Probleme mit Trainern

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 21:33 Uhr

Meine Tochter geht seit einigen Wochen zum Rollkunstlauf. Von der Sache her macht es ihr Spaß... Musik, Tanz, Show, Akrobatik... genau ihr Ding und anfangs grinste sie die ganze Zeit beim Training.

Das ist jetzt anders. Sie weint seit drei Trainingsterminen immer wieder mal und fühlt sich nicht so wohl, wobei es sich von Mal zu Mal etwas gebessert hat, weil wir viel darüber reden. Sie kann es nicht so recht in Worte fassen, wo eigentlich das Problem ist und sagt dann sie habe "Beinschmerzen" (wahlweise auch mal Bauchweh, Kopfweh, Augenschmerzen oder alles zusammen). Sie sagte auch mal, sie habe Angst auf den Hintern zu fallen. Ich glaube das aber nicht (ich kenne sie halt, siehe unten).

Ich denke, dass sie ein Problem mit dem rauhen Ton beim Training hat. Zu den Kleinen sind die Trainer einigermaßen freundlich. Da aber sowohl Anfänger als auch Leistungssportler in einer Halle trainieren, bekommt sie halt auch mal härtere Ansagen mit. Und wenn die gleichen Trainer ihr dann etwas sagen, bekommt sie wohl Angst. Außerdem bekommt sie teilweise Anweisungen mit denen sie nichts anfangen kann. Da heißt es dann "Du übst schon mal 'übersetzen'!"... tja, würde sie gerne, nur weiß sie gar nicht was eigentlich gemeint ist.

Ich kenne das von ihr. Sie hat das im Kindergarten vor 1 1/2 Jahren auch gemacht und auch beim Ballett (wo sie unbedingt hin wollte) war es vor einem halben Jahr auch nicht so leicht. Es hat vielleicht auch ein bißchen was damit zu tun, dass sie immer alles richtig machen möchte und natürlich ist es beim Rollkunstlauf auch sehr offensichtlich, dass sie Anfänger ist (allein schon an der Geschwindigkeit kann man das sehen).

Allerdings hatte ich sowohl beim Kindergarten als auch beim Ballett großes Vertrauen in die Erzieherin/Lehrerin und wusste, dass es sich irgendwann gibt. Und so war es ja auch, man ist auf sie eingegangen und ihrem Selbstbewusstsein hat diese Entwicklung sehr gut getan. Beim Rollkunstlauf fehlt mir irgendwie das Vertrauen. Die sind dort sehr leistungsorientiert und das widerstrebt mir. Ich sehe sie mit ihren 4 Jahren nicht auf Wettkämpfen und wenn man sie fragt, dann sieht sie sich eher auf einer Bühne mit einer Gruppe in einem Glitzerkostüm tanzen und Applaus dafür kassieren. Das ist eher ihr Ding.

Ich frage mich nun, was ich tun soll.
1. Die Trainer ansprechen, sie nicht so hart ranzunehmen. Also quasi eine "Extrawurst" bestellen.
2. Bei einem anderen Verein ein Schnuppertraining vereinbaren. Dort sind allerdings die Trainingszeiten doof und sie hat ja in ihrem jetzigen Verein auch schon Freunde gefunden, wenn man das so nennen kann. Ich würde jetzt eher sagen, dass sie in diesem Sport niemals wirkliche Freunde findet, aber nun ja... sie kennt halt die Namen einiger Mädchen.
3. Es weiter so laufen lassen und es als "Schule fürs Leben" sehen. Irgendwann wird sie sich schon einkriegen. Angenommen sie bekommt mal eine Lehrerin, die sie nicht mag, weiß sie schon mal, wie man mit so jemandem umgehen kann.
4. Den Sport ganz lassen. Aber es macht ihr eigentlich wirklich Spaß und ist genau ihr Ding.

Ich weiß es nicht....

Beitrag von manavgat 11.01.11 - 21:53 Uhr

Ohne Dir zu nahe zu treten, könnte es sein, dass da etwas vorgefallen ist, für das Deine Tochter keine Worte kennt?

Ich wäre alarmiert und würde eine Kinderpsychologin einschalten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 23:28 Uhr

Wo?

Beim Rollschuhtraining? Nein, da war ich immer dabei.

