Kinder die ständig Gewalt in den Medien sehen....

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Beitrag von dori83 12.01.11 - 20:56 Uhr

Hallo und einen schönen guten Abend!

Meine Freundin und ich hatten heute ein interessantes Gespräch bei dem wir leider nicht weitergekommen sind! Wir haben die Unterhaltung vertagt und ich möchte hier mal schauen was ihr dazu sagt, weil ich mir da absolut nicht schlüssig bin!

Also folgendes! Sie-Sozialpädagogisches Studium muss Stellung zu folgender These nehmen :

Kinder die ständig Gewalt in den Medien sehen, werden später zu Massenmördern!

Davon hat sie mir kurz erzählt und ich wollte länger mit ihr quatschen aber das ging dann nicht mehr! Ich denke nu die ganze Zeit darüber nach und i.wie weiß ich garnich was ich darüber denken soll!

So nun dachte ich mir....DAS ist das richtige für Urbia ;-)

Was meint ihr...dazu?

lg dorinchen!

Beitrag von dore1977 12.01.11 - 21:04 Uhr

Hallo,

definiere Gewalt und ständig!

LG dore

Beitrag von dori83 12.01.11 - 22:01 Uhr

hmmm, dazu kann ich leider nix sagen #kratz kenne nur diese These!
ständig eben...;-)

Beitrag von anita_kids 12.01.11 - 21:15 Uhr

Würde das jetzt im Umkehrschluß heißen, dass ich meine Kids ständig vor *sozialkorrekte-Filme* setze, dass sie automatisch DIE Werte vermittelt bekommen, die wichtig sind? Dann kann ich mir das manchmal leidige Thema Erziehung ja sparen ;)

LG Anita

Beitrag von dori83 12.01.11 - 22:02 Uhr

ah...verstehe, interessanter Gedanke :-)

lg

Beitrag von krokolady 12.01.11 - 21:43 Uhr

wie es sich auswirkt wenn die Kids es im Fernseh sehen kann ich nicht beurteilen......sowas durften sie bei mir nicht sehen.

Aber mein knapp 15jähriger durfte bei seinem Vater immer Ballerspiele, Boxen, Wrestling und so spielen.....mit ca. 10 Jahren gings los das er anderen Kindern mit Gewalt begegneten.......er schmiss sie auf den Boden, drehte die Arme auf den Rücken etc......spielte das Wrestling nach.

Also ich denke jedenfalls das alles was mit Gewalt zu tun hat Kinder negativ beeinflussen kann. Das sie gleich zum Massenmörder werden will ich nicht hoffen

Beitrag von crushgirl 12.01.11 - 21:44 Uhr

Jaja, die lieben Thesen... schon von jeher ein reich diskutiertes Thema ;-)

Kinder die ständig Gewalt in den Medien sehen, werden später zu Massenmördern!


Also reichen da ja dann die täglichen Nachrichten. Und wann ist später? 20? 30? noch später?

Also mein Sohn wird nächsten Monat 21 und ist kein Massenmörder und das trotz täglichem Nachrichtenkonsum. Er war als Kind Fan der Turtles ... da gabs doch auch Kämpfe, oder? Ist das Gewalt genug für ein 4 oder 5 jähriges Kind? Achja, er hat auch immer seine Dinos mächtig gewaltig gegeneinander kämpfen lassen.

Ich bin 38 und hab auch schon als Kind Nachrichten gucken müssen... bisher hab ich auch noch nicht getötet, was manchmal wohl doch meine starke Selbstbeherrschung ausgemacht hat ;-) Aber ich hab als Kind manchmal in mein Kissen gebissen... das hat beim Wutabbau ungemein geholfen.

Ich möchte dazu keine Arbeit schreiben müssen...:-(

Beitrag von dori83 12.01.11 - 22:06 Uhr

Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass man diese These mit nem einfach ja beantworten kann! Dann hätten wir glaube ich echt probleme #gruebel

Nee, ne arbeit will ich darüber auch nicht schreiben müssen #zitter

aber der Gednake ist interessant finde ich ! Stimmt die Nachrichten, die ein Kind vielleicht schaut, weil die Eltern sie gerade gucken, die reichen ja schon fast als tägliche "Gewaltportion"

lg

Beitrag von miss-lacrima 12.01.11 - 22:41 Uhr

Ich finde die These extrem schwach.
Da gibts ja bloss 2 Möglichkeiten: Ja oder Nein. Das ist mir zu undifferenziert. Zu oberflächlich.
Und nein, ich glaube nicht dass diese These stimmt. Wieviele Massenmörder soll es denn bitte auf dieser Welt geben? Zeitgleich? Massenmörder sagt ja auch aus dass jeder der als Kind Gewalt in den Medien erlebte MEHRERE Menschen umbringen müsste?

