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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von jennychrischi 11.01.11 - 19:38 Uhr

Also, heut Mittag als ich Post holte stand unsere Nachbarin vor mir, weinend mit Brief des ortsansässigen Gerichtsvollziehers. Sie ist gebürtige Russin und kann nicht wahnsinnig gut Deutsch und hat wohl ziemlich viel Mist am laufen. Sie hat mich gefragt ob ich, bzw mein Freund (Steurfachang.) mal schauen könnten. Ich hab dann geschaut, sie hat eine Vorladung, morgen. Sie soll die Eidesstattliche Versicherung abgeben oder zahlen. Soweit so gut, der Brief ist vom 27.12. #augen Hat sie natürlich schön verpennt. Es geht um Forderungen einer nichtgezahlten Versicherung. Bzw sogar 2, denn es sind 2 Briefe. Sie hat wohl nur das Wort Haftbefehl gelesen und Panik bekommen, sie hat 3 kleine Kids, lebt von AlgII. Nun ist es so, das sie die Summe von 590 Euro für Versicherung 1 zahlen kann, die 350 für die Nummer 2 aber nicht. Es ist wohl auch nicht der erste Brief den sie bekam. Ich rief also in Ihrem Auftrag bei dem Herrn W. an. Ersteinmal durfte er mir ja nicht wirklich was sagen. Er hat aber verlauten lassen, das er sich nicht auf eine Ratenzahlungsvereinbarung einlässt, da diese schonmal getrofen war aber nicht eingehalten wurde. Ich vermute, das hatte sie damals nicht verstanden. Oder sich "nicht verstehend" gestellt, ich weiß es nicht #augen

So, nun meine Frage ;-) Ist es Möglich, das sie eine Sache zahlt und für die andere die EV abgibt? Ich hab mich ein bisschen durchs Netz gegoogelt und habe einen Satz gefunden, nachdem wie ich es verstehe ja ein Tital gegen sie erwirkt wurde und der trotz der Zahlung dann besteht und man den irgendwo löschen lassen kann? Daraus wurde ich nicht ganz schlau.

Ist es überhaupt möglich, das sie nur eine Sache zahlt? ich weiß, sie hatte sicher mehrere Chancen, sich zu einigen. Hat sie nicht genutzt. Im Prinzip ists Kind eh schon in den Brunnen gefallen, oder?

Beitrag von windsbraut69 11.01.11 - 19:42 Uhr

Ich versteh die Frage nicht.
Sie HAT zu zahlen, wozu sie in der Lage ist! Die EV wird sie dann trotzdem abgeben müssen, wenn sie nicht beides zahlen kann.

Gruß,

W

Beitrag von jennychrischi 11.01.11 - 19:49 Uhr

Das war so in ungefähr meine Frage ;-) Habe mir fast gedacht, dass sie nciht Teil 1 zahlen kann und bei Teil 2 sagen kann: nö geht nicht. Meine Empfehlung an sie war, das zu unterschreiben und hinterher mit den Gläbigern dann zu verhandeln, wie man eine Lösung findet. Und sei es nur 10 Euro im Monat.

Beitrag von ppg 11.01.11 - 19:49 Uhr

Sag, willst Du der Frau helfen, oder sie reinreiten???

Natürlich wird sie keine Ratenvereinbarung treffen, denn bei ihr ist nicht zu holen!Bei ALG II bekommt man das Existenzminimum, da sind keine Raten vorgesehen! Sie hat 3 Kinder, sollen die jetzt hungern, nur damit eine Versicherung ihre Kohle bekommt?

Zumal die Ratenvereibarung sie Null weiterbringt, weil es ja zwei Forderungen sind, und die kann sie erst recht nicht erfüllen, also muß so oder so die EV abgegeben werden.

Sie soll gar nichts zahlen, nach der EV hat sie erst mal 3 Jahre Ruhe und wenn sich in der Zwischenzeit was ändert bei ihr, kann sie immernoch eine ratenvereinbarung treffen. Jetzt, als mittelose Mutter, keinesfalls.

Ute

Beitrag von jennychrischi 11.01.11 - 19:55 Uhr

Danke für deine Antwort. Ich bin mir bewusst, dass man mit ALGII keine riesen Sprünge machen kann, denke jedoch, ihr Mann könnte arbeiten gehen. Sie findet es gut, dass er immer bei ihr ist und ihr mit den Kindern helfen kann. Versteh ich auch. ABER ich muss auch den ganzen Tag allein klarkommen mit dem Kleinen und mir fällt da kein Zacken aus der Krone. ;-) Wenn er arbeitet könnten sie anfangen zu zahlen. Schulden machen konnten sie ja auch. Klar, jetzt muss ne Lösung her. Aber eine Lebenseinstellung ist das nicht. Das soll nun keine Angriff an sie sein, das stellt nur meine persönliche Meinung dar.

