Russisch oder Französisch?

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von kleinemimi 11.01.11 - 09:59 Uhr

Hallo,

mein Sohn muss sich in den nächsten Wochen entscheiden, ob er ab der 6ten Klasse Russisch oder Französisch lernt.

Er geht auf´s Gymnasium in eine bilinguale Klasse. Die Dritte Fremdsprache wird Spanisch sein.

Zur Erklärung ich hatte Französisch und kann es verstehen und ihn sicherlich auch helfen, Russisch kann sein Vater (er lebt aber nicht bei uns).

Sein Halbbruder (väterlicherseits) wird zweisprachig aufwachsen (ukrainisch/deutsch aber grad erst geboren).

Die Empfehlungen sind natürlich klar von uns, ich sage Französisch eben aus oben genannten Gründen und der Vater natürlich Russisch.

Jetzt ist das Problem wie bei jedem Scheidungskind, das er sich nicht entscheiden kann, in erster Linie nicht für sich selbst, in zweiter Linie sieht er es wahrscheinlich auch als Entscheidung zwischen seinen Eltern, was ich aber schon mehrmals betone, das es nicht so ist. Aber natürlich ist es schwierig.

Habt Ihr eine Idee? Eine Empfehlung?

LG Mimi

Beitrag von kleinemimi 11.01.11 - 10:01 Uhr

Ach und für mich wäre Französisch noch mit einem Pluspunkt versehen hinsichtlich des Spanischunterrichts, da die Sprachen schon sehr ähnlich sind.

Beitrag von evenea 11.01.11 - 10:07 Uhr

Das Französisch klar einen Pluspunkt hat hinsichtlich der Gemeinsamkeiten mit dem Spanischen kann ich komplett verstehen und das würde ihm sicherlich weiterhelfen.

Ich selbst hatte Französisch und Russisch und kann nur von mir sprechen, wenn ich heute sage, dass ich lieber nie mit Russisch angefangen hätte. Der Reiz lag damals einfach darin, dass ich fasziniert war von der anderen Schrift. Spätestens ab der Grammatik und den 6 Fällen im Russischen hab ich kapituliert.

Hat er denn nicht einmal einen kleine Äußerung getroffen, in welche Richtung er gehen möchte?

Liebe Grüße
Evenea

Beitrag von kleinemimi 11.01.11 - 10:14 Uhr

Hallo Evenea,

also wenn Du beruflich meinst, nein er hat nix gesagt. Der Wunsch seines Vaters besteht darin ins Geschäft mit einzusteigen (Autos) und da wäre es wohl vorteilhaft, aber ich finde nicht zwingend erforderlich.

Er will Fussballer werden lach, ich glaub da bräuchte er beides nicht.

Ich weiss wirklich nicht so richtig was ich machen soll, ich meine ich will ihn doch nicht zu sehr beeinflussen, ich möchte schon das er seinen eigenen Willen durchsetzt, aber wenn er keinen hat?

Bei seinem Vater ist es auch so, er gibt es nicht zu, aber hier im "Osten" mussten sie damals Russisch lernen, wenn er eine Wahl gehabt hätte, hätte er es sicher nicht gemacht.

Und in der Praxis ist es nun mal so, das ich ihn immer abfrage vor Arbeiten, das würde ja dann wegfallen und ich glaube nicht das sein Papa da jedes Mal kommt und mit ihm paukt zumal mein Kind das meist auf den letzten Drücker einfällt.

Ich würde ihn gern helfen und versuche ihn eben dieses Mal nicht zu beeinflussen. Aber wie?

Liebe Grüsse

Mimi

Beitrag von litalia 11.01.11 - 10:38 Uhr

französisch.

...wer brauch schon russich ?

was will denn dein sohn gerne für eine sprache lernen?

Beitrag von kleinemimi 11.01.11 - 11:02 Uhr

Hallo,

wie schon geschrieben, er kann sich nicht entscheiden, will es vielleicht auch nicht, weil er denkt er entscheidet sich damit für Papa oder für Mama.

LG Mimi

Beitrag von ayshe 11.01.11 - 11:22 Uhr

Hallo,

ich würde danach gehen, was einem Kind mehr liegt.

Beruflich kann es bei einem Kind in dem Alter ja sowieso noch kein Mensch vorhersagen, deshalb würde ich nie nach solchen Gesichtspunkten gehen.

Aber die Entscheidung sollte vom Kind kommen, auch wenn 10 Jahre noch sehr jung ist und die meisten vllt gar nicht wissen, was da auf sie zukommt.

Aber wir mußten uns damals auch mit ca. 11 entscheiden, welche Fremdsprache man in ab der 7. Klasse nehmen will.


