündigt nicht da bin, eine Anzeige wegen Vorenthalten des Kindes machen? (Wurde abgewiesen)???

Auf meine Unterhaltspfändung mit einer Klage auf Sorgerechtsübertragung antworten. (Die ruht zur Zeit)???

usw...

Gerichtstermine, Anwaltsbesprechungen, Jugendamt, Neuberechnungen in der Dauerschleife...das ist zermürbend und nimmt verdammt viel Raum ein.

Und ich bin nicht bereit alles aufzugeben und mir irgendwo ein anderes zu Hause zu finden. Ich habe für das hier hart gearbeitet und das lass ich mir nicht nehmen.


Beitrag von janamausi 10.01.11 - 20:21 Uhr

Hallo,

Du musst doch nicht so springen wie er es will. Nur weil er sagt, dass er da und da kommt, musst Du noch lange nicht daheim sein!

Lass deinem Ex durch deinen Anwalt Terminvorschläge unterbreiten (z.B. jeden Mittwoch und jedes zweite Wochenende o.ä.) und warte wie dein Ex darauf reagiert. Wenn dein Ex nicht darauf eingeht und von ihm auch keine anderen Vorschläge bzgl. eines geregelten Umgangs kommen, kann er dich auch nicht wegen Vorenthalten des Kindes anzeigen.

Was sagt denn dein Anwalt dazu? Der muss dir doch alles erklärt haben?

LG janamausi

Beitrag von widerstand 10.01.11 - 20:35 Uhr

Ja die Anzeige wurde eh für nichtig erklärt, aber sie hat seinen Zweck erfüllt und war lästig.

Mein Anwalt sagt, dass muss ich aussitzen, die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber sie mahlen. Der Mann ist klug und er kennt sich aus, deswegen kann das alles sehr lange dauern.
Oder es wird ihm irgendwann zu blöd...
Es gibt keinerlei Anlass mich zu sorgen, dass er Sorgerecht bekommt oder ähnliches.

Auch wenn alles über einen Anwalt läuft, es ist einfach ein Nervenkrieg...

Lieben Gruß

Beitrag von redwoodjohaudiduu 10.01.11 - 20:27 Uhr

Ich kann Dich verstehen.

Und ich würde genau so handeln wie Du. Kämpfen.

Diese ganze Geschichte spielt sich doch auf mehreren Ebenen ab:

Zwischen Euch lief mal was. Daraus ist ein Kind entstanden.
Dass das passieren kann, aus welchen Gründen auch immer, ist wohl jedem klar. Da noch mit scheinheiliger Unschuld und Schuldzuweisungen seinerseits zu kommen, ist lächerlich!

Behalt nen klaren Kopf!!!
So, wie Du schreibst, bist Du ne taffe Frau!
Es IST zermürbend!

Keine Ahnung warum, aber gerade solche Typen suchen sich starke Frauen aus. Vielleicht aus dem Glauben heraus, sich könnten sich immer wieder neu, über irgendetwas hinweg setzen, um daran zu wachsen.

Versuch cool zu bleiben!!!

Ich hab das auch durch! Viele Jahre.
Genieße jeden Moment und fühl Dich stark, in dem Du frei durchatmen kannst (und knuddel mal den Zwerg zwischendurch #liebdrueck)

LG und Kraft wünscht Dir
Rita

Beitrag von widerstand 10.01.11 - 20:45 Uhr

Danke!

Ja da hast du Recht, das ganze läuft auf sehr vielen Ebenen.

Darf ich fragen wie viele Jahre es bei dir gedauert hat?
Und wie hast du das alles durchgehalten?


LG

Beitrag von redwoodjohaudiduu 10.01.11 - 21:48 Uhr

"Darf ich fragen wie viele Jahre es bei dir gedauert hat?"

juristisch etwa 5 Jahre.
"familiär" bis heute. Wollte weder dem Vater das Kind entziehen, noch dem Kind seinen Vater.

"Und wie hast du das alles durchgehalten?"
Diese Frage hat mir bisher noch nie jemand gestellt... #liebdrueck

Denk nich drüber nah. Schau nach Vorn.

ER wusste scheinbar nicht was er tat #gaehn

Beitrag von manavgat 10.01.11 - 18:48 Uhr

Sofortiger Kontaktabbruch. Umgangsregelung verbindlich durch eine Anwältin klären lassen. Sollte er dann trotzen und nicht mehr kommen, dann ist das eben so. Er ist verantwortlich, nicht Du.

Unterhalt genau das Gleiche: beinhart beitreiben lassen durch die Anwältin und keinerlei Diskussion mehr mit diesem Nervbeutel.

Schalte einen Anrufbeantworter auf Dein Telefon und verbiete ihm, bei Dir zu erscheinen, außer er holt das Kind für den Umgang.

Entweder Du regelst das so, oder es bleibt wie es ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von widerstand 10.01.11 - 20:02 Uhr

Ich habe einen Anwalt.
Den Unterhalt habe ich gepfändet.
Die "Überabe" des Kindes findet zwischen uns auf "neutralem" Boden statt.

Ich frage mich nur wie ich diesen persönlichen Rachefeldzug stoppen kann.