Was zählt als Gewalt? Auch Unfälle und Co, wo man Opfer sieht? Oder nur Gewaltverbrechen?
Meine Mutter sah in den Medien die Opfer des Brandes auf dem spanischen Campingplatz. Sie hat bisher niemanden umgebracht.

Was ist mit den Kindern denen Gewalt im wirklichen Leben begegnet? Das ist ja sogar noch einprägsamer als in den Medien. Werden das dann Multimassenmörder? Rotten diese direkt ganze Völker aus?

Es tut mir leid, aber als These im Studium finde ich das mehr als problematisch. Wie geht Sie denn an das Thema heran? Welche Statistiken zieht sie zu Rate? Welche wissenschaftliche Literatur?

LG
Jenny

PS: Rechtschreibfehler gehen auf "How I met your mother" :-D

Beitrag von femalix 12.01.11 - 22:41 Uhr

Hi!

Wird das sowas wie eine Erörterung mit Pro und Contra und einer Schlußfolgerung?
Erinnere mich dunkel an den deutschunterricht, ist nun auch schon ein paar Jährchen her.

Also, meine Kinder sind bald 9, 7 und 1 Jahr alt. Ich gestehe, daß wir ZUSAMMEN am Wochenende viel fernsehen, aber auch viel rausgehen und sonstwas unternehmen. Aber ich denke, unser Fernsehkonsum liegt recht hoch.
Meine Beobachtung:
Meine Kinder kommen mit Filmen gut zurecht, wobei ich Wert darauf lege, daß ich den Film möglichst schon erkenne und den auch erkläre.
Für sie ist absolut klar: Film ist Film, das ist nur ausgedacht und mit vielen Tricks als Geschichte sichtbar gemacht worden.
Und das andere ist unser Leben, die Realität und Wirklichkeit.

Sie spielen auch keine Stands nach, wenn sie gesehen haben, wie Autos oder Motorräder durch die Luft fliegen oder was weiß ich, jemand am Hochhaus hochklettert.

Oder kämpfen gegen andere, weil das im Film auch so gemacht wurde.

Ich denke, ob Kinder von Gewalt im Fernsehen beeinflusst werden, liegt daran, ob die Familie intakt ist.
Wie erklär ich das nun..... also, wenn ein Kind z.B. den ganzen Tag alleine ist und sich alles mögliche im TV reinpfeifen kann ohne Kontrolle oder Gespräche der Eltern.
Vielen Eltern scheint ihr Nachwuchs auch noch egal - gibt es ja leider, daß die Erwachsenen sich nur um sich selbst kümmern und das/die Kind/der ist/sind Luft.
Die basteln sich vielleicht auch durch den Einfluß von Gewalt im TV eine eigene Realität und erfahren: wenn sie schlagen und Schmerzen zufügen, werden sie wahrgenommen. (Zuhause sind sie ja unsichtbar, ein Niemand)

Und wenn sie vielleicht auch noch mißhandelt und geschlasgen werden, dann existiert in ihrem Leben vielleicht nur noch Gewalt. Dann wollen sie nicht immer Opfer sein, sondern auch Täter, der kontrollieren kann und das ausgesuchte meist schwächere Opfer steht dann für den Peiniger des Täters...

Ich denke, ja, ständige Gewalt im Fernsehen kann Menschen (nicht nur Kinder) beeinflussen, aber nur, wenn mehrere Faktoren wie häusliche Gewalt, Ignoranz (Nichtbeachtung), kein Familienleben, Frustration, evtl auch Alkohol und/oder Drogen u.ä. zusammenspielen.

LG

femalix

Beitrag von jolinar01 12.01.11 - 22:58 Uhr

ich gucke seid meiner kindheit horrorfilme gern.aber bis jetzt hab ich keinen menschen getötet.

also schwachsinn.

Beitrag von shakira0619 13.01.11 - 20:33 Uhr

Du hast als KIND Horrorfilme geguckt? #schock

Definierst Du mir bitte, wie alt Du warst???

Beitrag von hoeppy 13.01.11 - 09:26 Uhr

Hallo,

ich finde diese These schwach.
Man müsste schon konkrete Zeiten wissen.
Ständig? Was heißt das?

Mein Bruder z.B. ist 7 Jahre jünger als ich.
Als wir kinder waren (ich 11 und er 4 Jahre alt), habe ich ich mehrmals die Woche wenn meine Eltern zur Arbeit waren Horrorfilme mit schauen lassen.

Weil ich die nicht alleine schauen wollte #zitter

Es handelte sich dabei um Filme wie:

Nightmare, Freitag der 13. , Zombiefilme, Vampierfilme, Halloween,...

Er zieht sich zwar immer schwarz an, hatte bis vor kurzen auch lange schwarze Haare, aber er ist weder ein Massenmörder geworden , noch jemand, der Gewalt mag.
Er hatte so viel ich weiß noch niemals eine Schlägerei in seinem Leben.