Was meinst du denn, was ihm liegen könnte?
Vllt kannst du es einschätzen.


Ich hatte damals Latein gewählt, viele haben es nicht verstanden, ich fand es gut und auch sehr brauchbar.
Französisch hatte ich auch, aber die ganze Sprache ist mir irgendwie immer zuwider gewesen, lag vllt auch an der Lehrerin ;-)

Tja, vllt sollte sein Vater mal mit ihm ein bißchen russisch sprechen und ihm auch die Schrift zeigen und er sollte mal etwas probieren und du machst dann das gleiche mit Französisch.
So hat er vllt einen winzigen Eindruck zum Vergleich.

Beitrag von kleinemimi 11.01.11 - 11:31 Uhr

Hallo,

danke das könnte man echt versuchen mit dem Vater und mit mir jeweils einen kleinen Text anschauen. Finde ich eine gute Idee.

Ich sehe es pragmatisch, und denke mit Französisch kommt er besser klar, da es eben dann in Kombination mit Spanisch später besser funzt denke ich. Er wird dann schon einiges wissen und ableiten können, was ihm die Lernerei einfacher macht, meine Meinung. Und er ist bis jetzt nicht der Typ der selbstständig lernen kann, es klappt nur in Kombination mit meinen Eselsbrücken und immer wieder abfragen (kann sehr penetrant sein ;=)) aber es klappt gut mit uns aber eben nicht alleine. Da wäre er aber definitiv alleine oder aber er müsste jedes Mal Papa rufen, was ja für ihn sicher nicht schlecht ist, ich meine jedes Kind hätte gern seine Eltern wieder zusammen.

Klar würde ich es akzeptieren das er dann vielleicht auch noch Nachmittags vorbei kommt, aber brrr es nervt mich schon ein wenig. Ich meine er kommt ja auch jeden früh. Was ja auch schön ist, er pflegt den Kontakt eben, aber schränkt mich dadurch ein. Aber was tut man nicht alles für die Kids.

Aber Danke nochmal ich werde es probieren ;=)

LG Mimi

Beitrag von manavgat 11.01.11 - 11:37 Uhr

Ich würde da nach Nützlichkeit gehen. Französisch ist gefragter bei Bewerbungen und ein Schulwechsel - man weiß ja nie - ist mit Französisch auch einfacher.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cornichon 11.01.11 - 12:56 Uhr

Hallo,

meine Tochter steht momentan vor genau der gleichen Entscheidung, russisch oder französisch ab der 6. Klasse. Zwar wurde schon bei der Schulanmeldung vermerkt, welche Sprache später erlernt werden soll, aber diese Entscheidung war noch nicht bindend, so daß sich die Kinder jetzt noch umorientieren können. Aus diesem Grund gibt es jetzt in jeder der Sprachen ein paar Teststunden, damit die Kinder sich leichter mit der Entscheidung tun. Mein Mann war für Russisch, ganz klar, weil er (und ich auch) dies selber in der Schule hatten. Mir war es egal, ich hätte auch Französisch interressant gefunden. Welche Sprache dem Kind später mehr nützen wird, kann man jetzt sowieso noch nicht wissen. Wir haben unserer Tochter deshalb die Entscheidung überlassen. Natürlich wollte sie auch unseren Rat, schon deshalb, weil wir und sie nicht wussten, das wir schon bei der Voranmeldung eine Wahl treffen und in der Situation nun spontan entscheiden mussten. Jetzt nach dem Probeunterricht, ist sie dennoch bei dieser Entscheidung geblieben. Einige andere Kinder, deren Eltern Französich gewählt hatten, haben sich umentschieden (nach Aussage unserer Tochter). Ein paar Kinder sprechen als zweite Muttersprache bereits russisch (können es aber nicht schreiben, wegen der kyrill. Buchstaben.) und haben auch diese Sprache als Unterrichtsfach gewählt. Vielleicht hoffen sie wegen der guten Vorkenntnisse auf gute Noten, wer weiß...