Im Kindergarten? Nein, ich denke, sie wusste anfangs nur nicht, welche Regeln immer gelten und welche nicht und sie wollte alles richtig machen. Z. B. wusste sie, dass man im Morgenkreis sitzenbleibt und nicht dazwischen quatscht. Sie wusste aber nicht, dass man aufstehen darf, wenn man mal muss. Solche Kleinigkeiten brachten sie anfangs aus dem Konzept und anstatt einfach nochmal nachzufragen, weinte sie dann oder bekam "Bauchweh". Beim Ballett war es anfangs ähnlich.

Sie will einfach Regeln einhalten und setzt sich damit selbst unter Druck.

Beitrag von tragemama 11.01.11 - 21:59 Uhr

Ich würde sie entscheiden lassen, ob sie weiter hingehen möchte und fertig. Sport muss Spaß machen.

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 23:29 Uhr

Ja sie möchte. Dieses Weinen kommt dann erst wenn wir da sind. Sie zieht sich um, läuft eine Bahn und wenn sie wieder zurückkommt (und ich sie sehen kann) kullern die Tränen.

Beitrag von tauchmaus01 11.01.11 - 22:41 Uhr

Hallo,

hab mal ne Weile Kinder in Eiskunstlauf (und im Frühling/Sommer Rollkunstlauf) trainiert.
Ich kenn den rauen Ton der manchmal herrscht, aber eher auch deshalb, weil die Kinder in wenigen Sekunden einfach mal eine ganze Ecke weiter weg sind und man lauter reden muß. Kurze, knappe Ansagen sind üblich bei den Größeren.

Aber, Trainer sind keine Unmeschen und haben sich diesen Sport ja bewußt ausgesucht. Wer Kinder trainiert weiß auch auf was er sich einläßt, daher denke ich mal, ein ruhiges Gespräch sollte die erste Wahl sein.
Vielleicht ist sie echt mal hart hingefallen, das tut echt sauweh, vor allem wenn man mit etwas Schwung mal auf den Po knallt.

Ich bin einmal mit vollem Schwung gestürzt und auf die Bande zugeschlittert...und hab getroffen! Glaub mir, die nächsten Male hab ich auch keinen Mut mehr gehabt.

Vielleicht, und das wäre auch möglich, gibt es eine neue Übung die sie sich einfach nicht traut (oder die sie versucht hat und gefallen ist), ein einfacher Sprung zum Beispiel.

Bist Du denn beim Training dabei? Falls nicht würde ich einfach mal raten die ganze Zeit über zuzuschauen und ihr Mut zu machen.
Und mit dem Trainier reden ihr vielleicht mit kleinen Aufgaben die sie schaffen kann, erstmal wieder ein positives Gefühl zu geben,.

Alles Gute

Mona

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 23:31 Uhr

Ja ich bin dabei. Und ja natürlich ist sie mal derbe gefallen. Aber es ist kein direkter Zusammenhang zu erkennen, d.h. nach diesem Sturz hat sie ganz normal weitergemacht und auch das nächste Training ohne Tränen absolviert. Also wenn es daran liegt, dann hat sie vielleicht davon geträumt oder so.

Beitrag von nicole9981 11.01.11 - 22:51 Uhr

Hallo!

Hilft Dir vielleicht nicht wirklich weiter, aber wer weiß. Ich leite bei uns im Verein die Kindergruppen. Die Zwerge machen einfach nur Sport...mit Spaß. Ist bei uns so dass alle "Neuen" erstmal in die normale Gruppe kommen. Manchmal haben die Jüngeren noch Schwierigkeiten mit der Größe der Halle. Diese Kinder nehmen wir vorübergehend in eine Extragruppe. Die trainieren in einer kleinen Gruppe in der kleinen Halle und steigen dann um. meist funktioniert das so. Bei 4 jährigen hat Drill nichts zu suchen.

Andererseits ist deine Tochter auch noch in einem Alter wo sie sich ausprobiert. Hat sie beständig keine Kust mehr würde ich sie nicht zwingen und sehen ob sie sich was anderes vorstellen kann. Mein Neffe war auch erst beim Ballett, dann beim Fußßball und jetzt macht er Karate. Unser Großer ist vom Baskeball zum Klettern gewechselt.

