Fehlerliste auf Arbeit???

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Beitrag von bienemajaundwilli 11.01.11 - 23:29 Uhr

Hallo!

Folgendes:

Bis vor kurzem war ich bei einem AG beschäftigt, der einen sehr hohen Durchlauf an AN hat.
Die Zeit dort war sehr schlimm für mich.
Ich habe in den 3 Monaten, in denen ich dort war erlebt, wie (mich ausgeschlossen) 8 AN gegangen sind.
Anlernen war so gut wie nicht, entweder man beißt sich durch und lernt in seiner Freizeit sehr viel (sehr spezielles Fachgebiet) oder man hat Pech gehabt, kündigt oder wird gekündigt.
Außerdem war ja kaum ein Kollegenstamm noch da, das hätte anlernen können weil alle "Älteren" nach und nach gingen.
So wie letztendlich ich auch. Und darüber bin ich froh. Ich habe jetzt einen supertollen Job, kein Vergleich mehr dazu...

Jetzt nachdem ich endlich wieder aufatmen kann, habe ich einiges verdaut, denn ich bin wie viele andere auch, stets mit Angst zur Arbeit gegangen.
Es gab dort eine Fehlerliste, die hing am schwarzen Brett.
War so aufgeteilt: Fehlerdatum/Fehlerverursacher/Fehlerhergang
Diese Liste war stets gut gefüllt. Und da standen dann tatsächlich solche Sachen wie: Frau xy hat am xy den Seifenspender in Toilette nicht aufgefüllt oder Frau xy hat am xy vergessen ein Merkblatt xy (unwichtig) mitzugeben usw. usf.
An den monatlichen Teamsitzungen wurde dann diese Liste vorgelesen, der "Chef" sprach kurz nach jedem Fehler mit dem betroffenen vor versammelter Mannschaft darüber.
Und das welchen solchen Banalitäten. Sorry aber ist das nicht Schikane vom aller Feinsten? Darf es sowas überhaupt geben? Wenn ja, welchen Sinn soll das machen? Das man noch mehr Angst hat in Zukunft, etwas zu machen?

Desweiteren darf man Mittag dort nicht zuschließen und auch nicht den AB rein machen. Essen darf man vorne nicht und rinter gehen auch nicht, weil ja vorne besetzt sein muß. Laut "Chef" sollen die beiden VZkräfte sich abwechseln und schnell hinten ihr Brot essen.
Ist doch nicht zulässig, m.M.n. ihnen steht bei einer AZ von teilweise 8 - 20 Uhr eine Mittagspause zu, das ist dann Freizeit und sie könnten auch heim fahren. Die Damen wissen das, machen es aber mit, weil sie Angst haben. Selbst schuld klar.
Aber kann man als Aussenstehender, den es nicht betrifft hier etwas unternehmen z.B. Gewerbeaufsichtsamt (oder was ist dafür zuständig?) informieren?

Danke für Antworten

Biene

Beitrag von ayshe 12.01.11 - 08:32 Uhr

Hallo,

ich glaube nicht, daß die Verurteilung mit der Strafe am Pranger zu stehen, erlaubt ist. Solche Dinge regelt man anders.
So einen Chef kann doch kein Mensch ernstnehmen.
Er sollte sich lieber auf wesentliche Dinge konzentrieren.

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m.M.n. ihnen steht bei einer AZ von teilweise 8 - 20 Uhr eine Mittagspause zu, das ist dann Freizeit und sie könnten auch heim fahren
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Sicher, das ist alles im Arbeitsrecht geregelt.

Je nachdem, um was es sich für eine Branche handelt, kann man es der IHK, einer Berufsgenossenschaft.
In einigen Städten sind auch die Gewerbeaufsichtsämter für die Arbeitszeiten zuständig, da müßest du dich vllt regional erkundigen.

Beitrag von derhimmelmusswarten 12.01.11 - 12:07 Uhr

Sei froh, dass du da weg bist. Ich hatte jetzt nach der Elternzeit einen ähnlichen Chef. Die "Vorgänge" kommen mir auch bekannt vor. Einmal hatte er beispielsweise einen hysterischen Anfall, weil jemand auf der Toilette die Papierhandtücher nicht nachgefüllt hat etc. Solche Leute sind krank.Bei uns waren es übrigens 14 Mitarbeiterinnen, die in den letzten anderthalb Jahren freiwillig gekündigt haben... Ich bin nun per Anwältin gegen diesen Schwachkopf vorgegangen und werde die Zeit bis zum Mutterschutz irgendwie mit Krankmeldungen aussitzen. Du bist ja da raus. Schwer zu sagen, ob du was unternehmen solltest oder nicht. Es ist schade, dass sich auch in eurem Betrieb sämtliche Mitarbeiter nicht getraut haben, gegen diesen verrückten Chef vorzugehen. Natürlich kannst du, auch anonym, eine Anzeige beim entsprechenden Amt machen. Ich würde es eher nicht tun, weil ich ja eh nicht mitbekommen würde, was passiert... ;-)