Beitrag von arkti 11.01.11 - 20:22 Uhr

Die haben ja eine super Lebenseinstellung #augen
Denen sollte direkt das komplette Geld gestrichen werden.

Beitrag von vwpassat 11.01.11 - 20:27 Uhr

Ich würde noch nen Schritt weitergehen.

so a'la Thilo Sarrazin

Beitrag von jennychrischi 11.01.11 - 20:32 Uhr

Psst, das darf man nur denken, nicht aussprechen ;-)

Beitrag von tweety12_de 12.01.11 - 09:09 Uhr

da gehört nicht nur das geld gestrichen,
da sollten gleich die flugtickets hingelegt werden und tschüß !!!!!!

Beitrag von vwpassat 11.01.11 - 20:07 Uhr

Mensch, was habt Ihr bloß alle für Nachbarn, Freunde und Bekannte............ #kratz

Beitrag von bettlbauzl 11.01.11 - 20:11 Uhr

Kann man sich halt oft nicht aussuchen.....

Beitrag von jennychrischi 11.01.11 - 20:12 Uhr

Frag bloß nicht #augen Wir haben bei Wohnungsbesichtigung auf die Türschilder geguckt. Müller, Baltzke, Schmidt und Co. Aber scheinbar sollte man da echt nicht drauf schließen, das alle deutsch sind und es eine gute und liebe Wohngegend ist. Macht nichts, Wohnung ist toll und wir haben nicht viele Nachbarn.

Beitrag von cocoskatze 12.01.11 - 14:51 Uhr

"Aber scheinbar sollte man da echt nicht drauf schließen, das alle deutsch sind.............."

Soso, die Deutschen sollten dann wohl die besseren Nachbarn sein, oder wie hat man deine Aussage zu deuten?

Beitrag von manavgat 11.01.11 - 21:04 Uhr

Nicht zahlen, wenn es nicht für alles reicht! und Finger heben.

Mit 3 Kindern und ALG2 ist sie nicht pfändbar und der Gerichtsvollzieher kommt erst in 2 Jahren wieder.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sassi31 12.01.11 - 00:21 Uhr

#pro

Beitrag von serlyn 12.01.11 - 16:46 Uhr

Die Abgabe der EV ist keinesfalls ein Schuldenerlass und auch kein Freifahrtschein für die nächsten drei Jahre. Vollstreckungsversuche können auch während dieser drei Jahre erfolgen. Ins Kontoguthaben, in hinterlegte Mietkautionen, Rentenanwartschaften, etc. - je nach Lust und Laune des Gläubigers.

Die Zinsen, die während der drei Jahre auflaufen sind auch nicht zu verachten und können das ganze dann unnötig in die Höhe treiben.

In diesem konkreten Fall würde ich der Nachbarin raten, das ihr zur Verfügung stehende Geld auf beide Gläubiger aufzuteilen und den Rest in Raten zu begleichen. Der Gläubiger wird sich darauf einlassen, hier hat der Gerichtsvollzieher nix zu kamellen!

LG
s.

Beitrag von manavgat 12.01.11 - 19:06 Uhr

Ich würde nichts zahlen und das Geld da aufheben wo keiner dran kommt. Alternativ: mit den Gläubigern verhandeln und sagen: Oma zahlt die Hälfte, wenn der Rest erlassen wird.

Deine Strategie führt nur dazu, dass sie vom ALG2 - was nicht zur Schuldentilgung vorgesehen ist - den Kindern die Butter vom Brot nimmt, ohne dass es zu einer Lösung kommt!

Gruß

Manavgat

Beitrag von serlyn 13.01.11 - 21:11 Uhr

Meine Strategie führt aber - in hiesigem Falle zwei genannte Gläubiger - dazu, dass die Schuldnerin abends mit einem reinen Gewissen ins Bett gehen, durchschlafen kann und ihre "Schuld" bereinigt hat. Es wird zu keinerlei Vollstreckungskonflikten mehr kommen und am Ende ist die Wirtschaft ein kleines Bisschen wieder mehr im Gleichgewicht.

Vielleicht ist die Schuldnerin ein sonst gut im Berufleben stehender Mensch, der in drei Jahren wieder in der Lage ist seine Finanzen zu regeln und dann auf einem richtigen Schuldenberg aus Vollstreckungsversuchen, Zinsen und Gerichtsvollzieherkosten sitzt.

Die Butter nehme ich meinen Kindern bereits dann vom Brot, wenn ich rückwärts kaufe und Schulden mache.

Davon abgesehen: Wenn Oma die Hälfte zahlt und der Gläubiger sich auf solch einen lapidaren Einigungsversuch einlässt. Glück gehabt!!! Versuch ist`s wert. Ansonsten: w. o.

Gruß
Serlyn