Hat Förderlehrerin einen eigenen Lehrplan ?

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von ylenja 12.01.11 - 16:13 Uhr

Hallo,

in den ersten beiden Klassen unserer Schule gibt es Förderlehrer.
Sie kommen regelmäßig für ein, zwei Stunden in der Woche in die ersten und zweiten Klassen, um dort mit ausgewählten Schülern (die eigentlich abwechseln) parallel zur restlichen Klasse im Nebenraum üben.

Bei uns in der Klasse ist eine Förderlehramtsanwärterin, die auch etwas mehr Stunden in dieser Klasse hat.
Diese nimmt immer wieder ein paar Schüler mit in den Nebenraum.
Allerdings werden die Schüler nicht abwechselnd mitgenommen, sondern es sind meistens die gleichen. Es sind wohl auch immer nur 2 - 3 Schüler.
Mit diesen Schülern macht sie aber nicht das gleiche wie die Klassenlehrerin, sondern andere Sachen.
Die KL nimmt während dieser Zeit einen Stoff durch und gibt dann natürlich dazu Hausaufgaben auf.
Die Kinder, die während dieser Zeit bei der Förderlehrerin sind, bekommen diesen entsprechenden Stoff oder Übung natürlich nicht mit. Teilweise fehlen dann auch Einträge, die die anderen in dieser Zeit machen. Die Hausaufgaben müssen die Kinder dann ganz normal machen, obwohl sie in der Schule die Übungen ja nicht mitbekommen haben.

Zuhause kann dann die Mutter ihrem Kind erklären, wie es gemacht werden muss, es sei denn, das Kind kann es zum Glück trotzdem.
Aber warum muss dann, wenn das Kind die Aufgaben versteht, in den Förderunterricht ?
Wäre es nicht besser, die Kinder zu fördern, die mit diesem Stoff gerade Probleme haben ?

So, jetzt hätte ich gerne mal Eure neutrale, sachliche Meinung dazu :-)

Danke

Ylenja

Beitrag von scotland 12.01.11 - 19:02 Uhr

Ich würde sagen, dass das nicht geht. Bei uns ist der Förderunterricht in Randstunden, d.h. die Kinder kommen morgens eine Stunde früher oder gehen später oder kommen einen Mittag extra.

Einmal liegt er glaube ich parallel zum Sportunterricht (bei 3 Stunden Sport aber IMO zu verkraften, wir sind nicht "betroffen").

Sonst ist das sehr kontraproduktiv. Der Förderunterricht soll ja Lücken füllen, nicht schaffen.

LG
Scotland

Beitrag von celi98 12.01.11 - 19:05 Uhr

Hallo,

ich arbeite selbst als Förderlehrerin. Kann dir erzählen, wie es bei uns in der Schule läuft.
Ich arbeite in zwei Klassen, in denen Schüler eine besondere Förderung benötigen. Das ist aber vorher auch getestet und vom Schulamt bestätigt worden. Ich unterstütze die Schüler entweder im Unterricht, vor allem in der Stillarbeit. Zum Teil nehme ich sie auch raus, aber das passiert dann in Absprache mit den jeweiligen Lehrkräften. Zum Beipsiel mache ich einen Englischförderunnterricht, weil sie im normalen Unterricht nicht mitkommen. Hausaufgaben gebe ich dann auf, die der Klasse brauchen sie nicht mehr machen.

Insgesamt liegst du schon richtig, Förderlehrer sollen die Kinder unterstützen, die alleine nicht mitkommen. Unterricht, an dem sie inhaltlich teilnehmen könnten sollen sie eigentlich nicht verpassen. Wenn sie andere Sachen macht (z.B. fehlende Grundlagen aufarbeiten), sollten die Kinder nicht auch noch den Lernstoff der Klasse nacharbeiten müssen. Es sei denn es handelt sich hier um eine Förderung der besseren Schüler, die können das locker nachholen. Ich denke aber mal, dass das ein Abspracheproblem ist.

LG sonja

Beitrag von ilva08 12.01.11 - 19:38 Uhr

Ich schließe mich meiner Vorposterin an, ich halte das Ganze für ein Abspracheproblem. Ich würde Rücksprache mit der Klassenlehrerin halten und schildern, dass ihr durch diese Vorgehensweise zu Nachhilfelehrern werdet. Das ist nicht der Sinn der Sache.

Es wäre ja okay, wenn diese Kinder dann auch differnenzierte Hausaufgaben bekämen... aber so... sprich es an!

LG