Rat brauche Kleinkinderberatung! etwas lang!

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von cie 11.01.11 - 08:35 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

meine Tochter ist 2 Jahre alt und ein gan schöner Sturkopf. Einerseits finde ich das gut anererseits war ich seit Oktober am Verzweifeln...

Vorgeschichte:
Wir sind am 1. Oktober zu meinen Eltern gezogen da wir unser Haus verkauft haben und ein neues in der Nähe meiner Eltern bauen. Sie ist auch gleich in den Kindergarten gekommen. Ich habe vor dem Umzug Halbtags gearbeitet von August bis Ende September da hat meine Schwiegermutter auf Sie aufgepaßt. Jetzt habe ich seit Dezember einen neuen Job aber fast Volltags (35 Std.) und Madleine geht seit dem auch bis 16 Uhr in den Kindergarten. Also ich war zwei Monate dazwischen Zuhause für sie da damit sie die neue Situation besser umgehen kann.

Seit wir bei meinen Eltern eigezogen sind habe ich meine Tochter nicht mehr wiedererkannt da sie nur noch Terror veranstaltet hat. Getrotzt ohne Ende. Alles wurde nur noch mit Geschrei eingefordert bei jedem bißchen, es wurde sich auf den Boden geschmißen und geschrien, gehauen. Sie war nur am ausflippen es ist schwierig das ganze zu beschreiben es hat garnicht aufgehört bzw. es ist bei jeder Kleinigkeit zu solchen Konflikten gekommen. Sie hat auch sehr schlecht geschlafen. Sie ist nicht eigeschlafen bzw. nur irgendwann nach Ewigkeiten des Schreiens und Protestierens. Nachts hat sie sehr unruhig geschlafen und auch sehr oft wach gewesen. Ich weiß es war ganz schön viel neues.

Natürlich waren unsere Nerven auch immer wieder dermaßen strapaziert das man auch immer wieder laut geworden ist und geschimpft hat. Ich wußte einfach nicht wie ich reagieren sollte auf das ganze und hatte angst was falsch zu machen. Es waren drei Monate am Stück irgendwann wußte ich nicht weiter und habe im Internet über eine Kinderklinik eine Schreiambulanz und Kleinkinderberatung gefunden.

Kurze Rede langer Sinn #bla ich habe dort ein Termin vereinbart diesen habe ich auch jetzt Ende Januar bekommen aber....

jetzt habe ich ein völlig neues Kind. Sie ist lieb schläft super ein und auch seit neustem durch. Sie schreit kaum noch macht alles was man ihr sagt. Ich erkenne sie nicht...#gruebel

Also im Moment habe ich nicht das Gefühl das wir so eine Beratung brauchen aber ich weiß wie schwer man dort ein Termin bekommt.
Meine Frage ist jetzt soll ich trotzdem hingehen oder nicht? Werden die nicht sage was wollen sie mit so einem lieben Kind hier...
Kann es sein das es nur eine Phase ist und es wieder kommen kann?
Oder soll ich hingehen mir einfach für die Zukunft Tips holen wie ich damit umgehen soll?
Es gibt auch Kurse Starke Kinder Starke Eltern vielleicht soll ich so einen machen um mit solchen Situationen besser umzugehen?
Hat jemand schon mal so einen Kurs gemacht?

Danke fürs Zuhören und schonmal vorab danke für die Antworten!
Lg
CIE #huepf

Beitrag von ayshe 11.01.11 - 09:04 Uhr

Hallo,

sie ist doch erst 2.

Ihr ganzes Leben hat sich eben mal schnell komplett verändert:

1. Umzug

2. Hausbau und die Anspannung, die ihr sicher selbr habt, überträgt sich alles.

3. Kindergarten

4. Wegfall der Omabetreuung

5. Deine geänderte Jobsituation, erst warst weg, dann zuhause, dann wieder weg.


Ihre Welt ist zusammengebrochen, alles, woran sie sich halten konnte, hat sich verändert.

Ist doch kein Wunder, daß sie völlig ausflippt.
So etwas wirkt sich eben auf das ganze Verhalten und auch den Schlaf aus.

