Was mit ins KH nehmen? 3 Tage Aufenthalt- Erfahrungsberichte Ablauf

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bunteblume 12.01.11 - 23:04 Uhr

Hallo Zusammen,

mein Sohn wird nächsten Dienstag operiert und muss 3 Tage dableiben. Ich bin dann auch bei ihm. Ach ja, er ist 4 Jahre alt und muss wohl anfangs auch viel liegen.

Was meint ihr muss alles mit in eine Kinderklinik?

Außerdem frage ich mich wie das so in einer Kinderklinik abläuft. Kann man sich was zu essen aussuchen? Mein Sohn ist nämlich sehr wählerisch. Gibt es zu trinken oder soll ich mir das mitnehmen?
Freue mich auf eure Erfahrungsberichte, ich weiß natürlich das es überall anders ist.

LG

Beitrag von zahnweh 12.01.11 - 23:31 Uhr

Hallo,

bei uns ist das so:
Zu trinken gibt es im Flur. Da kann man sich jederzeit was holen (oder die Begleitperson). verschiedene Tees (beutel und heißes Wasser), Sprudel. Die Begleitperson, wenn auch stationär mit dabei, darf sich davon auch etwas nehmen.
Zu Essen ist unterschiedlich. Manche KHs/Stationen fragen am Vortag, was man möchte. Es gibt 2-4 Sachen zur Auswahl. Je nach Station/Krankheit/Krankenhaus gibt es nur eine Sache und fertig. Entweder man isst es oder halt nicht und hat dann Hunger. (ich selbst war als Kind auch sehr wählerisch. Am ersten Tag hab ich den Hunger bevorzugt, am zweiten hab ich es wenigstens probiert ;-)).

Mitnehmen kommt auf die Station und den Grund an.
Einige KHs haben auf der Kinderstation ein Spielzimmer, wo man Bücher und Spiele ausleihen kann oder direkt dort spielen. Wenn er anfangs aber (so wie) nicht aufstehen darf, würde ich eigene Bücher mitnehmen (1-2) evtl. ein tolles Neues. Ein Spiel, das man auch im Liegen spielen kann.
Ersatzschlafanzug und ausreichend Unterwäsche. Hausschuhe, wenn er aufstehen darf.

ansonsten immer ein bisschen Geld dabei haben. Kiosk (für Mama) oder Telefonkarte, wenn man jemanden anrufen möchte, damit noch etwas fehlendes nachgebracht wird, kann nicht schaden.

Zahnbürste und Waschzeug sind auch gut. Handtücher gibt es in manchen, aber eines ist manchmal ganz praktisch.

Beitrag von bifi-wurst72 13.01.11 - 02:59 Uhr

ich würde in jedem fall ein paar hörspielcarsetten (+recorder) mitnehmen sowie spiele, die sich im bett spielen lassen, z.B bandolino. Außerdem würde ich heftchen (zeitschriften für kinder) einkaufen, in denen man blättern und rätseln sowie kleine Denkaufgaben machen kann. Nicht in allen Krankenhäusern ist ein TV-gerät auf dem zimmer, evtl. vorher von freunden minifernseher ausleihen, der auf einen nachtschrank paßt. Eigene Säfte z.b. roten Traubensaft (Rotbäckchen) tut allen frischoperierten gut, verhilft schnell auf die Beine durch den hohen Eisenanteil (den stellt kein Krankenhaus- höchstens Orangensaft oder Apfelsaft).
keineswegs das Lieblingskuschetier oder Schnuffeltuch vergessen.
Mit schweren Büchern würde ich mich nicht belasten, würde stattdessen größtenteils Pixibücher einpacken, somit ist die Auswahl größer + das Gewicht geringer.
In jedem Fall wäre in meinem Koffer eine Tüte Gummibärchen o.ä., wovon er sich zum Trost z.b nach einer Untersuchung oder Blutentnahme immer 2-3 stück aussuchen dürfte.
ja, ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen.

Beitrag von miau2 13.01.11 - 09:05 Uhr

Hi,
bei uns der Ablauf war so:

Die Kinder, die aufstehen durften durften sich auf der Station frei bewegen, mit Ausnahme anderer Krankenzimmer. Die Mütter (i.d.R. waren es halt die Mütter, aber das gleiche hätte natürlich auch für Väter gegolten) bekamen nachts so eine Art "Gästebett", die man im Zimmer aufgebaut hat. Bettwäsche usw. wurde gestellt.