Was euren Fall angeht, hast du ja schon richtig erkannt, warum dein Kind sich nicht entscheiden kann. Es möchte die Meinungsverschiedenheit zwischen den Eltern nicht noch mit seiner Entscheidung verstärken. Es ist für euer Kind sicher nicht gerade hilfreich, das ihr als Eltern euch schon nicht einig seid, egal aus welchen Gründen. Und nun soll er entscheiden...
Nun frage ich mich, welchen Rat genau du nun willt? Welcher Gedanke steht dahinter?
Willst du wissen, welche Sprache deinem Kind nützlicher sein wird.
Oder geht es darum, wie du ihm die Entscheidung leichter machen kannst.
Ersteres kann man meiner Meinung nach noch nicht vorhersehen, weil man ja noch nicht wissen kann, welchen beruflichen Weg das Kind einschlagen wird, welcher Markt sich in diesem oder jenem Fall erschließen würde, nicht zu reden von irgendeiner künftigen Firma, deren Standort, Wohnort und den vielen Jahren, die noch vergehen werden, bevor dies alles eine Rolle spielen wird. Vielleicht wärst du ihm mit deinen Vorkenntnissen eine Hilfe bei Französisch, sicher günstig, aber sein Vater könnte ihm doch ebenso bei Russisch helfen, wenn ich dich richtig verstanden habe, besteht da ein regelmäßiger Kontakt.
Was den zweiten Punkt angeht, ist die Antwort eigentlich recht einfach. Im Zweifelsfall gibt der Klügere nach...

Viele Grüße
cornichon

Beitrag von h-m 11.01.11 - 12:59 Uhr

Wann wird denn Spanisch dazu kommen? Steht es schon definitiv fest, dass er eine dritte Sprache dazu nehmen muss?

Wenn Dein Sohn nicht ein absoluter Überflieger ist, würde ich zu Französisch raten. Es ist auch eine romanische Sprache und wird ihm bei Spanisch helfen (gleiches wird ja auch häufig als Begründung für's Latein-Lernen aufgeführt, dabei weisen die modernen romanischen Sprachen untereinander mehr Ähnlichkeiten auf als zu Latein). Drei Fremdsprachen parallel zu lernen - und dazu noch die anderen Fächer - ist sicherlich ein Kraftakt, da ist es hilfreich, wenn 2 davon sich wenigstens ähneln.

Ich habe Französisch als 3. Fremdsprache in der Schule gelernt (1. Englisch und 2. Latein) und Russisch aus Interesse mal an einer Sprachenschule begonnen. Ich habe Russisch als deutlich schwieriger empfunden, wobei das kyrillische Alphabet noch die kleinste Schwierigkeit war...

Beitrag von jella87 11.01.11 - 13:39 Uhr

Eigentlich wurde vieles schon gesagt, aber was mir eben noch einfiel sind die Lehrer. Da ein schlechter Lehrer einem ganz schnell die Lust an einer Sprache vermiesen kann, würde ich das auch in die Wahl mit einfließen lassen. Kennt dein Sohn denn schon die Lehrer, die die beiden Sprachen anbieten, vielleicht auch wenigstens nur vom sehen oder hören-sagen? Welcher Lehrer hat einen besseren Ruf?

Ich habe mich damals für Französisch in der Oberstufe entschieden und Englisch abgewählt, da ich die Englischlehrer beide nicht so mochte. Es erwies sich als sehr gute Entscheidung, und das, obwohl ich jetzt Englisch studiere.

Ich drücke deinem Sohn die Daumen, dass er sich für die für ihn richtige Sprache entscheidet :)
LG Jelena

Beitrag von leiahenny 11.01.11 - 17:02 Uhr

Bei uns wird Russisch überwiegend von 2 sprachig aufwachsenden Kindern belegt - da hat man als Neueinsteiger keine Chance - das solltest Du auch mal klären.

Beitrag von kleinemimi 12.01.11 - 10:21 Uhr

Vielen lieben Dank für die vielen gut gemeinten und auch hilfreichen Vorschlägen.

Es ist so, dass er definitiv ab Klasse 8 Spanisch haben wird, er ist eben in einer Sprachenklasse und da ist es zwingend notwendig eine dritte zu belegen und die ist an dieser Schule nicht frei wählbar, sondern eben Spanisch. Aber da freut er sich schon sehr darauf.

Ich weiss, dass die Lehrer vorher noch mal in die Klasse kommen und sozusagen ihre Sprache vorstellen um so viele wie möglich diese schmackhaft zu machen (;=) wie auf dem Basar).

Wir haben gestern im Netz eine schöne Seite gefunden wo man kostenfrei online Sprachen lernen kann, und er hat beides ausprobiert, französisch und russisch. Er meinte französisch wäre wohl besser. Er hat dann noch Spanisch probiert und Ähnlichkeiten festgestellt.

Also ich denke das die Entscheidung getroffen ist, aber ich habe ihm gesagt er soll dahinter stehen.

Ich finde es schwierig, dass er mit 10 Jahren entscheiden muss, was er die nächsten 6 Jahre lernen wird.

LG Mimi

Beitrag von h-m 12.01.11 - 15:26 Uhr

Hey,
schön, dass Du uns ein Feedback gibst. Könntest Du bitte den Link zu dieser Seite einstellen oder mir schicken?
Viele Grüße
H.