Trotz-/Selbständigkeitsphase - ICH bin das Problem

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von bine.73 11.01.11 - 10:28 Uhr

Hallo zusammen,

unser Kleiner ist jetzt fast 18 Monate und seit ein paar Tagen wie ausgewechselt.
Er war immer ein total unkompliziertes und freundliches Kind. Das ist er irgendwie immer noch, irgendwie aber auch nicht mehr.
Er fängt an, seinen eigenen Willen zu entdecken.
Er will keine Zähne mehr putzen (war schon immer schwierig), will was essen, dann wenns vor ihm steht doch nicht...etc.
Hört auf kein NEIN mehr und wenn man ihm die Sachen dann wegnimmt, fängt er an zu weinen und teilweise dann auch Dinge rumzuwerfen.

Mir ist klar, dass er das braucht für seine Entwicklung etc. Und ich weiss theoretisch auch, wie ich reagieren sollte. Aber in der Praxis verliere ich oft die Nerven und werde dann ungehaltenm, fahr ihn an oder knall mal ne Tür zu. Heut hab ich ihn angefahren und gesagt, dass ich kein Bock mehr auf Zähneputzen hab. OK, hab mich dann wieder beruhigt und ihm gesagt, dass das sein muss bla bla....
Ich weiss einfach nicht, wie ICH ruhig bleiben soll. Mir tuts dann im Nachhinein immer so leid.
Oft ist es auch so, dass er was anstellt, ich nein sage, und er dann zum Kuscheln kommt.

Kennt Ihr das? Ich weiss, es wird sicher noch schlimmer. Aber was kann ICH tun, um ruhig zu bleiben?????

Danke schon mal für Eure Antworten!

Beitrag von criseldis2006 11.01.11 - 11:32 Uhr

Hallo,

bei uns ist es ähnlich. Helena ist jetzt 21 Monate alt. Sie will keine Zähne putzen - ok, dann gibt es keine Kekse mehr.

Wenn wir essen und sie ihren Teller wegschiebt, bleibt er solange alle am Essen sind stehen und wenn abgeräumt wird, ist auch ihr Teller weg - auch wenn sie schreit. Mittlerweile weiß sie, dass am Tisch gegessen wird.

Auch wenn ich sie mal störe oder ermahne, kommt sie an zum kuscheln. Ich kuschel dann immer mit ihr, denn es gibt nichts schlimmeres für ein Kind als es mit Liebesentzug zu strafen. Ich erkläre meinen Kinder aber auch immer, dass ich sie sehr liebe auch wenn ich mal schimpfe.

Du musst lernen, gelassener zu werden. Und glaube mir, du wirst gelassener. Ich war auch immer ein totales Nervenbündel und immer nervös, seit dem ich die beiden Kinder habe, bin ich auch schon sehr gelassen geworden.

Dinge, die du eh nicht mehr ändern kannst, lohnen sich nicht, dass man sich darüber aufregt.

Wirft er mit Dingen, heb sie auf und räum sie weg - auch wenn es seine Spielsachen sind.

Du musst natürlich auch konsequent sein.

Aber das ist erst der Anfang. Laura ist jetzt 4 Jahre alt und mit ihr habe ich momentan die heißesten Diskussionen.

Ich schicke dir ein Kraftpaket und ruhige Nerven.

LG Heike

Beitrag von scura 11.01.11 - 11:40 Uhr

Naja, jeder von uns kennt das sicher. Besonders in Situationen wo es schnell gehen muss, ist es schwierig ruhig zu bleiben, da kann der Tonfall schon mal etwas lauter werden.
Wichtig ist, das man versucht ruhig zu bleiben. (Mein Mann hat gestern Abend meine Geduld bewundert) Z.B. okay, Du willst nicht schlafen gehen und sagst immer nein, dann bleibst Du jetzt allein im Zimmer und spielst noch was, ich gehe ins Bad und warte auf Dich. (Bei uns dauert das keine Minute... alleine sein ist doof)
Windel wechseln.. auch so eine Sache, wo ich aus der Haut fahren könnte... hilft nur die Androhung auf irgendein Verzicht... z.B. wenn wir jetzt keine Windeln anziehen, dann haben wir keine Zeit mehr für die Geschichte xyz oder "Jule wäscht sich nie" singen.

Türe knallen, schreien u.s.w. ist die schlechteste Lösung. Du bist das Vorbild für Dein Kind! Ich möchte bei Konflikten weder die Türe vor die Nase geknallt bekommen, noch angeschrien werden. Das solltest Du Dir immer vor Augen halten... Wie soll mein Kind reagieren? Wie reagiere ich?

Mit den Neins und dem heulen... Klares Nein bedeutet nein+kurze Erklärung, dann muss sie halt heulen. Meisstens dauert es nicht lange....

Beitrag von familyportrait 11.01.11 - 11:59 Uhr

Hallo,
erstmal: es wird noch viel schlimmer. Wenn sie nämlich richtig zu sprechen anfangen...

