Kindergartenfrust - was kann das sein?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jenny133 12.01.11 - 22:41 Uhr

Hallo

Nico ist seit September im KiGa. Zu Anfangs gabs klar beim Abschied ein paar Tränchen, aber nach etwas über einer Woche hatte er sehr Spass dort und der Abschied war dann nur noch ein Tschüss zu mir und weg war er :-)
Vor Weihnachten hat sich das aber leider wieder geändert. Er weint zum Glück nicht, aber der Abschied zieht sich wieder länger, er fragt morgens ob er denn in den KiGa gehen muss... Die Erzieherin meinte vor Weihnachten, das die Kinder Ferienreif sind und das sei nun mal so vor den Ferien. Aber das hat sich ja jetzt nach der freien Zeit nicht geändert :-( Heute stand er zum ersten mal vor dem KiGa und wollte nicht reingehen. Erst als ich ihn ermunterte gab er sich dann doch einen Ruck.

Ich hab ehrlich gesagt nicht wirklich Ahnung wo das Problem liegt. Allerdings - könnte es sein, das er wieder irgendwie so eine Entwicklungsphase hat? Er "fremdelt" seit einiger Zeit wieder heftig (also mag nicht in Räume wo er die Menschen nicht kennt) er stellt oft auf Stur (Trotzphase) und vor allem Mittagsschlaf ist grade ein großes Thema. Er bräuchte ihn noch und ist nach einem Tag ohne Mittagsschlaf richtig fertig und legt sich auch im KiGa öfter hin und will alleine sein. Aber mittags schlafen ist nur noch alle zwei Tage möglich wenn er dann wirklich übermüdet ist.

Auf der anderen Seite kann ich mir aber auch vorstellen, das im KiGa was vorgefallen ist. Vielleicht kommt er nicht damit zurecht, das er der "Kleine" ist und die anderen den Ton angeben - das hat er halt zuhause nicht da NOCH Einzelkind. Oder evtl. hat die Erzieherin mit ihm geschimpft und er hat deshalb zu großen Respekt vor ihr? Ein Gespräch werden wir demnächst mal machen, aber an sich ist ihr nichts spezielles aufgefallen.

Was meint ihr? Kennt das jemand von euch?

LG
Melanie mit Nico (*22.09.2007)

Beitrag von lagefrau78 13.01.11 - 00:29 Uhr

Liebe Melanie,

möglicherweise gibt es gar kein Problem. Mein Sohn ist 4, er war erst bei der Tagesmutter und ist jetzt seit 14 Monaten im Kiga - ein echter Betreuungsprofi :-) - und solche Phasen gab bzw. gibt es immer wieder. Das, was Du beschreibst, kenne ich also ziemlich gut. Er fragt morgens, ob er in den Kiga muss, wenn wir ankommen, zieht er den Abschied ewig raus, etc... Und je mehr ich mir Gedanken mache und je länger ich dann auch dableibe und mich kümmere, umso schlimmer wird es, auch für ihn.

Ich schätze das, was Du beschreibst, als eine Art Test ein. Jetzt ist er eingewöhnt (nehme ich an), trotzdem überprüft er jetzt, was so geht. Er schaut, wie Du reagierst, wenn er weint, wenn er sagt, er will da nicht hin, etc.

Ich denke nicht, dass im Kiga etwas vorgefallen ist, das hätten die Erzieherinnen Dir doch sicher gesagt. Aber sicher ist es etwas Neues für ihn, dass er sich jetzt mit so vielen Kindern einigen muss. Viele sind wahrscheinlich auch nicht unbedingt zimperlich - er als der Neue muss ja auch getestet werden, und das ist sicher nicht einfach.

Mein Tip an Dich wäre, dass Du Dich schon vor dem Gesprächstermin an die Erzieherin wendest, damit sie Dich und den Kleinen morgens direkt unterstützen kann, das hat uns sehr geholfen. Vielleicht kann sie ihn morgens direkt in Empfang nehmen, so dass der Abschied nicht so lang wird, dann bekommt der Kleine auch Deine Unsicherheit nicht so mit (die ist ja gegeben, sonst hättest Du hier nicht geschrieben). Oder Ihr könnt was anderes ausmachen, was Dich und ihn entlastet.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen, auch wenn es jetzt etwas durcheinander ging. Ist halt schon spät... #gaehn
Mach Dir keine Sorgen - sowas kommt und geht. Dein Sohn braucht nur etwas mehr Sicherheit, und die wird er bekommen, sobald er seinen Platz bei den anderen Kindern gefunden hat.

Viele Grüße und alles Gute!

Beitrag von jenny133 13.01.11 - 10:08 Uhr

Hallo

vielen Dank für deine Antwort!
Es ist allerdings auch so, das er IM Kindergarten anders ist laut der Erzieherin. Gestern hat er gemalt und gebastelt von sich aus und alle anderen Spiele mussten von der Erzieherin mit angeregt werden und sie musste auch dabei sein.

Vielleicht ein Fehler von uns hier in der Erziehung, er MUSS nie alleine spielen es ist immer jemand dabei und wenn wir uns mit anderen Müttern mit Kindern treffen sind wir auch immer dabei und lassen die Kinder nicht auf sich gestellt. Evtl. spielt er ja nicht (mehr) alleine im KiGa weil er doch vor anderen/älteren Kids Respekt hat und die Konfrontation so meiden will?
Natürlich hab ich auch Angst, das eine Krankheit dahinter stecken könnte - ich selbst habe Schilddrüsenunterfunktion - aber zuhause ist er ja anders also schließe ich das aus.

LG
Melanie

Beitrag von lagefrau78 13.01.11 - 11:09 Uhr

Hallo!

Mach Dir nicht zu viele Gedanken. Wenn Du Dir Sorgen machst, dass er krank sein könnte, sprich es bei der nächsten Untersuchung an.

Davon abgesehen denke ich, dass es nach 4 Monaten Kindergarten auch noch Anpassungsschwierigkeiten sind, weil er plötzlich mit vielen Kindern gleichzeitig auskommen muss.
Natürlich liegt das daran, dass er ein Einzelkind ist, aber so ist das nunmal! Ich halte es nicht für einen Fehler deinerseits, dass Du beim Spielen immer dabei bist. So ist einfach Eure (und auch unsere) Situation, und ich halte es für unsinnig, das Kind mehr als nötig gegen seinen Willen allein spielen zu lassen - Du hast ja offenbar die Zeit für ihn!

Bleib einfach weiterhin im Kontakt mit der Erzieherin und versuch, Dir evtl. Unsicherheiten nicht anmerken zu lassen. Wenn er im Kiga gern allein malt und bastelt, ist das doch in Ordnung, er wird schon auf die anderen zugehen mit der Zeit.

Viele Grüße!

Beitrag von jenny133 13.01.11 - 11:20 Uhr

Danke :-)

Vielleicht ist das für mich nun auch ein Lernprozess, weil ich nicht eingreifen kann bei dem was er im Kindergarten erlebt. Die kleinen will man ja einfach nur in den Arm nehmen und Knuddeln und vor allem Unrecht beschützen ;-) Ich denke wohl daher kommen meine vielen Gedanken...

Beitrag von lagefrau78 13.01.11 - 11:48 Uhr

Genau. Und Dein Kleiner weiß das ziemlich genau, nehme ich an...

Ich selbst hab übrigens gut reden - wir hatten ein ähnlich gelagertes Problem, daher weiß ich auch so gut bescheid... Das hab ich alles aus Entwicklungsgesprächen mit Erzieherinnen und eigener leidvoller Erfahrung. ;-)

Viele Grüße!