Bin ich nicht da wenn er kurzfristig angekündigt sein Kind sehen will, sehe ich mit einer Anzeige wegen Kontaktunterbindung zum Kind konfrontiert (die nichtig erklärt wurde)

Die Klage auf Sorgerechtsübertragung hat er momentan ruhend gelegt (er weiß dass es chancenlos ist, aber lästig kann man ja sein)

Bei dem vom ihm eingebrachten Antrag auf Besuchsregelung wurden 2mal die Termine verschoben von ihm, dann gabs eine Anhörung, dann den Vorschlag zur Mediation, dann Gutachten, und so zieht es sich und zieht es sich...


Muss ich das aussitzen bis es den offiziellen Stellen zu "blöd" wird.

Es ist so zermürbend und es zieht sich wie Kaugummi...




Beitrag von lisa1408 10.01.11 - 20:17 Uhr

Guten Abend,

bei mir wars ähnlich... ich musste springen wenn der Herr bereit war, alles ist 5 mal geändert worden, ich konnte mich auf nichts verlassen usw usf.

Ich hab dann die Besuche übers Gericht geregelt. Alle 14 Tage einen Nachmittag. Ist er nicht erschienen, hab ich das dem Gericht gemeldet und damit war der Fall für mich erledigt. Wollte er kurzfristig einen Termin - "sorry, in 14 Tagen wieder falls du kommst. Wenn nicht, wieder in 14 Tagen"

Ich muss dazu sagen, dass es bei mir nicht so extrem war wie bei dir, denn was der Typ da macht, ist wirklich krass. Aber versuche, dass du dich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Lass die Häufigkeit und auch die Abstände der Besuche gerichtlich festlegen... wenn er einen Termin versäumt, muss er auf den nächsten warten und damit ist es erledigt.

Ich wünsch dir viel Kraft und Ausdauer!

Beitrag von super_mama 11.01.11 - 07:23 Uhr

Hallo !

Du musst abschalten das DU für den Kontakt verantwortlich bist !!!
Wenn er nicht von sich aus kommt, sich eh an keine Termine hält, du springen sollst sobald ER es will weil ihm grad mal wieder einfällt "Oh ich habe ja ein Kind" - das ist NICHT dein Problem !
Kümmer dich nur darum das du den Unterhalt für euer Kind bekommmst und wenn er dir nichts anderes sagen kann als das du schuld bist, er das Kind nicht wollte, etc etc etc, dann leg auf, mach die Tür zu - was auch immer.
Du kannst einen Vater nicht zwingen Kontakt zu seinem Kind zu haben, schon gar nicht regelmässig.
Mein Sohn war geplant, ein totales Wunschkind von meinem Exmann und mir, doch die Probleme fingen schon an als wir erfuhren das es ein Junge ist - schon war seine Freude auf den Kleinen fast dahin.
Inzwischen sind wir getrennt und geschieden, Unterhalt zahlt er gar nicht, hat so lange eingewirkt bis er rausgeschmissen wurde, hat mit seiner Neuen 2 Kinder bekommen und unser Sohn geht ihm am A*** vorbei.
Ihm fällt 2 x im Jahr ein "Oh da ist ja noch wer" und warum ? Weil er dann in der Gegend ist und sein Opa im Testament festgehalten hat das er nur erbt, wenn er sich um seine Kinder kümmert (das bezieht auch meinen Sohn mit ein). Also, wenn er in der Gegend ist, MUSS er ihn quasi holen um ihn vorzuführen.
Die erste Zeit habe ich viel geweint, mir war und ist es völlig unverständlich wie man sein eigenes Kind so behandeln kann, bin gesprungen, hab Termine verlegt sobald er anrief und den Kleinen mal holen wollte und dann nicht kam - aber inzwischen bin ich hart geworden. Passt er nicht in unsere Pläne, dann muss er warten.
Zu Mediationen beim Jugendamt kam er nicht einmal, meldete sich nicht mal um zu verschieben, auch bei Gericht lässt er sich nur unter Androhungen blicken.
Ich bekomme auch Vorwürfe, ich habe kein Mädchen bekommen, hätte ich das - wäre seine Welt gut (er hat mit seiner Neuen auch 2 Söhne bekommen), ich würde ihm mit den Unterhaltsklagen das Leben schwer machen, ob ich deshalb kein schlechtes Gewissen hätte - NEIN !
Er steht als Vater auch in der Bringpflicht.
Gib ihm feste Termine zu denen er ihn holen kann, verschieben kann MAL vorkommen, da er arbeitslos ist sollte er genug Zeit haben (!), und wenn er nicht kommt, dann kommt er nicht.
(Mein Ex war Weihnachten da, hat 2 Tage vorher bescheid gesagt das e rihn Heilig Abend holen wollte - ist nicht) ich bot ihm an ihn am 1. Feiertag nach dem Mittagessen zu holen, das hatte ich mit dem Jugendamt auch so geklärt, er kam nicht. Am 2. Feiertag rief er mittags an ob e rihn holen könnte. Ja. Er kam 3 Stunden später und brachte ihn nach 2 Stunden zurück. Mein Sohn erzählte mir er musste für ein Foto vor dem Baum stehen, dann ist Papa mit den Jungs (1 und 2 Jahre) raus zum spielen, die Neue hätte sich hingelegt um zu schlafen und er habe KiKa geschaut. Toll.)
Lange Rede kurzer Sinn, HÖR AUF DICH VERRÜCKT ZUMACHEN UND RENN IHM NICHT NACH !

LG