Ich verstehe Dich sehr gut, ich reagiere leider auch sehr häufig mit Zurückschreien und auch mal Türeknallen. Das finde ich alles andere als schön und bemühe mich auch sehr, ein wenig Ruhe zu bewahren. Aber anders als manche Mütter bin ich nicht der Meinung, daß Dein Kind dadurch einen Knall bekommt. Es erfährt Dich einfach so wie Du bist und lernt, daß man eben auch mal ausrastet, einem manchmal Dinge über den Kopf wachsen und man sich nicht immer im Griff hat. So sind wir Menschen und so ist die Welt. Solange Du nicht handgreiflich wirst (niemals!!!) oder ungerecht/beleidigend z.B., und solange es - ganz wichtig - Dich eben auch mal anschreien darf, finde ich das ehrlich gesagt völlig in Ordnung. Wenn mir so etwas passiert, setze ich mich mit meinem jeweiligen Kind immer hin und spreche ruhig darüber, sage ihm, daß ich es ganz arg lieb habe, egal wie sauer ich bin, und warum ich jetzt laut geworden bin. Das finde ich um einiges authentischer als eine Mama, die sich lehrbuchmäßig jede unfreundliche Reaktion verbittet.

Soviel dazu. Und jetzt versuch trotzdem, vielleicht lieber mal kurz den Raum zu verlassen, als auszurasten ;-) Und ich harre mal der bösen Antworten, die bestimmt auch bald auf meine Antwort folgen #winke

LG Kathrin

Beitrag von monab1978 11.01.11 - 12:19 Uhr

Hi,


ich werde sauer / ungeduldig, wenn ichg irgendwas persönlich nehme und ruhiger, wenn ich mir vor Augen halte, dass es teil der entwicklung ist und nicht um mich zu ärgern. Vielleichht hilft dir das!

Beitrag von anne.elliot 11.01.11 - 12:36 Uhr

wie du ja schon richtig geschrieben hast gehört es zur entwicklung dazu.
die kleinen brauchen es einfach wie ihr essen und den schlaf sowie deine liebe.
wenn es gar nicht geht, geh raus aus der situation.
möglichst ohne die türe zu knallen;-) denn das macht dein kind dir schon bald nach und dann ärgerst du dich.

hinterfrage doch mal, warum du keine nerven hast. tu dir mal etwas gutes. versuche zu entspannen. vielleicht fällt das ruhig bleiben dann leichter. mir hilft auch immer, dass ich mir vergegenwärtige, dass kinder in diesem alter den unterschied zwischen gut und böse noch nicht kennen. sie handeln nicht in böswilliger absicht. meinen es mit dir eben nicht böse. also versuche auch nicht böse mit ihnene zu sein #winke

lg, sandra #blume

Beitrag von nina1984 11.01.11 - 13:25 Uhr

Mir hilft immer "ER kann nichts dafür, das ist bei allen so". Hört sich blöd an, aber seitdem kann ich ruhig bleiben. Zudem weiß ich aus Erfahrung, umso ungehaltener ich bin um so schrecklicher wird er. Wenn ich ruhig und sachlich bin, hat er sich meistens viel schneller beruhigt.

Beitrag von nina1984 11.01.11 - 13:29 Uhr

Stimmt gelassener werden ist wichtig. Wir sagen z.B. auch oft, wenn du dass und das nciht machst, dann gibt es keine Kassette mehr o.ä. Das hilft meist. Oder wenn du jetzt lieb bist, dann lese ich gleich noch was vor.

Letztens musste er allerdings ohne Schuhe in die Kita (die hab ich so mitgenommen, weil er keine anziehen wollte) Als er dann in der Kita nicht laufen konnte, weil er ja keine Schuhe anhatte, ging das die nächsten Tage total gut Schuhe anzuziehen. Meine Kollegen hat ihre Kleine mal in Unterwäsche in die Kita gebracht, danach hatte sie morgens auch keine Probleme mehr damit.

Beitrag von lexa8102 11.01.11 - 20:48 Uhr

Hallo,

ich kenne das, ich bin oft auch soooo schnell auf 180.

Ich nehme mir immer ganz fest vor, bevor ich schreie bis 10 (oder wenigstens 5) zu zählen. In dem Moment denke ich dann zwar erst spät dran, kriege aber immer öfter noch die Kurve. Ich versuche dann, meine Gefühle verbal zu äußern (so nach dem Motto "wer schreit hat Unrecht").

Mir hat auch eine Tradition aus China geholfen: Dort schimpfen Eltern niemals mit ihren Kindern, weil sie davon ausgehen, dass die Kinder das eh noch nicht verstehen (den tieferen Sinn der Regel).

Was mir auch hilft: Lesen, warum sich das Kind gerade so benimmt und was es damit erreicht/bezweckt bzw. was sich dabei gerade entwickelt. Dadurch bekomme ich mehr Verständnis und das hilft beim Ruhiger-werden.

Hast du vielleicht eine Ablösung? Dein Mann vielleicht? Wenn ich merke, dass meine Nerven gleich zerreissen, sage ich zu meinem Mann (wenn er da gerade da ist) "ich kann grad nicht mehr, ich brauch ne Pause". Und dann übernimmt er und ich kann irgendwohin gehen und einen klaren Kopf oder andere Gedanken kriegen.

Ich hoffe, bei den Tipps war was für dich dabei.

Viele Grüße,
Lexa