200 Jahre altes Haus dämmen - ja oder nein?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von enni12 11.01.11 - 22:50 Uhr

Hallo,

wir sind vor kurzem in unser 200 Jahre altes Traumhaus gezogen #huepf

Es ist komplett modernisiert (Leitungen, Fenster, Dach, Heizung...) bis auf die Fassade. Nun sind wir unsicher, ob wir die dämmen sollten oder ob man sich damit Schimmel über den Hals zieht.

Hat vielleicht jemand Erfahrung damit bzw. eine Ahnung, welche UNABHÄNGIGE Stelle hier beraten kann?

Danke

Dani

Beitrag von rain72 12.01.11 - 00:11 Uhr

Hallo Dani,
unser Haus ist zwar nicht 200 Jahre alt, aber so ca. 80. Wir haben die Fassade gedämmt - das ist bei einem alten Haus eigentlich nicht anders als bei einem neuen. Schimmel holst Du Dir sicherlich nicht dadurch ins Haus, den bekommst Du eher durch falsches Lüftungsverhalten. Luftfeuchtigkeit schlägt sich nunmal an der kältesten Stelle nieder, und wenn das ausgerechnet die Wand ist, dann bekommst Du da Schimmel (also ein Argument für das Dämmen der Wände). Sucht Euch einen Energieberater (Gelbe Seiten oder Internet), der kann Euch sagen, was sinnvoll ist und kennt auch die Fördermöglichkeiten (KfW).
LG
rain72

Beitrag von bi_di 12.01.11 - 05:11 Uhr

Ich würde mich auf die Suche nach einem Architekten mit Schwerpunkt 'Sanierung alter Häuser' machen.
Und um meiner Vorschreiberin zu widersprechen: Natürlich ist es möglich sich durch das Dämmen der Aussenfassade Schimmel einzufangen. Weil nämlich Kältebrücken entstehen können, die vorher nicht da waren. Diese können zwar vermieden werden, aber das kann den Preis für eine fachgerechte Dämmung ordentlich in die Höhe treiben.
Z.B.: Die Fenster sind schon erneuert. Es kann sein, das in den Fensterfluchten nicht mehr genug Platz für eine ordentliche Dämmung ist, also der Rahmen nicht ausreichend breit ist. Dann braucht ihr neue Fenster (inkl. Rahmen).

Und: Was für einen Energieverbrauch habt ihr tatsächlich? Vielleicht ist der gar nicht so hoch. Wir, mit unserem ungedämmten 100 Jahre altem Haus, liegen da eigentlich ganz moderat. Wir werden erstmal nur die Kellerdecke und den Dachbodenboden dämmen. Vielleicht noch einen ordentlichen Kachelofen einbauen. Alles andere würde den Wert des Hauses sprengen und sich erst in ca. 40 Jahren amortisieren (selbst wenn steigende Energiepreise berücksichtigt werden).

Grüsse
BiDi



Beitrag von ayshe 12.01.11 - 08:44 Uhr

Absolute Zustimmnung!

Beitrag von lassiter 12.01.11 - 12:24 Uhr

Zustimmung!

Zur Dämmung wäre noch anzumerken, dass die keine 40 Jahre hält sondern allenfalls 20 Jahre.

Ergo keine Amortisation.


Josef

Beitrag von tammi04 12.01.11 - 09:55 Uhr

Hallo Dani,
woraus sind denn die Wände?

Wir wohnen in einem (deutlich älteren) Fachwerkhaus, das gedämmt wurde, und finden es sehr angenehm.

Das ist aber keine Frage der Amortisation, sondern des Wohnkomforts. Zieht es in den Räumen? Sind die Wände unangenehm kalt? Dann ist Dämmung sinnvoll, und wenn sie gut gemacht ist, kriegt ihr auch keinen Schimmel.

Ist das Wohnklima angenehm? Dann braucht ihr auch keine Dämmung.

Grüße
Tammi

Beitrag von enni12 12.01.11 - 11:56 Uhr

Hallo,

danke euch erstmal allen.

Also wir haben ca. 35 - 50 cm (variiert von EG bis DG) dickes Mauerwerk. Woraus das letztendlich besteht wissen wir leider nicht genau. Reinziehen tut es nirgendwo und das Klima ist recht angenehm. Wir haben auch einen großen Kachelofen was für die Ausleitung von Feuchtigkeit wohl sehr vorteilhaft ist.

Wie scho geschrieben, die Fassade muss halt erneuert werden und wir überlegen, ob gedämmt oder nicht. Sollten wir mit Dämmung tatsächlich neue Fenster brauchen, würde das ausfallen. Die Fenster sind 5 Jahre alt, sehr hochwertig mit Rolladen und wir könnten unmöglich nochmal neue kaufen.

Danke für den Tipp mit dem Energieberater, ich werde mich mal auf die Suche machen!

Liebe Grüße und #danke

Dani

Beitrag von lassiter 12.01.11 - 12:16 Uhr

Bei Energieberatern wäre ich sehr Vorsichtig!

Viele davon haben ihr "Wissen" in einem Crashkurs eingebläut bekommen und können das Wort Bauphysik weder schreiben noch Buchstabieren.

Eine gute Adresse ist der: http://www.club-of-home.de/

oder: http://www.konrad-fischer-info.de/2berat.htm



Josef

Beitrag von tammi04 12.01.11 - 12:58 Uhr

Bei so dickem Mauerwerk muss nicht gedämmt werden. Und wenn das Wohnklima gut ist, schon gar nicht.

Viele Grüße

Tammi

Beitrag von shalin383 12.01.11 - 16:14 Uhr

Huhu,

also ich kann dir nur raten, die Wände zu dämmen!

DENN:

du hast neue Fenster eingebaut. Durch den einbau der neuen Fenster verlegt sich der Taupunkt vom Fenster auf die Wand und du wirst auf Dauer ein Schimmelproblem bekommen. Hättest du alte FEnster drin gelassen, wäre das alles kein Problem.

Die neuen Fenster sind halt top gedämmt und werden nicht grossartig abkühlen. DIe Wände werden somit viel kühler als die FEnster und die Luftfeuchte wird an den kalten Wänden kondensieren.
Jeder Bausachverständige wird dir das bestätigen! Neue Fenster in alten Bauten: Da ist SChimmel fast schon vorprogrammiert!

Lüften ist selbstverständlich. 3-5mal täglich stosslüften,Keine Kipp-Lüftung!

LG Nina

Beitrag von lassiter 12.01.11 - 20:02 Uhr

Du schreibst Unsinn.

Bei vernünftigem Heiz.- und Lüftungsverhalten entsteht kein Schimmel und vor allem die Nachtabsenkung bei der Heizung heraus nehmen, das spart nämlich Heizkosten und verhindert ein abkühlen der Wände und somit Kondenswasserausfall.


Josef

Beitrag von enni12 12.01.11 - 21:27 Uhr

#kratz die neuen Fenster sind schon 5 Jahre drin und keine Spur von Schimmel