Er war immer Klassenbester und musste nie dafür lernen. Er war lange Zeit ein Gothic, aber auch das hat sich nie auf seine Noten und später auf seine Ausbildung ausgewirkt.

Mittlerweile macht er nebenbei sein Abitur.

Ich denke so etwas würde wirklich nur passieren wenn ein kleines Kind in einer Familie lebt in der Gewalt herrscht + tag und nacht Gewaltverherrlichende Filme + gravierend einprägende Erlebnisse an sich oder nahen Angehörigen.
Wobei die Filme da die geringste Rolle spielen.

LG Mona

Beitrag von maupe 13.01.11 - 09:31 Uhr

Hi,

der Tenor hier sagt es ja schon: die Aussage ist zu schwammig.

Wenn abends die Tagesschau läuft so ist dort auch viel Gewalt zu sehen.

Schaltet man diese netten Trickserien an, so wird dort ständig jemand platt gemacht.

Einige "Sport"arten wurden ja auch schon erwähnt.

Ab wann sieht das Kind "Gewalt"? In welchem Umfang? Allein? Wie sieht das Umfeld des Kindes aus?

Ne die Aussage ist zu bequem.

Aktuell? Dieser Attentäter in den USA hatte das Buch "Alice im Wunderland" auf seiner Top Ten Liste. Wird jetzt jeder, der dieses Buch liest zum Attentäter?
Eben.
Blödsinn.

Also, genauere Aussagen dazu, dann kann man es Punkt für Punkt analysieren.

LG maupe

Beitrag von doris.r. 13.01.11 - 09:35 Uhr

Hallo,

das ist ein schwieriges Thema. . .

Aber es gab vor ein paar Jahren einen Bericht imFernsehen. Da wurde einer Gruppe von Kindern ein Video von einer Puppe gezeigt, die getreten, gehauen, wurde. Im Anschluss dürften die Kinder in den Raum zur Puppe und haben genau das Gleiche gemacht.

Dann wurde einer anderen Gruppe von Kindern ein Video gezeigt, in dem die Puppe gestreichelt, geschmust , etc wurde. Als diese Kinder den Raum betreten durften waren sie genauso liebevoll.

Meine Schwiegermutter hatte mir von der Sendung berichtet.
Logisch und trotzdem erschreckend.

LG
Doris

Beitrag von leefu 13.01.11 - 15:13 Uhr

bobo-doll-experiment von Albert Bandura. 1963 oder so....

da ging es um das Lernen am Modell.... Wenn Du es googlen willst.

Beitrag von siebzehn 13.01.11 - 14:22 Uhr

Ich würde sagen, der ständige Konsum von Gewaltdarstellungen in den Medien KANN einer von vielen (!) Faktoren sein, die aus einem Menschen einen Massenmörder machen.

Also: KANN (nicht muss)
Und: im Zusammenwirken mit anderen Faktoren!

Schwammige Antwort, ich weiß. Aber diese These fordert eine solche Antwort geradezu heraus!

Beitrag von leefu 13.01.11 - 15:09 Uhr

Hi auch!

Sollte bestimmt eine provokative Frage sein, die sie diskutieren soll.

Jedenfalls würde ich mal schätzen, daß sie dabei über die Sozial-kognitive Lerntheorie von Albert Bandura (Modellernen) schreiben soll. Demnach kann es bei häufigem Anblick von Gewalt, z.B. in den Medien dazu kommen, daß Kinder mehr und mehr abstumpfen, was das Gewaltempfinden angeht. Das heißt sie sind mit der Zeit immer weniger "beeindruckt" davon. Das kann zur Folge haben, daß sie im richtigen Leben dann auch mehr Gewalt (z.B. an anderen) tolerieren oder sich diese Gewaltszenen aus den Medien zum Vorbild für das eigene Handeln nehmen. Je nachdem, wie deren eigene Erziehung abläuft und wie deren eigenes Werte- und Normensystem gestrickt ist. Ist ein Kind nämlich so erzogen, daß ihm beigebracht wurde, das Gewalt nicht in Frage kommt und es selbst daher Gewalt auch von vornherein eher ablehnt, wird es wahrscheinlich nicht so aufnahmefähig sein für Gewalt aus den Medien. Wohingegen ein Kind, daß selbst auch schon Erfahrung mit Gewalt (vielleicht in der eigenen Familie) gemacht hat, eher aufmerksam zuschauen wird.
Ich denke, es braucht schon ein bißchen mehr als Gewalt im Fernsehen, um aus einem Kind einen späteren Massenmörder zu machen.

Ende der Fachsimpelei.#winke

Beitrag von dori83 13.01.11 - 20:13 Uhr

Ui, das hört sich gut an...! Bandura?? Keine Ahnung wer das ist :-) Bist du vom Fach? Klingt so! Ich glaube ich bin da deiner Meinung!
lg

Beitrag von leefu 14.01.11 - 10:04 Uhr

Gibt doch fü alles ne Theorie;-).... und ja, bin vom Fach.