Zum Essen konnten die kinder eigentlich nicht wählen, es gab aber in der Kinderklinik nicht das normale KH-Essen, sondern eine Kinder-"Speisekarte" (mit Sachen wie Würstchen, Fischstäbchen..). Und weil auch die Schwestern wussten, dass nicht alle Kinder alles essen gabs auf der station immer eine große Portion Nudeln im Kühlschrank, die eben bei Bedarf dann zur Verfügung standen. Ein Nudelverweigerer, der auch sonst nichts isst wäre natürlich schlecht beraten gewesen...irgendwo ist halt eine Grenze, wie flexibel eine Krankenhausküche sein kann.

Für die Mütter gabs einen Gutschein, mit dem man sich in der Personalkantine kostenlos Frühstück, Mittag- und Abendessen holen konnte (da gabs drei Gerichte zur Auswahl - im Fall der Fälle hätte halt mein Kind mein Essen bekommen und ich seins gegessen...also doch einige Wahlmöglichkeiten mehr). Wasser und Tee gabs auf der Station, alles andere (Kaffee, andere Getränke, extras zu essen...) musste man sich halt kaufen.

Für die Kinder, die herumlaufen durften gabs auch viele Spielsachen, Spiele, einen großen Tisch als "Treffpunkt" in der Mitte der Station (die Zimmer waren sternförmig drum herum angeordnet). Ein- oder zweimal pro Woche kamen die Clown-Doktoren, ein echtes Highlight.

Wenn dein Sohn anfangs liegen muss: besorg ein paar kleine Spielsachen, mit denen er im liegen spielen kann, Bücher usw., dinge, die er noch nicht kennt. Ansonsten sollte natürlich das Lieblings-Kuscheltier mit (das lag übrigens schon im Bettchen von unserem Kleinen, als er aus der OP in die Aufwachstation kam). Genügend Schlafanzüge solltet ihr einpacken, bei uns gabs nach der OP i.v. Antibiotika (routine) und daher Durchfall. WEnn ihr nachts noch Windeln braucht - die werden i.d.r. nicht gestellt für so große, vorher fragen.

Ablauf bei uns war so, dass wir nüchtern früh morgens erscheinen sollten, dann gabs die Aufnahmeuntersuchung, Blutabnahme (das war für unseren Großen - da 1,5 Jahre alt - schon das schlimmste an dem Tag, der Rest war - aus seiner Sicht - fast schon harmlos), hoch auf Station. Dann warten, vor ihm war noch ein anderes Kind dran. Knapp eine Stunde vor dem Termin gabs einen "Is-egal-Saft" (auch bekannt als LMAA-Saft vom Zahnarzt :-p), den er problemlos genommen hat. Und dann wurde er seeeeehr entspannt, schwebte irgendwo auf Wolke 7.

Er lag ganz ruhig und entspannt im Bettchen auf dem Weg zum OP. Bis zur Schleuse durften wir mit, und haben ihn dann dort der Anästhesistin in den Arm gelegt, sie hat ihn dann in den OP getragen. Kein Weinen, schreien, unser Großer schwebte weiter (der Saft hat genau das bewirkt, was er sollte).

Für Kinder gabs bei uns einen eigenen Aufwachraum, da durften wir dann sobald er aus dem OP kam (und noch fest geschlafen hat) dabei sein. Im normalen Aufwachraum wäre das aus Rücksicht auf die anderen Patienten nicht möglich gewesen.

Irgendwann wurde er wach, wie nach einem langen Mittagsschlaf, hat sich das Oximeter vom Finger gerupft (und damit gleichzeitig die Schwester gerufen :-)) und ist aufgestanden. Wieder - kein Weinen, kein Schreien, keine Schmerzen (unsere Kinderklinik achtet sehr darauf, dass die Kleinen schmerzfrei sind).

Das anstrengendste war, ihn am ersten Tag im Bett zu halten, weil es ihm eben so gut ging - er hat zwar noch viel geschlafen, war aber ansonsten gut drauf.

Am Tag zwei durfte er aufstehen, da war die Welt in Ordnung und unser kleiner Sonnenschein hat die Station unterhalten und mit den Schwestern geflirtet.

Am Tag drei durften wir nach Hause. Unser Großer hat definitiv keine schlechten Erinnerungen davongetragen, er war davor immer schon problemlos bei allen Arztbesuchen und das hat sich auch bis heute nicht geändert.

Vermutlich steht uns aber noch eine OP bevor - ich hoffe, dass es dann wieder so problemlos abläuft.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von bunteblume 13.01.11 - 09:14 Uhr

Ich danke euch für eure umfangreichen Berichte- hat mir sehr viel weitergeholfen!
#danke

LG