Ansonsten haben Kinder auch entwicklungsbedingt ihre Trotzphasen zwischen 2 und 5 immer mal wieder.
Das ist normal und was sollen sie denn tun, wenn sie frustriert sind, aber damit eben noch nicht umgehen können?


Ich würde den Termin ruhig wahrnehmen und alles so schildern wie es war und nun ist.
Mal sehen, was sie dazu sagen.



Beitrag von marion2 11.01.11 - 10:09 Uhr

Hallo,

rein hypothetisch:

Nehmen wir an, es käme im Februar ein neues Kind in die Kitagruppe. Damit würde das ganze Gruppengefüge auseinanderbrechen um sich neu zu ordnen - entsprechend wären auch die Auswirkungen auf das Gefühlsleben deiner Tochter.

Dann würdest du dich ärgern, dass du den Termin nicht wahrgenommen hast.

Gruß Marion

Beitrag von olivia76 11.01.11 - 10:39 Uhr

Hallo!

Mein Sohn hat das erste Lebensjahr fast nur geschrien. Als er ca 4 oder 5 Monate alt war, bin ich mit ihm in die Schreiambulanz, wir waren einfach fertig. Dort hat man mir geglaubt (das war das wichtigste) und mich ernst genommen. Als wir wieder zu Hause waren wurde es SOFORT besser.

Was ich damit sagen will: Ihr steht auch ganz schön unter Stress. Dass Du nun Aussicht auf Hilfe hast hat bei DIR vermutlich schon zu einer gewissen Entspannung (wenn auch erstmal nur kurzfristig) geführt. Vielleicht ist Dir der Begriff des "Symptomträgers" bekannt. Kurz gesagt: Die ganz Familie steht unter Strom, Dein Kind macht diesen Zustand sichtbar. Da Ihr als Familie alle miteinander verbunden seid und Euch gegenseitig stark beeinflusst, wäre mein Tipp, dass Deine (vielleicht nur minimal) veränderte Einstellung zum Verhalten Deiner Tochter (vielleicht so nach dem Motto: "abwarten, bald kommt Hilfe") bei Ihr auch zu Entspannung geführt hat.

Nimm den Termin ruhig wahr! In einer Schreiambulanz wird i.d.R. auch auf die gesamte Familiensituation eingegangen, so dass Ihr vielleicht auch nochmal schauen könnt, wie Ihr diese stressige Zeit (Hausbau geht ja erst los, oder?) gut meistern könnt.

btw: das Verhalten Deines Kindes erscheint mir alters- und situationsangemessen.

Alles Gute,
O.

Beitrag von misspiggy90 11.01.11 - 12:13 Uhr

Hallo Cie,

zu der Schreiproblematik kann ich Dir leider nicht viel sagen, aber ich habe den Kurs Starke Kinder, starke Eltern gemacht und fand ihn klasse.

Obwohl ich eigentlich keine größeren Probleme mit meinem Sohn ( 3 Jahre) hatte und habe, hat der Kurs mir in Bezug auf Alltagssituationen geholfen und es waren auch einige Tipps und Kniffe für den allgemeinen zwischenmenschlichen Umgang dabei ( meine Schwiegermutter ist manchmal etwas schwierig:-p).

Also ich fand ihn gut und kann ihn nur empfehlen.

LG Ina

Beitrag von lisasimpson 11.01.11 - 19:12 Uhr

erklrungen, warum deine tochter sich völlig normal verhalten hat hast du ja bekommen.-
und auch das phänomen der veränderung allein durch eine terminvereinbarung bei einer Stelle, von der man sich hilfe verspricht ist ein ganz typisches.
Ich würde fast vermuten, daß 50% der hilfesuchenden in der zeit zwsichen terminvereinbarung und termin eine verbesserung feststellen

Geh hin, laß dich beraten, was du machen kannst, wenn die situation erneut eintritt

lisaismpson

Beitrag von cie 11.01.11 - 19:25 Uhr

Vielen vielen lieben Dank für eure Antworten. Ich habe mich über die Tips sehr gefreut.

Werde den Termin warnehmen und schauen was die gute Frau mir für Tips mitgeben kann.

#danke#huepf