LG Nicole

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 23:33 Uhr

Ich zwinge sie nicht, wirklich nicht. Sie hat die ganzen Ferien gefragt, wann es endlich wieder los geht. Montags fragt sie, ob heute Rollschuh ist. Im Kindergarten erzählt sie voller Stolz davon. Sie ist begeistert. Erst wenn sie dann da ist, geht es los.

Beitrag von .nefur. 11.01.11 - 23:18 Uhr

Wenn es die Möglichkeit gibt, würde ich dabei bleiben. Dann hat sie durch dich halt und ihr könnt über einige Situationen sprechen.

Meiner rückt irgendwie auch oft nicht mit der Sprache heraus. Möchte dann knall auf Fall nicht mehr hin. Das ist schade und ich hoffe, ihr findet eine Lösung.

Vielleicht kann sie auch mal den Trainer nachspielen.. Rollenspiele. Damit sie sich erst mal selbst klar wird, was ihr auf der Seele liegt.

LG

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 23:40 Uhr

Ich bin immer dabei. Es ist nur eine Stunde und es lohnt sich nicht wirklich zu gehen.

Wenn sie so weint, dann kommt sie zu mir. Ich versuche sie zu motivieren, gehe notfalls ein paar Runden neben ihr her und gebe ihr Sicherheit. Irgendwann seile ich mich dann behutsam wieder auf die Tribüne ab. Dann holt sie sich ein paar Runden immer ein Küsschen ab, wenn sie vorbei fährt und dann gibt es irgendwann nur noch Handküsschen. Heute hat sie ganz zuletzt wieder gestrahlt.

Zwei andere Mamas unterstützen mich und loben sie auch ab und zu mal.

Rollenspiele sind prima, machen wir auch. Da ist sie immer die "Lehrerin" und wir müssen tanzen. Ihr Ton ist dabei etwas strenger geworden. Vorher hörte man eher die Ballettlehrerin heraus. Deswegen kam ich auch darauf, dass es vielleicht der strengere Ton sein könnte.

Beitrag von bine3002 11.01.11 - 23:42 Uhr

Danke Euch erstmal. Ich denke, ich habe mich schon entschieden, dass wir erstmal bei der Sache bleiben und ich Montag mal mit der Trainerin spreche. Ich werde ihr klar machen, dass es uns erstmal nicht um Leistungssport geht und sie meine Tochter deswegen nicht hart trainieren sondern eher etwas anleiten soll. Ich hoffe, sie versteht das. Sonst schaue ich mir das noch eine Weile an und werde dann notfalls den Verein wechseln.

Beitrag von manoli71 12.01.11 - 10:20 Uhr

Ich würde auch erstmal mit der Trainerin sprechen. Ich würde es nicht als Vorwurf formulieren, sondern sie einfach um Rat fragen. Schilder das Problem und bermerke auch, dass deine Tochter sich selber unter Druck setzt und eine Perfektionisten ist. Sage ihr, dass du das Gefühl hast, dass es schon der richtige Sport ist und sie es auch gerne macht. Aber das sie sich wohl selber im Weg steht, weil sie alles genau richtig machen will. Ich gehe davon aus, dass die Trainerin dann evtl. mehr auf sie eingehen wird.

LG Tina

Beitrag von bine3002 12.01.11 - 10:59 Uhr

"Ich gehe davon aus, dass die Trainerin dann evtl. mehr auf sie eingehen wird."

Ich hoffe es, wobei ich immer den Eindruck habe, dass solche Kinder irgendwie unbequem sind. Und ich fühle mich da manchmal missverstanden. Ich möchte nicht, dass sie wie eine Prinzessin anders behandelt wird als die anderen. Sie ist ganz neu, kennt niemanden und für sie ist es schon eine große Leistung, dass sie anfangs einfach auf die Gruppe zugegangen ist. Und für den Anfang braucht sie eine einfühlsame Einführung in das Ganze.

Andererseits möchte ich mich da möglichst raushalten, weil ich es für ihre Entwicklung wichtig finde, dass sie das alleine schafft (oder zumindest das Gefühl hat). Am Liebsten würde ich das alles der Trainerin überlassen, nur dann muss sie sich um das Kind kümmern, wenn es weint. Im Moment lässt sie sie eher stehen und meine Tochter kommt dann logischerweise zu mir.